Institut für SonderpädagogikArbeit und Beruf

Erwerbsarbeit als Anspruch von und an Menschen mit Sehbeeinträchtigungen

Eine machttheoretische Analyse von Strategien der Selbst- und Fremdregierung

 

Projektleitung:
Prof. Dr. Kirsten Puhr

wissenschaftlicher Mitarbeiter:
Jens Geldner

studentische Hilfskräfte:
Alix Suter
Arian Fischer
Joris Serwe

Beschreibung:
Das Forschungsprojekt nimmt sich zur Aufgabe, Inklusions- und Exklusionstendenzen von beruflicher Ausbildung, beruflicher Weiterbildung und Erwerbsarbeit sowie deren Bedeutung für individuelle Praxen von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen zu untersuchen.

(Aus-)Bildung und Erwerbsarbeit haben in unserer Gesellschaft einen hohen sozialen und individuellen Stellenwert. Auch für Menschen mit
(Seh-)Beeinträchtigungen erscheinen diese Konzepte für die Realisierung der Teilhabe an der Gesellschaft von besonderer Bedeutung. Einer Verknüpfung von gesellschaftlicher und beruflicher Teilhabe stellen sich in der beruflichen Rehabilitation jedoch zunehmend kritische Positionierungen gegenüber. Zum einen wird im Rahmen einer gesamtgesellschaftlichen Debatte die Integrationskraft der Erwerbsarbeit in Frage gestellt, zum anderen werden Behinderungen als besonderes Risiko für Arbeitslosigkeit charakterisiert. Gleichzeitig wird die zunehmende Ökonomisieren des Rehabilitationsbereiches kritisiert.

Hieran anschließend versucht das vorliegende Projekt, Erwerbsarbeit in seiner Ambivalenz zwischen Autonomie und Heteronomie als Anspruch von und an Menschen mit Beeinträchtigungen zu diskutieren und zu
(re-)formulieren. 

Neben der theoretisch-konzeptionellen Auseinandersetzung mit dem Begriff der Erwerbsarbeit und den hiermit verbundenen Ansprüchen von und an Menschen mit (Seh-)Beeinträchtigungen interessiert uns vor allem deren individueller Umgang mit diesen Ansprüchen im Alltag.Diesen individuellen Praxen will sich das Projekt mit Hilfe einer gouvernementalitätstheoretisch informierten Ethnographie annähern.

Eine Projektskizze finden sie hier.

Finanzierung:
Das Projekt wird gefördert durch die Pädagogische Hochschule Heidelberg.