Institut für SonderpädagogikGeistig- und Mehrfach-
behindertenpädagogik

Projekt KAFCA: Kommunikations- Analysen zur Facilitated Communication bei Menschen mit Autismus

Laufzeit des Projekts: 01.04.2007-31.03.2010

Leitung: Prof. Dr. Theo Klauß

Mitarbeit: Dr. Frauke Janz, Christiane Weinzierl, geb. Hör (z.Zt in Elternzeit), Myriam Bayer

Beschreibung des Projekts

Veröffentlichungen im Projekt Kafca

Fachtagung zu fc am 15./16.5.2009 in Basel

Link zur Forschungsdatenbank der PH Heidelberg:

www.phhd-forschung.de/druck_projekt.php

Worum geht es im Projekt?

Die „Gestützte Kommunikation“ (Facilitated Communication – FC), bei der Menschen an der Hand oder an anderen Körperstellen berührt und außerdem ‚psychisch’ gestützt werden und dann teilweise sehr anspruchsvolle Texte produzieren, hat vielerorts große Resonanz gefunden. Vor allem für zahlreiche Menschen mit Autismus, ihre Eltern und BegleiterInnen, haben sich daraus erhebliche Veränderungen ergeben, beispielsweise einen Wechsel von einer Schule für Geistigbehinderte in ein Gymnasium. Andererseits ist die Methode äußerst umstritten, weil sich in empirischen Studien bisher offenbar kaum nachweisen lässt, dass die gestützte Person ihre Leistungen unabhängig vom Wissen der stützenden Person erbringt.

In einem Forschungsprojekt an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg soll nun vor allem untersucht werden, wie die Wirkung von FC individuell zu erklären ist, wie also im Zusammenwirken von stützender und gestützter Person Texte entstehen und worin die Wirkung des Stützens – im Einzelfall – tatsächlich besteht. Handelt es sich vor allem um eine inhaltliche Manipulation oder eher um eine von außen organisierte Form der Handlungskontrolle, die beispielsweise die Bewältigung von schulischen Anforderungen ermöglicht?

Von dem am 1. Mai 2007 gestarteten Forschungsprojekt KAFCA („Kommunikations-Analysen zur Facilitated Communication bei Menschen mit Autismus“) werden Erkenntnisse darüber erwartet, wie die beteiligten Personen tatsächlich miteinander interagieren und kommunizieren und welche Möglichkeiten für eine unabhängigere Kommunikation der FC-Schreiber sich daraus ableiten lassen. Dadurch soll nicht zuletzt ein Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um die Methode der „Gestützten Kommunikation“ geleistet werden.

Beteiligte Personen

Für das Projekt wurden Menschen mit Autismus gesucht, bei denen die Anwendung von FC zu gravierenden Veränderungen im schulischen Bereich geführt hat. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Menschen zunächst als "geistig behindert" galten und mit FC schulische Angebote besser wahrgenommen und weiterführende Bildungsinhalte vermittelt werden konnten. In einigen Fällen, die uns besonders interessieren,  ist – mit FC – ein Wechsel in eine Allgemeine Schule (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) möglich geworden, wo auch entsprechende schulische Leistungen erbracht werden.

Wie werden die Untersuchungen durchgeführt?

Die Studie besteht aus 7 Einzelfallanalysen. Die Untersuchungen umfassen vor allem Folgendes:

  • Gegenseitiges Kennenlernen, Vereinbarungen über Ziele, Fragestellungen und Arbeitsweise des Projekts.

  • Erhebung von Informationen über Vorgeschichte, Schullaufbahn, Erfahrungen mit und Auswirkungen von FC etc.

  • Videoaufnahmen (mehrperspektivisch) in Situationen mit freier Unterhaltung bzw. selbst bestimmten Aktivitäten des Schreibers (bspw. Computerspiele etc.)

  • Videoaufnahmen (mehrperspektivisch) bei der Bearbeitung von schulischen Aufgaben und anderen Anforderungen (beispielsweise Beantwortung von Fragen etc.)

  • Videoaufnahmen (mehrperspektivisch) von Übungen zum Ausblenden bzw. zur Reduzierung der Stütze

  • Information über Ergebnisse der Interaktionsanalysen und gemeinsame Reflexion darüber

Die Videoaufnahmen werden mikroanalytisch mit dem Programm „Interact“ von Mangold (München) ausgewertet. Erkenntnisse aus dem Projekt werden – natürlich anonym – bei Tagungen, Kongressen und durch Publikationen öffentlich zugänglich gemacht.

Das Forschungsprojekt KAFCA wird seit Mai 2007 an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg unter Leitung von Prof. Dr. Theo Klauß durchgeführt und ist auf 3 Jahre angelegt. Momentan sind wir mit der Datenauswertung  beschäftigt, anschließend folgt die Publikation der Ergebnisse.

Alle Informationen und Daten werden vertraulich behandelt und sofort nach der Erhebung anonymisiert. Jede Weitergabe erfolgt in dieser anonymisierten Form und nur entsprechend der Einwilligung der Beteiligten.

Wie können Sie Kontakt aufnehmen?

Die am Projekt KAFCA Beteiligten freuen sich über alle Interessierten und über jede Anfrage. Bitte rufen Sie an, mailen Sie uns oder schicken Sie einen Brief. Selbst wenn eine Beteiligung an den Video-gestützten Analysen nicht in Frage kommt, sind uns Ihre Informationen, Anregungen, Erfahrungen und Fragen wichtig, die sich auf die Nutzung von FC im schulischen Bereich beziehen.

 So erreichen Sie uns:

Telefon und Email:

  • Frau Dipl.-Psych. Myriam Bayer, Tel: 06221/477 181, E-Mail: kafca(at)ph-heidelberg.de

Postadresse:

  • Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Sonderpädagogik, Keplerstr. 87, 69120 Heidelberg

Sekretariat:

  • Frau Bernhard, Tel.: 06221/477 175, Fax: 06221/477 440