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Historischer Überblick

Die Ausbildung von Volksschullehrern in ihren Schulfächern begann in Heidelberg bereits 1904 - wenn auch anfangs nur mit 39 Auszubildenden. Im Juli 1958 stellte das "Gesetz über die Ausbildung der Volksschullehrer" in Baden-Württemberg die Weichen für die Gründung eigenständiger Pädagogischer Hochschulen, welche wissenschaftliche Forschung und Lehre mit den Anforderungen der Schulpraxis verbinden sollte.

1962 - 1980: Auf dem Weg zur wissenschaftlichen Lehrerbildung

10. Mai 1962
Festliche Eröffnung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg im Königssaal des Heidelberger Schlosses. Erster Rektor wurde der ev. Theologe Prof. Dr. Schrey.
Das 6-semestrige Studium gliederte sich in ein Grundstudium und ein Schwerpunktstudium. Es umfasste seit 1966 sowohl die Ausbildung für Lehrer an Grund- wie an Hauptschulen.

1962 - 1968
In diesem Zeitraum vollzog sich die Angliederung der Sonderschullehrer-Ausbildung an die Pädagogische Hochschule Heidelberg.

1968/69
Beginn der grundständigen Ausbildung der Reallehrer in einem 8-semestrigen Zweifächerstudium. Die Zugangsvoraussetzungen zu diesem Studiengang waren die gleichen wie auch an den Universitäten. Dies förderte die Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg: Die Studierenden konnten in den gewählten Fächern Lehrveranstaltungen in beiden Hochschulen besuchen.

22. November 1977
Der Ausbau der PH zur wissenschaftlichen Hochschule wurde durch das "Gesetz über die Pädagogischen Hochschulen im Lande Baden-Württemberg" auf eine sichere Grundlage gestellt. Damit war auch die Verleihung des (eingeschränkten) Promotionsrechtes verbunden.

1979

Von den vielen Absolventen der PH Heidelberg fanden Ende der 1970er immer weniger eine Anstellung im Schuldienst. Auch Wartelisten konnten nichts daran ändern, dass die meisten ausgebildeten LehrerInnen sich nach anderen Berufstätigkeiten umsehen mussten. Dies sprach sich herum und wirkte sich auf die Studierendenzahlen aus: 1979 sank die Zahl der immatrikulierten Studierenden von etwa 3.350 auf 2.143  - mit weiter fallender Tendenz. Stellenstreichungen, Mittelkürzungen und räumliche Einschränkungen waren die Folge.

1981 - 2000: Lehrerarbeitslosigkeit, Hochschulschließungen, Verhältnis zur Universität

1984
Die Pädagogischen Hochschulen Lörrach und Esslingen wurden geschlossen. Die Landesregierung beabsichtigte auch die PHn Reutlingen und Heidelberg aufzulösen.

1987
Die PH Reutlingen wurde geschlossen. Die PH Heidelberg konnte dank der vielfältigen politischen Initiativen gerettet werden: Eine Gedenkpyramide im Hof des Altbaus erinnert noch heute an diese Zeit.
Gleichzeitig entfiel die Einschränkung bei der Ausübung des Promotionsrechtes.

1990 - 1993
In allen anderen Bundesländern waren inzwischen die lehrerbildenden Studiengänge in die Erziehungswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten oder "Fach-zu-Fach" in die Universitäten integriert worden.
Die von der Landesregierung eingesetzte Strukturkommission "Lehrerbildung 2000" befürwortete ebenso wie die Rektorenkonferenz die Integration der PHn in die Universitäten. Aber die Landesregierung folgte dem Votum der Universitätsrektoren und entschied sich für die Beibehaltung der Eigenständigkeit - als einziges Bundesland.

10. Januar 1995
Das "Gesetz über die Pädagogischen Hochschulen" trat in Kraft: Es gesteht den PHn den gleichen wissenschaftlichen Charakter in Forschung und Lehre zu wie den Universitäten. Sie erhielten somit das (eingeschränkte) Habilitationsrecht, das die PH Heidelberg in Verbindung mit der Ruprechts-Karls-Universität Heidelberg ausübt.

1998 - 2001
Die europäischen Wissenschaftsminister beraten über die Vereinheitlichung von Studiengängen und Leistungsstandards.

2001 - 2010: Eine neue Umbruchphase beginnt...

2004
Die PH Heidelberg bietet zusammen mit der Hochschule Mannheim den konsekutiven Master-Studiengang "Elektro- und Informationstechnik für das höhere Lehramt an Beruflichen Schulen" an.

1. Januar 2005

Durch das neue Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg erhielten die Pädagogischen Hochschulen das uneingeschränkte Habilitationsrecht. Die PH Heidelberg erließ ihre Habiliationsordnung am 23. November 2005.

2007/2008
Der nicht-konsekutive Master-Studiengang "Straßenkinderpädagogik" wird an der PH Heidelberg angeboten. Es besteht eine Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg, mit der Universität Heidelberg und der Universität Freiburg.
Außerdem neu an der Hochschule: der Bachelor-Studiengang "Frühkindliche und Elementarbildung" sowie der Bachelor-Studiengang "Gesundheitsförderung".

1. April 2009
Der anwendungsorientierte Master-Studiengang "E-Learning und Medienbildung" vermittelt seit dem Sommersemester 2009 fachbezogene Kenntnisse und Fähigkeiten, klassische audiovisuelle Bildungsmedien zu produzieren sowie netzbasierte Lernumgebungen zu gestalten.

19. Mai 2009
Die Haushaltssperre trat in Kraft, um ein drohendes Haushaltsdefizit abzuwenden. Diese Maßnahme war notwendig geworden, da die Hochschule Mindereinnahmen von 1,15 Millionen Euro zu bewältigen hatte. Es beginnt ein konstruktiver Dialog zwischen der Hochschulleitung und der Studierendenschaft zur Sanierung des Haushaltes.

2011 - heute: Exzellente Lehrerbildung in Heidelberg

1. April 2011
Seit April 2011 bietet die PH Heidelberg den Master-Studiengang "Bildungswissenschaften" mit den Profilen "Fachdidaktik" und "Educational Leadership" an. Durch dieses innovative Konzept besteht für die Studierenden die Möglichkeit, auf Basis gemeinsamer grundlegender Lehrveranstaltungen ein Schwerpunktprofil mit einer spezifischen Ausprägung des Masterabschlusses zu wählen.

1. Oktober 2011
Zum Wintersemester 2011/12 kam es zu einer grundlegenden Reform der Lehramts-Studiengänge: An der Pädagogischen Hochschule Heidelberg können ab sofort folgende Lehrämter studiert werden: Grundschullehramt, Lehramt an Werkreal-, Haupt- und Realschulen sowie Lehramt Sonderpädagogik.

15. Dezember 2011
Die Hochschule konnte mit ihrem Antrag „Experts in Education – Professionalisierung für die Bildung von morgen“ überzeugen und ist damit für eine Förderung in Höhe von 4,4 Millionen Euro durch den „Qualitätspakt Lehre“ vorgesehen.

1. April 2012
Die PH Heidelberg orientiert sich an aktuellen Entwicklungen und erweitert den Master-Studiengang "Bildungswissenschaften" entsprechend: Die Profile "Frühkindliche und Elementarbildung plus" und "Inklusion und Bildung für Kinder und Jugendliche in riskanten Lebenslagen" starten im Sommersemester 2012.
Die MitarbeiterInnen, die durch die Mittel des Qualitätspakts finanziert werden, beginnen ihre Arbeit.
Im April 2012 hat die Landesregierung außerdem die "Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung" eingesetzt. Aufgabe der Kommission war es, Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Ausbildung von Lehrkräften in Baden-Württemberg vor dem Hintergrund der sich ändernden gesellschaftlichen Anforderungen an schulische Bildung zu erarbeiten.

2. Mai 2012
Nach drei Jahre der Aufarbeitung, der konzeptionellen, strategischen sowie inhaltlichen Neuausrichtung und letztendlich der Konsolidierung des Haushaltes wird die Haushaltssperre aufgehoben.

22. Oktober 2012
Das Studium an der PH Heidelberg, das insbesondere durch einen großen Bezug zur Praxis sowie die Verpflichtung zur Inklusion geprägt ist, erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit: Im Wintersemester 2012/2013 sind über 4.600 Studierende immatrikuliert - ein neuer Rekord.

1. August 2013
Das Forschungs- und Nachwuchskolleg der Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Ludwigsburg wird offiziell eröffnet: Eine Juniorprofessur, acht Nachwuchswissenschaftler in Heidelberg sowie zwei in Ludwigsburg untersuchen - erstmals in unterschiedlichen Domänen - die Kompetenzentwicklung angehender Lehrkräfte sowie deren Fähigkeit im Umgang mit Heterogenität.

8. April 2014
Die PH Heidelberg eröffnet als erste "bildungswissenschaftliche Hochschule universitären Profils mit Promotions- und Habilitationsrecht" (LHG 2014) eine Graduate School. Dieses überfachliche Programm dient der Qualifizierung des bildungswissenschaftlichen Nachwuchses.

4. März 2015
Das Projekt heiEDUCATION - eine Kooperation von Universität Heidelberg und Pädagogischer Hochschule Heidelberg - wird im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern mit über 7 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, Heidelberg zu einem Ort exzellenter Lehrerbildung auszubauen, an dem alle lokalen und regionalen Akteure der Lehrerbildung nachhaltig und in enger Kooperation zusammenwirken.

1. April 2015
Die Doktorandinnen und Doktoranden der Hochschule bilden erstmals einen zentralen Konvent, der ab sofort die Interessen seiner Mitglieder vertritt, ihre Vernetzung fördert und Ansprechpartner bei Angelegenheiten der Promotion ist.

1. Juni 2015
Die Heidelberg School of Education (HSE) wird als gemeinsame hochschulübergreifende Einrichtung der Universität Heidelberg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg gegründet. Sie stellt das institutionelle, strategische und ideelle Zentrum der kooperativen Lehrer/innenbildung am Standort Heidelberg dar. Ihr Aufbau und ihre nachhaltige Etablierung sind zugleich Ziel des Teilprojekts 1 im Projekt heiEDUCATION.

7. Juni 2015
Nach schwerer Krankheit verstirbt im Alter von 56 Jahren Professorin Dr. Anneliese Wellensiek, die Rektorin der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Vertreter im Rektoramt wird Professor Dr. Gerhard Härle, Prorektor für Studium und Lehre.

1. Oktober 2015
Das Land Baden-Württemberg stellt die bisherigen Lehramtsstudiengänge mit dem Abschluss "1. Staatsexamen" zum Wintersemester 2015/2016 auf eine Bachelor-Master-Struktur um. An der Pädagogischen Hochschule Heidelberg können ab sofort die Bachelor-Studiengänge "Bildung im Primarbereich (Bezug Lehramt Grundschule)", "Bildung im Sekundarbereich (Bezug Lehramt Sekundarstufe I)" und "Sonderpädagogik (Bezug Lehramt Sonderpädagogik)" studiert werden.

6. Oktober 2015
Professor Dr. Hans-Werner Huneke, der am 15. Juli 2015 zum neuen Rektor der Hochschule gewählt wurde, steht ab sofort an der Spitze der PH Heidelberg.

8. Oktober 2015
Universität und Pädagogische Hochschule Heidelberg sind mit ihrem Verbundantrag "PLACE - Partizipation langfristig absichern, Chancen erweitern" in dem Landesprogramm "Lehrerbildung in Baden-Württemberg" erfolgreich: Das Vorhaben, das auf dem gemeinsamen Projekt heiEDUCATION basiert, wird über einen Zeitraum von fünf Jahren mit knapp zwei Millionen Euro gefördert.

20. November 2015
Mit einer Festveranstaltung und in Anwesenheit der Wissenschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg, Theresia Bauer, wird die Heidelberg School of Education offiziell eröffnet.

1. Februar 2016
Professorin Dr. Vera Heyl (Studium, Lehre und Weiterbildung) und Professor Dr. Christian Spannagel (Forschung, Medien und IT) treten ihre Amtszeit als neue Prorektoren an. Das Rektorat um Professor Huneke ist damit komplett.

1. Juni 2016
Stephanie Wiese-Heß tritt ihr Amt als Kanzlerin an. Das Rektorat um Professor Dr. Huneke ist damit vollständig.

6. September 2016
An der Hochschule wird der erste "UNESCO Chair" in Baden-Württemberg eingerichtet; Lehrstuhlinhaber ist Professor Dr. Alexander Siegmund (Abteilung Geographie). Ziel ist die Förderung des Einsatzes moderner Methoden der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung sowie der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Prof. Dr. Heinz-Horst Schrey: Rektor von 1962 bis 1965
Prof. Dr. Heinz-Horst Schrey: Rektor von Juni 1962 bis April 1965
Prof. Dr. Karl Kollnig: Rektor von Mai 1965 bis April 1971
Prof. Dr. Karl Kollnig: Rektor von Mai 1965 bis April 1971
Prof. Dr. Klaus Engelhardt: Rektor von April 1971 bis März 1976
Prof. Dr. Klaus Engelhardt: Rektor von Mai 1971 bis März 1976
Prof. Dr. Albrecht Abele: Rektor von April 1976 bis April 1978
Prof. Dr. Albrecht Abele: Rektor von April 1976 bis April 1978
Prof. Dr. Erich Thies: Rektor von Mai 1978 bis März 1986
Prof. Dr. Erich Thies: Rektor von Mai 1978 bis März 1986
Prof. Dr. Horst Hörner: Rektor von April 1986 bis März 1990
Prof. Dr. Horst Hörner: Rektor von April 1986 bis März 1990
Prof. Dr. Michael Schallies: Rektor von April 1990 bis März 1994
Prof. Dr. Michael Schallies: Rektor von April 1990 bis März 1994
Prof. Dr. Ludwig Schwinger: Rektor von April 1994 bis September 2002
Prof. Dr. Ludwig Schwinger: Rektor von April 1994 bis September 2002
Prof. Dr. Michael Austermann: Rektor von Oktober 2002 bis September 2009
Prof. Dr. Michael Austermann: Rektor von Oktober 2002 bis September 2009
Prof. Dr. Anneliese Wellensiek: Rektorin von Oktober 2009 bis Juni 2015
Prof. Dr. Anneliese Wellensiek: Rektorin von Oktober 2009 bis Juni 2015 (Prof. Dr. Gerhard Härle: Vertreter im Rektoramt von Juni bis September 2015)
Prof. Dr. Hans-Werner Huneke: Rektor ab Oktober 2015
Prof. Dr. Hans-Werner Huneke: Rektor ab Oktober 2015