Chancen und Grenzen "moralischer"
Erziehung
im naturwissenschaftlichen Unterricht
Ein theoriegeleiteter Beitrag zur Theorie der Erziehung und zur
Didaktik der Naturwissenschaften
Dissertation
zur Erlangung des Grades
eines Doktors der Erziehungswissenschaft
Kurzbeschreibung
Seit jeher wird über „die Krise der Kultur“
und über den damit einhergehenden „Verlust der Werte“
geklagt. Das Nachsinnen über „Erziehung“ reißt
auch in modernen Gesellschaftsformen nicht ab und bleibt auch hier
ein Politikum. In der Bundesrepublik Deutschland ist in den Jahren
um ‚68’ über Chancen und Möglichkeiten der
richtigen Erziehung energisch diskutiert worden. Während es
Ende der 60er Jahre progressiv Denkende waren, die auf der Suche
nach einem politischen Gegenentwurf zur bürgerlichen Gesellschaft
ihre „antiautoritären“ Erziehungsideale in den
Kinderläden und Alternativschulen etablieren wollten, gingen
1978 konservative Kräfte ans Werk, antiaufklärerische
Positionen in ihre Erziehungsprogramme einzuflechten. Zehn Jahre
nach den „68ern“ wurde der ‚emanzipatorische Wille‘
und das Verlangen nach permissiver Erziehung durch die neun Bonner
Thesen „Mut zur Erziehung“ kontrastiert.
In den 90er Jahren lässt die scheinbare Zunahme von Gewalt
an Schulen Etikettierungen Jugendlicher, wie z.B. „egoistisch,
konsumorientiert und im schlimmsten Fall ... gewalttätig und
fremdenfeindlich“ (Scheffler 1992, 48) aufkommen und man beklagt
beobachtbare rechtsextremistische Brutalität. Die Reaktion
darauf ist ein „Manifest der Werte“ : Man schöpft
„Mut zur demokratischen Erziehung“ .
Doch 1994 wurde dieser Mut von bereits vergangen Geglaubtem überholt.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung verzichtet auf den Zusatz „demokratisch“
im Titel ihrer dritten Broschüre zu „Aktuellen Fragen
der Politik“ (1994) und so bleibt die „ausgelaugte Parole
‘Mut zur Erziehung’“ stabil, indem ihre BefürworterInnen
nicht nur die scheinbar zunehmende Gewalt an Schulen, sondern auch
„den Rechtsextremismus auf ein Erziehungsproblem einschränken“
(Habermas 1993, 178). Spätestens nach dem „Fall Erfurt“
ist die Furcht nicht nur vor rechtsextremistischer Gewalt, sondern
vor der Gewalt schlechthin nicht nur bei den Erwachsenen wieder
zurückgekehrt. Die Forderungen nach mehr Erziehung entfernen
sich dabei aus ihrem emanzipatorischen Zielfeld und wenden sich
den „sozialen Brennpunkten“ zu.
Paradoxerweise hat sich in den Jahren 2000 und 2001 die Debatte
gleichzeitig auch in die entgegengesetzte Richtung begeben. Nicht
nur Gewalt, sondern auch „Spaß“ macht zielstrebigen
Erziehern Angst. Man befürchtet angesichts Love-Parade und
nächtelangem Rave auf den Straßen von Berlin, Hamburg
und andernorts die Jugend verkomme zur „Spaßgesellschaft“
und es kommt wieder die Frage nach dem „kulturellen Niedergang“
auf und danach, ob „die Lust am Spaß der gemeinsame
Nenner der jungen Generation“ sei (Kahl 2001, 4). Als Fazit
kann man konstatieren: Der Ruf nach Erziehung ist nicht verstummt
und die Erziehung soll sowohl die Brutalogesellschaft wie die Spaßgesellschaft
verhindern.
Wer aber soll die erzieherischen Aufgaben unserer
Zeit wahrnehmen? Die Familie als traditioneller Ort dafür scheint
zu sehr zerfallen; Verbindlichkeiten lockern sich, Beziehungen werden
multivalent und unübersichtlich. Das eindeutige Oben und Unten,
Höher und Tiefer verschwindet. Im Rahmen ihres „Erziehungsauftrags“
wird neben der Familie traditionell auch die Schule den Forderungen
nach mehr Wertevermittlung, nach ethischer bzw. moralischer Erziehung,
nach Erziehung zur Verantwortung etc. unterworfen. Ihr Gewicht wird
in diesem Wandel der Familiensoziologie deutlich größer.
Gottfried Adam und Friedrich Schweizer schreiben hierzu: „In
der heutigen gesellschaftlichen Situation, die durch zahlreiche
Probleme belastet und von noch mehr Herausforderungen gekennzeichnet
ist, wird der Ruf nach Moral- oder Werteerziehung in der Schule
immer lauter“ (1996, 11).
Aber nicht nur das: Seit TIMSS und PISA kreuzt ein weiterer gesellschaftlicher
Diskurs den Weg der anhaltenden Wertedebatte, nämlich die Frage
und die Forderung nach mehr Leistung in und durch die Schule. Versäumnisse
werden eingeräumt: „’TIMSS hat uns kalt erwischt’,
stellt der Bielefelder Erziehungswissenschaftler Klaus-Jürgen
Tillmann fest. Zu lange habe man um Fachkenntnisse der Schüler
‚einen großen Bogen’ gemacht. Das sei ein Fehler
gewesen, [...]. ‚Wer den Begriff Leistung in den Mund nahm’,
ergänzt sein Essener Kollege Klaus Klemm, ‚galt als extrem
konservativ’“ (Kerstan 2000). Neben mangelnder Lesekompetenz
werden vor allem die mathematischen und naturwissenschaftlichen
Fächer kritisiert, hat es diese Fächer doch zum zweiten
Mal „kalt erwischt“: erst TIMSS, dann PISA.
Die Schule und gerade der naturwissenschaftliche
Unterricht muss sich nun im Spannungsfeld unterschiedlicher Ansprüche
bewegen: Die derzeitige Diskussion um die PISA-Studie einerseits
und die angesichts der immer wieder aufflammenden Jugendkriminalität
(z.B. der Fall Erfurt) am Leben bleibende Wertedebatte andererseits
eröffnen dieses Spannungsfeld zwischen den Forderungen nach
mehr fachlicher Leistung hier und nach verstärkten „Erziehungsmaßnahmen“
dort.
Wo und wie aber soll sich die Schule – und was im Rahmen dieser
Arbeit interessant erscheint – der naturwissenschaftliche
Unterricht in diesem Spannungsfeld positionieren bzw. bewegen?
Die Schule ist als System von Unterrichtsfächern
organisiert. Soll sie moralerzieherisch tätig werden, rückt
einerseits der Religions- und Ethikunterricht in den Vordergrund,
andererseits greift man aber auch auf fächerübergreifende
Prinzipien zurück. Im Rahmen eines für alle Fächer
verbindlichen Erziehungsauftrags und also eines erziehenden Unterrichts,
bedeutet ein an fächerübergreifenden Prinzipien orientierter
Unterricht auch: Moralerziehung kann nicht nur einem Fach überlassen
werden. Damit bleibt der naturwissenschaftliche Unterricht vom Erziehungsauftrag
der Schule nicht ausgenommen.
Der naturwissenschaftliche Unterricht steht aber nicht von vornherein
unter Verdacht, moral- oder werteerzieherisches Handeln im Unterricht
in Szene zu setzen, wie z.B. der Politik-, Gemeinschaftskunde-,
Religions- oder Philosophieunterricht. Dem naturwissenschaftlichen
Unterricht wird eher die Aufgabe zu gesprochen, der Forderung nach
mehr Leistung nachzukommen. Auch gibt es in der Didaktik der Naturwissenschaften
nur wenig Bemühen erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse
zu integrieren , wie das beispielsweise in den Fächern Sport,
Politik, Ethik und Philosophie oder auch im Fach Mathematik etc.
der Fall ist. Denn die Bezugswissenschaften der Didaktiken der naturwissenschaftlichen
Schulfächer sind vielerorts die universitären Fachwissenschaften,
Physik oder Chemie oder Biologie und nicht - wie das z.B. die hochschulorganisatorische
Praxis der Universität Hamburg nahe legt - die Erziehungswissenschaft.
Dies drückt sich auch im beruflichen Selbstverständnis
vieler LehrerInnen der naturwissenschaftlichen Fächer aus:
„Sie begreifen ihren Beruf kaum unter seiner pädagogischen
Funktionsbestimmung, sondern vor allem unter dem Aspekt seiner fachlichen
Qualität“ (Kremer 1997, 129). Im selben Sinne stellt
Werner Kutschmann (1998) die Frage nach der „Pädagogischen
Dimension der Naturwissenschaften“. Kutschmann stellt fest:
„Der naturwissenschaftliche Fachunterricht der Schule und
die erzieherischen Bemühungen um die Bildung der Schüler
fallen auseinander, so dass man den Eindruck gewinnen muß,
daß Naturwissenschaften und Pädagogik nichts miteinander
zu tun hätten. Ja, haben sie denn etwas miteinander zu tun?
[...] Naturwissenschaftliche Lehrer verstehen sich in den allermeisten
Fällen entweder als Naturwissenschaftler und Fachexperten oder
aber (wenn überhaupt) als Pädagogen und Lehrer –
beides hat aber nach ihrer Selbsteinschätzung nichts miteinander
zu tun. [...] Eine spezifische Pädagogik der Naturwissenschaften
gibt es nicht, auch wenn nicht zu bestreiten ist, dass die zugehörigen
Fachdidaktiken blühen und gedeihen!“ (1999, 134-135)
Aber hat der naturwissenschaftliche Unterricht bzw.
haben seine Lehrerinnen und Lehrer nicht doch ein spezifisches Potenzial
im Sinne einer Werte- bzw. Moralerziehung im Unterricht, auch wenn
sich die Lehrenden der naturwissenschaftlichen Fächer als „Fachleute“
ihrer Fächer verstehen? Haben die Naturwissenschaften nicht
auch eine moralische Verpflichtung? Sind es nicht Themen wie Tierversuche,
Gentechnologie, Atomkraft versus regenerative Energiegewinnung,
ein verantwortlicher Umgang mit Wasser, Energie, Luft, Wald, ...
und also ein verantwortlicher Umgang mit der Natur etc., die dem
naturwissenschaftlichen Unterricht seine Wirkungsfähigkeit
für moralerzieherische Prozesse im Unterricht verleihen? Geht
die Forderung nach Steigerung der kognitiven Leistung, die seit
TIMSS im Raum steht, zu Lasten möglicher moralischer Erziehung
im naturwissenschaftlichen Unterricht?
Sicher, wer nach dem moralerzieherischen Potenzial
des naturwissenschaftlichen Unterrichts bzw. der naturwissenschaftlichen
Didaktik fragt, kommt seit TIMSS und PISA nicht mehr an der Diskussion
um Leistung und Qualität deutscher Schulen vorbei. Wolfgang
Edelstein, der ehemalige Leiter des Berliner Max-Plank Instituts
für Bildungsforschung erweitert die Fragen nach Fachwissen
und Leistung der Schülerinnen und Schüler mit der Formel:
„Bildet sie die Schule] die Kinder so aus, dass wir keine
Inder brauchen? Und weiter: Liefert Schule die Voraussetzung für
den sozialen Frieden durch Vermittlung von Werten? Deren Geltung
wurde zwar von der bereits säkularisierten Elterngeneration
vielfach nicht durchgesetzt, ihr Fehlen in der nachwachsenden Generation
von Eltern indessen umso schmerzlicher beklagt. Der kritische Bildungsdiskurs
richtet sich entsprechend auf drei Leitthemen oder Fragen: Die Frage
nach der Leistungsfähigkeit der Schule; 2. die Frage nach Wertebildung
oder Wertevermittlung in der Schule oder durch die Schule; 3. [...]
die Frage nach den Lehrern, denn diese bürgen für die
Erfüllung der funktionalen Imperative.“ (Edelstein, 2000,
370)
Aber kann beides im naturwissenschaftlichen Unterricht
wirklich vermittelt werden, Leistung und Moral? Hat der naturwissenschaftliche
Unterricht bzw. seine Didaktik dieses Potenzial? Oder schließen
sich die Forderungen nach Steigerung der kognitiven Leistung einerseits
und nach moralischer Erziehung andererseits zumindest für den
naturwissenschaftlichen Unterricht von vornherein aus?
Eine vergleichbare Situation stellt sich für den naturwissenschaftlichen
Unterricht bzw. für seine Didaktik auch hinsichtlich seiner
politischen Verpflichtung: Es war Gerda Freise, die bereits Ende
der 60er Jahre eine politische und emanzipatorische Engagement für
den naturwissenschaftlichen Unterricht einforderte und hierfür
sogar im eigenen Lager energisch bekämpft wurde . Klafkis Theorie
einer allgemeinen Bildung steht aus Sicht der emanzipatorischen
Pädagogik im selben Kontext wie die Arbeiten von Freise. Darauf
aufbauend wurden integrierte naturwissenschaftliche Projekte und
Curricula in Deutschland erarbeitet , die sich aber langfristig
in Deutschland nicht durchsetzen konnten. Dass der naturwissenschaftliche
Unterricht eine gesellschaftliche Aufgabe erfüllen kann, ist,
unabhängig von der deutschen Entwicklung, auch in den USA (Science,
Technology and Society, STS) und in Großbritannien (Science
and Technology in Society, SATIS) erkannt worden. Es wurden naturwissenschaftlich-technologische
Themen in einen gesellschaftspolitischen Kontext gestellt . Der
hieraus entwickelte STS-Unterricht wurde dann auch in der deutschsprachigen
Fachdidaktik erstmals durch Schallies/Wellensiek (1995) aufgegriffen,
um eine bildungstheoretische bzw. moralpädagogische Dimension
erweitert und von ihnen mit Instrumenten der empirischen Sozialforschung
untersucht .
Der naturwissenschaftliche Unterricht aber steht
nun vor dem Problem der Überfrachtung durch unterschiedliche
Ansprüche: Leistung, Moral, Gesellschaft, .... .
In dieser Situation einander (vemeintlich) widerstrebender Forderungen
und zusätzlicher Aufgaben dürfte eines einleuchten: Was
der naturwissenschaftliche Unterricht nicht leisten kann, ist Moralerziehung
als inhaltliches Zusatzpaket zu einem traditionellen Unterricht.
Sicher kann zu einem Unterricht über Düngemittel auch
die Frage gehören: „Ist die Lieferung einer Chemiefabrik
in den Irak moralisch verwerflich?“ Diese und andere moralische
Fragen sind inhaltlich gesehen aber keine naturwissenschaftlichen!
Zieht sich der naturwissenschaftliche Unterricht indessen auf naturwissenschaftliche
Inhalte zurück, dann kann er lediglich das Fachwissen, das
zur Beantwortung derartiger Fragen auch nötig ist, zur Verfügung
stellen. Den naturwissenschaftlichen Unterricht nun auf Vermittlung
nötiger Fachinhalte zu reduzieren, greift (nicht nur) in Sachen
Moralerziehung zu kurz! Aber, gibt es nicht doch noch andere Wege,
Moralerziehung im naturwissenschaftlichen Unterricht zu ermöglichen?
Wie nun könnte ein solcher Weg - theoretisch begründet
- aussehen?
Um einer Antwort auf diese Frage näher zu kommen
sollen im ersten Teil der vorliegenden Arbeit Konzeptionen und Forschungsarbeiten
aus der Didaktik der Naturwissenschaften diskutiert werden, die
moralerzieherische Absichten bzw. moralerzieherisches Handeln im
naturwissenschaftlichen Unterricht untersucht oder thematisiert
haben. Diese Ansätze werden im Blick auf ihr jeweiliges Moralverständnis
und im Blick auf ihre Erziehungsziele diskutiert. Aus der Diskussion
der Ansätze wird dann die Forschungsfrage erarbeitet, nämlich
ob es naturwissenschaftlichem Unterricht gelingen kann moralerzieherische
Ziele, die als Kompetenzerwerb begriffen werden, auch auf unthematischem
Weg, also durch nicht-(direkt-) moralische Themen anzusteuern.
Weil vor dem Hintergrund der Forschungsfrage davon
ausgegangen wird, dass die konzeptionelle Fassung der Moralerziehung
bzw. die entsprechenden Erziehungsziele, die ein didaktischer Ansatz
verfolgt, vom jeweiligen Moralverständnis (Urteil, Motivation
und Handeln) bzw. vom jeweiligen Erziehungsverständnis des
didaktischen Ansatzes abhängt, werden im zweiten Teil Positionen
der aktuellen Moralphilosophie diskutiert, um darauf aufbauend ein
eigenes Moralverständnis darzulegen und zu begründen.
Dieser Teil schafft die Plattform für einen dritten konzeptionellen
Teil, in dem ein eigenes Erziehungsverständnis erarbeitet wird.
Teil drei konzeptualisiert und begründet nun
mit Hilfe theoretischer, empirischer und phänomenologischer
Untersuchungen aus den Sozialwissenschaften erzieherische Ansprüche,
die im Rahmen eines eigenen theoretischen Entwurfs zur Moralerziehung
an die Subjekte herangetragen werden. Erzieherische Ansprüche
werden hier in Form von zu erwerbenden ethischen und moralischen
Kompetenzen formuliert. Ein daraus entfaltetes Ensemble ethischer
und moralischer Kompetenzen zeigt die Struktur der moralischen Motive
und diesbezüglicher Erziehungsziele auf, so dass nun ein theoretisch
begründetes, heuristisches Instrument erarbeitet ist, um Antworten
auf die oben formulierte Forschungsfrage im vierten Teil finden
zu können.
Im vierten Teil der Arbeit möchte ich Möglichkeiten
überprüfen, inwieweit man einer derartigen (Moral-)Erziehung,
wie sie in Teil drei der Arbeit konzeptionell und theoretisch fundamentiert
wurde, in der Schulpraxis näher kommen kann. Dieser vierte
Teil soll die oben aufgeworfene Forschungsfrage, ob es dem naturwissenschaftlichen
Unterricht zumindest an einigen Stellen gelingen kann Moralerziehung
auf einem unthematischen Weg, nämlich durch Förderung
des Kompetenzerwerbs, zu ermöglichen.
Zum Inhalt:
Kapitel 1
Chancen und Grenzen von Moralerziehung im naturwissenschaftlichen
Unterricht
1 Moralerziehung und das Selbstverständnis der Fachdidaktik
13
2 Ansätze zur Moralerziehung im naturwissenschaftlichen Unterricht
15
2.1 Werte- und Moralerziehung im naturwissenschaftlichen Fachunterricht
16
2.1.1 Helmut Sturm: „Ethische Aspekte im Biologieunterricht“
16
2.1.2 Heinrich Stork: „Zur Förderung des Wertebewusstseins
im Physik- und Chemieunterricht“ 21
2.1.3 „Demokratie und Erziehung in der Schule“ - das
Projekt DES 25
2.2 Fächerverbindender – fächerübergreifender
Unterricht 32
2.2.1 Fächerverbindender Unterricht – der „Bildungsplan“
Baden-Württemberg 32
2.2.2 Fächerübergreifender / fächerverbindender Dilemmata-Unterricht
in den Naturwissenschaften 36
2.2.3 Der Modellversuch „Klimafreundliche und energiesparende
Schule“ 38
2.2.4 Schule - Ethik - Technologie - das Projekt SET 42
3 Unthematische’ Moralerziehung im naturwissenschaftlichen
Unterricht ? – Der Blick auf den eigenen Weg 47
Kapitel 2
Moral und gutes Leben
4 Ausgewählte Denkfiguren der Moralphilosophie 54
4.1 Universalistische und partikularistische Moralkonzeptionen heute
56
4.1.1 Das partikularistische Moralverständnis 56
4.1.2 Das universalistische Moralverständnis 57
4.1.3 Ein universalistisches Moralverständnis als Ausgangspunkt
der Arbeit 58
4.2 Jürgen Habermas: Die praktische Vernunft differenziert
sich in modernen Lebenszusammenhängen aus 60
4.2.1 In modernen Lebenszusammenhängen differenzieren sich
pragmatische, ethische und moralische Handlungskontexte aus 60
4.2.2 Kritik an Habermas: Die „fettgedruckte Vernunft“
63
4.3 Ernst Tugendhat: Ein modernes Moralverständnis lässt
sich instrumentell begründen 65
4.3.1 Moralische Gefühle und moralische Urteile sind für
den alltäglichen Moralgebrauch konstruktiv 65
4.3.2 In der Begründung einer modernen Moral lassen sich moralische
Gefühle bewahren 67
4.3.3 Die Gerechtigkeitsperspektive ist ein essentieller Teil eines
modernen universalistischen Moralverständnisses 71
4.4 Stimmen der „feministischen Ethik“ 73
4.4.1 Gerechtigkeit versus Fürsorge 73
4.4.2 Die Fürsorgeperspektive der Moral - ein Abgrenzungsversuch
76
4.4.3 Die „Dominanz der Gerechtigkeitsperspektive“ führt
zur Marginalisierung der Fürsorgeperspektive 78
5 Das gute Leben und der Ort eines modernen Moralverständnisses
82
5.1 Drei Thesen zum Kontext eines modernen Moralverständnisses
82
5.1.1 Eine Moral ohne Bezugspunkt ergibt keinen Sinn. Der Bezugspunkt
einer modernen Moral kann das „gute Leben“ sein. 82
5.1.2 Es führt ein Weg von der Fürsorgeperspektive zum
„guten Leben“. 83
5.1.3 Der Aspekt der Gerechtigkeit rückt eine universalistische
Perspektive in den Blick die das „gute Leben“ nicht
ausschließt. 83
5.2 Eine vierte These: Ein modernes Moralverständnis greift
auf die Ziele und Zwecke von Menschen zurück 86
5.3 Fazit: Der Kontext eines modernen Moralverständnisses muss
eine offene Konzeption des „guten Lebens“ sein 88
5.3.1 Objektivistische und subjektivistische Erklärungsversuche
des guten Lebens 88
5.3.2 Die Position des „reflektierten Subjektivismus“
90
5.3.3 Zum Ort eines modernen Moralverständnisses 92
Kapitel 3
Moralerziehung als Ensemble moralischer und ethischer Kompetenzen
(eine Skizze zur Theorie der Erziehung)
6 Moralerziehung als Kompetenzerwerb statt Erziehung zu Werte
und Tugenden 97
6.1 Was heißt Kompetenz? 97
6.2 Kompetenzen statt Tugenden 99
6.3 Kompetenzen statt Werte 100
7 Hinführung zu einem Ensemble moralischer und ethischer Kompetenzen
102
7.1 Die Struktur einer Handlungssituation 103
7.2 Die moralischen Kompetenzen: Gerechtigkeit und Fürsorge
105
7.3 Welche Fähigkeiten füllen die moralischen und ethischen
Kompetenzen mit Inhalt? 109
8 Die Komponenten des Ensembles 114
8.1 Die ethische Kompetenz - »Anschauungen eines „guten
Lebens“ entwickeln können« 114
8.1.1 Die Fähigkeit der Identitätsbildung in Form von
Teilidentitäten 115
8.1.2 Teilidentitätsübergreifende „Metaidentität“
126
8.1.3 Die Kompetenz »Anschauungen von einem guten Leben entwickeln
können« im Ensemble moralischer und ethischer Kompetenzen
140
8.2 Das moralische Selbstverständnis und die moralischen Gefühle
142
8.2.1 Moralische Gefühle 142
8.2.2 Das moralische Selbst einer Person 145
8.3 Moralische Motivation 147
8.3.1 Rückblick auf die Begründungsebenen der Moral 147
8.3.2 Die drei Ebenen der moralischen Motivation 148
8.3.3 Das Verhältnis der drei Ebenen moralischer Motivation
untereinander 150
8.3.4 Gerechtigkeit, Fürsorge und moralische Motivation 152
8.4 Die moralische Kompetenz - »die Gerechtigkeitsperspektive
einnehmen können« 153
8.4.1 Das moralische Gerechtigkeitsurteil 153
8.4.2 Die intersubjektive Perspektivenübernahme 157
8.4.3 Moralerziehung als Entwicklungsförderung 159
8.4.4 Die Perspektivenübernahme und das moralische Gerechtigkeitsurteil
als Fähigkeit im Ensemble moralischer und ethischer Kompetenzen
160
8.5 Die moralische Kompetenz - »die Fürsorgeperspektive
einnehmen können« 161
8.5.1 Das Einfühlungsvermögen 162
8.5.2 Das Einfühlungsvermögen im Ensemble moralischer
und ethischer Kompetenzen 169
8.5.3 Das moralische Fürsorgeurteil 171
8.5.4 Das moralische Fürsorgeurteil im Kontext des Ensembles
moralischer und ethischer Kompetenzen 175
9 Die Synthese des Ensembles 179
9.1 Teilschritte 179
9.2 Zusammenschau 180
Kapitel 4
Moralerziehung im naturwissenschaftlichen Unterricht – ein
'unthematischer’ Weg?
10 Die Anwendung auf ausgewählte Schulpraxis (zum methodischen
Vorgehen) 183
11 Das genetisch-sokratisch-exemplarische Lehren&Lernen bei
Martin Wagenschein 186
11.1 Die genetisch-sokratisch-exemplarische Methode – aufgezeigt
am Beispiel des Chemieunterrichts 189
11.2 Detailanalyse: Die Förderung der moralischen und ethischen
Kompetenzen des Ensembles durch die genetisch-sokratisch-exemplarische
Methode 196
12 Öffnung von Unterricht 211
12.1 Geöffneter naturwissenschaftlicher Unterricht in der Umsetzung
bei Thomas Seilnacht 212
12.2 Detailanalyse: Die Förderung der moralischen und ethischen
Kompetenzen des Ensembles im offenen naturwissenschaftlichen Unterricht
218
13 Die Einbettung des Unterrichts in eine ‚gestaltete’
Schule 227
13.1 Der interessen-orientierte emanzipatorische Unterricht bei
Rupert Genseberger 228
13.2 Detailanalyse: Die Förderung der moralischen und ethischen
Kompetenzen des Ensembles durch den interessen-orientierten emanzipatorischen
Unterricht 237
14 Die Inhalte ernst nehmen: Über die Notwendigkeit einer Qualitätsveränderung
der Lerninhalte im naturwissenschaftlichen Unterricht 240
14.1 Die Kritik am traditionellen Zugang zur Natur im naturwissenschaftlichen
Unterricht bei Ernst-Michael Kranich 241
14.2 Detailanalyse: Die Förderung der moralischen und ethischen
Kompetenzen des Ensembles durch eine Inhaltsauswahl im Sinne Kranichs
244
15 Chancen und Grenzen des ‚unthematischen’ Weges –
eine Bilanz 247
Ausblick 252
Literatur 256
Siehe auch Verstehen lehren
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