Von Claudia Eysel, Michael Schallies & Anneliese Wellensiek
Problemstellung
Die Diskrepanz zwischen Umweltwissen und Umwelthandeln ist groß und
spie-gelt sich in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wider. Wie
ist diese Lücke zu schließen? Welche Elemente muss Umwelterziehung
beinhalten, damit das vorhandene Wissen auch in entsprechendes Handeln umgesetzt
wird, und an welcher Stelle des Bildungssystems sollte ange-setzt werden?
Mit dieser Fragestellung setzt sich die Arbeitsgruppe "Klima" an der
Pädagogischen Hoch-schule Heidelberg unter Prof. Schallies seit Mitte
der 90er Jahre im Modellversuch "Klimaf-reundliche und energiesparende Schule"
auseinander (Schallies, Wellensiek, & Lembens 1997, 1998). Die Ergebnisse
zeigten deutlich, wie wichtig Erfahrungen durch Einbezug au-ßerschulischer
Lernorte und -experten, die Bearbeitung authentischer und alltagsnaher Prob-leme,
echte Partizipation mit der Übernahme von Verantwortung und eine
di-daktisch-methodische Ausdifferenzierung des Unterrichts für das Erreichen
der genann-ten Kompe-tenzen ist. Geeignete Lernarrangements stellen jedoch
hohe Ansprüche an die Lehrerinnen und Lehrer. Die Aufgabe besteht nun
nicht mehr primär in der Wissensvermittlung, sondern darin, Schüler
bei der selbständigen Erarbeitung komplexer Probleme im Sinne einer
partizi-pativen Arbeitskultur (Kyburz-Graber & Högger 2000) zu
unterstützen. Dies erfordert neben dem Aufspüren und Erkennen
authentischer und komplexer Problemfelder die Fähigkeit, daraus einen
pädagogischen Kontext zu schaffen und unterstützende Methoden
situations-gerecht anzuwenden. Weiterhin sind Kommunikations- und
Kooperationsbereitschaft, ein Überdenken des traditionellen
Lehrer-Schüler-Rollenbildes sowie eine angemessene Refle-xion des
pädagogischen Handelns vor dem Hintergrund von Lern- und Bildungszielen
not-wendig.
Aus diesen Ergebnissen folgt die Hypothese, dass sich angehende Lehrerinnen
und Lehrer bereits in ihrer Erstausbildung mit solchen Methoden und
Arbeits-verfah-ren an konkreten Problemen auseinandersetzen sollten, die
sie im Ver-lauf ihrer künftigen Unter-richtstätigkeit werden anwenden
müssen.
Endbericht
(PDF-Datei)
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