Das Drei-Räume-Modell der Praxis
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Ziel der Ausbildung im Bachelor-Studiengang Frühkindliche und Elementarbildung (Felbi) ist der Erwerb angemessener fachlicher, sozialer, personaler und methodischer Kompetenz, die in der Arbeit vor allem mit Kindern, aber auch in der Interaktion mit Eltern, Kolleginnen und Kollegen und externen Institutionen zum Tragen kommen muss. Um diese Ziele verwirklichen zu können, ist ein ausgewogenes Verhältnis von Theorie- und Praxisanteilen im Rahmen des Studiums erforderlich, wobei der formale Rahmen von 30 Credit Points pro Semester zum Teil sehr enge zeitliche Grenzen setzt.
Die Praxisanteile in Felbi lassen sich in einem „Drei-Räume-Modell“ veranschaulichen:
- In dem ersten Praxisraum, den Einrichtungen des Früh- und Elementarbereichs, lernen die Studierenden das Arbeits- und Berufsfeld kennen und werden von Mentorinnen/Mentoren aus den Einrichtungen bei der Umsetzung von Bildungsangeboten, diagnostischen Tätigkeiten oder Fördermaßnahmen angeleitet und betreut. Die Studierenden setzen Lerninhalte in konkretes früh- und elementarpädagogisches Handeln mit Kindern der entsprechenden Altersgruppen um. Bildungsangebote, Fördermaßnahmen oder diagnostische Tätigkeiten werden in vivo erprobt, eingeübt, dokumentiert und zusammen mit den Mentoren/Mentorinnen reflektiert. Allgemeine Kompetenzziele im Rahmen von Tages- und Blockpraktika sind neben der Anwendung fachlich-theoretischen Wissens vor allem auch die Einübung methodisch-didaktischer Fertigkeiten sowie die Entwicklung angemessener sozialer und selbstreflexiver Fähigkeiten im Arbeits- und Berufsfeld.
- Der zweite Praxisraum ergibt sich aus dem jeweiligen Modul, dem das Tagespraktikum zugeordnet ist und aus dem die Bildungsangebote erfolgen. Die Studierenden erhalten die jeweiligen Aufgaben durch die Lehrenden in den Veranstaltungen der betreffenden Module. Um eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis zu gewährleisten, findet auch die Besprechung und Reflexion der Angebote in erster Linie in den Lehrveranstaltungen der Module statt.
- Der dritte Praxisraum wird durch eine supervidierte exemplarische elementarpädagogische Praxis, kurz SEEP, definiert und durch Lehrende aus dem Studiengang gestaltet. Die Studierenden werden in jedem Semester in Kleingruppen betreut, in denen u. a. Themen angesprochen werden, die sich aus den ersten beiden Praxisräumen ergeben. Ziel dieser Coaching- bzw. Supervisions-Prozesse ist die Reflexion des Handelns und der Aufbau von Handlungskompetenzen im Praxisfeld. Probleme in den beiden ersten Praxisräumen sind oft nicht auf einer fachlichen Ebene angesiedelt und zu lösen (z. B. Konflikte, die sich aus unterschiedlichen Ängsten und Erwartungen ergeben, wie „Konkurrenzverhalten“ zwischen Studierenden und Erzieherinnen, Überforderungsbefürchtungen auf Seiten der Mentorinnen/Mentoren, reale Ressourcenprobleme in den Einrichtungen und daraus folgende Organisationsschwierigkeiten der Praxisbetreuung, personbezogene Konflikte u. v. m.).
Die Bestimmung der Betreuungsaufgaben durch die Mentorinnen und Mentoren sowie die inhaltliche Gestaltung des ersten Praxisraums erfolgt in enger Abstimmung mit den Praxiseinrichtungen. Die Leitungskräfte der Einrichtungen, die regelmäßig mit dem „Felbi-Team“zu gemeinsamen Sitzungen zusammentreffen, haben eine Arbeitsgruppe beauftragt, den organisatorischen und inhaltlichen Rahmen für die Praktika in den Einrichtungen und die Aufgaben der Mentorinnen und Mentoren zu bestimmen. Über neue inhaltliche Entwicklungen im Bereich der Früh- und Elementarbildung werden die Mentorinnen und Mentoren regelmäßig an so genannten Mentorinnentagen informiert.
Grundlage der Beratungs-, Reflexions- und Supervisionsprozesse werden in aller Regel Videodokumentationen der zu besprechenden Bildungs- und Förderangebote, der diagnostischen Prozesse sowie der vielfältigen sozialen Interaktionen sein. Die dem Studiengang dafür in mehreren Exemplaren zur Verfügung stehenden Camcorder und das Programm „Interact“, in das alle Studierenden über wissenschaftliche Hilfskräfte und Tutoren eingewiesen werden, ermöglichen diese Vorgehensweise.
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