Institut für
Sachunterricht

Institut für Sachunterricht
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 561
                                               69120 Heidelberg
Direktorin: Prof. Dr. L. Jäkel
Geschäftsführer: StR Herwig Weidmann
 

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Studium: Prüfungsordnung HuS


2.9   Heimat- und Sachunterricht (35 SWS)

Das Studienfach Heimat- und Sachunterricht umfasst die fächerübergreifende Didaktik (Lernbereichsdidaktik), den entsprechenden Anfangsunterricht und die Vertiefungsfächer. Studierende des Faches wählen aus den Fächern Biologie, Chemie, Gemeinschaftskunde, Geographie, Geschichte, Physik und Technik ein Vertiefungsfach aus; die anderen Fächer sind den Erfordernissen des Studiengangs entsprechend  zu berücksichtigen.      


2.9.1  Voraussetzungen:

  • ein Seminar,

  • zwei Hauptseminare.
    Ein Hauptseminar ist in der fächerübergreifenden Didaktik / Lernbereichsdidaktik zu belegen, das andere Hauptseminar im gewählten Vertiefungsfach.


2.9.2   Anforderungen:

Überblick zu Geschichte, Struktur und Selbstverständnis des Faches Heimat- und Sachunterricht. Dazu gehören z.B. folgende Gesichtspunkte:

  • Erziehungs- und Bildungsauftrag

  • Lernpsychologische Konzepte

  • Naturwissenschaftliche, technische und sozialwissenschaftliche Methoden

  • Sprachliche, mathematische und ästhetische Verarbeitungsformen, Medien

Fähigkeit, die Schul- und Lebenswirklichkeit der Kinder einzuschätzen und mit ihnen im Unterricht zu strukturieren durch:

  • Kenntnis wissenschaftlicher Verfahren (z.B. Beobachtungen, Erhebungen) zur Analyse von kindlichen Vorstellungen, Denkweisen, Handlungsformen und Kindlicher Sprache

  • Kenntnisse von Lebens- und Lernbedingungen der Kinder

Kenntnisse der Grundformen:

  • Erzählen, Zuhören, Spielen, Entdecken, Betrachten, Beobachten, Sammeln, Vergleichen, Ordnen, Messen

  • Etwas Funktionelles und etwas Schönes gestalten, kreativ sein

  • Untersuchen, Probehandeln, Experimentieren, Problemlösen

  • Bauen, Konstruieren und Erfinden

  • Umgang mit Medien

Kenntnisse ungefächerter, fächerübergreifender und fächerverbindender Formen des Lernens. Dazu gehören:

  • Lernmodelle

  • Multisensorisches Lernen

  • Mehrperspektivisches Lernen

  • Lernen vor Ort, „Originale Begegnung“

  • Lernen an der Lebenswirklichkeit (Alltagssituationen, Besorgungen, Theoreme und Phänomene)

  • Erwerb von Schlüsselqualifikationen

  • Integration medial-symbolischer Erfahrungs- und Lernformen

Vertiefte Kenntnisse exemplarischer fachwissenschaftlicher Inhalte, Arbeitsmethoden, Techniken und Hilfsmittel, sowie deren Einsatz und Anwendungsmöglichkeiten in ausgewählten Bereichen der Vertiefungsfächer. Es ist eine Auswahl aus folgenden Inhalten zu treffen:

  • Heimat und Fremde, interkulturelle Erziehung

  • Geographische, historische und politische Landeskunde

  • Aspekte der politischen und gesellschaftlichen Gestaltung des eigenen Lebensraumes 

  • Heimische Fauna und Flora, Entwicklung von Lebewesen, Grundeinsichten zur Ökologie und zum Umweltschutz

  • Biologie des Menschen, Gesundheitserziehung, Familien- und Geschlechtserziehung

  • Naturphänomene geographisch, physikalisch, chemisch und biologisch gesehen

  • Technische Sachverhalte und Herstllung technischer Produkte und Modelle

  • Entwicklungspsychologische und –physiolgische Voraussetzungen der Kinder als Verkehrsteilnehmer, Erziehung zu sicherheitsbewusstem Verhalten im öffentlichen Verkehrsraum

  • Medienrezeption von Kindern, Erziehung zu Medienkompetenz 

Vertiefte Kenntnisse der Didaktik des gewählten Vertiefungsfaches, bezogen auf den Heimat- und Sachunterricht und auf den Fachunterricht in der Hauptschule bis einschließlich Klasse 7.


Anfangsunterricht

Kenntnisse kindlicher Vorstellungen und Denkstrukturen und der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen:

Elementare Inhalte und Fertigkeiten:

  • Kind und Sache: Strukturen, vielseitige und fächerspezifische Zugänge, Erlebnis und Begriff; Kreativität, Rollenspiel, Gestaltung von Erlebnissen und Erfahrungen

  • Sache und Sprache: Kindersprache, Umgangssprache, Fachsprache, Symbole

  • Raum und Zeit: Erschließung des Nahraumes, Heimat und Fremde

  • Mensch und Natur, Erfahrungen mit sich selbst und mit anderen, Zugänge zur Leiblichkeit finden

  • Integration von kindgemäßen Medien in den Lernprozess

Kenntnis methodischer Konzeptionen:

  • Ganzheitlicher Ansatz des Unterrichts

  • Gestaltung der Lernumgebung

  • Differenzierung und Individualisierung der Lernprozesse

  • Rhythmisierung des Schulalltags, Wechsel der Arbeitsformen und „Bewegte Schule“

  • Spiel, freie Arbeitsformen, Wochenplanarbeit, projektorientierter Unterricht


2.9.3   Prüfung

Schriftliche Prüfung

Dauer:  4 Stunden.

Klausur mit Anteilen aus Lernbereichsdidaktik oder Vertiefungsfach  

Mündliche Prüfung

Dauer:  etwa 30 Minuten (15 Min Vertiefungsfach + 15 Min Lernbereichsdidaktik)

Falls der der Anfangsunterricht im Rahmen der Lernbereichsdidaktik und des Vertiefungsfaches geprüft werden soll, verlängert sich die Prüfungszeit um 15 Minuten. Es sind dann drei Schwerpunktthemen zu benennen.

 
        (c) Gervé 2002                                   Kontakt: Prof. Dr. L. Jäkel                           Website:  Dr. K. Scheler                          PH Heidelberg
           
letzte Änderung: 10.09.02