Konzeption
Teacher
- Scientist - Partnerships (TSP):
a tool for professional development
A
COMENIUS 2.1 Action (Training of School Education Staff)
Es
hat sich gezeigt, dass die gegenwärtige traditionelle Weise
Naturwissenschaften zu unterrichten, nicht angemessen Schülerinnen
und Schüler auf die Komplexität des Lebens in einer
wissenschafts- und technikorientierten Welt vorbereitet. Im
Hinblick auf die Verbesserung der Situation scheint die Professionalisierung
der Lehrkräfte und kontextuierte motivierende Lernumgebungen
für Schüler Schlüsselfaktoren zu sein.
Im Projekt TSP wird ein systemischer Ansatz vorgeschlagen. Er
beginnt mit dem Aufbau einer Partnerschaft zwischen Lehrern
und Wissenschaftlern, mit dem Lehrer und ihre Schüler in
authentische Forschungsumfelder integriert werden. Zu diesem
Zweck wurde bereits ein Netzwerk von Wissenschaftseinrichtungen
aus ganz Europa aktiviert, die sich mit der Problematik von
Kohlendioxid und Klimawandel beschäftigen. Einrichtungen
der Lehrerbildung und lokale Schulen haben bereits Projekte
mit solchen Wissenschaftsinstituten aufgebaut. Zielgruppen für
die Aus- und Weiterbildung sind Lehrkräfte aus dem Bereich
der Naturwissenschaften und ihre Schüler aus dem Sekundarbereich
der Schulen. Aktivitäten zum Lehren und Lernen werden zwischen
den Partnern in einem gemeinsamen Ansatz vereinbart, sie zielen
darauf, die Fähigkeiten der Lehrkräfte zum Einbezug
von externen Lernorten als Möglichkeit für die eigene
Weiterentwicklung einzubeziehen, das Lernen der Schüler
zu verbessern und die Fähigkeiten von Wissenschaftlern
mit der Allgemeinheit zu kommunizieren, zu verbessern.
Die Projektergebnisse werden Module für die Erstausbildung
und Weiterbildung von Lehrkräften sein, die in die unterschiedlichen
nationalen Bildungssystemen zu integrieren sind, basierend auf
den besten praktischen Ergebnissen aus dem TSP-Projekt. Die
Arbeit bei TSP ist als ein fortlaufender, iterativer Prozess
für die Dauer von drei Jahren angelegt gewesen. Die Lernprozesse
und die Ergebnisse des Lernens wurden dabei mit qualitativen
und quantitativen Methoden evaluiert.
Hintergrund des Vorhabens
In Anbetracht der Komplexität des Lebens in einer wissenschafts-
und technikorientierten Welt wird es immer entscheidender, dass
Schüler als zukünftige Staatsbürger in der Lage
sind, Wissenschaft zu verstehen und mit einer sich schnell verändernden
Welt umgehen zu können. Alleiniges Faktenwissen ist hierfür
nicht mehr ausreichend. Vielmehr erfordert das Verstehen der
Naturwissenschaften komplexe kognitive Fähigkeiten der
Individuen. In der Bildungsforschung zur Didaktik der Naturwissenschaften
werden sie als Befähigung zu kritischem und reflektiertem
Denken identifiziert, das auf einem ergebnisorientierten, rationalen
und logischen Denken beruht und zu einer persönlichen Entscheidung
führt. Internationale Vergleichsstudien wie z.B. PISA 2000
zeigten jedoch, dass solche höheren kognitiven Kompetenzen
bei den Schülern in den meisten europäischen Ländern
eher durchschnittlich oder unterdurchschnittlich ausgebildet
waren.
Um Schulabgänger auf eine Rolle als aktive und verantwortungsbewusste
Bürger vorzubereiten, sollten Schülern aktivierende
Lernaufgaben angeboten werden, die eine breite Spanne an Möglichkeiten
bieten, in lebensnahen Situationen Entscheidungen zu treffen,
zu handeln und zu bewerten. Traditionelle Methoden der Lehrerausbildung
waren nicht sehr effektiv darin, Lehrkräfte auf einen entsprechenden
Wandel in der Lehrmethodik vorzubereiten. Um die Qualität
von Lehr- und Lernprozessen zu verbessern, konzentriert sich
daher das TSP-Projekt auf die Weiterbildung von Lehrkräften.
Die Zielsetzung ist, Lehraktivitäten der Lehrkräfte
in Lernaktivitäten der Schüler zu wandeln. Dieser
Prozess wird als Weiterbildung im Beruf organisiert, um ihn
für Schüler und Lehrkräfte in den verschiedenen
europäischen Ländern bedeutungsvoll zu machen.
Lehrer und Schüler können sich an einem europäischen
Netzwerk von Wissenschaftlern, die an der Problematik des Klimawandels
arbeiten, beteiligt werden. Sie haben die Möglichkeit,
authentische Lernsituationen außerhalb ihres Klassenzimmers
in einem Forschungsfeld zu erleben und bekommen so eine Chance,
ihr Verständnis für Naturwissenschaften durch die
Teilnahme an echten Forschungsvorhaben zu entwickeln. Parallel
dazu werden für Lehrkräfte berufsbegleitende Weiterbildungskurse
angeboten, in denen sie sich auf eine neue Rolle als Moderatoren
und Helfer beim Aufbau einer naturwissenschaftlichen Bildung
vorbereiten, denn sie werden anschließend das Lernen ihrer
Schüler am externen Lernort einer Wissenschaftseinrichtung
organisieren müssen. Die Problematik des Klimawandels in
Europa und weltweit, beeinflusst durch die Emissionen von Kohlendioxid,
wurde als das gemeinsame Generalthema für alle Teilnehmer
am TSP-Projekt ausgewählt. Die Thematik Klimawandel ist
in den meisten Curricula europäischer Sekundarschulen etabliert,
Projektaktivitäten können deswegen leicht in schulisches
Lernen inkorporiert oder adaptiert werden.
Generelles Ziel und spezifische Zielsetzungen
Das generelle Projektziel ist herauszufinden, wie Lehrer der
Naturwissenschaften darauf vorbereitet werden können, Naturwissenschaften
authentisch, angepasst an die nationalen und lokalen Bedingungen,
zu unterrichten. Im Projekt werden bottom-up-Ansätze konzipiert,
und die besten Verfahren identifiziert, die Lehreraus- und -weiterbildung,
das schulische Lernen und die Schulentwicklung durch innovative
Projekte mit Forschungseinrichtungen zu integrieren. Das Lernen
der Schüler soll verbessert werden, indem sie in praktische
Aufgabenstellungen in einer authentischen Forschungsumgebung
eingebunden werden. Die Lehrmethodik der Lehrkräfte und
die Schaffung innovativer Lernumgebungen stehen im Mittelpunkt.
Außerschulisches Lernen soll auf einer regulären
Basis integriert werden. Dazu gehören die Entwicklung und
Anpassung angemessener Lehrproben sowie entsprechender Unterrichtsmaterialien.
Neuigkeitsgehalt
Das Projekt ist ein innovativer systemischer Ansatz zum Lehren
und Lernen der Naturwissenschaften und zur Weiterbildung von
Lehrern. Es fokussiert darauf, die Fähigkeiten der Lehrer,
authentisches außerschulisches Lernen als ein Mittel für
die Verbesserung der individuellen Lernprozesse von Schülern
einzusetzen. Gleichzeitig sollen die Fähigkeiten von Wissenschaftlern
mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren verbessert werden.
Es wird als eine professionelle Partnerschaft zwischen Lehrerbildung,
naturwissenschaftlicher Forschung und Schulen organisiert und
durchgeführt und beginnt von den Bedürfnissen der
Lehrer und Schüler ausgehend. Ein besonderer Vorteil, aber
zugleich auch eine Herausforderung dieses Projektes, ist die
enge Verbindung mit zwei großen europäischen Forschungsprojekten
zum Klimawandel. Es handelt sich um die Projekte CarboEurope
und CarboOcean. Mehr als 100 Institute aus 17 Ländern arbeiten
hier zusammen, um den Kohlendioxidkreislauf über dem Kontinent
und im Meer zu untersuchen. Als Teil ihrer vertraglichen Verpflichtungen
haben diese in einem FP6-Projekt zusammengefassten Forschungseinrichtungen
bereits gemeinsam die CarboSchools Initiative ins Leben gerufen.
CarboSchools wirbt für Partnerschaften zwischen Experten
zum Klimawandel, Lehrer an weiterführenden Schulen und
deren Schüler, um das Bewusstsein junger Menschen für
die lokalen und globalen Folgen des Klimawandels zu schärfen,
sie zu ermutigen, sich mit Forschungsergebnissen dazu zu beschäftigen
und lokal daran mitzuarbeiten, Emissionen von Treibhausgasen
zu reduzieren.
Das FP6-Budget von CarboSchools beschränkt sich auf die
Entwicklung von Unterrichtsmaterialien und das Training von
Experten zum Klimawandel, es hat jedoch keine Mittel für
die Weiterbildung von Lehrern. TSP als Comenius-Projekt wird
diesbezüglich ergänzte Mittel bereitstellen, die den
Bedarf in der Weiterbildung decken, der entsteht, wenn sich
Lehrer in TSP-Partnership Projekten beginnen zu engagieren.
In dem Sinn ein europäisches Netzwerk von Schulen und wissenschaftlichen
Institutionen eingebunden werden, werden Lehrer und Schüler
befähigt sein, die unterschiedlichen gesellschaftlichen
Perspektiven, die sich aus wissenschaftlicher Forschung ergeben,
zu erkennen. Lehrer und Schüler nehmen aktiv an den Entscheidungsfindungsprozessen
der Forscher Teil, die sich auf die Frage beziehen: Wie sollen
wir mit dem globalen Klimawandel umgehen? Lokal und global?
Und im Anschluss an die Klärung solcher Fragestellungen
müssen auch Ergebnisse veröffentlicht werden.
Pädagogische und Didaktische Ansätze
Das Lehren und Lernen wird anhand anerkannter Richtlinien zum
Lebenslangen Lernen, wie z.B. von Sterling im Jahre 2000 ausgedrückt,
organisiert:
kontextgebunden (in Verbindung mit dem realen Leben,
insbesondere im Zusammenhang mit der Frage der Nachhaltigkeit)
ganzheitlich (bezieht sich auf die Lernbedürfnisse
von Individuen insgesamt bzw. Gruppen)
fächerverbindend (mit Betonung auf neuen Querverbindungen
zwischen den Fächern)
befähigend (als engagierter Prozess und aktiver
Teilnahme)
innovativ (Inspiration wird aus neuen Denkweisen und
Methoden in den verschiedenen pädagogischen Bereichen gezogen).
Die direkte Beteiligung an Arbeiten in Forschungseinrichtungen
wird die Grundlage jedes TSP-Projektes sein und kann nicht durch
einen einmaligen Besuch eines Forschers in der Schule, der über
Wissenschaft redet, ersetzt werden.
Zielgruppen und erwartete Auswirkungen
Die Zielgruppen sind Lehrer von Naturwissenschaften, sowohl
in der Erstausbildung als auch in der Weiterbildung, deren Schüler
und Wissenschaftler.
Der Nutzen für Lehrer wird sein:
Die Bedeutung von und die Qualität des naturwissenschaftlichen
Unterrichtes wird durch die Einbindung von authentischem Lernen
in Forschungseinrichtungen erhöht. Sie lernen mehr über
Forschungsprozesse und wissenschaftliche Methoden, können
originale Forschungsdaten auswerten, ihr Fachwissen auffrischen
und Verbindungen zwischen dem Lehrplan und gesellschaftlich
wichtigen Themen stärken. Sie bekommen Zugang zu Experimenten
und Demonstrationsmöglichkeiten, die im Klassenzimmer nicht
möglich wären. Es gelangt frischer Wind in die Klassenzimmer,
denn Wissenschaftler haben bei Schüler einen anderen Status
als "gewöhnliche" Lehrer. Die Motivation von
Schülern im naturwissenschaftlichen Unterricht wird verbessert,
es wird Leben in die trockene Theorie der Lehrbücher gebracht.
Auf diese Weise können Lehrer die Anforderungen
der neuen Lehrpläne im Hinblick auf z.B. fächerverbindendes
Arbeiten, Projektarbeit erfüllen; sie gewinnen an Erfahrung
in interdisziplinärer Gruppenarbeit mit anderen Lehrern.
Durch die europäische Kooperation lernen sie von Lehrern
anderer Länder und bringen ihre Schüler dazu, Fremdsprachen
im Rahmen einer realen Kommunikationssituation zu lernen und
anzuwenden.
Der Nutzen für Schüler wird sein:
Das Verständnis für wissenschaftliche Forschung
entdecken und verbessern, wissenschaftliche Methoden und Ergebnisse
durch die Durchführung konkreter Projektarbeit kennen lernen,
die dem Problem des globalen Klimawandels gewidmet sind.
Der Nutzen für Wissenschaftler wird sein:
Die Kommunikationsfähigkeit bezüglich einer
spezifischen Zielgruppe (hier speziell junge Menschen) mit Hilfe
von Lehrkräften zu verbessern. Sie lernen über die
Spontaneität von Schülern den Schlüssel zu Fragen
normaler Menschen zu finden. Sie unterstützen einen Prozess,
in dem junge Leute nicht nur zu Nutznießern eines Informationsaustausches
werden, sondern auch zu Vermittlern für die breite Öffentlichkeit,
an die sie das Gelernte weitergeben.
Dauer
01.10.2006 - 30.09.2009
Literatur
[1] Zoller, U. (2000). HOCS in the STES Context - An Imperative
for the Disciplinarity-Transdisciplinarity Paradigm Shift.
In: R.Häberli, R.W.Scholz, A.Bill, & M.Welti (Hrsg.),
Transdisciplinarity: Joint Problem-Solving among Science, Technology
and Society. Work-book II: Mutual Learning Sessions. (S.143-144).
Zürich: Haffmans Sachbuch Verlag.
[2]
Sterling, S. (2000). Issues within and challenges beyond environmental
education. In: European Commission - Directorate-General for
Environment (Eds.), Environmental education and training in
Europe. Brussels, 3 and 4 May 1999 Conference proceedings. (S.61-69).
Luxembourg: Office for Official Publications of the European
Communities.