Forschungsprojekt: tech.kom
Technische Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern
Ausgangspunkt
Aktuelle Untersuchungen zur sog. Ausbildungsfähigkeit von Absolventen der allgemeinbildenden Schulen zeigen widersprüchliche Resultate. So werden auf der einen Seite fehlende Kenntnisse und Fähigkeiten in Deutsch und Mathematik und Schwierigkeiten bei der Auswahl geeigneter Bewerber beklagt, auf der anderen Seite können aber spezifische technische Fähigkeiten von Schülern, die das Fach Technik besucht haben, belegt werden. Es steht zu befürchten, dass die Akteure der beruflichen Bildung durch ihren Fokus auf kognitive Fähigkeiten und Noten in den Fächern Mathematik und Deutsch vorhandene Kompetenzen ihrer Bewerber nicht richtig wahrnehmen und diese möglicherweise deswegen ablehnen. Aber auch wenn die Bewerber nicht abgelehnt werden, sondern in den Bereich der beruflichen Bildung vordringen, kann das Ignorieren bereits vorhandener Kompetenzen mit dazu beitragen, dass Jugendliche ihre Ausbildung nicht beenden. Auch diese Gruppe wird der relativ hohen Zahl von Ausbildungsabbrechern zugeordnet (Berufsbildungsbericht 2006, S. 135). Vor diesem Hintergrund soll ein Instrument zur Feststellung technischer Kompetenzen entwickelt und erprobt werden.
Kurzbeschreibung
Die Diskussion über den Kompetenzerwerb an allgemeinbildenden Schulen hat auch zu Ausarbeitungen von Standards und Niveaubeschreibungen für den technischen Unterricht geführt. Mit den „VDI-Standards zur technischen Bildung“ und den „Standards for technological literacy der International Technology Education Association“ wurden erste Entwürfe hierzu veröffentlicht. Diese Definitionen sollen geprüft und in eine geeignete Grundstruktur zur Entwicklung eines Tests übertragen werden.
Methode
Anknüpfend an die Erfahrungen aus der Kompetenzmessung anderer Fachbereiche (PISA, TIMSS oder Evaluationsaufgaben im berufspädagogischen Bereich) soll ein Test zur Erfassung technischer Kompetenzen entwickelt werden. Insbesondere muss hierbei die besondere Fachspezifik berücksichtigt werden, da beispielsweise nicht nur kognitive Fähigkeiten technischer Kompetenz zugeordnet werden.
Im Sinne einer Triangulation werden verschiedene Methoden der qualitativen Sozialforschung so aufeinander abgestimmt, dass möglichst belastbare Aussagen zur technischen Kompetenz der untersuchten Personen getroffen werden können. Drei Kompetenzbereiche stellen dabei einen Schwerpunkt: Technik nutzen, Technik bewerten und Technik konstruieren.
Ziel ist es am Ende ein Testwerkzeug zu erhalten, welches unabhängig von den Gegebenheiten vor Ort (an der Schule) eingesetzt werden kann. In dieser Form wäre der „tech.kom“-Test zum einen ein Indikator für technische Kompetenz, ein Mittel zur Evaluation allgemeinbildenden Unterrichts. Auch können die Ergebnisse als Diskussionsgrundlage für eine bessere Gestaltung des Übergangs zwischen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen genutzt werden.
Kontakt
Projektleiter
ProjektmitarbeiterIn
abgeord. RL'in Saskia Gensow
Stud. paed. Johannes Meyer
Stud. paed Kerstin Pawlak
Stud. paed Swanje Dirks
Stud. paed Zarah Held
Anmerkungen: Stand: 2. Juli 2011
PISA (Programme for International Student Assessment)
SPSS (Statistical Package for the Social Sciences)
TIMSS (Third International Mathematics and Science Study)
VDI (Verein Deutscher Ingenieure e.V.)

