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Reinold Funke |
Forschungsprojekt "Verarbeitungsqualität beim Lesen" | |
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Prozessnahe
Indikatoren der Verarbeitungsqualität beim Lesen Leseverstehenstests stützen sich in der Regel auf Antworten, welche Probanden auf Fragen zu einem ihnen vorgelegten Text geben. Sie erfassen damit das ‚Ergebnis‘ von Lesevorgängen, nicht aber diese Vorgänge selbst. Diese können sich jedoch – unabhängig von ihrem ‚Ergebnis‘ – bei verschiedenen Lesern hinsichtlich der Zugänglichkeit der der ‚Konturierung‘, welche das Gelesene erhält, unterscheiden. Das gilt beispielsweise unter folgenden Aspekten: - Zuweisung intonatorischer Merkmale, - Kennzeichnung von Thema-Rhema-Strukturen, - Markierung syntaktischer Strukturen, - Hervorhebung semantischer Kontraste Die Konturierung des Gelesenen unter den genannten Aspekten bezieht sich auf kleine sprachliche Einheiten, in der Regel solche der Satzebene. Ob sie stattgefunden hat oder nicht, muss nicht zwangsläufig im globalen Verstehen des ganzen Textes Niederschlag finden. Es dürfte aber ausschlaggebend dafür sein, wie viel Information beim Lesen neben der führenden Information, die zum Aufbau eines globalen Textverstehens genutzt wird, zugänglich wird. Im Blick darauf wird das Vorhandensein oder Ausbleiben solcher Konturierungen im Folgenden als Verarbeitungsqualität beim Lesen bezeichnet. Die Verarbeitungsqualität beim Lesen kann nur mit prozessnahen Maßen, nicht mit prozessfernen Leseverstehenstests, erfasst werden. Ziel des vorliegenden Projekts ist es, ein empirisches Verfahren zur Ermittlung der Ausprägung dieser Verarbeitungsqualität zu entwickeln und zu erproben. R. Funke, 28.07.2011 | |