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Das literarische Unterrichtsgespräch- Stand der Forschung - |
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Ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum literarischen Unterrichtsgesprächs zeigt, dass die Erörterung der Möglichkeiten und Grenzen des literarischen Unterrichtsgesprächs an die zentralen Fragestellungen der Vermittlung von Literatur und ihrer Interpretation rührt. Während seit den achtziger Jahren die handlungs- und produktionsorientierten Methoden stark im Vordergrund stehen und von einigen ihrer Vertreter sogar als "Paradigmenwechsel" in der Literaturdidaktik verstanden werden, wächst seit Mitte der neunziger Jahre auch die Einsicht, dass die einseitige Festlegung auf diese Verfahren dem Charakter literarischer Texte - insbesondere solcher von hohem poetischen und ästhetischem Wert - nicht angemessen ist. Auch wenn man dem aus Hubert Ivos Ansatz abzuleitenden Postulat vom literarischen Unterrichtsgespräch als dem einzigem seinem Gegenstand angemessenen literaturdidaktischen Verfahren so ausschließlich nicht nachvollziehen muss, bleibt dennoch unabweisbar, dass es am ehesten unserer kulturellen Tradition entspricht, sich mit literarischen Gegenständen entweder in rein innerlicher Auseinandersetzung oder in kommunikativen Formen zu befassen. Außerdem ist festzustellen, dass ein großer Teil des Literaturunterrichts nach wie vor in Form des Gesprächs über literarische Texte stattfindet, während Forschungen zum literarischen Unterrichtsgespräch und dessen Didaktik noch immer nur einen kleinen Raum einnehmen (vgl. Paefgen 1999). Am Verfahren des literarischen Unterrichtsgesprächs wurde und wird vor allem kritisiert, dass mit ihm nur ohnehin lesefreudige Kinder angesprochen und langsame und schwächere Schüler ausgeschlossen werden (Haas 1984 bezeichnet es aus diesem Grund als "elitär"), dass es einseitig kognitiv ausgerichtet sei (Haas 1984) und dass ein echtes Gespräch über literarische Texte, in dem eine gemeinsame Annäherung an den Textsinn stattfindet, im institutionellen Kontext der Regelschule nicht zu verwirklichen sei. Zu dieser Auffassung trägt allerdings auch der Tatbestand bei, dass sich in der Tradition des Literaturunterrichts eine Form des Unterrichtsgesprächs etabliert, die eher einem frage-gelenkten Ritual als einem wirklichen Gespräch entspricht, dennoch aber mit dem Terminus "Unterrichtsgespräch" bezeichnet wird. Aus dieser Tatsache lassen sich sowohl die bestehenden Begriffsverwirrungen als auch die vehementen Vorurteile gegen das literarische Gespräch erklären. |
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