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Projektbeschreibung

 

 

 

 

 

 

 

 

Verantwortlich:
Gerhard Härle

Design:
Johannes Mayer

Das literarische Unterrichtsgespräch

- Kurzdarstellung -

In der literaturdidaktischen Entwicklung der letzten 20 Jahre standen überwiegend die handlungs- und produktionsorientierten Verfahren im Vordergrund. Allerdings weisen Erhebungen darauf hin, dass ein großer Teil des Literaturunterrichts nach wie vor in Form des Gesprächs über literarische Texte stattfindet, wobei es bislang kaum spezifische Untersuchungen zum literarischen Unterrichtsgespräch, dessen didaktischer Zielsetzung und methodischer Aufbereitung gibt. Von seinen Kritikern wird der traditionsreiche, durch erhebliche Anwendungsmängel aber diskreditierte Ansatz des Unterrichtsgesprächs über Literatur immer wieder als einseitig kognitiv ausgerichtet, demotivierend und sozial diskriminierend abqualifiziert. Seit Mitte der neunziger Jahre ziehen jedoch im Rahmen der literarästhetischen Diskussion und neuerdings auch auf der Grundlage der PISA-Studie wieder stärker die Leistungen dieses Ansatzes die Aufmerksamkeit der Literaturdidaktik auf sich, wobei sich zeigt, dass die entsprechende Ausbildung an den Hochschulen und die Anwendung im Unterrichtsalltag erhebliche Probleme mit sich bringen. Die komplexe, sich weitgehend der Standardisierung und Operationalisierung entziehende Form eines Gesprächs, das gleichermaßen dem literarischen Verstehen wie der zwischenmenschlichen Kommunikation verpflichtet ist, fordert Kompetenzen seitens der Lehrenden, die nicht als Wissen vermittelt, sondern nur als Kompetenzen erworben werden können.

Das Forschungsprojekt setzt an theoretischen und empirischen Desideraten an. Es hat auf der Basis einschlägiger Vorarbeiten begonnen, einerseits die theoretischen Grundlagen zu vertiefen und andererseits in geeigneten Lehr-Lern-Arrangements an der Hochschule die Fähigkeiten zur Planung, Durchführung, Leitung und Auswertung von literarischen Unterrichtsgesprächen zu fördern und diese in der schulischen Unterrichtspraxis weiterzuführen. Dabei werden unter anderem anhand von Gesprächstranskripten geeignete Kriterien zur Leitung und zur Beobachtung und Beschreibung literarischer Gespräche entwickelt.