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Hinweise auf meine aktuellen Vorlesungsangebote und ihre Kommentierung finden Sie auf der Homepage der Fachrichtung Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik.




 

!!! Hinweis auf Neuerscheinung !!!

 

A. Dietzel, Anja Gutjahr & M. Hintermair (2011). Warum nicht zuschlagen?! Analysen aggressiv-dissozialer Auffälligkeiten hörgeschädigter Jugendlicher aus der Sicht von Betroffenen und Fachleuten. Heidelberg: Median-Verlag. (ISBN 978-3-941146-23-5). 32.80 Euro.

Das vorliegende Buch befasst sich mit der Lebenssituation von hörgeschädigten Jugendlichen, die im schulischen Alltag durch aggressiv-dissoziales Verhalten (verbale und körperliche Gewaltanwendung, Mobbing etc.) auffällig geworden sind.


Dass Probleme in der sozial-emotionalen Entwicklung bei hörgeschädigten Kindern auftreten können, ist hinlänglich bekannt: Ein eingeschränktes Hörvermögen in einer vornehmlich hörenden Welt kann die kommunikative Beziehungsgestaltung und in der Folge davon Entwicklungsprozesse in vielfältiger Weise beeinflussen, dies vor allem dann, wenn zwischen einem hörendem und einem hörgeschädigtem Interaktionspartner kein für beide Seiten befriedigendes Gespräch stattfindet. Nicht-Verstehen kann dazu führen, dass das konstruktive Lösen von Problemen und Konflikten schwierig wird und andere Wege eingeschlagen werden (z. B. körperliches Ausagieren usw.).


Aber was sind mögliche weitere Faktoren, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen? Was sind konkrete Auslöser für aggressive Verhaltensweisen von hörgeschädigten Jugendlichen? Wie beschreiben Jugendliche ihr Verhalten selbst, und welche Hilfen, welche Unterstützung wünschen sie sich von Seiten ihrer Lehrer?


Das vorliegende Buch möchte darauf Antworten geben. Grundlage hierfür sind u.a. Interviews mit 27 hörgeschädigten Jugendlichen sowie mit ihren Lehrkräften, die Einblicke gewähren in ihre Lebenssituation, ihre Erfahrungen, Einschätzungen und Bewertungen im Zusammenhang mit ihren aggressiven Verhaltensweisen. Die Interviews bieten äußerst informative und facettenreiche Erkenntnisse, die durch die Ergebnisse einer Befragung an deutschen Schulen für Hörgeschädigte, der Vorstellung und Evaluierung eines Anti-Gewalt-Trainings sowie konkreten Vorschlägen zur Prävention und Intervention für den schulischen Alltag abgerundet werden.


Das Buch soll einen Beitrag für ein vertieftes Verständnis der Situation hörgeschädigter Kinder und Jugendlicher leisten.

 

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Auszeichnung für barrierefreies Informationsportal
Erster Preis des Südwestfalen-Award 2010 für ein Projekt der Pädagogischen Hochschule

Das Internetportal www.imhplus.de wurde mit dem ersten Preis des Südwestfalen-Award 2010 ausgezeichnet als beste Website in der Kategorie „Non profit“, für die insgesamt 86 Bewerbungen vorlagen. imhplus steht für „Information für gehörlose und schwerhörige Menschen mit zusätzlichen Handicaps“. Der Preis wurde von den Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hagen und Siegen sowie dem Netzwerk Neue Gilde, Netzwerk für Medien und Kommunikation, ausgeschrieben.


imhplus ist ein Projekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg unter Leitung von Prof. Dr. Manfred Hintermair in Kooperation mit dem Forschungsinstitut Technologie und Behinderung unter Leitung von Prof. Dr. Christian Bühler, gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.


Inhalte des Portals
Ziel des Projektes ist der Aufbau eines barrierefreien Internetportals für schwerhörige und gehörlose Menschen mit zusätzlichen Handicaps, ihre Familien und Fachleute, um sich umfassend über unterschiedliche Aspekte zur „Teilhabe an der Arbeitswelt“ informieren zu können. Die Inhalte sind in 6 Themenbereiche gegliedert:

  1. Kommunikation und Teilhabe
  2. Schule
  3. Weg zum Beruf und Ausbildung
  4. Arbeit und Arbeitslosigkeit
  5. Umschulung und Weiterbildung
  6. grundlegende Projektthemen wie Barrierefreiheit oder Behinderung.

Unter allen Beiträgen können die Nutzer einen Kommentar zu den Inhalten abgeben.
Im Service-Bereich können sie nach Bildungsangeboten und Beratungsmöglichkeiten suchen und erhalten eine Liste mit Einrichtungen. Sie erfahren, ob diese Einrichtungen spezialisiert sind auf bestimmte Behinderungsarten und welche technischen sowie personellen Unterstützungen vorhanden sind. Die Nutzer können Adressen nur in Wohnortnähe oder bundesweit suchen.


Ein weiterer Service sind Nachrichten, zum Beispiel über aktuelle Gesetzesregelungen, und Kurzfassungen von für die Zielgruppen interessanten wissenschaftlichen Beiträgen.
Aktuell wird das Portal ergänzt um Informationen über Werkstätten für behinderte Menschen, die auf Menschen mit einer Hörbehinderung und zusätzlichen Handicaps eingerichtet sind.


Barrierefreiheit
Das barrierefreie Portal bietet Inhalte in 3 Sprachsystemen: in verständlicher Sprache, in Gebärdensprache und in leichter Sprache. Die leichte Sprache ermöglicht auch Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung, sich selbstständig über berufs- und arbeitsrelevante Themen zu Informieren. Die Nutzer können jederzeit zwischen den einzelnen Sprachsystemen wechseln. Für sehbehinderte Menschen sind die Farbkontrastwerte angepasst, alle Grafiken oder Bilder sind mit Texten unterlegt, die Anpassung der Schriftgröße ist selbstverständlich.


Die Nutzerfreundlichkeit wird unterstützt durch eine Suchfunktion, Glossar, Breadcrump, Sitemap und eindeutige Linkbezeichnungen.

>> www.imhplus.de

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!!! Hinweis auf weitere Buchpublikationen !!!

 

C. Tsirigotis & M. Hintermair (Hrsg.) (2010). Die Stimme(n) von Betroffenen. E,powerment und Ressourcenorientierung aus der Sicht von Eltern hörgeschädigter Kinder und von erwachsenen menschen mit einer Hörschädigung. Heidelberg: Median-Verlag. (ISBN 978-3-941146-08-2). 26.- Euro.

Die Stimme(n) der Betroffenen…

In diesem Buch kommen erwachsene Schwerhörige und Gehörlose sowie Eltern hörgeschädigter Kinder zu Wort. Sie erzählen in ihren Geschichten, wie sie mit der Herauforderung ihrer Hörschädigung oder der ihrer Kinder umgegangen sind, was sie als belastend erlebt haben und was sie stark gemacht hat. Berührend und spannend zugleich ist in jeder dieser Geschichten der Prozess, wie es gelingen kann, angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Fach(leute)meinungen (die zuweilen die eigene Meinung, die „Stimme“ rauben) wieder zum Experten für das eigene Leben zu werden und dafür zu sorgen, wahrgenommen zu werden.

…Empowerment und Ressourcenorientierung aus der Sicht von Eltern hörgeschädigter Kindern und erwachsenen Menschen mit einer Hörschädigung…

Die Stimme(n) der Betroffen ist ein Buch, das nicht nur Hörgeschädigten und ihren Angehörigen Mut macht. Es ist auch ein Buch, das sich an die Vielzahl von Professionen richtet, die mit hörgeschädigten Menschen zu tun haben. Es weist den Weg zum Empowerment, in dem es durch die Stimme(n) der Betroffenen aufzeigt, was zu Partizipation und gesellschaftlicher Teilhabe notwendig ist: Das fängt mit ernstnehmen und respektieren an und hört bei Orientierung an Stärken und Kompetenzen nicht auf …

Mit Beiträgen von

Petra Blochius, Heike Flachskampf, Ines Helke, Manfred Hintermair, Achim Keßler, Anja Kutrowatz, Lutz Pepping, Brigitte Pointner, Arzu Porsuk, Karin Scheidgen, Maria Schleimer-Plechl, Anna Stangl, Cornelia Tsirigotis

 

 

Inhalte und Autoren

„Der große Weg ist sehr einfach, aber die Menschen lieben die Umwege“ – und sie    brauchen gute Landkarten dafür! (Cornelia Tsirigotis und Manfred Hintermair)

Die Stimme(n) von Betroffenen ernst nehmen – (k)eine Selbstverständlichkeit?!?! (Manfred Hintermair und Cornelia Tsirigotis)

Geschichten von Eltern hörgeschädigter Kinder

Wenn das Herz voll ist mit Liebe, hat nichts anderes (negatives) Platz (Brigitte Pointner)

Lukas, hörgeschädigt – aber total normal (Achim Keßler)

Ich vertraue auf Yusuf (Arzu Porsuk)

Zwei Behinderungen – doppelt behindert? (Maria Schleimer-Plechl)

Immer kämpfen wie eine Löwin … (Heike Flachskampf)

Auf dem Weg …(Karin Scheidgen)

… und mit den Flügeln der Zeit, ist die Traurigkeit davongeflogen (Anja Kutrowatz)

Geschichten von erwachsenen Menschen mit einer Hörschädigung

Über drei Brücken musste ich gehen (Petra Blochius)

Hörbehinderung – eine Lebensherausforderung (Anna Stangl)

Mit bunten Hörgeräten durchs Leben (Ines Helke)

Empowerment = Kontakte + Inspiration + Netzwerkarbeit (Lutz Pepping)

Was uns die Geschichten von Betroffenen erzählen – zusammenfassende Analysen und abschließende Gedanken

Was wir lernen können, wenn wir den Geschichten von Betroffenen zuhören –Inhaltsanalytische Betrachtungen der Empowermentgeschichten (Manfred Hintermair und Cornelia Tsirigotis)

Was uns beim Lesen bewegte – Nachbetrachtungen (Cornelia Tsirigotis und Manfred Hintermair)

 

 

Das Buch "Was bedeutet es, schwerhörig zu sein" (Hrsg. Jörn Draheim & Manfred Hintermair) ist aufgrund der großen Nachfrage 2010 in 2. unveränderter Auflage erschienen.

 

J. Draheim & M. Hintermair (2009). "Was bedeutet es, schwerhörig zu sein?" Eine Reise in die Erfahrungswelt schwerhöriger Menschen auf der Basis autobiografischer Texte. Ein Lesebuch. Heidelberg: Median-Verlag. (ISBN 978-3-941146-02-0). 19.60 Euro.

Im Zuge eines zunehmenden Verständnisses psychosozialer Arbeit aus einer Empowermentperspektive heraus bekommt die konkrete Erfahrungswelt Betroffener einen äußerst bedeutsamen Stellenwert in vieler Hinsicht. Einzutauchen in diese Erfahrungswelt ist besonders wichtig, weil es den Betroffenen ihre Stimme gibt und damit »Definitionsmacht« über ihre Angelegenheiten. Es bietet aber auch gut hörenden Menschen die Chance, sozusagen aus erster Hand zu erfahren, was »schwerhörig sein« bedeutet. Sie bekommen dadurch wichtige Impulse für die Beziehungsgestaltung mit schwerhörigen Menschen, sei es in der Frühförderung, in der Familie, in der Schule, im Beruf oder im Alltag.


Mit dem hier vorgelegten Büchlein wurde der Versuch unternommen, sich auf die Spur der Erfahrungen schwerhöriger Menschen zu begeben und ihre Erfahrungen aus ihrer Sicht aufzubereiten und verfügbar zu machen. Damit soll ein Mosaikstein zu einem vertieften Verständnis der Situation schwerhöriger Menschen bereit gestellt werden.


Auf dieser »Reise in die Welt der Schwerhörigkeit« konnten auf der Basis von Dokumenten Selbstbetroffener insgesamt zehn Erfahrungsbereiche als besonders bedeutsam herausgearbeitet werden (z. B. wie Hören erlebt wird, was Technik kann (und nicht kann), welche Fragen sich für das Selbstwerterleben ergeben, wie Erfahrungen in Familie, Schule, Beruf und im Kreise Gleichbetroffener aussehen etc.).

 

 

 

M. Hintermair & C. Tsirigotis (Hrsg.) (2008). Wege zu Empowerment und Ressourcenorientierung in der Zusammenarbeit mit hörgeschädigten Menschen. Heidelberg: Median-Verlag. (ISBN 978-3-922766-98-8). 26.- Euro.

Empowerment - darunter verstehen wir Konzeptionen und Arbeitsansätze in der psychosozialen Praxis, die Menschen zur Entdeckung der eigenen Stärken ermutigen und sie bei der Aneignung von Selbstbestimmung und Lebensautonomie begleiten. Ressourcenorientierung steht dabei als zentrales handlungsleitendes Prinzip von Empowerment.

Die Autorinnen und Autoren dieses Buch beschreiben, auf welch vielfältige Weise es in der Arbeit mit hörgeschädigten Menschen möglich ist, diese bei der Entfaltung ihrer Ressourcen und persönlichen Stärken zu unterstützen. Insgesamt 18 facettenreiche Beiträge aus Schule, Beratung und Therapie zeigen sehr unterschiedliche Möglichkeiten, wie die konzeptionellen Orientierungen von Empowerment und Ressourcenorientierung in die Praxis umgesetzt werden können.
Mit diesem Buch werden kreative Impulse gesetzt, die "Wege zu Empowerment" noch vielfältiger und gangbarer zu machen.

"Die Empowermentperspektive enthält die Chance, die Zusammenarbeit von hörgeschädigten Menschen und professionellen Pädagogen und Therapeuten auf eine ganze neue Grundlage zu bringen, die eigentlich selbstverständlich sein sollte: Eine Begegnung "auf gleicher Augenhöhe"!" (Heiner Keupp im Geleitwort)


Inhalte und Autoren


Geleitwort (Heiner Keupp)


"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" - Neue Wege brauchen neue Landkarten (Manfred Hintermair und Cornelia Tsirigotis)


Leitmotive Empowerment, Ressourcenorientierung und Partizipation (Manfred Hintermair und Cornelia Tsirigotis)


Für's Leben stark - Ressourcenorientierung in Beratung und Psychotherapie


Identitätsarbeit, psychische Gesundheit und Hörschädigung - Ressourcenorientierung als Hintergrundfolie für entwicklungsförderliche Prozesse bei hörgeschädigten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (Manfred Hintermair)


Empowerment und Ressourcenorientierung unter erschwerten Bedingungen? - Welche professionelle Haltung braucht ressourcenorientierte Alltagspraxis in Frühförderung und Schule? (Cornelia Tsirigotis)


Frühförderung hörgeschädigter Kinder: Video-Home-Training (VHT) als eine Möglichkeit ressourcenorientierten Arbeitens (Silke Beer)


Ressourcenorientiertes Arbeiten in der Psychotherapie mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen (Eszter Jókay)


Namen - Vorbilder - Namensbilder
Erfahrungsbericht über ressourcenorientierte Arbeit mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen im Kontext von Kinder- und Jugendpsychiatrie (Karen Jahn)


Gestalttherapie als ressourcenfokussiertes Verfahren für Hörgeschädigte: Support - die Basis für Entwicklung (Wolfgang Wirth)


Beratung von Fachkräften im Kontext der Arbeit mit mehrfachbehinderten hörgeschädigten Kindern (Gerda Nerb)


Ich sehe, was du sagst - verstehen will ich auch
Eine Schule für Hörgeschädigte mit erhöhtem Migrantenanteil aus dem Blickwinkel von Schulsozialarbeit (Doris Aumüller)


Goldgräber und Schatzsucher: Ressourcen in und um Schule


Bildung macht Kinder stark! - Dialogische Pädagogik als Ressourcenaktivierung und -förderung (Ursula Horsch)


"Den Schätzen auf der Spur" - Ressourcenorientierte Förderung hörgeschädigter Kinder in der Primarstufe (Sandra Meiser-Schwitzgebel)


"So höre ich" - Hörgeschädigte Kinder als Experten für ihre Hörbehinderung. Ein ressourcenförderndes Projekt zur Identitätsarbeit von hörgeschädigten Kindern und ihren Eltern (Katharina Wagner)


"Weil Wochenplanarbeit macht schlau" - Ressourcenorientiertes Arbeiten in der Hörgeschädigtenschule (Saskia Bohl und Nicole Reuß)


Gestaltung von Bildungsangeboten bei mehrfachbehinderten Kindern aus ressourcenorientierter Perspektive (Wolfgang Lamers und Norbert Heinen)


Filmarbeiten an Schulen für Hörgeschädigte (Evelyn Ueding)

Auf dem Weg zur ressourcenorientierten Arbeit in einer Heilpädagogischen Tagesstätte für hör- und sprachgeschädigte Kinder und Jugendliche (Monika Ebert und Trudi Schalkhaußer)


(Fast) Erwachsen - Ressourcen auf dem Weg ins Erwachsenenalter


"Emotionale Tankstellen" - Jugendarbeit von und für Hörgeschädigte (Anja Gutjahr)


"Aufwändig, aber gelingend!" - Alltagsstrategien Hörgeschädigter (Mireille Audeoud und Peter Lienhard)


M. Hintermair (2007). Psychosoziales Wohlbefinden hörgeschädigter Menschen. Zur Bedeutung von kulturellen Orientierungen, psychischen Ressourcen und Kommunikation für das Selbstwertgefühl und die Lebenszufriedenheit hörgeschädigter Menschen. Hamburg: Signum. (ISBN 978-3-936675-19-1). 26.50 Euro.

Das Buch befasst sich mit dem psychosozialen Wohlbefinden erwachsener Menschen mit einer Hörschädigung. Selbstwertgefühl und Lebenszufriedenheit stellen zwei wesentliche Indikatoren hierfür dar. Aus einer identitätstheoretischen Perspektive wird dabei die Ausprägung von Lebenszufriedenheit und Selbstwertgefühl im Kontext kultureller Orientierungen und subjektiv erlebter Zugehörigkeit sowie verfügbarer psychischer Kompetenzen wie Lebensoptimismus, Selbstwirksamkeit und Kohärenzerleben betrachtet. Die Ergebnisse einer hierzu durchgeführten Studie zeigen insbesondere die Bedeutsamkeit psychischer Ressourcen und weisen zugleich darauf hin, das die Entwicklung dieser Kompetenzen in hohem Maße mit guten kommunikativen Entwicklungsbedingungen zusammenhängt.

 

 

M. Hintermair (Hrsg.) (2006). Ethik und Hörschädigung. Reflexionen über das Gelingen von Leben unter erschwerten Bedingungen in unsicheren Zeiten. (ISBN 3-922766-90-0). 87.00 Euro.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht die Menschheit in vielerlei Hinsicht vor großen und umwälzenden Herausforderungen. Angesichts zunehmender Phantasien biotechnischer Machbarkeit von Menschen sowie massiver Verunsicherungen durch gesellschaftliche Veränderungsprozesse rücken Fragen danach, in welcher Welt wir leben wollen und wie wir in dieser Welt leben wollen, wieder verstärkt in den Horizont theoretischer wie praktischer Überlegungen.

Für Menschen mit Behinderungen sind diese Diskussionen besonders wichtig, da sie in besonderem Maße gefährdet sind, von diesen Herausforderungen schneller, intensiver und nachhaltiger tangiert zu werden.

Das vorliegende Buch befasst sich aus einer gezielt ethischen Perspektive mit der Lebenssituation hörgeschädigter Menschen und prüft, was sie für eine zufriedenstellende Lebensführung brauchen. Es ist ein kritischer Gegenentwurf zu einer Vorstellung der biotechnischen und ökonomischen Verfügbarkeit des Menschen, ein Entwurf, der an die beziehungsstiftenden und kulturschaffenden Kräfte des Menschen glaubt und daraus Energien schöpft.

In dem Buch entwerfen zahlreiche nationale und internationale Fachleute aus Wissenschaft und Praxis sowie selbst Betroffene eine facettenreiche Skizze, die aufzeigt, wie Leben unter erschwerten Bedingungen gelingen kann, wenn das nötige Augenmaß für ein Angewiesensein auf Unterstützung und Ausgleich von Benachteiligung einerseits sowie das Sichtbarmachen und Einbringen eigener Stärken der Betroffenen in den sozialen und gesellschaftlichen Aushandlungsprozess andererseits gefunden wird.

 





Inhalte und Autoren:

... mehr als ein Vorwort (Manfred Hintermair)


Wie viel Ethik brauchen wir im 21. Jahrhundert?

Was haben Seismographen, Ethik und (Hör-)Behinderung miteinander zu tun? Einführung und Einladung zu einem ethischen Diskurs (Manfred Hintermair)

Auf dem Weg zu einer Welt ohne Behinderte? Ethische Herausforderungen der
Heilpädagogik durch Eugenik und Biotechnologie (Otto Speck)


Hörgeschädigtenspezifische Grundfragen ethischen Handelns

Hörschädigung und Sprache - Zur Geschichte des pädagogischen Deutungssystems
(Günther List)

Kindlicher Spracherwerb im Spannungsfeld von Laut- und Gebärdensprachen
(Gudula List)

Plädoyer für eine interdisziplinär gemeinsam verantwortete ethische Haltung
gegenüber (hör-)behinderten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien (Emil Kammerer)

Ethische Herausforderungen und interkulturelle Kompetenz in der Arbeit mit Familien hörgeschädigter Kinder aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten (Cornelia Tsirigotis)

Partnerschaften zwischen Gehörlosen und Hörenden - Ethische und kommunikative Betrachtungen (Marilyn Sass-Lehrer und Beth Sonnenstrahl Benedict)

Dolmetschen für hörgeschädigte Menschen - (Bildungs-)Teilhabe voll ermöglicht? (Tobias Haug und Elvira Vega Lechermann)

Leben mit einer Hörschädigung in einer Mediengesellschaft - eine ethische Herausforderung? (Bernd Rehling)

Forschung im Kontext von Hörschädigung unter ethischen Gesichtspunkten - Darstellung und Rollen, Rechte und Verantwortung (John A. Albertini)


Ethische Herausforderungen in verschiedenen Lebensbereichen und Lebensphasen hörgeschädigter Menschen

"Was Du nicht willst, das man dir tut ..." Gedanken zur Erziehung hörgeschädigter Kinder aus einer ethischen Perspektive (Barbara Galic)

Den Alltag von Familien hörgeschädigter Kinder verstehen - Auftrag, Herausforderung und Chance für eine gesundheitsförderliche Lebensführung (Manfred Hintermair)

"Wir Psychologen können alles und verraten nichts!" Ethische Grundsätze in der therapeutischen Arbeit mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen (Eszter Jókay)

Von guten Absichten zu guten Taten - Ethische Herausforderungen in der Arbeit mit mehrfachbehinderten hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen (Inge Lobischer-Hauken und Michael Pasemann)

Mit Kompass und Karte zur Integration hörgeschädigter Menschen ins Arbeitsleben (Katharina Schulz)

Hilfe, Selbsthilfe, Vielfalt: Rette sich wer kann? - Ethische Aspekte der Rehabilitation und Psychotherapie bei erwachsenen Hörgeschädigten (Wolfgang Wirth)

"Suchet der Stadt Bestes" (Jer 29, 4-7) - Blicke in kirchliche Praxis (Bergild Gensch)

Gehörlose Menschen im Alter - Zwischen Autonomie und Fürsorge (Thomas Kaul)


Perspektiven Betroffener

Als Gehörloser die Welt sehen - fehlt da etwas? (Simon Kollien)

High Tech im Kopf - Ist das Cochlea-Implantat (noch) ein ethisches Thema? (Ute Jung)

Vom Annehmen des Verschieden-Seins (Renate Welter)

Anders zu sein ist normal - Gedanken einer Mutter (Uta Kapp)


Epilog

Ethik und Hörschädigung im 21. Jahrhundert - Forschung, Pädagogik und Politik (Marc Marschark, Cathy Rhoten und Megan Fabich)



Weitere Buchtipps:

M. Hintermair (2005). Familie, kindliche Entwicklung und Hörschädigung. Heidelberg: Edition Schindele. (ISBN 3-8253-8325-3). 20.00 Euro.

In dem vorliegenden Buch wird die Situation von hörgeschädigten Kindern und ihren Familien aus einer empowerment-, ressourcen- und bedürfnisorientierten Perspektive diskutiert.
Es wird dabei theoretisch und empirisch aufgezeigt, dass sowohl die psychische Situation der Eltern als auch die sozial-emotionale Entwicklung der hörgeschädigten Kinder in hohem Maße von einem pädagogisch-therapeutischen Vorgehen profitiert, das vor allem die Aktivierung von Ressourcen für die betroffenen Familien und nicht sprachdidaktische Modelle in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellt.
Aus den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich eine Vielzahl von Empfehlungen für eine gesundheitsförderliche und Lebensqualität optimierende pädagogische Praxis ableiten.






M. Hintermair & G. Hülser (2004). Familien mit mehrfachbehinderten hörgeschädigten Kidnern. Eine Analyse aus der Sicht betroffener Eltern. Heidelberg: Median-Verlag (ISBN 3-922766-85-4). 23.00 Euro.

Lebensdienliche Beratungs- und Förderkonzepte für Familien mit behinderten Kindern im Sinne von "Empowerment" lassen sich nur unter expliziter Berücksichtigung von Erfahrungen und Bedürfnissen Betroffener gestalten.
In diesem Buch wird auf der Grundlage von qualitativen Interviews die Lebenssituation von Familien mit mehrfachbehinderten hörgeschädigten Kindern aus der Perspektive der Eltern beschrieben. Es wurden Eltern befragt, was sie für sich als belastend bzw. entlastend erlebt haben und von wem sie Unterstützung in ihrer Situation erfahren haben und wo ihnen diese versagt blieb. Die getroffenen Aussagen der Eltern zeichnen insgesamt ein anschauliches Bild von den stärkenden und belastenden Merkmalen ihres Alltags sowie von ihren Erfahrungen in Begegnungen mit Menschen ihres privaten und fachlichen Umfeldes.
Das Buch stellt für den Leser zum einen die Gelegenheit dar, das Leben mit einem mehrfachbehinderten hörgeschädigten Kind aus den konkreten Erfahrungen von Eltern heraus kennen zu lernen, zum anderen enthält es zahlreiche Hinweise für Fachleute, wie die Zusammenarbeit mit den Familien so (um)gestaltet werden kann, dass die Lebensqualität der Familien optimiert wird.







M. Hintermair & Lehmann-Tremmel, G. (2003). Wider die Sprachlosigkeit. Beratung und Förderung von Familien mit gehörlosen Kindern unter Einbeziehung von Gebärdensprache und gehörlosen Fachkräften. Hamburg: Signum-Verlag (ISBN 3-927731-95-1). 18.50 Euro.

Die Beratungs- und Förderkonzeptionen für Kinder mit einer Hörbehinderung sind in Deutschland seit vielen Jahren im Kontext einer hörgerichteten Philosophie verortet.
Mit der Initiative GIB ZEIT, die bislang nur im Bundesland Nordrhein-Westfalen tätig ist, steht ein Angebot zur Verfügung, das neue Wege geht und dabei erwachsene Gehörlose sowie Gebärdensprache in ein familienorientiertes Beratungs- und Förderkonzept integriert.
Das Buch beschreibt die Arbeit von GIB ZEIT und stellt die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begeleitung eines dreijährigen Modellprojekts dar, das von der Stiftung des Landes Nordrhein-Westfalen für Wohlfahrtspflege finanziert und in der Trägerschaft des Landeselternverbandes Deutscher Gehörlosenschulen Nordrhein-Westfalen e.V. durchgeführt worden ist.
Die Ergebnisse, die vorwiegend auf erhobenen Interviewdaten von beteiligten Eltern basieren, zeigen in vielfacher Hinsicht, dass GIB ZEIT ein tragfähiges alternatives bzw. ergänzendes Angebot zu den bereits bestehenden institutionell verankerten Förderkonzeptionen darstellt.