Institut für GesellschaftswissenschaftenSportwissenschaft / Sportpädagogik

seit 2006

Schwimmfix - das Heidelberger-Schulschwimmkonzept:

(Drittmittelprojekt)
Dr. Sabine Hafner – PH-Heidelberg
Dr. Klaus Reischle – Universität Heidelberg

Drittmittelgeber:
Manfred-Lautenschläger-Stiftung GmbH
Alle Heidelberger Grundschulen

Ziele:

  • Vermeidung einer stetig wachsenden Anzahl von Nichtschwimmern im Grundschulalter

  • Studie erreicht alle 2. Klassen der Heidelberger Grundschulen

  • 1-2 x pro Woche Zusatzschwimmen

  • über einen Zeitraum von 6 Wochen

  • 4-6 Kinder pro 1 Lehrerassistent (Lehrer)

  • Reintegration in Klasse 3

  • Landesweite statistische Erhebung: Befragung

  • Einfluss auf Selbstkonzept

Pressemitteilung

Schwimmfix

27. Februar 2012

Schwimmfix – Sportpädagogik meets Sportwissenschaft
Eine beispielhafte Kooperation zwischen der Universität Heidelberg und der PH Heidelberg – gefördert durch die Manfred-Lautenschläger-Stiftung

Manfred Lautenschläger initiierte das Projekt „Schwimmfix“ im Jahr 2005 und unterstützt seither das innovative Konzept. Ziel ist es, dass in Heidelberg alle Kinder nach der zweiten Klasse „in einer Schwimmart sicher schwimmen“ können sollen – wie vom Bildungsplan des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport gefordert. An dem Entwicklungs- und Forschungsprojekt zum Anfängerschulschwimmen ist neben der Manfred-Lautenschläger-Stiftung das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg, die Abteilung Sportwissenschaft / Sportpädagogik der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sowie alle Heidelberger Grundschulen beteiligt. Die Erfahrungen aus dem Projekt „Schwimmfix“ wurden jetzt in einem Praxishandbuch veröffentlicht.

„Wir wollten mit unserem Buch darauf aufmerksam machen, dass bessere Verhältnisse im Schwimmunterricht dann erreicht werden, wenn neben einem effektiveren Lehrer-Schüler-Verhältnis, dem Bestand einer zuverlässigen Wasserfläche und einem ausreichenden Zeitbudget auch die Vermittlungs-problematik des Anfängerschwimmens in den Blick genommen wird“, erklärt Dr. Sabine Hafner, die das Projekt an der PH Heidelberg betreut.
Die Leser dieses Buches erhalten von Sportwissenschaftlern und erfahrenen Schwimmpraktikern didaktische Tipps zur Planung des Schwimmunterrichts an Grundschulen und Vorschläge für eine pädagogisch orientierte, effiziente und differenzierte Unterrichtsorganisation. Das Buch behandelt den Problem- und Gegenstandsbereich Anfängerschwimmen. Es soll ausgebildete Sportlehrer an Primar- und weiterführenden Sekundarschulen, die Nichtschwimmer unterrichten, bei ihren Unterrichtsschritten begleiten.

In allen Bundesländern wird in den Bildungsplänen der Grundschulen der Anspruch auf das „Schwimmen lernen“ formuliert. Aus den unterschiedlichsten Gründen erleiden viele Schulen mit dem in ihren Bildungsplänen verwalteten Ansprüchen auf „Schwimmen lernen für alle Grundschülerinnen und Grundschüler“ jedoch wortwörtlich Schiffbruch.
Eine Studie mit Schülern unterschiedlicher Klassenstufen aus über 1.150 Grund¬schulen, die 2009 vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und dem Kultusministeriums durchgeführt wurde, zeigt dies deutlich: Trotz einer administrativen Verfügung können in Baden-Württemberg rund 54 Prozent der Grundschüler in Klasse 2 und etwa 31 Prozent der Grundschüler in Klasse 4 „nur wenige Züge schwimmen“ oder „gar nicht schwimmen“. Die Einbindung des Schwimmunterrichts in den Schulalltag, verbunden mit dem Wunsch nach entsprechenden Lernerfolgen für die Schüler, gelingt nur eingeschränkt.
Gründe hierfür liegen überwiegend in der Diskrepanz zwischen den ungünstigen Organisationsstrukturen des Schwimmunterrichtes an Schulen und den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen der Schüler. Die Realität des Schulalltages ist oftmals die Ursache für das Scheitern der Schwimm¬anfängerausbildung an Grundschulen.

Genau hier setzt „Schwimmfix“ an: Mit der Anfängerschwimmmethodik betraute Sportstudierende der Universität Heidelberg sowie der PH Heidelberg bieten in allen 2. Klassen der Heidelberger Grundschulen, ein bis zwei Mal pro Woche Zusatzschwimmen an. Pro Lehrerassistent erlernen so vier bis sechs Schwimmanfänger über einen Zeitraum von sechs Wochen das Schwimmen. Logistische Herausforderungen wie der Kontakt mit den Schulen und den Sportlehrkräften, die Sicherung der regelmäßigen Teilnahme, die Betreuung bei der An- und Abreise und die Beaufsichtigung der Schülerinnen und Schüler im Schwimmbad werden von zuverlässigen Sportstudierenden übernommen.

Mittlerweile wird das „Schwimmfix“-Konzept dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Manfred Lautenschläger-Stiftung an allen Heidelberger Grundschulen realisiert. Waren im Schuljahr 2005/2006 noch 30 bis 60 Prozent der Heidelberger Grundschüler Nichtschwimmer, können im Jahr 2010 über 90 Prozent der Grundschulkinder (Klasse 2 bis Klasse 4) schwimmen – Tendenz steigend. Innerhalb von fünf Jahren haben somit etwa 1.000 Schüler durch das „Schwimmfix“-Projekt schwimmen gelernt.

Bibliographische Angaben:
Sabine Hafner / Klaus Reischle / Wolfgang Schmid / Janina Donalies-Vitt
Schwimmfix - Schwimmen fix gelernt!
112 Seiten
Verlag: Hofmann; 1. Auflage 2012
Sprache: Deutsch
Preis: 14,90 Euro [D]
ISBN: 978-3778087206