Arbeitsstelle Antiziganismusprävention

Was macht die Arbeitsstelle Antiziganismus?

Um die bisherige präventive Arbeit gegen Antiziganismus auch über das Teilprojekt TT-Antiziganismusprävention nachhaltig an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zu verankern, wurde im Mai 2019 die Arbeitstelle Antiziganismusprävention am Institut für Gesellschaftswissenschaften gegründet. Die Arbeitsstelle ist im Fach Geschichte angesiedelt und steht unter der Leitung von Prof. Dr. Bettina Degner.

Im Zentrum der Arbeitsstelle steht, wie schon im Teilprojekt, die Auseinandersetzung mit der Diskriminierungsform Antiziganismus. Es ist ein mehrdimensionales, soziales und historisch gewachsenes Phänomen in der Mehrheitsgesellschaft. Dies wird in allen gesellschaftlichen Bereichen und Ebenen unhinterfragt reproduziert und Stereotype, Vorurteile und Ressentiments tradiert.

Ziel der Arbeitstelle ist den Vorurteilsstrukturen durch die gezielte Dekonstruktion von Stereotypen, Vorurteilen und die De-Ethnisierung von Problemen in der Aus- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften entgegenzuwirken. Die Gestaltung der Arbeit orientiert sich an der aktiven Einbeziehung von Angehörigen der Minderheit und ihren Organisationen auf Augenhöhe auf allen Ebenen.

Die Arbeitsstelle ist in ein breit gefächertes Netzwerk von Institutionen, Verbänden und Vereinen eingebettet und verfolgt mit seinem pädagogischen Schwerpunkt die Sensibilisierung für die Erscheinungsformen des Antiziganismus und deren Tradierung vor allem im Bildungsbereich sowie die Vermittlung der Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma in Transfer, Forschung und Lehre.

Für weitere Infos zur Arbeitsstelle Antiziganismusprävention: www.azp-hd.org

Was ist Antiziganismus?

Antiziganismus ist eine spezielle Form des Rassismus und bezeichnet sowohl jene Bilder und Vorurteile, die sich Menschen von vermeintlichen "Zigeunern" machen, als auch die damit verbundene Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung betroffener Individuen. Er äußert sich in der Homogenisierung, Stigmatisierung und Reduzierung betroffener Individuen auf ihre Zugehörigkeit zur konstruierten Gruppe der "Zigeuner", der etwa deviante, vormoderne oder archaische Eigenschaften zugeschrieben werden. Zu den Folgen zählen strukturelle Diskriminierungen in Bereichen wie Bildung, Arbeit, Gesundheit und Wohnen bis hin gewalttätigen Praxen, die herabsetzend und ausschließend wirken und soziale Ungleichheiten (re-)produzieren.

Dass die Arbeitsstelle Antizganismus als Problem der Mehrheitsgesellschaft versteht, schlägt sich auch in ihrer pädagogischen Präventionsarbeit nieder, die vornehmlich darin besteht, die Gesellschaft für die Thematik zu sensibilisieren und Unwissen über die Geschichte und Gegenwart der Minderheit abzubauen.

 

Die "Allianz gegen Antiziganismus" hat sich 2017 in ihrem Grundlagenpapier auf folgende Definition verständigt:

"Unter Antiziganismus verstehen wir eine spezielle, gesellschaftlich etablierte Form des Rassismus gegenüber sozialen Gruppen, die mit dem Stigma „Zigeuner“ oder anderen verwandten Bezeichnungen versehen und hierüber identifiziert werden. Mit dieser Form des Rassismus verbunden ist:

eine homogenisierende und essentialisierende Wahrnehmung und Darstellung dieser Gruppen;

die Zuschreibung spezifischer stereotyper Eigenschaften der Gruppe an diese;

vor diesem Hintergrund entstehende diskriminierende Strukturen und gewalttätige Praxen, die herabsetzend und ausschließend wirken und strukturelle Ungleichheit reproduzieren."

(Quelle: Allianz gegen Antiziganismus: Antiziganismus Grundlagenpapier, Wien/Heidelberg 2017 S.5.)

 

Transfer Together

Die Arbeitstelle Antiziganismusprävention geht aus dem Teilprojekt Antiganismusprävention des Verbundprojekts  „Transfer Together - Bildungsinnovationen in der Metropolregion Rhein-Neckar“ hervor. Weitere Informationen finden Sie unter www.ph-heidelberg.de/transfertogether.

Das Projekt Transfer Together ist ein Verbundprojekt der Pädagogischen Hochschule und Metropolregion Rhein-Neckar und wird im Rahmen der Förderinitiative Innovative Hochschule vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Heidelberg School of Education ist eine gemeinsame hochschulübergreifende Einrichtung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Universität Heidelberg.