Forschungsprojekte mit BNE-Bezug an der PH

Future:N!

Das UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für Nachhaltige Entwicklung [BNE]“ (2015-2019) sieht v.a. die ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen, Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatoren sowie die Mobilisierung der Jugend als zentrale Handlungsfelder der BNE an. In Baden- Württemberg sollen durch eine BNE-Gesamtstrategie insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene für Nachhaltigkeitsthemen aktiviert werden. Einen Schlüssel hierzu stellt die Qualifizierung von Multiplikatoren in unterschiedlichen Bildungsbereichen dar, wie z.B. vor-/schulische, Berufs-, Hochschul- und Erwachsenenbildung.

Die Digitalisierung im Bildungsbereich und Ziele der BNE unterstützen sich dabei gegenseitig. Eine „Nachhaltige Digitalisierung“ stellt daher den zentralen Ansatz im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Landes dar. Hierzu soll im Rahmen von Future:N! ein landesweites adaptives BNE-Lernportal entwickelt werden, das für unterschiedliche Nutzergruppen Informationen, Bildungsmaterialien und Fortbildungsangebote zur Verfügung stellt. Als Web 2.0-Ansatz sollen dabei Angebote unterschiedlicher Anbieter unter einheitlichen und standardisierten Qualitätskriterien gebündelt, aufbereitet und adressatengerecht disseminiert werden. Den zentralen Teil stellt eine BNE-Lernplattform dar, die aufgrund ihrer Adaptivität modernen e-Learningkonzepten Rechnung trägt und benutzerdefinierte, individuelle Lernangebote bereitstellt. Dies bedeutet, dass die einzelnen Lernmodule nicht linear miteinander verknüpft sind, sondern in Abhängigkeit vom Nutzerverhalten (Antwortverhalten bei Lernkontrollaufgaben, Arbeitstempo) und Nutzerwünschen vom Lernmanagementsystem an die individuellen Bedürfnisse des/der Nutzenden angepasst werden – dies befördert individualisiertes Lernen.

Das von 2018 bis 2022 laufende Projekt ist in der Abteilung Geographie angesiedelt.

Nachhaltigkeit lehren lernen – Entwicklung von Weiterbildungsangeboten für Hochschullehrende zur Förderung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung mit Schwerpunkt Lehrkräftebildung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist seit Beginn der gleichnamigen UN-Dekade (2005-2014) ein zentrales Handlungsfeld in der Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands, die 2002 erstmals beschlossen wurde. Weitere Impulse sind vor dem Hintergrund der Sustainable Development Goals (SDGs) und dem UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2015-2019) sowie dem auf dieser Grundlage im Juni 2017 verabschiedeten Nationalen Aktionsplan BNE gegeben worden. Für eine nachhaltige Entwicklung ist eine Bildung zentral, durch die Menschen befähigt werden, ihr Denken und Handeln zukunftsfähig zu gestalten. Die Konsequenzen des eigenen Verhaltens für die Welt werden begreifbar gemacht, wodurch die Menschen in die Lage versetzt werden, zu Entscheidungen zu kommen, die verantwortungsvoll und im Einklang mit einer nachhaltigen Entwicklung sind.

Vor diesem Hintergrund wird der Kompetenzentwicklung von Lehrenden als Multiplikator/-innen eine besondere Rolle zugeschrieben und von der UNESCO als eines der zentralen Ziele des Weltaktionsprogramms BNE definiert – im Nationalen Aktionsplan BNE wird dies auf die Bundesebene übertragen. Für die Umsetzung von BNE in unterschiedlichen Berufsfeldern, vor allem aber auch in der Schule, ist die Ausbildung der Lehrkräfte und derjenigen, die sie ausbilden, zentral. Im Gegensatz zu BNE-bezogenen Bildungsangeboten für die 2. Phase (Referendariat) und 3. Phase (Weiterbildung) der Lehrkräftebildung für Schulen existieren bisher für Lehrende im Hochschulbereich kaum strukturierte Weiterbildungsangebote zur Umsetzung der BNE in der 1. Phase (Studium). So ist zu erwarten, dass trotz der in einigen Bereichen verbindlichen Verankerung der BNE in der Lehramtsausbildung auch in Zukunft keine konsequente Umsetzung des BNE-Konzepts in den Hochschulen erfolgt. Ähnliches gilt auch für Studierende anderer Berufsfelder, in denen Nachhaltigkeit eine zunehmende Bedeutung gewinnt.

Um die Kompetenzentwicklung von Lehrenden im Handlungsfeld BNE zu unterstützen, soll daher ein strukturiertes und gestuftes Weiterbildungskonzept zur Förderung der BNE in der Hochschullehre, wie es auch im Nationalen Aktionsplan BNE explizit gefordert wird, entwickelt und an verschiedenen Modellhochschulen bundesweit umgesetzt werden. Das Konzept umfasst u.a. fächerübergreifende Einführungsangebote zu den Grundlagen der BNE, Workshops zur Umsetzung der BNE in der Lehre für unterschiedliche Disziplinen sowie individuelle Beratungs- und Unterstützungsangebote (Coaching). Im Sinne des Blended-Learning-Ansatzes werden diese ergänzt durch digitale, ortsunabhängige Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Weiterbildung der Lehrenden wirkt somit als doppelter Hebel, indem dadurch das Konzept der BNE sowohl unmittelbar an den Hochschulen als auch mittelbar in den späteren Berufsfeldern und vor allem an den Schulen implementiert werden kann, an denen deren (Lehramts-)Studierende nach dem Studium arbeiten.

Das Projekt „Nachhaltigkeit lehren lernen“ ist angesiedelt in der Abteilung Geographie – Research Group for Earth Observation (rgeo) im Rahmen des Heidelberger Zentrums Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Zentrum) der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Die bundesweite Dissemination wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK BW) sowie das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (UM BW) Baden-Württemberg fördern die Umsetzung des Vorhabens auf Landesebene.

Offizieller Projekttitel: Nachhaltigkeit lehren lernen. Förderung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Hochschullehre – Aufbau hochschulübergreifender Weiterbildungsangebote und -strukturen mit Schwerpunkt Lehrerbildung an ausgewählten Hochschulen

Projektlaufzeit: Januar 2020 bis Dezember 2022