Alle Vorträge am Samstag

 

 

Das neue Berufsbildungsgesetz – Update berufliche Fortbildung

Katharina C Müller, Samstag, 11:45 - 12:30 Uhr

„Prominent ignoriert“ heißt eine Rubrik auf der Titelseite der „Zeit“. Über die Änderungen im Berufsbildungsgesetz (BBiG), die 2020 in Kraft getreten sind, wurde dort zwar nicht berichtet – sie würden aber gut hineinpassen. Wenn die Medien das Thema aufgegriffen haben, konzentrierten sie sich zumeist auf die Mindestvergütung im Rahmen einer Ausbildung. Aber auch andere wichtige Bereiche des BBiG wurden überarbeitet. Interessant ist das für alle, die sich in der beruflichen Aus- und Weiterbildung engagieren und mit Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern zusammenarbeiten. Dieser Vortrag soll mögliche Wissenslücken schließen und legt den Fokus auf den Gesetzesteil zur beruflichen Fortbildung: Bezeichnung von Fortbildungsabschlüssen, Fortbildungsstufen, ausländische Vorqualifikationen sowie neue Regelungen für Prüfende.

 

 

Erfahrung mit dem Onlinekurs „Körper. Stimme. Haltung – Wirkungsstrategien für Lehrer*innen"

Maxi Mercedes Grehl, Dr. Friderike Lange, Maria Luise Gebauer, Samstag, 12.30 - 13.15 Uhr

Am Zentrum für Lehrer*innenbildung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde innerhalb von drei Jahren ein umfangreicher Onlinekurs zur Unterstützung der Sprecherziehung im Lehramt konzipiert und erstellt. Dieser ging im Juni 2020 online. Zu einer Zeit also, zu der viele gezwungen waren ihre bisherige Lehre digital und neu zu denken.

Das Projekt „Körper, Stimme, Haltung – Wirkungsstrategien für Lehrer*innen“ ist ein multimediales Lernangebot basierend auf Videosequenzen und ergänzendem Text- und Audiomaterial sowie Testbausteinen. Es unterstützt (angehende) Lehrkräfte, sich mit ihrer Stimme, Sprechweise und Wirkung auseinanderzusetzen. Mithilfe von Erklär- und Übungsvideos werden die angehenden Lehrkräfte aktiviert, ihren Körperausdruck, ihre (innere) Haltung, ihre Stimme und Aussprache zu beobachten, zu reflektieren und zu trainieren.

Nach einem Jahr ziehen wir Bilanz. In einem Impulsvortrag erläutern wir, wie wir das Material des Onlinekurses verwendet haben. Wir geben einen Einblick in die ersten Ergebnisse aus der Studierendenevaluation und aus der Befragung der Dozierenden. Im Anschluss laden wir zu einem moderierten Erfahrungsaustausch ein. Wir gehen u.a. der Frage nach, welches Potenzial wir in Zukunft sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stimmscreening und Stimmgesundheit für Lehramtsstudierende an der RWTH Aachen: Vorstellung des Online-Fragebogens im Self-Assessment

Björn Meißner, Bernd Christmann und Katrin von Laguna, Samstag, 16:15 - 17:15 Uhr

Die sprecherischen und stimmlichen Herausforderungen im Lehralltag – gleichermaßen an Schulen und Hochschulen – sind groß: „Unter allen auftretenden Krankheiten im Lehrberuf ist die stimmliche Einschränkung eine der weitreichendsten.“1 Dies trifft sowohl auf die Belastung in Präsenzveranstaltungen als auch in Online-Settings zu. Dennoch wird nach wie vor sowohl in der Lehramtsausbildung als auch im Rahmen der Hochschullehre in Deutschland vielerorts kein Schwerpunkt auf die Ausbildung der Stimme gelegt. Es existieren in Deutschland nur vereinzelt obligatorische stimmpräventive Maßnahmen.

Seit Januar 2016 wurden an der RWTH Aachen University Stimmscreenings und Workshops für Lehramtsstudierende auf freiwilliger Basis angeboten (seit Juli 2019 auch für Hochschullehrende). Seit dem Wintersemester 2020/2021 ist das Modul „Stimmscreening“ an der RWTH curricular für Lehramtsstudierende aller Fächer in der Prüfungsordnung verankert. Lehramtsstudierende und Lehrende erhalten durch den Einsatz von Stimm-screenings die Möglichkeit, die Belastbarkeit und Funktionsfähigkeit ihrer eigenen Stimme zu testen. Aufgrund der Screening-Ergebnisse nehmen Sie ggf. an einem Intensiv-Workshop teil, in dem sie ihre stimmlichen und sprecherischen Fertigkeiten optimieren und erweitern können.Vor dem Besuch des Screenings wird online ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung der eigenen Stimme ausgefüllt. Für die Entwicklung der Fragebögen für Hochschullehrende und der Fragebögen für Lehramtsstudierende nutzen wir eine mit dem Self-Assessment (SAM) der RWTH Aachen University erarbeitete Internet-Plattform.

Mit Hilfe des Online-Fragebogens werden viele Lehrende und Studierende zum ersten Mal intensiv mit den eigenen stimmlichen und sprecherischen Fähigkeiten konfrontiert. Der Fragebogen soll eine Sensibilisierung für die Stimme und das Sprechen schaffen. Die Auswertung wird beim Screening mit Expert*innen evaluiert und begleitet.In unserem Vortrag möchten wir den Aachner Online-Fragebogen zum Stimmscreening vorstellen, seine Bedeutsamkeit begründen und diskutieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DGSS-Weiterbildungskonzept für Lehrende (Aufbau, Modul-Inhalte, Lehr- und Lernformen)

Bertram Thiel mit Marita Pabst-Weinschenk, Samstag, 16:15 - 17:15 Uhr

Im Herbst 2004 wurde dieses Weiterbildungskonzept für Lehrende (von Bertram Thiel) erstmals als viertägige Blockveranstaltung in Kooperation mit der DGSS angeboten. Welche Module sind Gegenstand dieser Fortbildung? Wie kann man (auch ohne konkrete Unterrichtserfahrung) gezielt mit Lehrkräften arbeiten? Inwieweit ergänzen und stärken sich die einzelnen Module? Wie realisiert man einen diskursorientierten Unterricht (auch online)?

Mündliche Kommunikation spielt im Unterricht eine zunehmend wichtige Rolle und Lernstandards / Kompetenzen sind gefragt. Doch welche mündlichen Kompetenzen braucht man heute in einem schülerzentrierten Unterricht? Wie kann man die Kommunikationskompetenzen von Schüler*innen gezielt aufbauen bzw. durch Integration in den laufenden Unterricht nachhaltig vertiefen ?  Das vorliegende zusammenhängende Kommunikationskonzept eignet sich sowohl für den Unterricht an berufsbildenden als auch an allgemeinbildenden Schulen. Folgende Module sind Gegenstand dieser Fortbildung:  1. Aktives und verstehendes Zuhören 2. Wertungsfreie Rückmeldung 3. Diskussions- und Gesprächsfähigkeit 4. Konzentrierte Dialogführung 5. Gezieltes Argumentieren 6. Präsentationskommunikation/ Rede-Rhetorik 7. Bewertung mündlicher Leistungen 8. Umgang mit Konflikten  9. Lehrerpersönlichkeit im Unterricht. Die einzelnen Komponenten (Module) des Konzeptes sind aufeinander bezogen und stärken sich gegenseitig. Synergie-Effekte werden ermöglicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vortrag zum Konzept des "Communication and Voicecenter" Uni Regensburg

Kathrin Hausmann-Balk und Christian Gegner, Samstag, 17:30 - 18:15 Uhr

Das Communication and Voice Center der Universität Regensburg ist eine Maßnahme des Projekts KOLEG2 und wird im Rahmen der gemeinsamen "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das neu eingerichtete Communication and Voice Center for Teachers (CoVoC-T) möchte Lehramtsstudierende und Lehrkräfte aller Fachrichtungen und Schularten für ihren kommunikationsorientierten, sprech- und stimmintensiven Beruf sensibilisieren, professionell vorbereiten und begleiten. Ein weiterer Teil der Arbeit stellt die Entwicklung von Präventions-, Aufklärungs- und Trainingskonzepten dar. Weiterhin wird die Notwendigkeit des CoVoC-T durch Begleitforschungen an der Universität Regensburg untermauert.

 

 

Katharina C. Müller hat Sprach- und Kommunikationswissenschaften in Marburg und Erfurt studiert. Sie arbeitet als Leiterin Marketing & Kommunikation in einem mittelständischen Unternehmen in Heidelberg. Bei der IHK Rhein-Neckar ist sie ehrenamtlich als Weiterbildungs-Prüferin im Einsatz.

 

 

Maria Luise Gebauer hat in Halle Sprechwissenschaft studiert. Sie arbeitet als Lehrkraft für besondere Aufgaben am Zentrum für Lehrer*innenbildung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Bereich Kommunikation. Sie ist autorisierte Linklater-Stimmlehrerin (Designated Linklater Teacher). Ihre Arbeitsschwerpunkte und Forschungsinteressen sind Körper- und Stimmarbeit, wertschätzende Gesprächsführung sowie Feedback in der Schule.

Maxi Mercedes Grehl hat in Halle Sprechwissenschaft studiert. Sie arbeitet als Lehrkraft für besondere Aufgaben am Zentrum für Lehrer*innenbildung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Bereich Kommunikation. Sie arbeitet freiberuflich als Theaterpädagogin, Darstellerin und systemische Beraterin. Ihre Arbeitsschwerpunkte und Forschungsinteressen sind wertschätzende Kommunikation, Feedback im Kontext Schule, Körperausdruck und Stimmchecks.

Dr. Friderike Lange hat in Halle Sprechwissenschaft studiert. Sie arbeitet als Lehrkraft für besondere Aufgaben am Zentrum für Lehrer*innenbildung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Bereich Kommunikation. Ihre Arbeitsschwerpunkte und Forschungsinteressen sind: Stimme und Stimmgesundheit von Lehrkräften, Standardaussprache, Kommunikation und Feedback als Haltung.

Björn Meißner (Diplom-Sprechwissenschaftler) arbeitet am Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft der RWTH Aachen University. Seine Lehrtätigkeit umfasst die Gebiete Phonetik und Phonologie, Rhetorik, Vortragskunst und Sprechbildung. Im Bereich der Lehramtsausbildung leitet er das Lektorat Sprechwissenschaft/Sprecherziehung und ist beteiligt an Forschungsprojekten zur allgemeinen und normativen Phonetik, zu Stimmgesundheit für Lehrende und zum Einsatz von VR-Technik in Rhetorik und Stimmbildung.

Bernd Christmann (Diplom-Sprechwissenschaftler) arbeitet am Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft der RWTH Aachen University. Im Bereich Stimmgesundheit für Lehramtsstudierende führt er Stimmscreenings und Workshops durch.

Katrin von Laguna (Sprecherzieherin DGSS) arbeitet am Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft der RWTH Aachen University. Ihre Lehrtätigkeit umfasst die Gebiete Phonetik und Phonologie, Rhetorik, Vortragskunst und Sprechbildung. Im Bereich Stimmgesundheit für Lehramtsstudierende führt sie Stimmscreenings und Workshops für Lehramtsstudierende aller Fächer durch. Seit Anfang 2016 leitet sie zusammen mit ihrem Sprechwissenschaftsteam die DGSS-Prüfstelle in Aachen.

Dr. Marita Pabst-Weinschenk ist geprüfte Sprecherzieherin der Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung e.V. (DGSS) und hat über 25 Jahre freiberuflich als Rhetorik- und Kommunikationstrainerin in Management und Verwaltung gearbeitet. Weitere Informationen zur Person und Publikationsliste unter user.phil-fak.uni-duesseldorf.de/~pabst

Oberstudienrat, Sprecherzieher, Mitglied in der Berufskommission der DGSS und des Berufsverbands Sprechen (BVS), entwickelte die „DGSS-Weiterbildungskonzeption für Lehrende“ (2004). Derz. Lehrbeauftragter für mündliche und schriftliche Kommunikation an der Hochschule Kaiserslautern; langjährige Unterrichtserfahrungen an einem kaufm. Berufsbildungszentrum mit Oberstufengymnasium, Lehraufträge für Unterrichtskommunikation und Arbeitsmethodik an mehreren Lehrerfortbildungsinstituten, Dozent für Unternehmensrhetorik an einer Management-Akademie (ABU), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Lehrerbildung an der Universität des Saarlandes (2016-2019). Mail: B.Thiel@dialogisches-lernen.de

Weitere Websites: www.kommunikationspaedagogik.de

www.dialogisches-lernen.de

www.unterrichtskommunikation.de

 

 

Kathrin Hausmann-Balk B.A. (Lehramt International/ Sprecherziehrin Univ.) ist seit Oktober 2020 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Didaktik der deutschen Sprache und Literatur und ist dort für die Öffentlichkeits-, Netzwerkarbeit und Organisation des Communication and Voice Center Regensburg zuständig.

Christian Gegner M.A. (Sprecherzieher Univ./DGSS) ist seit 2009 Lehrkraft für besondere Aufgaben am Lehrgebiet "Mündliche Kommunikation und Sprecherziehung" und seit 2015 Geschäftsführer am Zentrum für Sprache und Kommunikation der Universität Regensburg. 2020 wurde er am hiesigen Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur mit dem Thema "Mündliche Kompetenzen bei zukünftigen Deutschlehrkräften" promoviert. Er leitet seit dem Wintersemester 2010/11 das individuelle Beratungsangebot „Stimmscreening für Lehramtsstudierende“. Seit 2010 ist er 1. Vorsitzender der Berufsvereinigung Sprechkompetenzen – Rhetorik, Sprechkunst, Sprechtherapie und Sprechwissenschaft in Bayern e. V.. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Lehrer*innenstimme sowie Rede- und Gesprächspädagogik.