Forschung

Wissenschaftliche Integrität - Impulse aus der Forschung und für den wissenschaftlichem Alltag

Herzliche Einladung zum Experiment!

Obwohl Wissenschaftsorganisationen sich bemühen, verbindliche Konzepte wissenschaftlicher Integrität mit entsprechenden Verhaltens- und Verfahrenskodizes zu etablieren und Sanktionen für akademisches Fehlverhalten entwickeln, hat es den Anschein, als seien die spezifischen Formen sozialer Beziehungsgestaltung im Wissenschaftssystems (z. B. zwischen Doktorand:in und Betreuer:in oder innerhalb einer Forscher:innengruppe), die typischen Auswahl-, Bewertungs- und Ausleseverfahren (etwa bei Berufungen oder bei der Leistungsbeurteilung von Nachwuchswissenschaftler:innen), die charakteristischen Unsicherheiten in der Karriereförderung und -planung (Projektförmiges Arbeiten, Befristungswesen) sowie die Rahmenbedingungen, unter denen normative Standards für die Wissenschaft ermittelt werden (Freiheit von Forschung und Lehre, Kollegialprinzip der Qualitätssicherung) bis zu einem gewissen Grade immun gegen solche Ansätze der Selbstverpflichtung und als sei akademisches Fehlverhalten oft nur schwer zu sanktionieren.

Dieser Situation möchte die Graduiertenschule mit einem mit einem bottom-up-Experiment in Form eines Orientierungs-, Reflexions- und Austausch-Formats begegnen und hierdurch einen Beitrag leisten zur Orientierung auf dem Gebiet der guten wissenschaftlichen Praxis.

Wer ist eingeladen?

Das Experiment richtet sich an Wissenschaftler:innen der Humanwissenschaftlichen Fakultät in einer frühen Karrierephase, also vornehmlich an Doktorand:innen und Postdocs, aber auch an weitere Interessierte, etwa Betreuende oder sonstige Mitarbeiter:innen der Fakultät, unabhängig davon, ob die Teilnehmenden selbst in ihrem wissenschaftlichen Alltag schon einmal problematischen Situationen begegnet sind (als Betroffene oder als Beobachter:innen), solchen Situationen aktiv vorbeugen möchten, oder lediglich allgemein an dem Thema wissenschaftliche Integrität interessiert sind.

Welche Ziele verfolgt das Experiment?

Mit Hilfe des Formats sollen den Teilnehmenden

  • ein konzeptueller Rahmen vermittelt werden zur Orientierung, was wissenschaftliche Integrität allgemein und für den konkreten Arbeitsalltag bedeutet bzw. bedeuten kann
  • Mögliche Gefahren einer Überschreitung dieses Rahmens (durch Andere oder durch sie selbst) in ihrem konkreten wissenschaftlichen Alltag bewusst gemacht werden
  • Institutionelle Möglichkeiten der Prävention, der Verteidigung und der Hilfe gegen solche Überschreitungen vorgestellt werden

und – idealerweise –

  • Anregungen vermittelt werden, selbst Strategien, Verhaltensweisen und Vorbeugungsmaßnahmen zu entwickeln, die wissenschaftliche Integrität fördern und sie selbst und andere vor Verstößen schützen können.

Was passiert?

Den Auftakt dieses Experiments, von dem wir uns wünschen, dass es angenommen und dauerhaft fortgesetzt wird, bilden drei Vortrags- und Austausch-Veranstaltungen, in denen zunächst folgende Schwerpunkte näher beleuchtet und diskutiert werden sollen:

  • Sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch in der Wissenschaft
  • Barrierefreiheit vs. Behinderung in der Wissenschaft
  • Alltagsrassismus in der Wissenschaft

Die etwa zweistündigen Einzel-Veranstaltungen sollen jeweils einen kurzen Impulsvortrag von Expert:innen mit einer moderierten Diskussions- und Austausch-Einheit zwischen Doktorand:innen, Postdocs und den Expert:innen kombinieren.

Im Anschluss an die Expertinnen-Informationen sollen in der Runde Überlegungen, Argumente, Strategien oder auch eigene Erfahrungen der Teilnehmenden mit problematischen Situationen in ihrem wissenschaftlichen Alltag besprochen und diskutiert werden.

Die Termine und die Expertinnen:

Sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch in der Wissenschaft

Mittwoch, 9. Juni 2021, 15:30-17:30 Uhr

Expertin: Dr._n Claudia Nikodem, Studienrätin im Hochschuldienst im Arbeitsbereich Methoden der Bildungs- und Sozialforschung unter bes. Berücksichtigung der Genderforschung / Soziologie und Gleichstellungsbeauftrage der HF für Berufungsangelegenheiten.

 

Barrierefreiheit? Vom Umgang mit Behinderung, psychischen Beeinträchtigungen und chronischer Erkrankung in der Wissenschaft

Mittwoch 7. Juli 2021, 15:30-17:30 Uhr

Expertin: Dr. Jana Bauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation, inhaltliche Leitung der Projekte „PROMI - Promotion inklusive“ und „Sag ich’s? Chronisch krank im Job.“. Mitarbeit in der Sensibilisierungskampagne zum Thema „Arbeiten, Zusammenarbeiten und Führen mit Behinderung / gesundheitlicher Beeinträchtigung an der Universität zu Köln“.

Alltagsrassismus in der Wissenschaft

Donnerstag, 14. Oktober 2021, 15:30-17:30 Uhr

Expertin: Dr. Monica van der Haagen-Wulff, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Erziehungs- und Kultursoziologie/Lehrbereich Soziologie.

Die einzelnen Veranstaltungen sind bis auf Weiteres als online-Formate (Zoom-Videokonferenz) geplant.

Anmeldung: Wenn Sie an einer Teilnahme interessiert sind, melden Sie sich unter Graduiertenschule-HF@remove-this.uni-koeln.de. Mitglieder der Graduate School der PH Heidelberg setzen bei der Anmeldung bitte graduateschool@remove-this.ph-heidelberg.de in cc. Sie erhalten dann die Zugangsdaten zu der Zoom-Konferenz.

Quelle: Graduiertenschule

 

Kontakt

Prorektor für Forschung, Transfer und Digitalisierung

Prof. Dr. Christian Spannagel
Telefon: +49 6221 477-167
E-Mail: spannagel@ph-heidelberg.de

Sekretariat des Prorektorats
Frau Ruth Schneider
Telefon: +49 6221 477-168
E-Mail: ruth.schneider@remove-this.vw.ph-heidelberg.de

Forschungsreferat

E-Mail: forschung@remove-this.ph-heidelberg.de  

Dr. Nicole Flindt 
(Geschäftsführerin)
Telefon: +49 6221 477-468
E-Mail: flindt@remove-this.ph-heidelberg.de

Tanja Greulich
(Akad. Mitarbeiterin)
Telefon: +49 6221 477-420
E-Mail: greulich@remove-this.ph-heidelberg.de     

Alle Kontakte und Zuständigkeiten.