ForschungFörderung

Tools zur Erstellung von Online-Fragebogen

Zur Erstellung von Online-Fragebogen existieren zahlreiche Angebote, die frei genutzt werden können. Es ist nicht einfach, sich aus dieser Menge für einen geeigneten Anbieter im Rahmen des eigenen Forschungsvorhabens zu entscheiden. Um diese Entscheidung etwas einfacher zu gestalten, werden nachfolgend einige Online-Fragebogentools mit ihren Verwendungsmöglichkeiten sowie Vor- und Nachteilen kurz beschrieben. Die Auflistung ist nicht vollständig und alle Angaben sind ohne Gewähr.

Hinweise zu den Datenschutzbestimmungen

Bitte beachten Sie bei der Verwendung eines der Online-Fragebogentools, dass es sich dabei um Angebote Dritter handelt. Beachten Sie die Datenschutzbestimmungen und führen Sie dort nur anonyme Umfragen durch. Auf fremden Servern dürfen keinerlei Daten mit Personenbezug abgelegt werden. Bei Fragen hierzu können Sie sich an den Datenschutzbeauftragten der PH Heidelberg wenden.

Kleinere Umfragen

Stud.IP: Kleinere Umfragen können kostenlos in unserem Learning Management System Stud.IP erstellt werden. Hier können ausschließlich andere Stud.IP-Nutzerinnen und -Nutzer an einem selbsterstellten Voting, einem Test oder einer Evaluation teilnehmen. Diese Funktionen finden sich unter dem Reiter „Tools“ des eigenen Stud.IP-Zugangs. Stud.IP eignet sich als Umfrage-Tool somit insbesondere dann, wenn beispielweise Befragungen unter Studierenden oder Beschäftigten der PH Heidelberg durchgeführt werden sollen.

Ein Voting bietet sich dann an, wenn die Meinungen der anderen Nutzerinnen und Nutzer erfragt werden sollen.    
Ein Test eignet sich zum Stellen einer Frage, zu der es eine oder mehrere mögliche richtige Antworten gibt.    
Eine Evaluation ist dann sinnvoll, wenn umfangreiche Fragestellungen vorliegen oder mehrere Unterpunkte zu einem Themenkomplex erfragt und gegebenenfalls statistisch ausgewertet werden sollen.   

Freesurveycreator: Dieses Fragebogentool eignet sich besonders gut für einfache Umfragen im Rahmen von Facharbeiten oder kleinen Seminararbeiten. Es kann zwischen einer Text-, einer Skalierung, und einer Multiple-Choice-Antwortmöglichkeit sowie zwischen einem dunklen und einem hellen Layout gewählt werden.

Vorteile: Alle Anwendungen sind  kostenlos. Außerdem kann eine Umfrage mit einem ansprechenden Design sehr einfach und schnell erstellt werden.   
Nachteile: Für jede Umfrage ist nur eine Frage möglich. Somit eignet sich Freesurveycreator nicht  für komplexe Umfragen oder umfangreiche wissenschaftliche Studien.

Größere Umfragen

Google Forms: Größere Online-Umfragen können mit Google Forms kostenlos erstellt werden. Der Benutzer oder die Benutzerin kann dem Fragebogen ein vorgefertigtes Design zuweisen, zwischen neun verschiedenen Fragetypen wählen, Abhängigkeitsbeziehungen zwischen Fragen herstellen und den Fragebogen manuell per Mail versenden oder mit einem Link in andere Webseiten einbinden. Die Daten können im CSV- oder XLS-Format exportiert werden.

Vorteile: Google Forms ist sehr benutzerfreundlich. Die Anwenderin oder der Anwender wird Schritt für Schritt von der Erstellung eines Fragebogens über die Veröffentlichung bis zur Auswertung der erfassten Daten geleitet. Google stellt außerdem eine grafische Zusammenfassung (Balken-, Kuchen- und Säulendiagramme) der Auswertung zur Verfügung. Während der Fragebogenerstellung lässt sich der jeweils aktuelle Status in der Teilnehmendenansicht live anzeigen. Der Aufbau ist außerdem sehr übersichtlich. Alle Einstellungen wie das Design, die Fragengestaltung und die Speicherung der Antworten in Tabellen lassen sich auf einer Seite vornehmen.   
Nachteile: Für sehr komplexe Umfragen oder einen professionellen Gebrauch ist Google Forms nur bedingt geeignet. Nicht alle Einstellungen lassen sich anpassen, beispielsweise sind die Buttons immer auf Englisch. Der Anbieter Google ist immer in der URL erkennbar, und die erhobenen Daten werden bei Google gespeichert.

maQ (Make a Questionnaire): Mit maQ können kostenlos Online-Fragebogen ganz leicht in vier Schritten erstellt und die Ergebnisse im CSV-Format (in Excel und SPSS importierbar) heruntergeladen werden. Das Tool wurde extra für wissenschaftliche Umfragen erstellt und ermöglicht unterschiedliche Fragetypen, verschiedene Skalenarten (horizontal, vertikal, zwei bis zehn Stufen) und Pflichtfragen. Die Umfrage lässt sich per Link in einer Mail, als eingebetteter Frame oder als Handzettel mit dem Zugangslink verbreiten.

Vorteile: Mit maQ ist es möglich, zwei identische Fragebogen zu generieren, beispielweise um die gleiche Befragung zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten durchzuführen. Es ermöglicht außerdem das automatische Versenden der Einladungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Bei der Erstellung des Fragebogens hilft ein ausführliches, verständliches Handbuch zum Download und die einzelnen Fragebogen können passwortgeschützt der jeweiligen Zielgruppe zur Verfügung gestellt werden.
Nachteile: Bei maQ kann kein Kundenkonto angelegt werden. Das bedeutet, dass alle Daten nach Ablauf der Befragungsdauer automatisch und ohne Vorankündigung gelöscht werden. Es existiert kein Backup der Daten.

Komplexe und umfangreiche Fragebogenerhebungen

SoSci Survey: Für komplexere Fragebogenerhebungen eignet sich besonders SoSci Survey.  Dieses wurde speziell für wissenschaftliche Befragungen konzipiert. Es können eigene Onlinefragebogen (auf der Basis von über 30 Fragetypen) erstellt und  Filterführungen ergänzt werden. Der Link zur Befragung kann veröffentlicht und Einladungen per E-Mail versendet werden (inkl. Nachfassaktionen). Der Datensatz kann zur statistischen Auswertung heruntergeladen werden (SPSS, GNU R, Excel).

Vorteile: Für nichtkommerzielle, wissenschaftliche Befragungen kann dieses Tool dauerhaft kostenlos, ohne Einschränkungen des Funktionsumfangs genutzt werden (maximale Teilnehmerzahl 5.000). SoSci Survey hat einen Passwortschutz, eine Secure Socket Layer (SSL)-Verschlüsselung und es kann auf dem eigenen Webserver installiert werden. Es besteht außerdem die Möglichkeit einen Implicit Association Test (IAT) gegen Gebühr zu verwenden. 
Nachteile: SoSci Survey ist für kleinere Umfragen überdimensioniert. Außerdem ist es auf die Datenerhebung spezialisiert und hat keine Mittel zur Datenauswertung.
https://de.surveymonkey.com

SurveyMonkey: Dieses Tool bietet neben der individuellen Gestaltung eines  Onlinefragebogens  (mit eigenen Logos etc.) auch einige Möglichkeiten zur Datenanalyse. Der Umfragelink kann auf sozialen Medien oder Webseiten gepostet und Einladungen per E-Mail versendet werden. Der Datensatz kann in graphischer Form heruntergeladen oder für SPSS exportiert werden.

Vorteile: Für die Analyse der Ergebnisse stellt Survey Monkey eine ganze Reihe von Funktionen bereit. Dazu gehören etwa das Einsehen von Echtzeitergebnissen, das Filtern und Durchsuchen von Antworten, das Erstellen von Kreuztabellen und die Visualisierung in Form von Diagrammen und Grafiken. Mit SurveyMonkey-Genie kann außerdem prognostiziert werden, wie erfolgreich die Umfrage am Ende sein wird. Auch SurveyMonkey verfügt über eine SSL-Verschlüsselung. Darüber hinaus existieren mobile Apps für iOS und Android.
Nachteile: Bei der kostenlosen Variante kann das volle Angebot nur eingeschränkt genutzt werden. Beispielsweise sind maximal 10 Fragen und nur ein Filter pro Umfrage möglich. Es werden außerdem ausschließlich die ersten 100 Beantwortungen erfasst. Weitere Funktionen können für eine monatliche Gebühr freigeschaltet werden. Weiterhin ist das Arbeiten mit SurveyMonkey recht komplex.

Wissenschaftliche Umfragen über Social Media

twtpoll: Dieser Anbieter ist speziell auf Online-Umfragen via Social Media spezialisiert. Zu Beginn der Fragebogengestaltung kann ausgewählt werden, ob sich die Teilnehmenden über Facebook oder über Twitter authentifizieren sollen, oder ob die Teilnahme über ein Tracking der IP-Adresse verläuft. Letzteres schließt die Gefahr der doppelten Teilnahme aus. Es besteht eine große Auswahl zwischen unterschiedlichen Fragentypen. twtpoll eignet sich besonders gut für wissenschaftliche Fragestellungen, die die Nutzerinnen und Nutzer von Social Media als Zielgruppe haben.

Vorteile: twtpoll ist einfach zu bedienen und kann sehr individuell gestaltet werden. Es ist beispielsweise auch möglich festzulegen, ob die Erhebungsergebnisse privat bleiben oder ob sie öffentlich einsehbar sein sollen.
Nachteile: Die kostenlose Variante von twtpoll ist nur bis zu drei Tage oder 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfügbar.

Allgemeine Hinweise

Hinweise und Anregungen können jederzeit gerne an die Graduate School der PH Heidelberg gesendet werden.

Stand: Februar 2018

Verfasserin: Bedersdorfer / Graduate School der PH Heidelberg