Frohe Festtage!

Kontaktstudium "Migration und Flucht"

Ringvorlesung: Inter-/Transkulturelle Bildung

Gemeinsame Veranstaltung von VBE und Hei-MaT zum Thema „Zusammenarbeit mit schwer erreichbare Eltern“


20.10.2017

Wie bereits 2016, so führte auch dieses Jahr das Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT) mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE)am 20.10.2017 in der AULA der PH Heidelberg eine gemeinsame Fachveranstaltung zum Thema „Zusammenarbeit mit schwer erreichbaren Eltern“ durch. Michael Seib und Toni Weber, VBE-Verantwortliche des Kreisverbandes Heidelberg/Rhein-Neckar, betonten in ihrer Begrüßungsansprachen ihre Freude, gemeinsam mit der PH Heidelberg wieder eine Fachveranstaltung auszurichten.  Prof. Dr. Havva Engin dankte dem VBE für ihr Interesse und für die gute Zusammenarbeit.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorstellung von erfolgreichen Ansätzen, mit denen schwer erreichbare Eltern nachhaltiger für Bildungsfragen ihrer Kinder gewonnen werden können. In diesem Zusammenhang präsentierten Mitarbeiter/-innen des Hei-Mat-Zentrums Modelle, die an der PH Heidelberg für diese Zielgruppe entwickelt worden sind. Auf besonderes Interesse stieß das Konzept des Laienhelferinnen-Angebots, in dessen Rahmen Mütter und Väter mit Zuwanderungshintergrund gemeinsam mit Fachkräften des Jugendamtes Migrationsfamilien in Bildungsfragen ihrer Kinder unterstützen. Deniz Konat, verantwortliche Mitarbeiterin, berichtete über bereits vorliegende Evaluationsergebnisse und zukünftige Ziele des Laienhelferinnen-Angebots, das aktuell in die dritte Qualifizierungsrunde gestartet ist.

Film-Vortrag und Podiumsgespräch „Theater als gesellschaftliche Brenngläser – Die Fluchtthematik im Spiegel aktueller Produktionen“


16.03.2017

Am 16.03.2017 fand  in der AULA der Pädagogischen Hochschule Heidelberg im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus  eine Veranstaltung des Hei-MaT-Zentrums zum Thema des künstlerischen Umgangs mit der aktuellen Fluchtthematik statt.

Eingeladen waren die Filmgruppe NUR aus Kassel – bestehend aus den Regisseuren Rike Holtz, Giorgi Abashishvili, Behrooz Karamizade, Aria Azizi, Miriam Steen, Alexandra Petkau - sowie der Theaterregisseur Dr. Hubert Habig, Leiter des [Ak.T]–heater Heidelberg.

Im Rahmen der Veranstaltung zeigte die Filmgruppe NUR Kurzfilme von Giorgi Abashishvili, Behrooz Karamizade und Aria Azizi, die bereits auf verschiedenen internationalen Festivals prämiert wurden. Alle drei Filme zeichnen aus unterschiedlichen Perspektiven Flüchtlingsschicksale nach;  im Mittelpunkt stehen  Grundfragen des Menschseins, wie „Fremdheit“, „Alleinsein“ und „Orientierung in Raum und Sprache“.

In ähnlicher Weise nährt sich auch das Theaterstück „Die grünen Schuhe“ von Dr. Hubert Habig der Thematik. Hier bringen Geflüchtete nicht ihre eigenen Flucht-Schicksale auf die Bühne, sondern von anderen Betroffenen, wodurch einerseits Distanz, andererseits Fokussierung auf zentrale menschliche Erfahrungen erzielt wird.

Im anschließenden Podiumsgespräch stellten sich die teilnehmenden Regisseure den Fragen des Publikums und berichteten von ihren neuen künstlerischen Projekten und Vorhaben.

Szene aus dem Kurzfilm „A little Room“ von Giorgi Abashishvili
Havva Engin im Gespräch mit den Regisseuren, v.l.: Hubert Habig, Aria Azizi, Giorgi Abashishvili, Behrooz Karamizade, Alexandra Petkau, Rike Holtz

Arbeitsgruppentreffen des Projekts „Optimierung von Bildungsverläufen von geflüchteten Jugendlichen in der Stadt Pforzheim“

v.l.n.r. Frau Agnol (PH Studierende), Frau Selke (Hei-MaT), Herr Gotsch (Jugendhilfeplanung Pforzheim)

24.02.2017

Am 24.02.2017 traf sich in den Seminarräumlichkeiten des Hei-MaT-Zentrums die Arbeitsgruppe des Projekts „Optimierung von Bildungsverläufen von geflüchteten Jugendlichen in der Stadt Pforzheim“. Bei diesem Projekt hat das Hei-MaT-Zentrum die wissenschaftliche Begleitung übernommen; zum einen berät es die Kommune Pforzheim bei der Umsetzung der Projektschritte, zum anderen ermöglicht Hei-MaT Studierenden des Lehramts die Durchführung von kleineren empirisch qualitativen  Studien.

Die Motivation der Stadt Pforzheim an diesem Projekt besteht darin, herauszufinden, ob die in der Kommune existierenden Bildungsangebote für geflüchtete Jugendliche deren tatsächlichen Bedarfen entsprechen oder eine Korrektur in der Angebotsstruktur notwendig erscheint. Zu diesem Zweck werden die Bildungsverläufe der in Pforzheim lebenden minderjährigen Flüchtlingsjugendlichen systematisch erhoben und ausgewertet.

Beim Arbeitsgruppentreffen wurde der aktuelle Sachstand ausgetauscht und die nächsten Arbeitsschritte besprochen. Es wurde vereinbart, das Untersuchungsdesign auch auf die Schulen vor Ort auszuweiten, welche in den vergangenen Monaten Flüchtlingsjugendliche erfolgreich beschult haben und in diesem Zusammenhang interessante Konzepte und Modelle realisierten, welche nun analysiert und beschrieben werden sollen.

Bewerbung für den dritten Durchgang im Kontaktstudium "Migration und Flucht" bis 31.03.2017 noch möglich


21.02.2017

Bis zum 31.03.2017 können sich Interessierte noch für das berufsbegleitende Kontaktstudium "Migration und Flucht" bewerben. Zur Zeit noch einige freie Plätze verfügbar.

Weitere Informationen, Flyer und Anmeldeformular finden Sie unterfolgendem Link:

Erste Schulung der Schüler-Tutorinnen und –Tutoren im Schuljahr 2016/2017 im Kooperationsprojekt „Schüler helfen Schülern“ an der IGH fand im Zentrum „Hei-MaT“ statt


04.02.2017

Am Samstag, 04.02.2017, fand die erste Schulung der Schüler-Tutorinnen und Schüler–Tutoren des Projektes „Schüler helfen Schülern“ an der IGH im Zentrum „Hei-MaT“ statt.

Auch in diesem Schuljahr nehmen viele Schülerinnen und Schüler der IGH an diesem ehrenamtlichen Projekt der Schule und des Fördervereins teil und führen sehr engagiert zweimal in der Woche ihre Lernunterstützungen im Projekt „Schüler helfen Schülern“ durch. Dabei werden sie u.a. von Lehramtsstudierenden der Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ unterstützt. Für die Tutoren-Tätigkeit gibt es ein Qualifizierungsprogramm zum interkulturellen Schüler-Tutor. Die erste Schulung für die Schüler-Tutorinnen und Schüler-Tutoren aus der IGH Heidelberg fand am 04.02.2017 statt. Obwohl der Termin wieder am Samstag lag, nahmen die Schüler-Tutoren sehr zahlreich am Qualifizierungsseminar im Hei-MaT-Zentrum teil. Studierende der Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ planten und gestalteten das Schulungsangebot, das der Projektkoordinator im Hei-Mat-Zentrum, Aykut Karatas, und die Leiterin der ZQ „Interkulturelle Lernbegleitung“, Sylvia Selke, moderierten. Inhalte in dieser Schulung waren zum einen Aspekte der Professionalisierung als Schüler-Tutor/in und zum anderen didaktische und fachliche Aspekte für die Lehr-Lernarbeit eines Tutors. Neben spielerischen Elementen wurde vor allem an Stationen gearbeitet, z.B. für die Bereiche Mathematik, Deutsch, Englisch und die Schreibwerkstatt.

 

Interkulturelle Lernbegleitung: Markt der Lernmaterialien zur Sprachbildung


03.02.2017

Am Freitag, 03.02.2017, fand im Rahmen des Hochschulseminars zur Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ der „traditionelle“ Marktplatz für Lernmaterialien zur Sprachbildung statt. Studierende, die sich aktuell in der Zusatzqualifikation befinden, und Studierende aus anderen Seminaren der Zusatzqualifikationen im Zentrum „Hei-MaT“ präsentieren hier ihre selbst entwickelten Lernmaterialien für die Spracharbeit mit zwei- und mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen aus den Lernbegleitungen.Beim „Marktplatz der individualisierten Lernmaterialien“ präsentierten die Interkulturellen Lernbegleiterinnen zum Abschluss des Semesters nicht nur die Materialien, sondern auch die Evaluationsergebnisse aus der Praxiserprobung dazu. Zum zweiten Mal präsentierten im Sekundarbereich auch die Interkulturellen Lernbegleiter/innen der Zusatzqualifikation im Profil 2 für Spracharbeit mit Flüchtlingskindern und –jugendlichen. Auch ehemalige Interkulturelle Lernbegleiter/-innen waren mit ihren Materialien vertreten. Es gab auch interessierte Gäste aus anderen Seminaren, so dass sich ein reger Ideenaustausch zwischen den Studierenden ergab und alle viele Anregungen, Tipps und Materialien für gelingende Lernarbeit in Mini-Projekten mitnehmen konnten. Ergänzend wurden Lernmaterialien aus dem Fundus der Projekt-Werkstatt zur „Interkulturellen Lernbegleitung“ von der Seminarleiterin Sylvia Selke vorgestellt.

Diese Art der Veranstaltung wurde von den Studierenden erneut sehr positiv bewertet. Besonders geschätzt wurde neben dem breiten Spektrum an Arbeitsmaterialien auch die Austauschmöglichkeit zwischen allen Studierenden. Eine Wiederholung des Marktplatzes wurde ausdrücklich gewünscht.

Zur Fotogalerie „Marktplatz der Lernmaterialien“ im Rahmen der Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“:

 

Evaluationsergebnisse - Erster Durchgang des Kontaktstudiums Migration und Flucht ein voller Erfolg


28.01.2017

Am 27.01. und 28.01.2017 fanden die Abschlusscolloquien des ersten Durchgangs des Kontaktstudiums Migration und Flucht statt. Diese berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahme wird seit April 2016 an der Pädagogischen Hochschule in Verantwortung des Heidelberger Zentrums für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT) erfolgreich angeboten.

Als Zielgruppe richtet sich das Kontaktstudium an Personen aus öffentlich-kommunalen Institutionen (öffentlicher Dienst, z.B. Jugendamt, Sozialamt, Gesundheitsamt, Bürgerbüro, Polizei, Beratungsstellen, Migrantenselbstorganisationen etc.), die im Bereich Migration und Flüchtlinge tätig sind sowie an Lehrkräfte und weitere Pädagogen aus Bildungsinstitutionen.

Im Rahmen des zweisemestrigen Kontaktstudiums an der PH Heidelberg werden folgende Inhalte abgedeckt:

  • Migrationsgeschichte und Migrationssoziologie
  • Sprachförderung Deutsch und Kommunale Integration sowie Institutionennetze
  • Rechtliche Rahmenbedingungen von Migration, Flucht und Asyl nach Deutschland
  • Religiöse Radikalisierung und Fluchttraumata
  • Pädagogische Professionalität in inter-/transkulturellen Kompetenzfeldern

Die Motivation für die Realisierung eines Kontaktstudiums begründet die Leiterin Prof. Dr. Engin wie folgt:

„Personen, die im Migrationsbereich arbeiten, sind vielfältigsten Herausforderungen ausgesetzt. Zum einen müssen sie differenziertes Wissen über die Herkunftsländer, Migrationsgründe, aufenthalts- und ausländerrechtliche Bestimmungen, Qualifikationen der Migranten und Asylsuchenden vorliegen haben, zum anderen Expertise darüber besitzen, wie die jeweiligen Personen individuell und ihren Bedarfen entsprechend unterstützt, beraten und in verschiedene Maßnahmen vor Ort in der Kommune integriert werden können.

Angesichts der aktuell hoch bleibenden Zahl von Flüchtlingen sind die Anforderungen an Fachkräfte, die im Migrationsbereich tätig sind, nochmals gestiegen. Das Kontaktstudium hat sich zum Ziel gesetzt, die Fachkräfte der Migrationsarbeit entsprechend zu qualifizieren und für die gestiegenen Anforderungen in rechtlichen, sozialen und pädagogischen Feldern handlungskompetent zu machen.“

Evaluation des ersten Durchgangs:

Die Teilnehmenden der ersten Kohorte, die im Rahmen des Abschlusscolloquiums die Ergebnisse ihrer Projektarbeit präsentierten, gaben differenzierten Einblick in ihre jeweiligen Arbeits- und Tätigkeitsschwerpunkte im Kontext der Fluchtmigration.

Die Abschlussevaluation, an der sich 20 Teilnehmende beteiligten, zeigte auf, dass diese auf unterschiedliche Art und Weise von den Inhalten des Kontaktstudiums profitiert haben. Bei einem Teil der Teilnehmenden ermöglichte die Weiterbildungsmaßnahme die Vertiefung bestehender Fachkenntnisse; ein anderer Teil nutzte die Möglichkeit, über das eigene Tätigkeitfeld hinaus institutionelle Kontakte zu knüpfen.

Die Frage, ob durch die Kursteilnahme Veränderungen des bisherigen beruflichen Arbeits- und Tätigkeitsfeldes stattfanden, beantworteten 30% der Teilnehmenden positiv. Sie gaben an, durch das Kontaktstudium eine neue berufliche Tätigkeit im Bereich <Arbeit mit Flüchtlingen> gefunden zu haben, wie beispielsweise als Integrationsbeauftragte, Ehrenamtskoordinator/in, Sprachdozent oder als Streetworker. Anderen wurden in ihrem  bisherigen Tätigkeitsfeld neue Zuständigkeiten im Kontext der Fluchtmigration zugetragen.

Die Leiterin des Kontaktstudiums zieht nach dem Abschluss des ersten Durchgangs eine insgesamt erfolgreiche Bilanz; sie sieht sich in ihrer Haltung bestätigt, dass eine fundierte berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Fluchtmigration für eine Reihe von Tätigkeitsfeldern neue Chancen und Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt eröffnet.

Der dritte Durchgang des Kontaktstudiums startet im April 2017. Aktuell werden Anmeldungen entgegengenommen; die Nachfrage ist ungebrochen hoch.

Für Fragen bezüglich des Kontaktstudiums stehen Prof. Dr. Havva Engin (engin@remove-this.ph-heidelberg.de) und Dipl. Päd. Sylvia Selke (selke@remove-this.ph-heidelberg.de) gerne zur Verfügung.

Dritter Durchgang des Kontaktstudiums Migration und Flucht


20.01.2017

Das Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT) startet ab sofort den dritten Durchgang des Kontaktstudiums Migration und Flucht.

Anmeldungen sind ab sofort möglich. Fragen sind zu richten an: mail@remove-this.hei-mat-online.de

Weitere Informationen:

Interessierte Studierende gesucht für die Durchführung von Deutsch-Kursen mit Kindern und Jugendlichen mit Flucht- und Migrationsbiografie


20.01.2017
Ab sofort!

Interessierte Studierende gesucht für die Durchführung von Deutsch-Kursen mit Kindern und Jugendlichenmit Flucht- und Migrationsbiografie

z.B. mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in der Kooperation mit dem Stift Sunnisheim in Sinsheim

Möglichkeit zur Absolvierung der Zusatzqualifikation zum „Interkulturellen Lernbegleiter/in“

Liebe Studierende,

mit der wachsenden Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Flucht- und Migrationsbiografie an Schulen stellt sich auch die Frage wie diese Kinder und Jugendlichen zügig Anschluss an die Anforderungen im deutschen Bildungssystem finden können. Dafür gibt es im Zentrum „Hei-MaT“ Kooperationsprojekte mit Schulen, dem Jugendamt Rhein-Neckar-Kreis, dem Stift Sunnisheim in Sinsheim und der Stiftung „fair chance for children“ in Mannheim.

Zur Unterstützung solcher Kinder und Jugendlichen, die Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache lernen, suchen wir vom Hei-MaT-Zentrum interessierte Studierende für Deutsch-Kurse im Rhein-Neckar-Kreis, vor allem in Sinsheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

In der Kooperation mit dem Stift Sunnisheim in Sinsheim lernen wir mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingsjugendlichen (UMF/UMA) Deutsch. In der Regel können sie noch kein Deutsch und müssen, trotz vieler weiterer Anforderungen, zunächst zügig und qualitativ gut die deutsche Sprache lernen. Dafür haben wir mit Lehramtsstudierenden der PH Heidelberg und der Uni Heidelberg in Forschungsseminaren bereits Lernmaterialien entwickelt und im Rahmen des Konzepts der „Interkulturellen Lernbegleitung“ erprobt.

Ab sofort suchen wir Sie als Studierende der PH Heidelberg oder der Uni Heidelberg für (ehrenamtliche) Unterstützung zur Durchführung von Deutsch-Kursen, auch bereits in den Unterkünften der Flüchtlingsjugendlichen im Stift Sunnisheim in Sinsheim (per S-Bahn gut erreichbar) und/ oder als Absolvent der Zusatzqualifikation. Die „Interkulturelle Lernbegleitung“ für Kinder und Jugendliche mit Migrationsbiografie findet neben Sinsheim an vielen Orten im Rhein-Neckar-Kreis statt, z.B. in Nußloch, Sandhausen, Wiesloch, Schriesheim, Ketsch, Neckargemünd, St. Ilgen u.a..

In unseren Projekten haben Sie die Chance, die Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ zu absolvieren (Bewerbung siehe Homepage), die speziell auf Deutsch-Lernkurse und fachliches Lernen mit zwei- und mehrsprachigen Lernern ausgerichtet ist.
Weitere Informationen erhalten Sie hier auf der Homepage: http://www.ph-heidelberg.de/hei-mat/home.html oder über E-Mail: selke@remove-this.ph-heidelberg.de

Auf Ihre Anmeldungen freue ich mich sehr.

Sylvia Selke

Integrationshilfe und Sprachförderung für unbegleitete minderjährige Flüchtlingsjugendliche - Studentische Interkulturelle Lernbegleiter/ innen unterstützen ehrenamtlich unbegleitete minderjährige Flüchtlingsjugendliche beim Deutsch lernen

Die Projektgruppe im Wintersemester 2016/2017 (leider fehlen einige Studierende)
20.01.2017

Ein Kooperationsprojekt mit dem Stift Sunnisheim in Sinsheim – Franz-Sigel-Berufsschule

Auch in diesem Semester unterstützen Studierende der Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ unbegleitete minderjährige Flüchtlingsjugendliche an der Franz-Sigel-Berufsschule. Die Studierenden fördern die Jugendlichen mit projektorientiertem Deutschunterricht. Dafür erarbeiten die Studierenden im Projekt- und Forschungsseminar von Sylvia Selke „Pädagogische Arbeit mit Flüchtlingskindern und –jugendlichen“ Sprachlernmaterialien, die dann an der Schule erprobt werden. Ihre Erprobungen dokumentieren und reflektieren die Studierenden und fertigen kleine Fallstudien an. Die Schulleitung und die Lehrkräfte unterstützen die Studierenden vor Ort hervorragend.

Zur Organisation der praktischen ehrenamtlichen Arbeit am Stift in Sinsheim und in der Franz-Sigel- Berufsschule: Bewerben für die Mitarbeit können sich alle interessierten Studenten/ Studentinnen. Im Projekt gilt außerdem:
1. Sie benötigen ein Erweitertes Führungszeugnis
2. Schwangere dürfen nicht unterrichten.
3. Verlässlichkeit

1. Schulung der Schüler-Tutorinnen und –Tutoren im Schuljahr 2016/2017 im Zentrum „Hei-MaT“ aus dem Kooperationsprojekt „Schüler helfen Schülern“ an der IGH

20.01.2017

Am Samstag, 04.02.2017, findet die erste Schulung der Schüler-Tutorinnen und –Tutoren des Projektes „Schüler helfen Schülern“ an der IGH im Zentrum „Hei-MaT“ statt.

Seit April 2003 gibt es an der IGH das Projekt „Schüler helfen Schülern“ (ShS). Initiiert wurde es vom Verein der Freunde der Internationalen Gesamtschule Heidelberg (IGH) e.V. Im Projekt an der IGH sind Schüler-Tutorinnen und –Tutoren im Einsatz, die zwei Mal pro Woche jüngeren Schülern aus ihrer Schule beim Lernen, der Wochenplanarbeit oder auch der Anfertigung von Hausaufgaben Unterstützung und Anleitung geben. Für eine gute Unterstützungsarbeit nehmen die Schüler-TutorInnen das Tutoren-Qualifizierungsangebot im Hei-MaT-Zentrum wahr. Im Rahmen der Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ geben Studierende wöchentlich an der IGH konkrete Unterstützung in der Projektarbeit an der Schule vor Ort. Zudem gestalten die studentischen Lernbegleiterinnen unter Anleitung des Projektmitarbeiters Herrn Aykut Karatas und der Projekt-Leiterin vom Hei-MaT-Zentrum, Frau Sylvia Selke, die Qualifizierungen der Schüler-Tutorinnen und –Tutoren. Im Rahmen dieses Projekts gibt es auch die Möglichkeit, das Professionalisierungspraktikum zu absolvieren.

Qualifizierung zur Laienhelferin/ zum Laienhelfer

20.01.2017

Wenn Sie als Mutter oder Vater Interesse an einer Unterstützungs- und Beratungstätigkeit mit Familien mit Flucht- und Migrationsgeschichte haben, selbst eine der Sprachen von MigrantInnen sprechen (Arabisch, Farsi/ Dari, Türkisch, Bulgarisch, Russisch, Italienisch u.a.) können Sie sich für eine Qualifizierung als kultursensible Laienhelferin/ kultursensibler Laienhelfer bewerben. Nach erfolgreicher Qualifizierung können Sie in Familien eingesetzt werden (Honorarbasis).

Weitere Informationen und den Kontakt finden Sie im Flyer.

29.10.2016: Geburtstagsempfang für Prof. Dr. Karl Ludwig Holtz

29.10.2016

Aus Anlass des 75. Geburtstages von Prof. Dr. Karl Ludwig Holtz lud das Institut für lösungsorientierte Beratung und Supervision (ILBS) zu einer Geburtstagsfeier ein, an dem das Leitungsteam des Hei-MaT gerne teilnahm.

Im Laufe des Abends erinnerten viele Weggefährt/innen des Jubilars an zentrale Momente in der Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Holtz und ehrten ihn für seine wissenschaftlichen Verdienste. Das Hei-MaT-Team führte anregende Gespräche und freute sich über den fachlichen Austausch mit verschiedenen ILBS-Mitgliedern.

In diesem Zusammenhang gratulieren Sylvia Selke und Havva Engin Herrn Prof. Dr. Holtz nochmals zum runden Jubiläum und freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit.

v.l. A. Nassal, S. Selke; M. Köster; Prof. Dr. Engin; Prof. Dr. Holtz
Kollegen und Weggefährten erzählen über ihre Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Holtz

Kontaktstudiums Migration und Flucht - 2. Durchgang erfolgreich gestartet

Prorektorin Prof. Dr. Heyl begrüßt die Teilnehmenden
v.l. Sylvia Selke, Prorektorin Prof. Dr. Heyl; Prof. Dr. Engin
Die Teilnehmenden des 2. Durchgangs
Die Teilnehmenden des 2. Durchgangs
Arabisch-Dozentin Asma Zarrug
Farsi-Dozent Dr. Musa Baray
11.10.2016

In Anwesenheit von Frau Prof. Dr. Verena Heyl, Prorektorin für Studium, Lehre und Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, begann am Freitag, den 07.10.2016 der 2. Durchgang des Kontaktstudiums Migration und Flucht, welcher seit April 2016 unter Leitung des Hei-MaT-Zentrums an der Hochschule angeboten wird.

Die Prorektorin zeigte sich angesichts der anhaltenden Nachfrage für Weiterqualifizierungsangebote im Bereich Migration und Flucht sehr erfreut und verwies in ihrer Begrüßungsrede auf weitere Bildungs- und Studienmöglichkeiten an der PH Heidelberg in diesem Themenkomplex.

Die Leiterinnen des Kontaktstudiums – Prof. Dr. Havva Engin und Sylvia Selke – erläuterten
in ihren Begrüßungsreden das inhaltliche Profil des Weiterbildungsangebots, was insbesondere durch die Nähe zur Praxis und durch das Sprachenangebot hervorsticht: Teilnehmende wählen zwischen einem Sprachkurs Arabisch oder Farsi und können eine Prüfung ablegen.

Den aktuellen 2. Durchgang besuchen 22 Teilnehmende aus sechs Bundesländern. Aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage wird ein 3. Durchgang im April 2017 starten; Anmeldungen hierfür werden bereits entgegen genommen.

Der erste Präsenztag (Freitag, 07.10.2016) begann mit den Sprachkursen Arabisch bzw. Farsi. Die Dozenten machten die Teilnehmenden mit den Lehrwerken vertraut und stellten die inhaltlichen Schwerpunkte des Sprachkurses vor. Die Besonderheit beider Kurse besteht darin, dass weniger der Erwerb von Grammatik und von Schriftsprache im Zentrum steht, sondern der Fokus auf den Erwerb von kommunikativer Kompetenz in Alltagssituationen gerichtet ist, damit Kursteilnehmende in Beratungskontexten einfache Gespräche mit Geflüchteten führen können.

Nach dem Sprachkurs bildeten die Schwerpunkte  „Arbeits-Migration“ und „Flucht-Migration“ den Fokus der Seminararbeit. Prof. Dr. Havva Engin gab einen historischen Überblick über verschiedene Migrationsbewegungen nach Deutschland und erarbeitete mit dem Seminar die politischen und zeithistorischen Rahmenbedingungen von Migrationsbewegungen nach Deutschland heraus. Im abschließenden Teil des ersten Präsenztermins wurde die Ausbildung des kulturellen Gedächtnisses bei Einwanderern diskutiert und zunächst am Beispiel der deutschen Auswanderung nach Nordamerika exemplifiziert.

Am zweiten Präsenztag (Samstag, 08.10.2016) stand die aktuelle Fluchtmigration nach Europa und Deutschland im Mittelpunkt der Seminararbeit. Die Teilnehmenden lernten neben den Herkunftsländern auch die jeweiligen Gründe für Flucht aus diesen kennen. Ein anderer Aspekt, dem sich das Seminar widmete, war die Erarbeitung juristischer Rahmenbedingungen in unterschiedlichen Bundesländern hinsichtlich der Anerkennungspraxis von Geflüchteten.

Ein besonderer Fokus wurde auch auf das Thema Bildungsintegration von Kindern und Jugendlichen gelegt. Im Besonderen ging es um Fragen der Zuweisung dieser Schülerklientel in Sprachlernklassen sowie um die Situation von Jugendlichen, die über 16 Jahre und damit nicht mehr vollschulpflichtig sind, aber bis zum 18. Lebensalter der Berufsschulpflicht unterstehen.

Der abschließende Seminarblock führte in den Schwerpunkt „Umgang mit den psycho-sozialen Rahmenbedingungen von Fluchtmigration sowie Traumaerfahrungen bei Geflüchteten“ ein. Die Dozentin erarbeite mit den Teilnehmenden unterschiedliche Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfestellung.

Fünfter Workshop-Termin Migration und Flucht

28.09.2016

Nach der Sommerpause fand am 16./17.09.2016 der fünfte Präsenztermin des Kontaktstudium Migration und Flucht statt.

Beide Workshoptage begannen mit dem Arabisch-Kurs; Dozentin Asma Zarrug überprüfte den in der Sommerpause erarbeiteten Lernstand der Teilnehmenden und zeigte sich mit der Progression der mündlichen Sprachkenntnisse zufrieden.

Nach dem Sprachkurs folgte der fachliche Block, der sich zwei Themenschwerpunkten widmete: Am Freitag beschäftigten sich die Gruppe mit dem Phänomen „Religiöse Radikalisierung von (muslimischen) Jugendlichen in Deutschland“ sowie „Religiöse Radikalisierung im Kontext der Flüchtlingsthematik in Deutschland“.

Die Dozentin, Prof. Dr. Havva Engin, leitete mit aktuellen Forschungsergebnissen in das Thema ein. In einem zweiten Schritt setzten sich die Teilnehmenden mit familiären, gesellschafts-politischen sowie religiösen Ursachen der Jugendradikalisierung anhand von Filmbeispielen auseinander und lernten bundesweite und regionale Projekte zur De-radikalisierung kennen.

In diesem Zusammenhang wurde – auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse und Publikationen – das relativ neue Phänomen der Radikalisierung von Geflüchteten thematisiert und auch kontrovers diskutiert und anschließend mit den Praxis-Erfahrungen der Seminarteilnehmenden gespiegelt. Im abschließenden Teil erarbeiteten die Teilnehmenden auf der Grundlage von Fallbeispielen Beratungs- und Interventionsmöglichkeiten für radikalisierte Jugendliche und Geflüchtete.

Auch am Samstag, den 17.09.2016 begann der Seminarblock mit dem Arabisch-Kurs.

Im inhaltlichen Teil stand am Samstag den, 17.09.2016 die Vertiefung der Thematik „Didaktische Modelle der Sprachförderarbeit mit Geflüchteten“.

Die Dozentinnen Sylvia Selke und Prof. Dr. Engin stellten dem Seminar unterschiedliche Zugänge der Sprach- bzw. Deutschförderung mit Geflüchteten vor, arbeiteten mit ihnen die Unterschiede in den didaktisch-methodischen Ansätzen heraus. Ebenso stellten sie geeignete und in der Praxis erfolgreich erprobte Lehr-/Lernmaterialien für das Deutschlernen vor.

Im zweiten Teil erarbeitete Havva Engin mit den Teilnehmenden Deutschlernmaterialien unter Einbeziehung der mitgebrachten Migrationssprachen. Diese hatten Gelegenheit, die Materialien auf ihre Praxistauglichkeit hin zu überprüfen sowie weitere Ideen für Arbeitsmaterialien zu generieren.

Tagung „55 Jahre Migration aus der Türkei nach Deutschland: Muttersprache – Herkunftssprache – Fremdsprache? Die Zukunft des Türkischen in Baden-Württemberg“

Prof. Dr. Huneke und Prof. Dr. Engin mit Vertretern diverser Organisationen
Prof. Dr. Huneke bei seinem Grußwort
Herr Erhan Sengül bei seinen Ausführungen
Blick in die Gruppe der Teilnehmenden
Kemal Ülker Föderation der Vereine der Türkischen Elternbeiräte in Baden
Frau Ayten Kilicarslan vom DITIB Bundesverband
Blick in die Diskussionsrunde mit den Landtagsabgeordneten
Informeller Austausch mit dem Rektor der PH Heidelberg
15.07.2016

Am 15.07.2016 wurde in der AULA der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eine Tagung anlässlich des 55. Jahrestages der Gastarbeiteranwerbung aus der Türkei nach Deutschland durchgeführt. Dementsprechend lautete der Titel: 55 Jahre Migration aus der Türkei  nach Deutschland: Muttersprache – Herkunftssprache – Fremdsprache? Die Zukunft des Türkischen in Baden-Württemberg.

Die Tagung wurde vom Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT) an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ausgerichtet. Ziel der Veranstalter war es, anlässlich des Jahrestages ein Resümee zu ziehen und aufzuzeigen, wie sich die Herkunftssprachen während des fünfzigjährigen Migrationsprozesses im deutschen Bildungssystem platzieren konnten. Zu diesem Zweck wurde der Blick auf verschiedene schulische Modelle gerichtet, in deren Rahmen die migrantischen Herkunftssprachen angeboten werden.

In seinem Grußwort wies Prof. Dr. Hans-Werner Huneke, Rektor der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, auf die Bedeutung des Tagungsthemas hin und bezeichnete die Integration von türkischstämmigen Migranten in die deutsche Gesellschaft als gelungen.

Das zweite Grußwort des Tages sprach Erhan Sengül als Vertreter des „Başbakanlık Yurtdışı Türkler ve Akraba Topluluklar Başkanlığı“, dem Amt für die im Ausland lebenden Türken und verwandter Volksgruppen. In seiner Rede wies er darauf hin, dass es im Interesse beider Länder sein müsse, dass die Bildungsintegration türkischstämmiger Migranten weiter zunehme und die Sprachkompetenz in beiden Sprachen – Deutsch und Türkisch – erhalten werde, auch weil beide Länder eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit pflegten und über 6.000 deutsche Unternehmen Niederlassungen in der Türkei hätten. Sein Amt sei bereit, Vorhaben zu unterstützen, welche das Erlernen von  Herkunftssprachen in schulisch-pädagogischen Kontexten ermöglichten.

Prof. Dr. Havva Engin präsentierte im Rahmen der Tagung die Ergebnisse ihrer repräsentativen Befragung von Schülerinnen und Schülern zu deren alltäglichen Sprachpraxis, die in Baden-Württemberg, Landesteil Baden, den Türkischunterricht in Verantwortung der konsularischen Vertretung besuchen.

Gemäß dem Veranstaltungstitel widmete sich die Tagung im weiteren Fortgang der Rolle und Bedeutung von Herkunftssprachen in Bildungsinstitutionen aus unterschiedlichen bildungspolitischen Perspektiven.

Schulrätin Miriam Aakerlund, welche das Thema aus der Perspektive des Staatlichen Schulamtes Mannheim beleuchtete, wies darauf hin, dass für die Integration der Türkisch-Lehrkräfte in die Schulkollegien Deutschkenntnisse unabdingbar seien. Insbesondere in den letzten beiden Jahren seien vermehrt Türkischlehrkräfte gekommen, die kein bzw. wenig Deutsch sprächen, woraus sich Schwierigkeiten in der administrativen Orientierung in den Schulen ergäben.

Die Perspektive der Migrantenselbstorganisationen wurde von Kemal Ülker als Vertreter der Föderation der Vereine der Türkischen Elternbeiräte in Baden und Frau Ayten Kilicarslan vom DITIB Bundesverband erläutert.

Beide wiesen auf die herausragende Rolle der Eltern bzw. der Familie für den Erhalt der Herkunftssprachen hin und begrüßten die Studienergebnisse nach lebensweltlicher Zweisprachigkeit der befragten Schülerinnen und Schüler. Sie sprachen sich dezidiert für die Überführung der migrantischen Herkunftssprachen in den schulischen Fremdsprachenkanon aus.

In der abschließenden Diskussionsrunde wies Catherine Mechler-Dupouey vom Heidelberger Ausländer-/Migrationsrat auf die Schwierigkeiten von zahlenmäßig kleineren Migrationssprachen in der Rhein-Neckar Region hin. Nahezu alle Migrantencommunities versuchten, Unterricht in den jeweiligen Herkunftssprachen anzubieten. Jedoch würden ihnen – aufgrund fehlender Ressourcen wie fehlende Unterrichtsräume, fehlendes zweisprachiges Unterrichtsmaterial sowie fehlende Lehrkräfte – viele Grenzen gesetzt.  Sie sprach sich daher für eine Bündelung der bildungspolitischen Aktivitäten der Migrantengemeinden in diesem Bereich aus.

Die an der Diskussionsrunde teilnehmenden Politiker, Manfred Kern von Bündnis 90/Grüne und Dr. Stefan Fulst-Blei von der SPD betonten in ihren Statements die Bedeutung von Herkunftskulturen und Herkunftssprachen für die hiesige Gesellschaft und sprachen sich ebenfalls dafür aus, dass zahlenmäßig große Migrationssprachen als schulische Fremdsprachen angeboten werden sollten.

Die Tagung schloss mit einem informellen Miteinander, in dessen Rahmen die Gespräche auf persönlicher Ebene weiter geführt wurden.

Erfolgreiche Durchführung des zweiten Workshops des Kontaktstudiums Migration und Flucht

27.05.2016

Am Freitag, den 27.05.2016 und am Samstag, den 28.05.2016 fand im Seminarzentrum des Hei-MaT der zweite Workshop des Kontaktstudiums Migration und Flucht statt.

Den Schwerpunkt des zweiten Workshops bildete das Thema „Sozio-historische, rechtlich-institutionelle und psycho-soziale Rahmenbedingungen von Migration und Flucht nach Deutschland“.

Wie jeder Präsenztermin begann auch Freitag, der 27.05.2016 mit dem Arabischkurs der Dozentin Asma Zarrug. Im Vordergrund des Sprachkurses steht insbesondere der Erwerb basaler kommunikativer Kompetenzen, die von Seiten der Teilnehmenden in der Berufspraxis benötigt werden.

Nach dem Sprachkurs führte Frau Prof. Dr. Havva Engin die Teilnehmenden in das Thema des Workshops ein und präsentierte aktuelle Studienergebnisse zu Lebenslagen von Migrationsfamilien in Deutschland.

Daran anschließend widmete sich der Workshop dem rechtlichen Status von Migranten und Geflüchteten in Deutschland. Für diesen Teil konnte als Dozent Dr. Daniel Beisel, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Vorsitzender der Einrichtung „SAFJ Soziale Arbeit für Familie und Jugend e.V.“ in Karlsruhe gewonnen werden.

Kenntnisreich stellte Dr. Beisel den Teilnehmenden die markantesten Besonderheiten des deutschen Ausländerrechts, bestehend aus dem Ausländergesetz (AuslG) sowie dem Asylgesetz  (AsylG), vor und exemplifizierte verschiedene Optionen der Rechtsprechung.

Im zweiten Teil erarbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam mit dem Dozenten anhand von konkreten juristischen Fallbeispielen Beratungsoptionen für verschiedene Berufsfelder heraus und diskutierten diese im Plenum.


Samstag, 28.05.2016


Der zweite Präsenztag des Workshops, Samstag, der 28.05.2016, begann wieder mit dem Arabisch-Sprachkurs, wo die Förderung der (Aus-)Sprache im Zentrum stand.

Inhaltlich fokussierte der zweite Tag auf das Thema „psycho-soziale Rahmenbedingungen von Migration und Flucht in Deutschland“. Als Dozent für diesen Bereich zeichnete sich Herr Dipl. Sozialpädagoge Ugur Dincel verantwortlich, der als Leiter der Einrichtung „mopaed – Mobile pädagogische Dienstleistungen“ aus seinem profunden fachlichen Repertoire als Sozialpädagoge, Familienhelfer und Familientrainer schöpfen konnte.

Dementsprechend breit führte er in das Themenfeld ein und konzentrierte sich, neben der Einführung in das KJHG / SGB VIII, auf den Schwerpunkt der Arbeit als SPFH – sozialpädagogische Familienhilfe sowie dem juristisch-institutionellen Prozedere im Kontext von Inobhutnahme von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen.

Kennzeichen der pädagogischen Arbeit von Ugur Dincel ist die thematische Umsetzung der zu erarbeitenden Inhalte mit Hilfe verschiedener Aktionsformen wie Diskussionsrunde, Rollenspiel oder Fallbearbeitung. Von diesem Ansatz machte er im Seminar reichlich Gebrauch.

Besuch von Dozentinnen der ERASMUS-Partnerhochschule Akdeniz Universität Antalya an der PH Heidelberg

v.l.n.r: S. Apaydin; Prof. Dr. Cakir; S. Selke
Frau Cakir beim Vortrag im Seminar von Frau Selke zum Thema Resilienz bei Jugendlichen

25.05.16

Zwischen dem 23.05.-26.05.2016 besuchten Ass.Prof. Dr. Sakine Gülfem Çakir und Frau Seval Apaydin (Akdeniz Universität Antalya/Türkei) die Pädagogische Hochschule Heidelberg.

Die Gastwissenschaftlerinnen hielten in den Lehrveranstaltungen von Frau Prof. Dr. Havva Engin und Frau Sylvia Selke Vorträge zu ihren Arbeits- und Forschungsschwerpunkten.

Beide sind an der ERASMUS-Partnerhochschule in der erziehungswissenschaftlichen Fakultät im Fachbereich „Psychologische Beratung und pädagogische Unterstützung“ tätig.  Der Fachbereich bildet  - ähnlichem dem amerikanischen Modell – Pädagogen aus, welche in allen Schulformen sowohl für Lehrkräfte als auch für Schülerinnen und Schüler und deren Eltern pädagogische (Laufbahn-)Beratung und Unterstützung bei schulischen (Lern-)Problemen bieten.

Die Gastwissenschaftlerinnen beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit Fragen der kindlichen Resilienz im Kontext von traumatischen Flucht- und Migrationserfahrungen; in ihren Vorträgen gaben sie exemplarischen Einblick in die tägliche Arbeit.

Die Vorträge stießen auf Seiten der Studierenden auf große Resonanz. In den anschließenden Diskussionen kristallisierten sich verschiedene Fragestellungen zum pädagogischen Umgang mit Trauma-Erfahrungen bei Kindern und Schülern in schulisch-institutionellen Kontexten heraus.

Die Kollegen beider Hochschulen vereinbarten daher, einige der Fragestellungen im Rahmen von internationalen Projekten nachzugehen und diesbezüglich entsprechende Forschungsanträge auszuarbeiten. Um dieses Vorhaben zu konkretisieren, soll Ende des Sommersemsesters ein Gegenbesuch der PH-Mitarbeitenden an der Partnerhochschule in Antalya stattfinden.

Zweiter Durchgang des Kontaktstudiums Migration und Flucht beginnt im Oktober 2016


20.05.2016

Aufgrund der großen Nachfrage, startet das Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT) ab Oktober 2016 den zweiten Durchgang des Kontaktstudiums Migration und Flucht.

Anmeldungen sind ab sofort möglich. Fragen sind zu richten an: mail@remove-this.hei-mat-online.de

Weitere Informationen finden Sie hier.

7. Treffen Netzwerk Familienbildung: „Familienbildung in der pluralen Gesellschaft – Transkulturalität als Herausforderung?“


05.04.2016

Auf Einladung der Geschäftsführerin des Landesfamilienrats Baden-Württemberg, Frau Rosemarie Daumüller, hielt Prof. Dr. Havva Engin auf dem 7. Treffen des Netzwerks Familienbildung in Stuttgart einen Impulsvortrag zum Thema „Familienbildung in der pluralen Gesellschaft – Transkulturalität als Herausforderung?“

In ihrem Vortrag ging Havva Engin zunächst einleitend kurz auf die Geschichte der Familienbildung in Deutschland ein und skizzierte anschließend die Ausdifferenzierung und Pluralisierung der Familienkonstellationen. Es zeigt sich, dass in diesem Kontext zwischen den alten und neuen Bundesländern weiterhin signifikante Unterschiede vorhanden sind, beispielsweise in den alten Bundesländern als Familienform die Ehepaar-Familie mit 74% dominiert, dagegen dieser Wert in den neuen Bundesländern bei 51% liegt.

Im Hinblick auf Familien mit Zuwanderungsgeschichte zeigte Prof. Dr. Havva Engin auf, dass bereits 30% der Familien in Deutschland einen so genannten Migrationshintergrund aufweisen. Auf der Grundlage aktueller Studien zeichnete die Referentin die Kennzeichen von Migrationsfamilien nach. Demnach beginnt in Familien mit Zuwanderungsgeschichte die Elternschaft früher, leben nicht volljährige Kinder überwiegend in Paarfamilien, ist das Bildungsniveau der Eltern niedriger als bei Eltern ohne Zuwanderungshintergrund, ihr Einkommen signifikant niedriger, wird ein Teil des Familieneinkommens über Transfer- und Zusatzleistungen sicher gestellt und ist das Armutsrisiko signifikant höher, insbesondere in Familien mit mehr als zwei Kindern, als in der Vergleichsgruppe. Als zentrale Erkenntnis müsse jedoch festgehalten werden, dass innerhalb der Gruppe „Familien mit Zuwanderungsgeschichte“ je nach Herkunftsland und soziale Schichtzugehörigkeit große Unterschiede existierten, so dass für Familienbildung die sozialen und ökonomischen Rahmenkontexte von herausragender Relevanz bleiben.

Im zweiten Teil ihres Vortrags skizzierte Havva Engin wie erfolgreiche Erziehungspartnerschaft in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft aussehen kann. In diesem Zusammenhang formulierte sie Gelingensbedingungen und zeigte exemplarisch Umsetzungsmöglichkeiten auf.

Neues Kontaktstudium "Migration und Flucht" ab April 2016 - Anmeldungen ab sofort möglich

Flyer des Kontaktsstudiums

21.01.2016

Das Hei-MaT an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg beginnt im April 2016 mit einem neuen Kontaktstudiengang. Hierbei handelt es sich um eine berufsbegleitende Weiterbildung mit Präsenz- und Selbststudienphasen über zwei Semester.

Warum ein Kontaktstudium?

Personen, die im Migrationsbereich arbeiten, sind vielfältigsten Herausforderungen ausgesetzt. Zum einen müssen sie differenziertes Wissen über die Herkunftsländer, Migrationsgründe, aufenthalts- und ausländerrechtliche Bestimmungen, Qualifikationen der Migranten und Asylsuchenden vorliegen haben, zum anderen Expertise darüber besitzen, wie die jeweiligen Personen individuell und ihren Bedarfen entsprechend unterstützt, beraten und in verschiedene Maßnahmen vor Ort in der Kommune integriert werden können. Angesichts der aktuell hoch bleibenden Zahl von Flüchtlingen sind die Anforderungen an Fachkräfte, die im Migrationsbereich tätig sind, nochmals gestiegen.
Das geplante Kontaktstudium setzt sich zum Ziel, die Fachkräfte der Migrationsarbeit entsprechend zu qualifizieren und für die gestiegenen Anforderungen in rechtlichen, sozialen und pädagogischen Feldern handlungskompetent zu machen.

Inhalte des Kontaktstudiums:

  • Migrationsgeschichte und Migrationssoziologie
  • Rechtliche Rahmenbedingungen von Migration, Flucht und Asyl nach Deutschland
  • Pädagogische Professionalität in inter-/transkulturellen Kompetenzfeldern
  • Sprachförderung Deutsch und Institutionennetze

Zielgruppe:

Personen aus öffentlich-kommunalen Institutionen (öffentlicher Dienst, z.B. Jugendamt, Sozialamt, Gesundheitsamt, Polizei, Beratungs-stellen, Migrantenselbstorganisationen etc.), die im Bereich Migration und Flüchtlinge tätig sind sowie Lehrkräfte und weitere Pädagogen aus Bildungsinstitutionen.

Zeitlicher Rahmen:

1. Semester: April bis Juli
2. Semester: September bis Dezember
Prüfungsphase: Januar bis Februar

Anmeldung:

Möchten Sie sich anmelden? Dann stellen wir Ihnen hier die verbindliche Anmeldung bereit. Mit der Bitte uns das Formular ausgefüllt zukommen zu lassen.

 

Weitere Informationen finden Sie hier und unter dem Unterpunkt "Kontaktstudium / Fortbildungen".

Schulung der Eltern-Assistentinnen in der Eltern-Akademie Viernheim


06.02.2016

Thema am 06.02.2016:
Didaktisch-methodische Aspekte für die praktische Arbeit mit den Modulen der Eltern-Akademie in den Elternseminaren

Am 06.02.2016 fand eine weitere Schulung der Eltern-Assistentinnen der Eltern-Akademie Viernheim statt. Die Ausbildungs-Leiterin der Transkulturellen Eltern-Akademie, Sylvia Selke, stellte dieses Mal anhand der von ihr selbst entwickelten Materialien für die transkulturelle Elternbildungsarbeit Möglichkeiten für die pädagogisch-praktische Arbeit mit Migranteneltern vor. Die Eltern-Assistentinnen konnten an verschiedenen Stationen die Materialien erproben und in einem Feedbackbogen ihre Einschätzungen dazu geben. Außerdem wurden Wege und Strategien besprochen wie die Elternseminar-Arbeit an den einzelnen Standorten noch wirksamer gestaltet werden kann.

Eindrücke aus der Schulung:

2. Schulungseinheit zu Beratung und Supervision für Laienhelferinnen des Projektes: Laienhelferinnen für kultursensiblere Eltern- und Familienarbeit


18.02.2016

Am Donnerstag, 18.02.2016 fand die zweite Schulungseinheit zu Beratung und Supervision für Laienhelferinnen dieses Projekts für kultursensiblere Eltern- und Familienarbeit. Nach Abschluss der theoretischen Ausbildungsmodule in der Qualifikation von „Laienhelferinnen“ unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Havva Engin, sind die jetzigen Schulungseinheiten eng die mit den aktuellen und künftigen Praxiseinsätzen der Laienhelferinnen verknüpft. Sylvia Selke, die die Praxiseinsätze der Frauen koordiniert, führt die Beratungs- und Supervisionen begleitend durch. Im Mittelpunkt standen in dieser Einheit Aspekte der lösungsorientierten Familienberatung unter besonderer Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit und Diversität.

 

Eine Mitarbeit im Projekt ist für interessierte Frauen und Männer weiterhin möglich.

Interessierte Studierende gesucht für die Durchführung von Deutsch-Kursen mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingsjugendlichen

Projektgruppe: Sprach- und Lernbegleitung für Flüchtlingsjugendliche – Studierende der PH Heidelberg und der Universität Heidelberg (es fehlen leider einige Mitglieder)

04.02.2016

Liebe Studierende,

mit der wachsenden Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (UMA) stellt sich auch die Frage wie diese Kinder und Jugendlichen schnell Anschluss an die Anforderungen im deutschen Bildungssystem finden können. Zur Unterstützung der Kinder und Jugendlichen und auch unserer Kooperationspartner beim Jugendamt Rhein-Neckar suchen wir vom Hei-MaT-Zentrum interessierte Studierende für Deutsch-Kurse. In der Regel können die Flüchtlinge kein Deutsch und müssen hier, trotz vieler weiterer Anforderungen an die Kinder und Jugendlichen, zuerst die Sprache lernen. Deshalb suchen wir Studierende, die bereit sind, bereits in den Unterkünften der Kinder und Jugendlichen in Sinsheim (per S-Bahn gut erreichbar) Deutschunterricht zu geben. Die teilnehmenden Studierenden arbeiten zu zweit in Tandems mit Kleingruppen. Dafür werden Sie im Rahmen der Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ speziell vorbereitet und begleitet.
Seit Oktober 2015 arbeiten bereits Studierende Der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Universität Heidelberg erfolgreich in dem Projekt mit.
Weitere Auskünfte erhalten Sie über die unten stehende E-Mail.

Auf Ihre Anmeldungen freue ich mich sehr. Sylvia Selke – Leitung des Projekts

Bitte melden Sie sich bei Interesse unter folgender E-Mail:
selke@remove-this.ph-heidelberg.de oder iqua@remove-this.ph-heidelberg.de

Prof. Dr. Havva Engin besuchte mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule Heidelberg die „Soziale Beratungsstelle für Roma“ in Mannheim

v.l.n.r: Frau Bast, Frau Reinhart und Herr Arvanitelli im Gespräch mit PH-Studierenden
v.l.n.r: Frau Reinhart und Herr Arvanitelli im Gespräch mit PH-Studierenden und Frau Engin

28.01.2016

Prof. Dr. Havva Engin besuchte am 28.01.2016 mit Studierenden ihres Seminars „Lehren und Lernen in riskanten Lebenslagen“ die „Soziale Beratungsstelle für Roma“ des Verbandes deutscher Sinti und Roma in Mannheim.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand das Kennenlernen der Projekte des Landesverbandes in Mannheim bzw. Rhein-Neckar Raum.  In diesem Zusammenhang berichteten Frau Bast und Frau Reinhart von anlaufenden bzw. geplanten Bildungsprojekten an Schulen, die sich dezidiert an Schüler und Familien in riskanten Lebenslagen widmen und insbesondere beim Übergang Schule-Berufsausbildung Unterstützung geben sollen.

Aktuell verantworten Frau Bast und Frau Reinhart im Namen von „RhomnoKher - Haus für Bildung, Kultur und Antiziganismusforschung“ das Projekt ReFiT (Regionale Förderung Inklusion und Teilhabe), welches sich ebenfalls zum Ziel gesetzt hat, die Bildungssituation von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in der Region zu verbessern.

Im zweiten Teil des Gesprächs berichtete Herr Arvanitelli, der als Experte in der „Sozialen Beratungsstelle für Roma“ in Mannheim tätig ist, von der Lebenssituation der Flüchtlinge in Mannheim bzw. Rhein-Neckar Region. Er erläuterte, mit welchen Fragen und Anliegen Ratsuchende sich an die Beratungsstelle wenden und unterstrich die große Heterogenität von Flüchtlingen und Migranten aus südosteuropäischen Ländern in sprachlicher, kultureller und rechtlicher Perspektive. Dementsprechend fände die Beratung individuell und an den Bedarfen des Einzelfalls orientiert statt.

Zum Abschluss des Gesprächs erkundigten sich die PH-Studierenden nach Möglichkeiten der (ehrenamtlichen) Unterstützung dieser Bevölkerungsgruppe im Kontext von Projekten des RhomnoKhers.

Geplant wurde, den geknüpften Kontakt zwischen Mitarbeitern der Beratungsstelle und des Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT) hinsichtlich künftiger Kooperationsprojekte weiter zu intensivieren.

1. Schulung der Schüler-Tutorinnen und –Tutoren im Kooperationsprojekt „Schüler helfen Schülern“ im Zentrum „Hei-MaT“


23.01.2016

Am Samstag, 23.01.2016, fand die erste Schulung der Schüler-Tutorinnen und –Tutoren des Projektes „Schüler helfen Schülern“ an der IGH im Zentrum „Hei-MaT“ statt.

Seit April 2003 gibt es an der IGH das Projekt „Schüler helfen Schülern“ (ShS). Initiiert wurde es vom Verein der Freunde der Internationalen Gesamtschule Heidelberg (IGH) e.V. Im Projekt an der IGH sind Schüler-Tutorinnen und –Tutoren im Einsatz, die zwei Mal pro Woche jüngeren Schülern aus ihrer Schule beim Lernen, der Wochenplanarbeit oder auch der Anfertigung von Hausaufgaben Unterstützung und Anleitung geben. Damit die Schüler-Tutoren ihre Tätigkeit professionell gestalten können, gibt es seit 2011 eine Kooperation mit dem Hei-MaT-Zentrum der PH Heidelberg. Im Rahmen der „Interkulturellen Lernbegleitung“ geben die Studierenden wöchentlich an der IGH konkrete Unterstützung in der Projektarbeit an der Schule vor Ort. Zudem gestalten die studentischen Lernbegleiterinnen unter Anleitung der wissenschaftlichen Hilfskraft im Projekt, Frau Sarah Boße, und der Projekt-Leiterin vom Hei-MaT-Zentrum, Frau Sylvia Selke, die Qualifizierungen der Schüler-Tutorinnen und –Tutoren. Außerdem gibt es im Rahmen des Projekts die Möglichkeit, dass Lehramtsstudierende ein Professionalisierungspraktikum absolvieren können.

 

Die Schulungen sind immer sehr gut nachgefragt. Auch zur ersten Schulung im Schuljahr 2015/2016 kamen viele Schüler-Tutorinnen/ -Tutoren. Es gab zwei große Themenblöcke: Motivation und Lernen mit Spaß und Spiel.

Eindrücke aus der Schulung:

Interkulturelle Lernbegleitung: Markt der Lernmaterialien zur Sprachbildung


15.01.2016

Am Freitag, 15.01.2016, fand im Rahmen des Hochschulseminars zur Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ der „traditionelle“ Marktplatz für Lernmaterialien zur Sprachbildung statt. Studierende, die sich aktuell in der Zusatzqualifikation befinden, und Studierende aus anderen Seminaren der Zusatzqualifikationen im Zentrum „Hei-MaT“ hatten vielfältige Lernmaterialien für die Spracharbeit mit zwei- und mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen vorbereitet und stellten diese vor. Zu dieser Veranstaltung stellten ersrmalig auch Lernbegleiterin der Zusatzqualifikation mit dem neuen Profil für Spracharbeit mit Flüchtlingskindern und –jugendlichen vor. Auch ehemalige Interkulturelle Lernbegleiter/-innen waren mit ihren Materialien vertreten. Die Interkulturellen Lernbegleiterinnen präsentierten bereits erprobten Lernmaterialien aus der Lernarbeit in ihrem Tandem oder ihrer Mini-Gruppe und gaben Tipps für die Lernarbeit damit. Bei Interesse konnten einige Materialien auch gleich „mitgenommen“ werden, weitere Materialien werden auf Stud.IP bereitgestellt. Zusätzlich wurden Lernmaterialien aus dem Fundus der Projekt-Werkstatt zur „Interkulturellen Lernbegleitung“ von der Seminarleiterin Sylvia Selke vorgestellt.

Diese Art der Veranstaltung wurde von den Studierenden wiederum sehr positiv bewertet. Besonders geschätzt wurde neben dem breiten Spektrum an Arbeitsmaterialien auch die Austauschmöglichkeit zwischen allen Studierenden. Eine Wiederholung des Marktplatzes wurde ausdrücklich gewünscht.

Fotos vom „Marktplatz der Lernmaterialien“ im Rahmen der Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“:

Bilaterale Sitzung der Arbeitsgruppe „Konzeption und Einrichtung eines binationalen Bachelorstudiengangs bilinguale deutsch-türkische frühkindliche Bildung und Erziehung“


15.01/16.01.2016

Am 15.01/16.01.2016 fand an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg die erste Sitzung der bilateralen Arbeitsgruppe zur Konzeption und Einrichtung eines Bachelorstudiengangs bilinguale deutsch-türkische frühkindliche Bildung und Erziehung an den Hochschulstandorten Akdeniz Universität Antalya und Pädagogische Hochschule Heidelberg statt. Für die türkische Seite nahmen an der Sitzung Prof. Dr. Erol Esen, Leiter des AKVAM (Zentrum für Europäische Studien) sowie Frau Dr. Reyhan Kuyumcu  (Universität Kiel) teil, welche die inhaltliche Koordinierung des Projektes zwischen beiden Standorten verantwortet.

Von Seiten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg waren am Arbeitsgruppentreffen Frau Prof. Dr. Roos, Leiterin des Studiengangs FELBI (Frühkindliche Elementarbildung), Frau Henrike Schön, Leiterin des Akademischen Auslandsamtes sowie Prof. Dr. Havva Engin, Leiterin des Hei-MaT, Senatsbeauftragte für die ERASMUS-Hochschulpartnerschaft mit der Akdeniz-Universität sowie Ansprechpartnerin für das Projekt auf Seiten der PH Heidelberg, anwesend.

Vor dem Treffen der Arbeitsgruppe kamen Prof. Dr. Esen und Frau Prof. Dr. Engin zu einem Gespräch mit dem Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Hans-Werner Huneke, zusammen und unterrichteten ihn über die aktuellen hochschulpolitischen Entwicklungen an beiden Hochschulstandorten. Der Rektor der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sicherte dem Vorhaben nochmals seine Unterstützung zu und informierte sich ausführlich über die anstehenden Arbeitsschritte.

In diesem Zusammenhang nahm Prof. Dr. Huneke die Vortragseinladung des AKVAM – Zentrum für Europäische Studien an. Das Zentrum wird anlässlich des 55. Jahrestages des Beginns der Arbeitsmigration aus der Türkei nach Europa im Mai d.J.  an der Akdeniz Universität eine Tagung ausrichten.

Kooperationsprojekt mit Zusatzqualifikation

 
Oktober/November/Dezember 2015

Studentische Sprach- und Lernbegleiter/ -innen für Flüchtlingsjugendliche

Kooperation mit dem Stift Sunnisheim in Sinsheim zur Unterstützung des Lernens mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
Projekt-Leitung und Konzeption: Sylvia Selke

Mit der wachsenden Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (UMF) stellt sich besonders die Frage wie diese Kinder und Jugendlichen schnell Anschluss an die Anforderungen im deutschen Bildungssystem finden können. Zur Unterstützung dieser Kinder und Jugendlichen sowie auch unserer Kooperationspartner beim Jugendamt Rhein-Neckar-Kreis wurde im Oktober 2015 am Stift Sunnisheim in Sinsheim zur Unterstützung der Bildungs- und Lernarbeit mit den ‚UMF‘ in den VAB-O-Klassen der Franz Sigel Schule sowie in den Wohngruppen eine Kooperation zwischen dem Stift und dem Hei-MaT-Zentrum der PH Heidelberg gestartet.

Die Flüchtlinge sollen an der Schule in ihrem „Vorbereitungsjahr Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse“ bestmöglich unterstützt werden. Dafür kommen regelmäßig studentische Lernbegleiterinnen und –begleiter an die Schule und lernen mit den Flüchtlingsjugendlichen in kleinen Lernsequenzen Deutsch. Dabei werden die Studierenden von der Schulleitung und den Lehrkräften der beruflichen Schule sehr kooperativ unterstützt.

Im Rahmen der Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ und eines begleitenden Projektseminars zum Thema „Lernen mit Flüchtlingskindern und -jugendlichen“ werden gemeinsam mit den Studierenden Lehr-Lern-Sequenzen für die Sprachbildung von Anfang an entwickelt und erprobt. Das begleitende Projektseminar an der PH Heidelberg von Sylvia Selke dient dem Theorie-Praxis-Transfer, der Vermittlung grundlegender theoretischer, pädagogischer und didaktisch-methodischer Kompetenzen und der Evaluation.

Am 29.10.2015 gab es eine Auftaktveranstaltung am Stift Sunnisheim für alle Beteiligten. Der Geschäftsführer des Stifts, Bernhard Kovar, stellte den Studierenden die Einrichtung vor und betonte, dass sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stift auf die Unterstützung durch die Studierenden freuen. Viele der Mitarbeiterinnen aus den einzelnen Bereichen des Stifts, wie z.B. Lehrkräfte aus der Franz Sigel Schule oder die Bereichsleitung der Wohngruppen, waren gekommen, um sich den Studierenden direkt vorstellen zu können. Auch die Studierenden berichteten gern über sich und ihre Erwartungen an die Arbeit mit den Flüchtlingsjugendlichen. Der Beginn der gemeinsamen Arbeit wurde auf die Woche nach den Herbstferien festgelegt. Zum Abschluss konnten weitere Erfahrungen am reichhaltigen Kuchenbuffet ausgetauscht werden.

Seit November 2015 läuft die Kooperation erfolgreich. Die studentischen Lernbegleiterinnen und –begleiter haben zu den Jugendlichen gute Beziehungen aufbauen können und verzeichnen erste Lernerfolge.

Seit September 2015 wird ein pädagogisches Konzept für die Sprach- und Lernbegleitung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingsjugendlichen am Stift Sunnisheim in Sinsheim entwickelt.
Bis Oktober 2015 wurde die Kooperation mit dem Jugendamt und dem Stift aufgebaut und seit November 2015 sind die studentischen Begleiter/- innen im Stift im Einsatz und sammeln erste Erfahrungen.
Hier erste Impressionen.

Auftaktveranstaltung am 29.10.2015 im Stift Sunnisheim in Sinsheim – Begrüßung durch den Geschäftsführer Herrn Kovar
Gebäude der Franz Sigel Schule
Gruppenbild der studentischen Sprach- und Lernbegleiterinnen und -lernbegleiter
(einige Studierende fehlen)
Begleitseminar zum Jahresabschluss
Begleitseminar zum Jahresabschluss
Erprobung von Lernmaterial
Jugendliche aus unserem Projekt
 

Konrad-Adenauer-Stiftung: Tagung „Flüchtlinge in Deutschland – Schaffen wir das?“

v.l.: Wolfang Müller (Hamm), Prof. Dr. Engin (PH HD); Dr. von Wilamowitz-Moellendorff; Hermann Josef Arentz (CDU; Köln)
 
06.12.2015, Bad Honnef

Am 05./06.12.2015 nahm Prof.‘in Dr. Havva Engin an der Tagung der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema „Flüchtlinge in Deutschland – Schaffen wir das?“ unter Leitung von Dr. Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff in Bad Honnef teil. In ihrem Vortrag führte Havva Engin mit aktuellen Daten und Fakten zur gegenwärtigen Situation von Flüchtlingswanderungen nach Europa bzw. Deutschland in das Thema ein. Sie wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die aktuellen Flüchtlingswanderungen – durch den sehr hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter – in erster Linie hohe Anforderungen an die kommunale Bildungspolitik und an die Bildungsinstitutionen vor Ort stellen. So hätten immer noch nicht genügend Eltern mit Fluchtgeschichte Informationen darüber, dass ihre Kinder bereits nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland einen Kindergarten besuchen könnten. Ebenso gäbe es zeitliche Verzögerungen bei der Beschulung von Kindern und Jugendlichen, da an vielen Schulen nicht genügend Plätze in Auffang- bzw. Vorbereitungsklassen vorhanden seien.

Einen weiteren Schwerpunkt des Vortrags bildete das Thema der Entwicklung von Sprachförder- und Unterrichtmaterialien für Flüchtlingskinder, was durch den Umstand erschwert werde, dass nicht nur Kinder mit den unterschiedlichsten Sprachen zuzögen, sondern der Bildungsstand der Kinder je nach Land erheblich variiere. Was vielen in Deutschland nicht bekannt sei, wäre der Umstand, dass sehr viele Schüler erst einmal die lateinische Schrift lernen müssten, was Zeit benötige.

Im dritten Teil des Vortrags fokussierte Havva Engin thematisch auf den Übergang Schule-Ausbildungssystem und exemplifizierte mit Beispielen aus verschiedenen Bundesländern, wie gegenwärtig junge Flüchtlinge auf einen Schulabschluss vorbereitet werden und wie der Übergang in das Berufsleben erfolgt. Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang bereits jetzt der Ansatz über längere Betriebspraktika, welche die Potenziale, Neigungen, aber auch fachlichen Grenzen der Jugendlichen aufzudecken helfen.Angesichts der großen Zahl des Zuzugs von Flüchtlingen aus Ländern mit sehr patriarchalischen und politisch-autoritären Strukturen plädierte Prof. Dr. Engin für die Vermittlung von politischen, gesellschaftlichen und religiös-ethischen Grundwerten der hiesigen Gesellschaft als Querschnittsaufgabe aller schulischen Fächer. Zu diesem Zweck müssten idealerweise die Schulkollegien eine fachliche Weiterqualifizierung erhalten.

Des Weiteren sprach sich Havva Engin für eine Neuaufstellung der Elternbildung im Sinne einer Erziehungspartnerschaft mit Migrationseltern aus, die häufig den Erwartungshorizont der deutschen Bildungsinstitutionen nicht kennten und daher nicht wüssten, wie sie ihre Kinder aktiv unterstützen könnten .Auch sei es mittlerweile bildungspolitisch überfällig, ausgewählte Migrationssprachen als schulische Fremdsprachen in die Stundentafel aufzunehmen, um damit allen Interessierten die Chance zu ermöglichen, von Anbeginn fachlich und fundiert diese Sprachen zu lernen und bilinguale Sprachkompetenz zu erwerben. Damit könnten Ressourcen von Zuwandererkindern aktiviert werden, die als Reichtum für das deutsche Bildungssystem bzw. für die Gesellschaft zu bewerten seien.

Qualitätstag der Pädagogischen Hochschule Heidelberg 2015

Nadine Rath präsentiert Ergebnisse aus der Interkulturellen Lernbegleitung ihres Kindes.
Chariklia Iosifidou berichtet von ersten Erfahrungen in der Lernbegleitung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.
 
24.11.2015, Bericht vom Q-Tag
Von Sylvia Selke, mit Unterstützung der Interkulturellen Lernbegleiterinnen Nadine Rath und Chariklia Iosifidou

Im Rahmen des Qualitätstags der Hochschule stellte Sylvia Selke vom Zentrum „Hei-MaT“ die Zusatzqualifikationen für Studierende vor. Eine der zentralsten Aufgaben der Lehreraus- und -weiterbildung besteht darin, die künftigen Lehrkräfte angemessener als bisher auf die schulischen Bedingungen von kultureller und sprachlicher Diversität vorzubereiten. Die Zusatzqualifikationen bieten Studierenden die Möglichkeit, sich für solche Aspekte migrationsbedingter Heterogenität in der Schule und anderen pädagogischen Arbeitsfeldern besonders zu qualifizieren. So ist es den Studierenden möglich, bereits während des Studiums ein Profil im Hinblick auf ihre spätere berufliche Tätigkeit aufzubauen, indem sie pädagogische Handlungsperspektiven für die Bereiche Migration, Diversität und Flucht gewinnen und diese mit Aspekten von Zwei- und Mehrsprachigkeit koppeln lernen. Die Studierenden können ihr Engagement im Rahmen zweier Zusatzqualifikationen in ihr Studium einbinden. In der Zusatzqualifikation „Migration und Diversität“ geht es u.a. darum, sich grundlegendes Wissen über Erziehungs- und Sozialisationsbedingungen im Migrationskontext anzueignen und grundlegende Kenntnisse in mindestens einer Migrantensprache zu erwerben. Bisher bestehen dafür Möglichkeiten in der türkischen und in der arabischen Sprache. Ergänzt wird die theoretische Qualifikation durch ein Praktikum. Damit unterstützt diese ZQ auch die Internationalisierung der PH Heidelberg im Bereich der ERASMUS-Partnerschaften mit der Türkei.

Die Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ ist ein pädagogisches Konzept, das zum Ziel hat, Studierende über diesen individualisierten Lehr-Lernansatz zu befähigen, mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund oder Flüchtlingsbiografie entsprechend ihrem Entwicklungsstand und individuellen Lernbedarfen pädagogisch erfolgreich zu arbeiten. Ziel für die Kinder ist es, ihnen den ersten Schritt oder den Einstieg ins deutsche Bildungssystem bzw. in den Regelklassenunterricht zu erleichtern, für in Deutschland geborene Migrantenkinder ihre bisherigen schulischen Erfolge zu steigern. „Interkulturelle Lernbegleiter“ lernen in drei Theoriemodulen und einem einjährigen Praxismodul, passgerechte Angebote an diese Zielgruppe zu entwickeln und ergänzend zum Regelunterricht an der Schule diese Förderung umzusetzen. Der Theorie-Praxis-Transfer zu Aspekten von Migration, Diversität und Inklusion sowie der Kenntniserwerb in Deutsch als Zweitsprache für die Vermittlung von Fachinhalten in individualisierten Lernkontexten stehen im Mittelpunkt.

Mit dem Konzept „Interkulturelle Lernbegleitung“ steht ein praxisbezogener Ansatz für die Bildungs- und Lernarbeit zur Verfügung, der auch Kindern ohne schulische Vorerfahrungen in ihren Biografien und ohne Deutschkenntnisse helfen kann, die Basiskompetenzen für einen erfolgreichen Schulbesuch auszubilden. Dafür wird seit Wintersemester 2015/2016 das Konzept mit einem Spezialisierungsprofil für die pädagogische Arbeit mit Flüchtlingskindern und -jugendlichen ausgebaut. Zunächst stehen Basiskompetenzen in der deutschen Sprache sowie für die Bildungs- und Lernarbeit im Vordergrund, um die Beteiligung dieser Zielgruppe an den Angeboten des Bildungssystems zu ermöglichen. Zur Zeit erprobt eine Gruppe von 21 Studierenden das Konzept mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingsjugendlichen am Stift Sunnisheim in Sinsheim. Über erste Erfahrungen berichtete die Interkulturelle Lernbegleiterin Chariklia Iosifidou.

Schulung der Eltern-Assistentinnen der Eltern-Akademie Viernheim

 
20.11.2015

Thema:
Planungshilfen für die Elternbildungsarbeit in der Eltern-Akademie – Didaktisch-methodische Kompetenzen

In der Eltern-Akademie Viernheim im Verein Lernmobil e.V. fand am 20.11.2015 eine weitere Schulung der Eltern-Assistentinnen statt. Sylvia Selke, die die Eltern-Assistentinnen seit 2013 nach einem eigens entwickelten Konzept qualifiziert, bot eine Schulung zu didaktischer Kompetenz in der Elternbildungsarbeit an. Anhand der Module für Elternbildungsarbeit der Eltern-Akademie wurden didaktisch-methodische Kompetenzen vermittelt und auch mit kurzen Video-Sequenzen trainiert. Der Verein Lernmobil e.V. Viernheim bietet an allen Viernheimer Grundschulen Elternseminare an, die von den Eltern-Assistentinnen durchgeführt werden. Eltern von ‚Vorlaufskindern‘, die meist auch einen Migrationshintergrund aufweisen, nehmen an den Seminaren teil und finden dort die Möglichkeit ihr Wissen um Themen wie Vorlesen, Dialogisches Lesen, den Umgang mit Mehrsprachigkeit zu erweitern und können ihre Erfahrungen systematisch austauschen und gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Fachvortrag Gelingende Erziehungspartnerschaft – Rolle der Lehrerinnen und Lehrer für eine kultursensible Elternbildung

Prof. Dr. Havva Engin; © Foto: Föderation der Türkischen Schul-Elternvereine in Baden
 
20.11.2015

Auf Einladung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg hielt Frau Prof. Dr. Havva Engin im Rahmen der Einführungsveranstaltung für neue türkische muttersprachliche Lehrkräfte am 20.11.2015 in Bad Wildbad einen Einführungsvortrag mit dem Titel „Gelingende Erziehungspartnerschaft – Rolle der Lehrerinnen und Lehrer für eine kultursensible Elternbildung“.Sie stellte in diesem Zusammenhang die Ergebnisse der von ihr 2014 im Rahmen des Projekts „Heidelberg Veli Akademisi“ durchgeführten Untersuchung mit türkischen Muttersprachenlehrkräften im Landesteil Baden vor. Im Zentrum der Studie stand die Herausarbeitung von Erfahrungen und Einstellungen der Muttersprachenlehrkräfte in der Arbeit mit türkischstämmigen Schüler/innen sowie deren Eltern. Bei ihren Ausführungen konzentrierte sich Referentin insbesondere auf folgende Ergebnisse:

Muttersprachenlehrkräfte bilden für viele Eltern eine zentrale Brückenfunktion zw. Familie und Schule:

  • Die Eltern(bildungs)arbeit an den Schulstandorten findet überwiegend in Form von Elternabenden, Elternsprechtagen und Elterntreffs statt;
  • In drei Viertel der Schulen findet Eltern(bildungs)arbeit ausschließlich in deutscher Sprache statt; nur in 25% zweisprachig. (Türkischsprachige) Migranteneltern mit schlechten Deutschkenntnissen können daher vom Beratungsangebot nur unzureichend profitieren.

Muttersprachenlehrkräfte geben Eltern bei vielen pädagogischen Fragen konkrete Unterstützung:

  • Muttersprachenlehrkräfte geben an, mit nahezu allen türkischsprechenden Eltern Kontakt zu haben, allerdings ist dieser eher unregelmäßig;
  • Elterliche Erwartungen sehen sie im Hinblick auf Vermittlung der türkischen Sprache, Disziplin, Lösung von schulischen Problemen durch Gespräche mit Schulleitung bzw. Lehrkräften;
  • Die elterlichen Probleme mit dem deutschen Schulsystem werden nach Ansicht der Muttersprachenlehrkräfte in der Hauptsache durch unzureichende Deutschkenntnisse, niedriges Bildungsniveau/Bildungsarmut, fehlendes Wissen über den Aufbau und Funktionsweise des deutschen Bildungssystems und dem Gefühl der Ausgrenzung verursacht;
  • Wenn Elterninformation/-beratung für türkischsprachige Eltern vorhanden, so werden diese nahezu ausschließlich von Muttersprachenlehrkräften angeboten und durchgeführt

Muttersprachenlehrkräfte fordern die Etablierung flächendeckender Elternberatungsangebote an den Schulen für Eltern mit (türkischem) Migrationshintergrund ein:

  • Die Lösung sehen sie im Aufbau flächendeckender institutioneller Unterstützungsstrukturen;
  • Elternbildungsseminare und Deutschkurse; Muttersprachenlehrkräfte unterstützen die Eltern durch: individuelle Beratung, Elternseminare, Kontaktaufnahme zur Schulleitung und Lehrkräften, Informationen über den Türkisch-Unterricht.

Muttersprachenlehrkräfte fordern gezielt Kooperationsmöglichkeiten mit einheimischen Lehrkräften:

  • Muttersprachenlehrkräfte möchten von der didaktischen und methodischen Unterrichtsexpertise der deutschen Lehrkräfte profitieren, um ihren Unterricht besser auf die Bedarfe der türkischsprachigen Schülerinnen und Schüler auszurichten.
  • Muttersprachenlehrkräfte möchten die Beratungskompetenz deutscher Lehrkräfte besser kennen lernen, um Eltern mit (türkischem) Migrationshintergrund besser beraten und unterstützen zu können.

IMPULS Deutschland Stiftung: Fachvortrag „Erziehungspartnerschaft mit Migrationseltern und Flüchtlingsfamilien“

v.l.: Prof. Dr. Havva Engin, Peter Weber (Vortstand IMPULS), Maximilian Schrecker (Bundeskoordinator, IMPULS); Dr. Apolonia Franco Elizondo (Programmmanagerin IMPULS)
Blick ins Publikum
 
19.11.2015

Auf Einladung der IMPULS Deutschland Stiftung hielt Frau Prof. Dr. Havva Engin auf der Regionaltagung des Veranstalters in Frankfurt einen Fachvortrag zum Thema „Erziehungspartnerschaft mit Migrationseltern und Flüchtlingsfamilien“.

In ihrem Vortrag ging die Referierende insbesondere auf die Situation von Flüchtlingsfamilien ein und nannte eingangs  Zahlen und Fakten zu Familien und ihren Kindern, die nach Deutschland kommen. Den Schwerpunkt legte Frau Prof. Dr. Engin auf die Erfahrungen, die Familien und Kinder auf der Flucht machen sowie auf deren psycho-soziale Befindlichkeiten in institutionellen Kontexten. Im Fokus ihres Vortrages stand die Darstellung von Gelingensbedingungen einer Erziehungspartnerschaft zwischen Bildungsinstitutionen und Migration- bzw. Flüchtlingseltern. Frau Engin ging auf aktuelle Forschungsergebnisse ein und stellte Praxisprojekte vor, die sie und ihr Team in Heidelberg und Umgebung realisierten.
Der anschließende Austausch mit den anwesenden Kita-Expertinnen gestaltete sich als sehr lebhaft, was als Beweis von hohem Interesse zu sehen ist.
So zeigten sich – anknüpfend an den bisherigen Erfahrungen der Expertinnen mit Migrationseltern und Flüchtlingsfamilien – dass viel stärker in den Bereichen „Elternaktivierung und Elterneinbindung“ sowie der Erstellung zwei-/mehrsprachiger Informations- und Arbeitsmaterialien gearbeitet bzw. investiert werden muss. Noch immer scheint es nicht selbstverständlich, dass die mitgebrachten Kulturen und Sprachen der Migranten und Flüchtlinge als Bildungsressource verstanden werden.
Nach dem Vortrag stellte Frau Dr. Franco Elizando von IMPULS Deutschland Projekte vor, die ihre Institution im Bereich „Arbeit mit Flüchtlingseltern“  in den vergangenen Wochen neu konzipiert und an verschiedenen Standorten implementiert hat.

Podiumsgespräch: Flüchtlinge in der Rhein-Neckar Region – Herkunftsländer, Lebensumstände und gesellschaftlich-politische Herausforderungen

Blick ins Publikum
Die Podiumsteilnehmerinnen (v.l.): Frau Bismar, Fau Duchrow, Prof. Dr. Sliwka, Prof. Dr. Engin, Dr. West, Frau Mechler-Dupouey, Frau Schell

17.11.2015

Am 17.112015 fand an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg anlässlich der Aufführung des Theaterstückes „Die grünen Schuhe“ eine Podiumsdiskussion zum Thema „Die Situation von Flüchtlingen in der Rhein-Neckar-Region“ statt. Wie in anderen Regionen der Republik auch, bemühen sich auch in Nordbaden viele staatliche und kommunale Behörden sowie Verbände, Vereine und Initiativen um eine reibungslose Aufnahme der Menschen, darunter auch viele Kinder. Auf dem Podium berichteten die aus unterschiedlichen Bereichen geladenen Expertinnen von ihren Erfahrungen aus der Flüchtlingsarbeit und diskutierten, welcher Lösungsansätze es bedarf, um die Situation – sowohl für die Neuankömmlinge als auch für die Aufnahmegesellschaft - zu verbessern.

Am Podiumsgespräch nahmen teil: Prof.‘in Dr. Anne Sliwka (Uni Heidelberg, Institut für Bildungswissenschaft), Dr. Christina West (Uni Heidelberg – Koordinatorin Urban Office), Frau Ulrike Duchrow (Asylarbeitskreis Heidelberg e.V.), Frau Catherine Mechler-Dupouey (Interkultureller Elternverein Heidelberg und Mitglied des Ausländer-/Migrationsrates Heidelberg), Frau Hanadi Bismar (Dossenheim, arbeitet mit Flüchtlingsfamilien), Frau Larissa Schell (PH Heidelberg, Lehramtsstudentin, arbeitet mit Flüchtlingskindern in der Erstaufnahmestelle Patrick-Henry-Village). Moderiert wurde die Veranstaltung von  Prof.‘in Dr. Havva Engin (PH Heidelberg, Hei-MaT).

Ein Hauptthema des Gesprächs bildete die Unterbringung der Flüchtlinge. Wie in anderen Regionen, so steht auch im Rhein-Neckar Raum nicht genug Platz für Unterbringung und Wohnen zur Verfügung und vielen Gebäuden, in denen die Flüchtlinge einquartiert werden mussten, sind die sanitären Einrichtungen veraltet bzw. angesichts der großen Zahl überlastet; die notwendigen Renovierungsarbeiten wurden als aufwendig und zeitintensiv eingeschätzt.

Dr. Christina West sprach sich bei ihren Ausführungen dafür aus, über andere bzw. neue Formen des Wohnens nachzudenken. So sei zu überlegen, ob Menschen, die über genügend Wohnraum verfügen, diesen nicht mit Flüchtlingsfamilien teilten. Besonders für ältere Menschen wäre dies eine Chance, mit jüngeren Generationen zusammen zu leben und Unterstützung zu erhalten.Prof. Dr. Anne Sliwka von der Universität Heidelberg beschrieb auf die Frage, welche Praxis-Modelle andere Länder, die ebenfalls aktuell Flüchtlinge aufnehmen, umsetzen, das kanadische Modell und erläuterte sehr detailliert, wie dort die schulische Kontakt-/Erstaufnahme von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen realisiert wird. An den Ausführungen wurde deutlich, dass Deutschland diesbezüglich Einiges im Sinne von gelungener Praxis lernen kann. Frau Bismar erzählte von ihren persönlichen Eindrücken aus der Arbeit mit syrischen Familien aus Dossenheim. Sie betonte die hohe Bildungsaspiration sowohl von Eltern als auch der Kinder und hofft, dass die jungen Generationen schulisch wie beruflich Anschluss finden werden. Auch eine Lehramtsstudierende von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Larissa Schell, saß auf dem Podium und beschrieb ihre intensiven Eindrücke und Erfahrungen aus der Arbeit mit Flüchtlingskindern im Erstaufnahmelager Patrick-Henry-Village. Sie ermunterte ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen auf, ebenfalls ehrenamtlich in der Kinder-bzw. Jugendarbeit tätig zu werden und so einen Einblick in die Lebensumstände von Asylbewerbern zu erhalten. Frau Schell betonte, dass ihr die Tätigkeit über das Fachliche hinaus sehr viel auf der menschlichen Ebene gebe. Im Laufe des Gesprächs betonten alle Podiumsteilnehmerinnen, dass weiterhin eine hohe Bereitschaft in der Bevölkerung und insbesondere innerhalb der Studierenden vorhanden sei, den Ankommenden unterstützend zur Seite zu stehen; sie berichteten von prägenden Begegnungen mit Ehrenamtlichen, die in unterschiedlichsten Bereichen Flüchtlingsarbeit leisten.

Hei-MaT und AKVAM bei Fachtagung in Antalya. Konzeption eines bilingualen Studiengangs zu frühkindlicher Bildung

Prof. Dr. Havva Engin von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Prof. Dr. Esen von der Akdeniz Universität Antalya äußerten sich nach Tagungsende sehr zuversichtlich hinsichtlich der nächsten Projekt- bzw. Konzeptionsschritte.

11.11.2015

Am 11.11.2015 und 12.11.2015 fand in Verantwortung des „AKVAM- Zentrum für europäische Studien“ der Akdeniz Universität in Antalya eine Fach- und Expertentagung zum Thema frühkindliche bilinguale Bildung und Erziehung statt.

Anfang November d.J. starteten die beiden Hochschulen – Universität Antalya und die Pädagogische Hochschule Heidelberg – das gemeinsame  Kooperationsprojekt „Bilingual deutsch-türkische frühkindliche Bildung und Erziehung“, das von den beiden Zentren AKVAM (Antalya)  und Hei-MaT (Heidelberg) verantwortlich geleitet wird.

Die gemeinsame Expertenkonferenz setzte sich zum Ziel, einer breiteren Fachöffentlichkeit das Kooperationsprojekt und den aktuellen Stand vorzustellen. Von besonderer Bedeutung für die Tagung war die Teilnahme verschiedener Kindergartenleitungen aus Deutschland und der Türkei, die bereits bilingual deutsch-türkische bzw. deutsch-russische Angebote installiert haben und über ihre bisherigen Erfahrungen berichteten.

Am zweiten Tag der Tagung diskutierten die teilnehmenden Experten neben den institutionell-organisatorischen Rahmenbedingungen auch die fachlich-inhaltlichen Notwendigkeiten der Konzeption und Implementierung eines Bachelorstudiengang „Deutsch-Türkischer Studiengang für bilinguale frühkindliche Bildung“, der an den beiden beteiligten Hochschulen aufgebaut werden soll.

Die Projektphase des Vorhabens wird mit Mitteln des „Amtes für die Belange der im Ausland lebenden Türken“ (Yurtdışı Türkler Başkanlığı) unterstützt.

Sinsheim: Vortrag „Gelingende Bildungspartnerschaft in der kultursensiblen Arbeit mit Migrationsfamilien“

Inge Baumgärtner mit Prof. Dr. Havva Engin

09.11.2015

Auf Einladung des Integrationsbeauftragten der Stadt Sinsheim, Frau Inge Baumgärtner, hielt Prof. Dr. Havva Engin am 09.11.2015  für Expertinnen und Experten aus den Bereichen vorschulische Bildung, Schule und Bildungspolitik im Rathaussaal der Stadt einen Vortrag zum Thema „Gelingende Bildungspartnerschaft in der kultursensiblen Arbeit mit Migrationsfamilien“.

Die Referentin führte in das Thema ein, indem sie zunächst aktuelle Zahlen zu Migrationsfamilien und Flüchtlingen in Deutschland nannte. Des Weiteren konzentrierte sich der Vortrag auf die theoretische Rahmung der Thematik. In diesem Zusammenhang stellte die Vortragende Ergebnisse internationaler, nationaler wie eigener Untersuchungen vor, die aufzeigen, warum bisher die Zusammenarbeit zwischen Bildungsinstitutionen und Migrationsfamilien nicht optimal verlaufen ist. Als ein zentrales Defizit kann die weiterhin zu wenig ausgebildete inter-/transkulturelle Perspektive in den Institutionen genannt werden. Dies bedeutet, dass trotz soziokultureller und sprachlicher Ausdifferenzierung der familiären Lebenslagen in den vergangenen Jahrzehnten die Bildungsinstitutionen und die Pädagogen zu wenig Kenntnis darüber haben, mit welchen Einstellungen, Werten und Erwartungen insbesondere Eltern mit Zuwanderungshintergrund ihre Kinder erziehen.

Im zweiten Teil des Vortrages konzentrierte sich Prof. Dr. Engin auf die Vorstellung von einigen Good practice Beispielen zur Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Bildungsinstitutionen und Elternhaus und zeichnete nach, welche Veränderungen und Schritte notwendig sind, damit Institutionen sich in Richtung inter-/transkulturelle Kompetenz weiter entwickeln können.

Neue ERASMUS-Partnerschaft und Kooperationsprojekt mit der Akdeniz Universität Antalya

28.10.2015

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg ist im Wintersemester 2015-16 im Rahmen des ERASMUS-Programms eine neue Partnerschaft eingegangen. Es handelt sich hierbei um die Akdeniz Universität in Antalya. Die Zusammenarbeit erfolgt zwischen dem Institut für Erziehungswissenschaft der PH Heidelberg und der Faculty of Political Sciences der Partnerhochschule. Die Beauftragte für die neue Partnerschaft ist an der PH Heidelberg Prof.’in Dr. Havva Engin; an der Akdeniz Universität ist es Prof. Dr. Erol Esen.

Detaillierte Informationen über die ERASMUS-Partnerhochschule sowie zu Prof. Dr. Esen sind über folgende Links abrufbar:

•    http://en.akdeniz.edu.tr/en/
•    http://akvam.akdeniz.edu.tr/kurumsal.i14.akvam-yonetim-kurulu

Kooperationsprojekt zwischen der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Akdeniz Universität Antalya

Eine immer größer werdende Zahl von Kindern und Jugendlichen wächst mit mindestens zwei Sprachen auf; häufig handelt es sich hierbei um migrantische Herkunftssprachen. Zu denen zahlenmäßig am stärksten vertretenen Migrationssprachen zählt das Türkische.
Das Kooperationsprojekt „Bilingual deutsch-türkische frühkindliche Bildung und Erziehung“, das vom  „Zentrum für europäische Studien“ der Akdeniz Universität Antalya und dem „Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik“ (HeiMaT) der Pädagogischen Hochschule Heidelberg getragen wird, reagiert auf diese gesellschaftliche Realität.
Das Ziel besteht darin, ein bilingual deutsch-türkisches Sprachlernkonzept für Kinder in elementarpädagogischen Einrichtungen zu entwickeln und zu erproben. Darüber hinaus werden in ausgewählten elementarpädagogischen Projekteinrichtungen in Heidelberg und Antalya pädagogische Fachkräfte im Rahmen eines Fortbildungsprogramms für die bilinguale Arbeit vorbereitet.
Gefördert wird das Kooperationsprojekt mit Mitteln des „Amtes für die Belange der im Ausland lebenden Türken“ (Yurtdışı Türkler Başkanlığı).
Das Projekt startet im November mit einer Auftaktkonferenz in Antalya und hat zunächst eine Laufzeit von acht Monaten. Es ist vorgesehen, bis Frühjahr 2016 das Curriculum fertig zu stellen und mit der Qualifizierung der Fachkräfte zu beginnen. Im Falle einer positiven Evaluation planen die beteiligten Partner, das Kooperationsprojekt zu einem transnationalen Bachelorstudiengang „Deutsch-Türkischer Studiengang für bilinguale frühkindliche Bildung“ auszubauen.


Projekt „Laienhelferinnen für kultursensible Elternbildung“

Sylvia Selke (re.) mit Müttern des aktuellen Qualifizierungslehrgangs
16.10.2015

Am Freitag, den 16.10.2015 fand in den Räumen des Hei-MaT e.V. die dritte Sitzung des aktuellen Qualifizierungsdurchgangs des Projekts „Laienhelferinnen für kultursensible Elternbildung“ statt.
In diesem Zusammenhang waren zwei Neuzugänge zu begrüßen: zwei Mütter mit türkischem Zuwanderungshintergrund werden nun ebenfalls zu Laienhelferinnen qualifiziert und das Jugendamt Rhein-Neckar-Kreis in der Arbeit mit türkischsprachigen Familien unterstützen.
Das Thema der dritten Sitzung widmete sich dem Schwerpunkt <Aktuelle Flucht und Migration –Beratungsnetzwerke für Flüchtlinge und etablierte Migranten in der Region>.  Zu diesem Zweck wurden die aktuellen Flüchtlingszahlen erarbeitet und diskutiert. Der Schwerpunkt lag auf dem Erkennen von Bedarfslagen von Flüchtlingsfamilien und deren Beratung in den Herkunftssprachen. Im zweiten Teil der Sitzung wurden die regionalen Beratungs- und Bildungsangebote für migrantische Familien und ihre Kinder vorgestellt.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen und der sprunghaft angestiegenen Zahl von Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, hat dieser Aspekt nochmals stark an Relevanz gewonnen. Die Laienhelferinnen waren beeindruckt zu sehen, dass in der Zwischenzeit in der Rhein-Neckar Region eine Reihe von Angeboten für Migrantenfamilien vorgehalten werden.
Die nächste Sitzung des Laienhelferinnen-Projekts ist für Freitag, den 13.11.2015 terminiert.

Bildungskongress der Frankfurter Buchmesse „Vielfalt gestalten – Chancen erkennen. Kita und Schule in veränderten Lebenswelten“

Flüchtlingskinder beim Deutschlernen in einer Vorbereitungsklasse in Heidelberg
14.10.2015

Der diesjährige Bildungskongress der Frankfurter Buchmesse fand am 14.10.2015 statt und hatte sich den Titel „Vielfalt gestalten – Chancen erkennen. Kita und Schule in veränderten Lebenswelten“ gegeben.
Den Kongress leitete Prof. Dr. Fthenakis mit einem Vortrag zum Thema „Kindliche Entwicklungen in veränderten Lebenswelten verstehen und stärken“ ein.  Aspekte dieses Themenkomplexes, wie „Zusammenarbeit mit Eltern“, „Kindliche Mehrsprachigkeit“ und „Interkulturelle Kompetenzen in der pädagogischen Arbeit“ wurden anschließend in Workshops aufgegriffen und diskutiert.
Frau Prof. Dr. Havva Engin hielt den zweiten Hauptvortrag des Kongresses;  er widmete sich dem Thema „Interkulturelle Lernziele in einer inklusiven Bildung“.  Die Referentin appellierte an die anwesenden politischen Vertreter wie Pädagogen, die Fehler der Vergangenheit bezüglich der schulischen Eingliederung von Zuwanderkindern nicht zu wiederholen, d.h., Kinder und Jugendliche nicht in separierenden Beschulungsmaßnahmen zu belassen und für den Deutschunterricht Kolleginnen und Kollegen mit Sprachförderexpertise bereit zu stellen.
Sie führte aus, dass es in diesem Zusammenhang pädagogisch zielführender sei, nicht den Defizitblick zu verfolgen, sondern die mitgebrachten sprachlichen und kulturellen Ressourcen der Schüler stärker in den Blick zu nehmen und diese für das Deutschlernen zu aktivieren.
In der anschließenden Podiumsdiskussion sprach sich Prof. Dr. Havva Engin für die Stärkung der pädagogischen Diagnosekompetenzen von Lehrkräften in so genannten Aufnahmeklassen aus, damit diese die sehr heterogene Schülerklientel angemessen sprachlich und fachlich fördern könnten.
Darüber hinaus plädierte sie für die Aufwertung von Migrationssprachen in schulischen Kontexten und für die Einführung des Angebots von Migrationssprachen als schulische Fremdsprachen, durchgehend von der Primar- bis in die Sekundarstufe.

Delegation des afghanischen Bildungsministeriums besuchte die PH Heidelberg

Die Delegation mit Frau Horn an der Gemeinschaftsschule
Arbeit in der Vorbereitungsklasse
13.10.2015

Am 13.10.2015 besuchte, begleitet von Frau Dianne Denton und Frau Andrea Mueller, beide Mitarbeiterinnen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), eine Delegation des afghanischen Bildungsministeriums die Pädagogische Hochschule Heidelberg und das Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT).
Den Anlass des Besuchs bildete das Vorhaben des afghanischen Bildungsministeriums, einen Studiengang für die Ausbildung von Primarlehrern einzurichten. In diesem Zusammenhang führte die Delegation Gespräche mit der Hochschulleitung und besuchte in Begleitung von Frau Prof. Dr. Havva Engin die Geschwister-Scholl Gemeinschaftsschule in Heidelberg, wo sie von Seiten der Rektorin Frau Horn herzlich empfangen wurden und Gelegenheit erhielten, in verschiedenen Vorbereitungsklassen mit Flüchtlingskindern zu hospitieren.
Das Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik wird den Kontakt zu den afghanischen Bildungsexperten weiter vertiefen und diesen seine Expertise im Bereich zwei-/mehrsprachige Lehr-/Lernmaterialien zur Verfügung stellen.

Tagung „Angekommen in der Einwanderungsgesellschaft –Ethnische Vielfalt als Erfolgsmodell“

Villa La Collina - Fondazione Konrad Adenauer in Cadenabbia/Italien
04.10.2015

Zwischen dem 04.10.2015 und 08.10.2015 nahm Frau Prof. Dr. Havva Engin an der Fachtagung „Angekommen in der Einwanderungsgesellschaft –Ethnische Vielfalt als Erfolgsmodell“ der Konrad-Adenauer Stiftung in der Villa La Collina -  Fondazione Konrad Adenauer in Cadenabbia/Italien teil. In diesem Zusammenhang hielt sie einen Vortrag zum Titel „Bildungsintegration von jungen Flüchtlingen – Chancen und Herausforderungen“ Dabei fokussierte sie stark auf die Situation unbegleiteter schulpflichtiger Flüchtlingsjugendlichen.
Neben der Vorstellung von aktuellen Zahlen und Daten zu Alterskohorten, Herkunftsländern und dem Bildungsniveau der Flüchtlingsjugendlichen, stellte sie aktuelle Programme der Bundesregierung zur Bildungsintegration für die Zielgruppe vor und formulierte  - ausgehend von bisherigen bildungspolitischen Erfahrungen zur Migration - Handlungsempfehlungen für eine gelingende Eingliederung der Jugendlichen in die Bildungsinstitutionen.Im zweiten Teil ihres Vortrages widmete sich Havva Engin dem Thema „Lehrerprofessionalität im Kontext einer von Diversität gekennzeichneten Schülerschaft“. Sie stellte in diesem Zusammenhang notwendige Kompetenzen für ein angemessenes pädagogisches Handeln von Lehrkräften vor und untermauerte diese mit aktuellen Forschungsergebnissen. Als zentrale Kompetenzdimension hob sie die Diagnostische Kompetenz heraus, gefolgt von Didaktisch-methodischer Kompetenz sowie Kommunikations- und Teamkompetenz.
Im abschließenden Teil des Vortrages griff Havva Engin das Thema „Interkulturelle Schulentwicklung“ auf;  sie plädierte dafür, diesen immer wichtiger werdenden Bildungsbereich nicht losgelöst von aktuellen Inklusionsdebatten zu betrachten und damit Interkulturalität als eine zentrale Dimension von Inklusiver Schule zu verstehen.

Schulische Aufwertung des Herkunftssprachenunterrichts

02.10.2015

Am 02.10.2015 fand in den Räumlichkeiten der Volkshochschule Hannover eine Kooperationsveranstaltung des niedersächsischen Kultusministeriums, dem Volkshochschullandesverband Niedersachsen und dem Sprachtestanbieter telc zum Thema „Herkunftssprachlicher Unterricht im Sekundarbereich“ statt. Anlass des Fachsymposions sind Überlegungen des Kultusministeriums, den Herkunftssprachenunterricht auf die Sekundarstufe zu erweitern und diesen damit pädagogisch aufzuwerten.

Der Vormittag des Fachsymposions war der Übergabe von Sprachzertifikaten an Schülerinnen und Schülern durch Kultusministerin Heiligenstadt gewidmet, die diese für ihre erfolgreiche Teilnahme am polnisch und türkisch sprachigen Herkunftssprachenunterricht ehrte.
Im Nachmittagsteil der Veranstaltung referierte Frau Prof. Dr. Havva Engin zum Schwerpunkt „Die Bedeutung der Herkunftssprachen in Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft.“ Zu Beginn des Vortrags wies die Referentin auf die unterschiedlichen schulorganisatorischen und rechtlichen Regelungen hinsichtlich der Umsetzung des herkunftssprachlichen Unterrichts in den verschiedenen Bundesländern hin. Sie interpretierte die Verschiedenheit mit dem fehlenden politischen Willen der Kultusministerien nach Aufwertung der Herkunftssprachen analog den schulischen Fremdsprachen. Stattdessen müsse sich der Herkunftssprachenunterricht in ambivalenten  und widersprüchlichen Diskussionen  um schulische Mehrsprachigkeit rechtfertigen.
Im Hauptteil des Vortrags fokussierte Havva Engin auf aktuelle Untersuchungsergebnisse, die belegen, dass eine hohe Sprachkompetenz in den Herkunftssprachen einen schnellen und altersangemessenen Zweitspracherwerb maßgeblich unterstützt. Als Resümee forderte sie einen bildungspolitischen Perspektivwechsel ein. Sie appellierte migrationsbedingte Zwei-/Mehrsprachigkeit als gesellschaftliche Ressource anzuerkennen und nicht für politische Integrationsdiskurse zu instrumentalisieren.
Im abschließenden Teil des Symposions formulierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Fachforen konzeptionelle Vorschläge zur Weiterentwicklung des Herkunftssprachenunterrichts in der Sekundarstufe für die Bereiche Curriculumsentwicklung und Lehrerqualifizierung , die dann im größeren Plenum vorgestellt und diskutiert wurden.

Interessierte Studierende gesucht für die Durchführung von Deutsch-Kursen mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Liebe Studierende,

mit der wachsenden Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (UMF) stellt sich auch die Frage wie diese Kinder und Jugendlichen schnell Anschluss an die Anforderungen im deutschen Bildungssystem finden können. Zur Unterstützung der Kinder und Jugendlichen und auch unserer Kooperationspartner beim Jugendamt Rhein-Neckar suchen wir vom Hei-MaT-Zentrum interessierte Studierende für Deutsch-Kurse. In der Regel können die Flüchtlinge kein Deutsch und müssen hier, trotz vieler weiterer Anforderungen an die Kinder und Jugendlichen, zuerst die Sprache lernen. Deshalb suchen wir Studierende, die bereit sind, bereits in den Unterkünften der Kinder und Jugendlichen in Sinsheim (per S-Bahn gut erreichbar) Deutschunterricht zu geben. Dafür werden Sie im Rahmen der Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ speziell vorbereitet. Weitere Auskünfte erhalten Sie über die unten stehende E-Mail.

Auf Ihre Anmeldungen freue ich mich sehr.

Sylvia Selke

Bitte melden Sie sich bei Interesse unter folgender E-Mail:
selke@ph-heidelberg.de oder iqua@ph-heidelberg.de

Tagung „Vielfalt von Anfang an – Akzeptanz von Unterschiedlichkeit“ – Cogulculugu yasamak – Farklilikari kabullenmek

v.l.n.r.: W. Endres, A. Sliwka, H. Engin, S. Brühl
Blick ins Publikum
25.09.2015

Am 25./26.09.2015 fand an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg die von der päd-aktiv-Akademie ausgetragene Tagung „Vielfalt von Anfang an – Akzeptanz von Unterschiedlichkeit“ statt, welche sich verschiedenen Dimensionen von Inklusion in Kindergarten und Schule widmete. In diesem Zusammenhang führten namhafte Referentinnen und Referenten in ihre Forschungs- und Arbeitsfelder ein und zeigten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Handlungsperspektiven auf.

Prof. Dr. Havva Engin von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sprach auf dem Kongress zum Thema „Was hat Migration mit Inklusion zu tun? Unterrichts- und Schulentwicklung in der Einwanderungsgesellschaft“. In ihrem Vortrag umriss die Referentin zunächst die Geschichte der neueren Zuwanderung nach Deutschland und skizzierte, mit welchen bildungspolitischen und schul-/unterrichtsorganisatorischen Maßnahmen das Bildungssystem auf die Anwesenheit von Zuwandererkindern reagierte.
In diesem Zusammenhang nahm sie zur Frage der fehlenden Bildungsgerechtigkeit im deutschen Bildungssystem Stellung und formulierte – anknüpfend an aktuelle nationale und internationale Inklusionsdiskurse - bildungspolitische, strukturelle und pädagogische Maßnahmen, die notwendig erscheinen, Kinder und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte und aus sozial benachteiligten Milieus künftig an Bildungserfolg heranzuführen und damit den Anspruch von Chancengerechtigkeit für alle Bürgerinnen und Bürger zu realisieren.

Am 26.09.2015 nahm Prof. Dr. Engin, neben Prof. Dr. Anne Sliwka von der Universität Heidelberg und Stephan Brühl vom Bildungsbüro Heidelberg an der von Wolfgang Endres moderierten Podiumsdiskussion zum Thema „Inklusion – Im Spannungsfeld von Anspruch und Wirklichkeit“ teil.
Hier ging Havva Engin auf das Thema Inklusion im Kontext aktueller Flüchtlingsdebatten ein und mahnte an, die Fehler der 1980er und 1990er Jahre in Bezug auf die Eingliederung von Ausländerschülern nicht zu wiederholen, denn Forschungen der letzten Jahre zeigten, dass insbesondere gegenüber dieser Schülerklientel umgesetzte separierende Beschulungsformen wie die Einrichtung von Ausländerklassen deren erfolgreiche Bildungsintegration mit erschwerten.

Fortbildungsreihe des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Schuljahr 2015-/2016 zum Thema „Sprachförderung / DaZ“

Die FortbildungsteilnehmerInnen der Veranstaltung am 24.09.2015
v.l.n.r.: R. Theilmann, I. Koch-Ruin, H. Engin, R. Thormann
24.09.2015

Am Donnerstag, den 24.09.2015 fand in Karlsruhe – unter der Leitung von Rena Thorman, Rosi Theilmann und Irmgard Ruin-Koch -  die erste von insgesamt drei Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Sprachförderung / DaZ“ des Regierungspräsidiums Karlsruhe statt.
Die Fortbildungsveranstaltung widmete sich im ersten Teil dem Schwerpunkt „Deutsch-/Spracherwerb von Kindern und Jugendlichen im Kontext von Migration und den Bedingungen für den Spracherwerb DaZ“.

Die Referentin Prof. Dr. Havva Engin ging in ihrem Vortrag insbesondere auf die Situation von Flüchtlingskindern und –jugendlichen ein, die in den vergangenen Monaten und Wochen in verschiedene Schulformen in Baden-Württemberg aufgenommen wurden und nun in so genannten Vorbereitungsklassen  (VKL) beschult werden. In diesem Zusammenhang begründete die Referentin gegenüber den teilnehmenden Lehrkräften, warum es pädagogisch und didaktisch zielführender ist, bei dieser Schülergruppe den Deutscherwerb mit zweisprachigen Unterrichtsmaterialen und Büchern anzuleiten. Sie referierte den Forschungsstand zur Rolle der Mutter-/Herkunftssprache beim Zweitsprach-/Deutscherwerb und gab Beispiele aus der eigenen pädagogischen Arbeit.

Im zweiten Teil der Veranstaltung führte Bernd Mumbach in das Thema „Umgang mit Traumatisierungen bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte“ ein.

Die Veranstaltung endete mit der Vorstellung und Erläuterung der Verwaltungsvorschrift 2008 durch Rena Thormann, welche die Grundlage Rechtliche Grundlagen für die Einrichtung von Vorbereitungsklassen (VKL) bildet.

Vortrag und Diskussion zum Thema „Der Bildungswert von Herkunftssprachen“ in Heidelberg

27.07.2015

Auf Einladung des Ausländerrat/Migrationsrat der Stadt Heidelberg hielt Frau Prof. Dr. Havva Engin am 27.07.2015, 17:00 Uhr, in den Räumlichkeiten der „Selbständige Evangelisch-Reformierte Kirche (ERK) Heidelberg“ auf dem Landfried-Areal im Rahmen der „Anhörung zur Pflege der Herkunftssprachen“ einen Vortrag zum Thema „Der Bildungswert von Herkunftssprachen“.

Zu Beginn ihres Vortrags wies Frau Prof. Dr. Engin darauf hin, dass die individuelle Zwei-/Mehrsprachigkeit  weltweit die Normalität und Einsprachigkeit die Ausnahme darstelle. Auch von Seiten der EU würde die Zwei-/Mehrsprachigkeit der Bürgerinnen und Bürger politische Unterstützung erfahren; aktuell würden in den Staaten der EU, neben den offiziell-amtlichen Sprachen, über 400 Regionalsprachen und Dialekte gesprochen.

In Hauptteil ihres Vortrags ging die Referentin auf den Aspekt der gesellschaftlichen Anerkennung von Herkunftssprachen ein und wies darauf hin, dass insbesondere in Deutschland das Ansehen und das Prestige von (Migrations)Sprachen vom gesellschaftlich-politischen Ansehen seiner Sprecherinnen und Sprecher abhinge. So genossen Sprachen wie türkisch, arabisch, polnisch oder russisch – obwohl sie von einer großen Zahl von Menschen gesprochen würden – kaum gesellschaftliches Ansehen, so dass ihre Vermittlung in pädagogisch-schulischen Kontexten bisher kein bildungspolitisches Anliegen dargestellt habe. Dabei besäßen diese Sprachen ein großes Bildungspotenzial für die Gesamtgesellschaft und müssten stärker als bisher gesellschaftlich und bildungspolitisch wahrgenommen und anerkannt werden.

Im Schlussteil des Vortrages präsentierte Prof. Dr. Engin Studien-Ergebnisse, die zeigen, dass die Förderung der individuellen Gesamtsprachkompetenz von Schülerinnen und Schülern insbesondere positive Effekte auf den Erwerb der deutschen Sprache hat.

Im Diskussionsteil formulierte die Referentin kurz- und mittelfristige Handlungsstrategien und Vorschläge, wie die Herkunftssprachen / Migrationssprachen künftig besser in pädagogisch-schulische Angebote einzubinden wären, sodass sie allen Interessierten offen stehen.

Veranstaltung mit Frau Prof. Dr. Feruzan Gündoğar stieß bei bilingual deutsch-türkisch sprechenden Lehramtsstudierenden auf Interesse

16.07.2015

Im Rahmen der bestehenden ERASMUS-Hochschulpartnerschaft zwischen der Marmara Universität Istanbul und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg besuchte Frau Prof. Dr. Feruzan Gündoğar am 16.07.2015 auf Einladung der PH Heidelberg die Hochschule.

In diesem Zusammenhang hielt Frau Gündoğar einen Vortrag zum Thema „Fach- und/oder Kompetenzorientierte (Neu-)Ausrichtung der Lehrerausbildung an türkischen Universitäten“ und bot den interessierten Studierenden einen Workshop zum Thema „Lehrerbildung in der Türkei - Einstellungschancen für bilingual deutsch-türkisch qualifizierte Lehrkräfte“. Das Angebot stieß – trotz kurzfristiger Einladung - auf Interesse bei bilingual deutsch-türkisch sprechenden Lehramtsstudierenden an der PH Heidelberg.

Im ersten Teil ihres fundierten Vortrags gab Frau Prof. Dr. Gündoğar interessante Einblicke in das türkische Bildungssystem. Demnach besuchen in der Türkei rund 18 Millionen Schüler die Schule und werden von rund 920.000 Lehrkräften unterrichtet. Die Schulpflicht beträgt acht Schuljahre und die Schülerschaft teilt sich nach der Grundschule auf verschiedene Sekundarschulformen auf. Anders als in Deutschland, müssen die Schüler beim Übergang in die weitführende Schulstufe eine zentrale Prüfung ablegen und können auf der Grundlage der erzielten Prüfungsleistung sich an den jeweiligen Schulformen anmelden.

Der zweite Teil des Vortrags widmete sich dem Hochschulsystem in der Türkei. So studieren rund 3 Millionen Studierende an 193 Universitäten (davon 84 private und Stiftungsuniversität), wobei eine Konzentration auf die Regionen Istanbul (500.000 Studierende) Ankara (260.000 Studierende) und Izmir (145.000)  Universitäten) festzustellen ist. Jährlich beenden rund 50.000 Lehramtsstudierende ihre akademische Ausbildung, doch können nicht alle zeitnah in den Schuldienst übernommen werden.

Im abschließenden Vortragsteil erläuterte die Referentin anschaulich das Lehramtsstudium an türkischen Hochschulen. Es ist, anders als in Deutschland, möglich, sowohl an den pädagogischen Fakultäten als auch an den geisteswissenschaftlichen Fakultäten ein Lehramtsstudium aufzunehmen, wobei letzteres ein zusätzliches einjähriges Zertifikatsstudium beinhaltet. Es war darüber hinaus zu erfahren, dass das Lehramtsstudium in der Türkei fundamental überarbeitet und ähnlich dem deutschen System eine einjährige Referendariatsphase mit abschließenden Prüfungen erhält.

Im Workshop skizzierte Frau Prof. Gündoğar zunächst die Arbeitsbedingungen an türkischen Schulen, um in einem zweiten Schritt die Optionen für eine Lehrtätigkeit für deutsche Lehrkräfte vorzustellen. Demnach sind für diese Gruppe die Einsatzmöglichkeiten in der Türkei teilweise sehr attraktiv, wenn bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sind. Ob diese im Einzelnen vorlagen, klärte die Referentin in bilateralen Gesprächen mit den Teilnehmenden.

Angesichts der vorhandenen Nachfrage unter den Studierenden bezüglich der Thematik, wurde beschlossen, diese Veranstaltung in naher Zukunft erneut an der PH Heidelberg durchzuführen.

Beratungskompetenz in Konfliktfeldern - Schulungsreihe an der Abendakademie Mannheim

Juli 2015

An der Abendakademie Mannheim findet seit Juli 2015 eine Schulungsreihe für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Themenfeld „Beratungskompetenz in Konfliktfeldern“ statt. Das Schulungskonzept mit fünf Modulen wurde von Sylvia Selke speziell auf die Bedarfe der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erarbeitet und seit Juli werden die Schulungen von ihr mit zwei Gruppen durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen lösungsorientierte Beratungsansätze und Methoden zur Konfliktbearbeitung für die inter-/ transkulturelle pädagogische Praxis und für zunächst individuell und im engeren Team angestrebte Umsetzungsprozesse am Arbeitsplatz. Im November 2015 findet das nächste Modul statt.

Interkulturelle Lernbegleitung: Marktplatz für Lernmaterialien zur Sprachbildung

12.06.2015

Am Freitag, 12.06.15, fand im Rahmen des Hochschulseminars zur Zusatzqualifikation „Interkulturelle Lernbegleitung“ der „traditionelle“ Marktplatz für Lernmaterialien zur Sprachbildung statt. Studierende, die sich aktuell in der Zusatzqualifikation befinden, und Studierende aus anderen Seminaren der Zusatzqualifikationen im Zentrum „Hei-MaT“ hatten vielfältige und erprobte Lernmaterialien für die Spracharbeit mit zwei- und mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen vorbereitet und stellten diese vor. Zu dieser Veranstaltung stellten auch ehemalige Interkulturelle Lernbegleiter/-innen ihre Materialien zur Verfügung. Die Interkulturellen Lernbegleiterinnen präsentierten ihre bereits erprobten Lernmaterialien aus der Lernarbeit in ihrem Tandem oder ihrer Mini-Gruppe. Bei Interesse konnten einige Materialien auch gleich „mitgenommen“ werden, weitere Materialien werden auf Stud.IP bereitgestellt. Zusätzlich wurden Lernmaterialien aus dem Fundus der Projekt-Werkstatt zur „Interkulturellen Lernbegleitung“ von der Seminarleiterin Sylvia Selke vorgestellt.

Diese Art der Veranstaltung wurde von den Studierenden sehr positiv bewertet. Besonders geschätzt wurde neben der Möglichkeit ein breites Spektrum an Arbeitsmaterialien kennenzulernen auch die Austauschmöglichkeit zwischen allen Studierenden. Eine Wiederholung des Marktplatzes wurde gewünscht.

 
 
 
 
 

Informationsabend für Eltern im Kath. Kindergarten Heilig Kreuz in Mannheim

10.06.2015

Am Mittwoch, 10.06.2015, führten Prof. Dr. Havva Engin und Sylvia Selke im Rahmen des Programms „Motorik ABC“ eine Informationsveranstaltung für Eltern zum Themenbereich „Kindliche Ernährung und Alltagsbewegung“ durch. Die Leitung der Kita-Teams hatte die beiden Referentinnen dazu eingeladen. Die Beteiligung seitens der Eltern war überschaubar. Aber alle anwesenden Mütter zeigten großes Interesse an der Thematik und so konnten interessante und intensive Diskussionen zu den angesprochenen Themen geführt werden. Einen Diskussionsschwerpunkt bildete u.a. das Themenfeld „Lebensmittel in der Werbung“. Die Mütter nahmen interessiert zur Kenntnis, dass nach Untersuchungen („Marktcheck“) von Verbraucherzentralen ca. 63 % der Gesundheitsversprechen auf Lebensmitteln irreführend sind. Sie sind entweder gar nicht erlaubt oder übertrieben. Außerdem wies jedes dritte als gesund beworbene Lebensmittel so ungünstige Nährwerte auf, dass Gesundheitswerbung eigentlich nicht möglich sein dürfte.

Neben solchen inhaltlichen Fragen interessierte die Eltern besonders, wie sie gesunde Ernährung und Bewegung am besten in den Familienalltag integrieren können. Für die Erzieherinnen und Eltern gab es außerdem mehrsprachiges Informationsmaterial.