Evaluation des Pilotprojekts „Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus“

Das Pilotprojekt „Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus“ wird im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und der Gemeinnützigen Elternstiftung Baden-Württemberg an 32 Schulen in Baden-Württemberg durchgeführt. Ziel des im Jahre 2010 begonnen Projekts ist eine Erhöhung der schulischen Teilhabe von Eltern. Eine gelingende Partnerschaft der Bereiche Schule und Elternhaus soll Kinder und Jugendliche in ihrem schulischen Alltag bekräftigen, um eine erfolgreiche Bildungsbiographie zu ermöglichen. Das Projekt schließt dabei die gesamte Elternschaft ein, nimmt jedoch auch besondere Rücksicht auf die Einbindung von Familien mit Migrationshintergrund sowie Familien in schwierigen sozialen Lagen. Zentral ist eine Minderung von Barrieren, beispielsweise in sprachlicher oder auch kultureller Hinsicht, welche eine Partizipation am schulischen Leben begrenzen. Das Projekt fokussiert eine langfristige Vernetzung von Eltern und Schule, bei einer nachhaltigen Einbindung der Konzepte in das Schulprogramm. Zentral ist dabei auch die Verankerung des Projektgedankens im Bereich der Elternvertretung und auch der Schulkonferenz.

Eine Erhöhung der Teilhabe von Eltern soll im Rahmen der Studie über ein neuartiges Konzept umgesetzt werden: Die Brücke zwischen den Institutionen Schule und Familie wird in Form von Tandems, bestehend aus mindestens einer Lehrkraft und mindestens einem Elternteil („Eltern-Lehrer-Tandems“), die als „soziokulturelle Mittler“ an den Schulen auftreten, geschlagen. Dabei wird die Bedeutsamkeit einer gleichberechtigten Zusammenarbeit der Tandem-Partner betont. Die Eltern-Lehrer-Tandems arbeiten darauf hin, ein verlässliches System an Ansprechpartnern für Eltern, Lehrkräfte, weitere Akteure auf schulischer Ebene wie auch außerschulische Partner bereitzustellen. Hierbei agieren die soziokulturellen Mittler als Verbindungsglied zwischen den relevanten Gruppen.

Um das Eltern-Lehrer-Tandem für eben diese und weitere Aufgaben zu qualifizieren, bereitet die Gemeinnützige Elternstiftung Baden-Württemberg die soziokulturellen Mittler auf Ihre Tätigkeit, gerade an Schulen, die von einem hohen Anteil an Familien mit Migrationshintergrund sowie Familien aus bildungsfernen gesellschaftlichen Schichten geprägt sind, vor. Den Tandem-Partnern wird ein Referent zur Seite gestellt, welcher die Tandems durch Schulungen für die Arbeit als soziokulturelle Mittler befähigt. Mit Unterstützung der Referenten stellen die Eltern-Lehrer-Tandems Angebote bereit, welche konkret auf den Bedarf am jeweiligen Standort zugeschnitten werden können. Den Tandem-Partnern obliegt dabei die Planung und kontinuierliche Bereitstellung von niedrigschwelligen Angeboten, Projekten und Informationsveranstaltungen für die Zielgruppe der Eltern. Diese sollen für die Themen „Bildung“ und „Erziehung“ sensibilisiert und befähigt werden, ein Bewusstsein über ihre Aufgaben und ihre Verantwortung in diesen Bereichen zu entwickeln. Auch die Lehrkräfte stellen eine zentrale Zielgruppe des Projekts dar. Über das Angebot schulinterner Fortbildungen erhalten Lehrkräfte die Möglichkeit, sich auf die Lebenslagen der Familien besser einzustellen und ihre interkulturellen Kompetenzen zu erhöhen. Zusätzlich ist eine Kooperation mit außerschulischen Partnern in der Konzeption des Projekts verankert.

Die Evaluation des Pilotprojekts „Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus“ wird vom Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik der Pädagogischen Hochschule Heidelberg durchgeführt. Methodisch kombiniert die wissenschaftliche Begleitforschung eine quantitative Datenerhebung im Querschnittsdesign mit einer qualitativen Befragung. Im Rahmen der quantitativen Erhebung werden zielgruppenspezifische Fragebögen für die Tandem-Partner, die Schulleitungen, das Lehrerkollegium wie auch die Referenten als Befragungsinstrument konstruiert, um in der ersten Phase eine relativ breite und umfassende Datenbasis zu gewinnen. Im Zentrum der Befragungen steht das Eltern-Lehrer-Tandem mit den spezifischen Angeboten und Projekterfahrungen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist auch die allgemeine Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule an den verschiedenen Schulstandorten. In einer zweiten, qualitativ ausgerichteten Phase werden mit Hilfe von leitfadengestützten Interviews tiefergehende Informationen über zentrale Akteure erhoben.

Weitere Informationen zum Projekt:
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg:
http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/menu/1377656/index.html

 

Gemeinnützige Elternstiftung Baden Württemberg: 
http://www.elternstiftung.de/

Ansprechpartnerin

Projetleitung: Hei-MaT
Projektmitarbeiterin: Sarah Oberländer, M.A.
E-Mail: oberlaender@remove-this.ph-heidelberg.de
Telefon: 06221 185 401-17