Netzwerk für russischsprechende Studierende, Referendare und Lehrkräfte

KMK: Zur Situation des Russischunterrichts in der Bundesrepublik Deutschland


25.02.2016

Unter diesem Link finden Sie ein Dokument der Kultusministerkonferenz, welches auf der Grundlage der Ländereinschätzungen Positionen der Kultusministerkonferenz zum Russischunterricht formuliert.

Gründungstreffen am 20.03.2014 von 18.00 bis 20.30 Uhr

Protokoll

Auf Einladung des Hei-MaT-Zentrums trafen sich am Donnerstag, 20.03.2014 um 18 Uhr in den Seminarräumen des Zentrums sieben Lehramtsstudierende, Lehramtsanwärter und Lehrkräfte mit russischsprachigen bzw. ukrainischen oder estnischen Hintergrund aus der Rhein-Neckar-Region.

Die Hauptanliegen des Gründungs- und Kennenlerntreffens waren u.a. einen ersten Austausch über die Ziele des Netzwerks anzuregen und die Arbeitsweise als Forum für angehende Lehrkräfte und Fachkräfte pädagogischer Berufsfelder festzulegen.

Zuerst begrüßte Sylvia Selke, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentrums, die Gäste herzlich und freute sich über das Interesse.Zunächst stellte Frau Selkedas Zentrum „Hei-Mat“der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und seinen Förderverein vor. Danach berichtete sie vom bereits gegründeten Netzwerk für türkischstämmige Studierende und Lehrkräfte„Ne-Tü-L“ unddessen Ziel, durch die Netzwerkarbeit Unterstützungsangebotein ungezwungenem Austausch zwischen Pädagoginnen und Pädagogen, die sich in unterschiedlichen Phasen ihrer Ausbildung bzw. Tätigkeit befinden, zu etablieren. Diese Grundidee liegt auch der Gründung dieses Netzwerks zugrunde. Einem Netzwerk für russischstämmige bzw. russischsprachige Pädagoginnen und Pädagogen, betonte Frau Selke, komme aufgrund der Stellung der russischen Sprache als eine der Weltsprachen – ca. 275 Mio Sprecher weltweit –eine besondere Rolle zu. Russisch als Sprache hat auch in Europa eine spezielle Bedeutung, daRussisch in Europa die meisten Muttersprachlerhat,gefolgt vom Deutschen. Außerhalb der ehemaligen Sowjetunion gibt es in Deutschland die meisten Russisch-Muttersprachler (etwa 3 Millionen).Zudem erscheint mehr als ein Viertel der wissenschaftlichen Literatur weltweit in Russisch.Nicht zuletzt sei die politische Bedeutung dieser Sprache in Bezug auf die politische Rolle Russlands erwähnt, besonders auch im Hinblick auf die aktuelle Krisensituation in der Ukraine und auf der Krim.

Die Leiterin des Zentrums „Hei-MaT“, Frau Prof. Dr. Havva Engin, eröffnete die Kennenlern- und Vorstellungsrunde und nahm zudem Bezug auf das aktuelle gesellschaftliche Bild von Migration und Migranten im deutschen Bildungssystem. 

In der Vorstellungsrunde der Teilnehmenden, fielu.a. auf, dass sich viele Lehramtsstudierende eingefunden haben, die bereits in ihren Herkunftsländern einen Lehrerabschluss erworben haben und in Deutschland erneut studieren müssen. Die erzählten Biografien der Anwesenden waren sehr interessant und zeigten, dass die Netzwerkidee auch auf das Interesse von Studierenden mit anderen bzw. gemischten Hintergründenwie ukrainisch, estnisch oder weißrussisch stößt. 

Einen besonderen Raum nahm in den biografischen Erzählungen die Zeit der Reformen und schließlichen Auflösung der UdSSR ein, da damit viele biografische Einschnitte und Veränderungen, auch beruflicher Art, verbunden waren. Die biografischen Beweggründe für die Netzwerkteilnahme sind somit sehr vielfältig.

Es gab aber viele Themen, die von allen Teilnehmenden als besonders wichtig für das Netzwerk gekennzeichnet wurden. Dazu gehörten 

  • Aspekte der Elternbildung von Schülern mit entsprechenden Wurzeln– z.B. hinsichtlich des Umgangs mit Zwei- und Mehrsprachigkeit bei der Erziehung der Kinder unter Berücksichtigung aktueller Befunde aus der Forschung,
  • Aspekte der Verknüpfung von Eltern/Familie-Kindergarten-Schule-Bildung mit dem Ziel der Verbesserung des Informationsstandes zum deutschen Bildungssystem und (Aus-)Bildungs-möglichkeiten,
  • Aspekte des Erlernens von anderen Fremdsprachen in der Schule als die Prestigesprachen Englisch/Französisch; z.B. Russisch als dritte Fremdsprache,
  • Aspekte der Integration von Familiensprachen von Migranten - wie Russisch - in die Lehrerausbildung und –fortbildung,
  • Bereitstellung vonInformationen und pädagogischen Konzepten für die Bildung und Erziehung in einer mehrkulturellen Gesellschaft – z.B. auf einer Internet-Plattform,
  • Spezielle Fortbildungsangebote in den Bereichen Wissenschaftliches Arbeiten, Projektpräsentationen oder Unterrichtsvorbereitung,
  • Durchführung von Tagungen und Workshops für die einzelnen Zielgruppen zu den aufgeführten Aspekten.

Die Gründungsmitglieder legten anschließend folgende konkrete Arbeitsschritte fest:

  1. Das Netzwerk organisiert halbjährig stattfindende Workshops, bei denen z.B. (Examens-)Themen, Projekte oder andere anliegende Themen bearbeitet werden sollen.
  2. Einmal im Jahr soll durch das Netzwerk eine Tagung zu einem migrationsspezifischen Thema geplant und ausgerichtet werden. Das wird in Kooperation mit dem Netzwerk für türkischstämmige Studierende und Lehrkräfte erfolgen.
  3. Es wird eine Internet-Plattform eingerichtet, mit der ein ungezwungener Austausch ermöglicht werden soll und auch mehrsprachige Informationspapiere eingestellt werden können.
  4. Eine enge Kooperation mit der Leitung des Netzwerks „Migranten machen Schule“ des Staatlichen Schulamts Mannheim und weitere Vernetzung.

Weiterhin soll es möglich sein, im Rahmen des vertrauten Kreises des Netzwerks auch über problematische und schwierige Situationen, die sich im Studium, in der Seminarphase oder schulischen Praxis ergeben, auszutauschen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Weitere Ziele dieses Netzwerks sindaußerdem eine starke Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung und zum Umgang mit Mehrsprachigkeit (inkl. Fremdsprachenaspekte), zur Elternbildung und Lehrerausbildung sowie die Vernetzung mit weiteren Partnern.

Es wird weiterhin vereinbart, dass unser Netzwerk die vom Hei-MaT-Zentrum, dem Netzwerk

„Ne-Tü-L“ sowie „Migranten machen Schule“ geplante Tagung „Migranten.Eltern.Bildung.“organisatorisch und inhaltlich tatkräftig unterstützt und daran teilnimmt. 

Die Tagung findet statt am Donnerstag, 05.06.2014, Pädagogische Hochschule Heidelberg.

An diesem Tag wird das nächste Treffen des Netzwerks gemeinsam festgelegt.

Eine Aufnahme in das Netzwerk ist jederzeit für Interessenten offen. Termine und Workshops können Sie unter: mail(at)hei-mat-online.de erfragen, 

auf der Homepage unseres Zentrums ersehen unter: 

Die Teilnehmer/innen des Netzwerks:

  • Prof. Dr. Havva Engin - Leiterin des Zentrums „Hei-MaT“
  • Eva Eisenberg – Lehramtsstudentin
  • Sylvia Selke – wiss. Mitarbeiterin des Zentrums „Hei-MaT“
  • Oksana Lysa – Lehramtsstudentin
  • Irina Lange – Lehramtsstudentin
  • Julia Pöhler – Lehramtsanwärterin
  • Lioudmila Berlejung – Lehramtsstudentin
  • Daniel Krüger – 1. Vorsitzender Landesverband der Russischlehrer und SlawistenBa-Wü e.V. (terminlich verhindert)

Einladung zur Mitwirkung im Netzwerk

Das Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik – Hei-MaT – gründete federführend ein Netzwerk für russischsprachige/ russ-landdeutsche bzw. russischstämmige Lehramtsstudierende, Lehramtsanwärter und Lehrkräfte aus den verschiedenen lehrerbildenden Hochschulen/Universitäten, Lehrerseminaren und Schulen der Rhein-Neckar-Region, um damit eine Plattform für einen ungezwungenen Austausch und Unterstützungen zu etablieren. Dieses Netzwerk ist ein Forum für angehende Lehrkräfte und Fachkräfte pädagogischer Berufsfelder, die eine Zuwanderungsgeschichte haben und daran interessiert sind, die eigenen spezifischen Erfahrungen und Ressourcen einzubringen.Alle Interessierten laden wir hiermit herzlich zur Teilnahme ein:

Die Aufnahme in das Netzwerk ist jederzeit offen. Neue Teilnehmer/innen sind herzlich Willkommen. Die Anmeldung ist formlos per Mail möglich. Folgende Kontaktmöglichkeiten und Informationsquellen (z.B. über Workshops) stehen zur Verfügung:

E-Mail: mail(at)hei-mat-online.de

Homepage unseres Zentrums: www.ph-heidelberg.de/hei-mat/home.html

Das 2. Treffen findet statt am Donnerstag, 05.06.2014 im Rahmen einer Tagung zum Thema: Migranten.Eltern.Bildung. an der PH Heidelberg, Keplerstraße 87, 69120 Heidelberg.

Realisierung und Arbeitsweise

Es ist geplant, zwei Mal im Jahr einen Netzwerk-Workshop durchzuführen, bei dem anliegende Themen aus dem Studium, den Lehrerseminaren sowie aus der schulischen Praxis exemplarisch besprochen werden sollen.

Workshopskönnen z.B. dazu dienen, Themen für wissenschaftliche Ab-schlussarbeiten, Prüfungsthemen und deren Gliederung o.ä. vorzustellen und ge-meinsam zu besprechen. Das weiteren werden Fragen aus der zweiten Phase der Lehrerausbildung sowie aus der schulischen (Unterrichts-)Praxis thematisiert.

Der zweite Netzwerk-Workshop wird – analog zum ersten Workshop – einen internen Teil für die Mitglieder/innen haben. Daran schließt sich ein öffentlicher Teil (in Form einer kleineren Tagung, Expertentreffen oder Infoveranstaltung) zu einem wichtigen bildungspolitisch-pädagogischen Thema.

Internetplattform 

Materialien (Werkstattberichte, Vorträge, etc.), die im Rahmen der Workshops erarbeitet werden, sollen über die Homepage des Hei-MaT-Zentrums allen Interessierten zugänglich gemacht werden.Es ist geplant, hinsichtlich der einzelnen Statusgruppen im Netzwerk folgende Aspekte zu entwickeln und anzubieten:

Lehramtsstudierende

  • Techniken des Wissenschaftlichen Arbeitens/ Verfassens von schriftl. Arbeiten
  • Präsentationstechniken für Seminararbeiten
  • Fragen rund um schulische Praktika (ISP, PP)
  • Probleme, die sich im Rahmen der Praktika ergeben (z.B. Sprachprobleme im Deutschen)
  • Examensvorbereitung und Themenfindung für wissenschaftl. Abschlussarbeiten
  • Mitarbeit in Forschungsprojekten des Zentrums „Hei-MaT“  (Interkulturelle Lernbegleitung, Elternakademien etc.)

Lehramtsanwärter/-innen

  • Unterrichtsplanung und -durchführung
  • Weiterqualifizierung in den Bereichen Didaktik, Methodik,Sprachförderung, DaZ
  • Weiterqualifizierung im Bereich Inklusive Schule und Migration
  • Unterstützung bei Examensvorbereitung
  • Bewerbungstrainings
  • Fragen rund um die Zusammenarbeit mit Mentoren/-innen
  • Durchführung von Forschungsprojekten

Lehrkräfte

  • Weiterqualifizierung im Bereich Inklusive Schule und Migration
  • Weiterqualifizierung im Bereich Elternbildung,Sprachförderung und DaZ
  • Übernahme von Funktionsaufgaben an der Schule
  • Fragen von Qualifikationsanerkennungen

Schulleitungen

  • Gezielte Anwerbung von Praktikanten/innen, Lehrkräften, …
  • Zusammenarbeit im Kontext von Forschung und Lehre mit dem Hei-MaT
  • Einrichtung von Seminarklassen für die Umsetzung kleinerer Forschungsaufträge
  • Forschendes Lernen

 

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