Wie kann vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen eine selbstbestimmte Lebensgestaltung (von Menschen mit Behinderungen) gewährleistet werden? Welche Rolle kommt hierbei der Pädagogik zu? Diesen Fragen geht die Ringveranstaltung des Handlungsfeldes im Sommersemester 2026 nach.
Mit dem Konzept der Selbstbestimmung verbindet sich in der Sonder- und Inklusionspädagogik ein Paradigmenwechsel von der professionellen Fürsorge hin zu einer selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Schon früh wurde darauf hingewiesen, dass Selbstbestimmung in Zeiten des flexiblen Kapitalismus auch eine An- oder Überforderung von Subjekten darstellen und mit dem Abbau sozialstaatlicher Sicherheiten verbunden sein kann. Mittlerweile scheint die gesellschaftliche Entwicklung diese Gegenwartsanalyse überholt zu haben. Sozialdarwinistische und autoritäre Diskursverschiebungen kritisieren sozialstaatliche Errungenschaften wie Assistenzleistungen als Überforderung des Sozialstaats oder gehen sogar so weit, erneut das Lebensrecht von Menschen mit Behinderung in Frage zu stellen. Von anderer Seite gerät ein Selbstbestimmungsbegriff unter Druck, der Freiheit auf Konsum reduziert und damit zu einer Überforderung der planetaren Grundlagen menschlichen Lebens beiträgt. Vor diesem Hintergrund fragt die Ringveranstaltung „Ambivalenzen der Teilhabe – Selbstbestimmte Lebensgestaltung als (Über-)Forderung“ danach, wie eine selbstbestimmte Lebensgestaltung (nicht nur) von Menschen mit Behinderungen gewährleistet werden kann und welche Rolle hierbei der Pädagogik zukommt.
Alle Hochschulmitglieder sind herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen. Sollten Sie Interesse haben, eine der Vorträge mit Ihrem Seminar zu besuchen, nehmen Sie bitte im Vorfeld