| EN
KIPPeL

KI zum Prompten und Prüfen im englischsprachigen Lehramt

Caro Blume & Karin Vogt

Wie lassen sich die professionellen Kompetenzen angehender Englischlehrpersonen praxisnah prüfen? Und welche Rolle kann Künstliche Intelligenz (KI) dabei spielen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Prof. Dr. Carolyn Blume und Prof. Dr. Karin Vogt vom Institut für Fremdsprachen. Ihr gemeinsames Projekt „KI für das kompetenzorientierte Prompten und Prüfen im englischsprachigen Lehramt“ (KIPPeL) wird im Rahmen des hochschulinternen Fellowship-Programms der PH „Prüfen neu denken“ gefördert.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung und Erprobung zweier innovativer Prüfungsformate, die generative KI auf unterschiedliche Weise in die Ausbildung zukünftiger Englischlehrkräfte integrieren. Ziel ist es, Kompetenzen zu entwickeln und zu überprüfen, die für den späteren Berufsalltag besonders relevant sind, sich mit traditionellen Prüfungsformen jedoch nur eingeschränkt erfassen lassen.

Im ersten Teilprojekt kommt die KI-gestützte Simulationssoftware zum Einsatz. Sie ermöglicht es Lehramtsstudierenden, mit virtuellen Schüler:innen auf Englisch zu interagieren. Die simulierten Lernenden reagieren auf sprachliche Äußerungen und können hinsichtlich ihres Alters, Sprachniveaus und Interaktionsverhaltens unterschiedlich konfiguriert werden.

Auf diese Weise können Studierende beispielsweise üben, wie sie sprachliche Phänomene erklären, auf Verständnisschwierigkeiten reagieren oder Unterrichtsgespräche gestalten. Die Simulation ermöglicht es, solche Handlungskompetenzen i.S. einer geschützten Praxisannäherung in einem kontrollierten und zugleich praxisnahen Rahmen zu erproben und zu reflektieren. Anders als bei herkömmlichen schriftlichen Aufgaben wird dabei das tatsächliche sprachliche und didaktische Handeln der angehenden Lehrkräfte sichtbar.

Das zweite Teilprojekt widmet sich der Frage, wie angehende Englischlehrkräfte KI-Anwendungen für die Diagnose und Förderung sprachlicher Lernprozesse einsetzen können. Hierfür wird eine Anwendung genutzt, die Schüler mithilfe eines beim Lesen englischsprachiger Texte unterstützt.

Die Interaktionen mit dem Chatbot können Aufschluss darüber geben, welche Lesestrategien Lernende einsetzen können oder wo Verständnisschwierigkeiten gehäuft auftreten. Die Studierenden entwickeln Unterrichtskonzepte, in denen solche Informationen für die individuelle Förderung genutzt werden. In der Prüfung müssen sie zeigen, dass sie die didaktischen Möglichkeiten der Technologie fachlich fundiert einschätzen und ihren Einsatz kritisch reflektieren können.

Beide Teilprojekte greifen zentrale Herausforderungen der Lehrkräftebildung auf: Studierende sollen Kompetenzen entwickeln, die nur in spontanen und unvorhersehbaren Situationen in Interaktion mit reellen Schüler:innen bzw. Schüler:innendaten zustande kommen, ohne dabei Kontakt zu diesen zu haben. Zugleich benötigen diese angehenden Lehrpersonen mehr Zeit, um ihre Reaktionen auf Schüler:innen zu überlegen und umzusetzen. In „Echtzeit“ gelingt dies nur schwer, aber mit KI können diese Aufgaben ohne Druck und mit einer reduzierten Komplexität geübt werden. Laut Vogt trägt die Beschäftigung mit den KI-basierten Anwendungen im besten Fall dazu bei, die didaktischen Analysefähigkeiten sowie die Berücksichtigung von Lernendenheterogenität zu stärken. Diese dienen insbesondere dazu, die Kapazität für niedrigschwellige Diagnose- und Adaptationsprozesse zu fördern. Ebenso wird der reflektierte Umgang mit KI selbst zum Gegenstand der Auseinandersetzung.

Die im Rahmen des internen Fellowships „Prüfen neu denken“ entwickelten und erprobten Konzepte sollen perspektivisch auch für andere Fächer und Lehrkontexte nutzbar gemacht werden. Damit leistet KIPPeL einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer kompetenzorientierten Prüfungskultur an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Die Förderungsmittel dienen insbesondere der wissenschaftlichen Begleitung, Pilotierung und Evaluation der Prüfungsformate sowie der technischen Weiterentwicklung der eingesetzten Anwendungen.

Zum Projekt

Unsere Mitarbeiter:innen der Telefonhotline helfen Ihnen gerne weiter.

Telefonhotline:
E-Mail:  

Montags - Donnerstags: 08:00 – 15:00 Uhr
Freitags: 08:00 – 12:00 Uhr