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Von vielfaltsensiblen Bilderbüchern und digitalen Lernmedien

Zwei Absolventinnen, zwei exzellente Masterarbeiten: Die PHHD verleiht den Höchstetter-Preis an Alina Schneiderberger sowie Johanna Täuber und würdigt deren Forschung mit hoher Praxisrelevanz.

Alina Schneiderberger wurde für ihre Masterarbeit zur sexuellen Bildung in der Grundschule ausgezeichnet.

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg hat auch im Wintersemester 2025/2026 zwei Absolventinnen mit dem Höchstetter-Stiftungspreis für exzellente Masterarbeiten ausgezeichnet. Prämiert wurden die Arbeiten von Alina Schneiderberger und Johanna Maria Täuber, die von ihren Betreuer:innen für die Auszeichnung vorgeschlagen wurden. Der Höchstetter-Preis ist mit jeweils 500 Euro dotiert, die von der Klaus Höchstetter Stiftung gestiftet werden.

Die Preise überreichte Professor Dr. Christian Rietz, Prorektor für Studium, Lehre und Digitalisierung. In seiner Ansprache hob er die hohe Qualität der Masterarbeiten hervor, die ihn auch angesichts seiner langjährigen Betreuungserfahrung immer wieder beeindrucke. Der Höchstetter-Preis biete eine wichtige Gelegenheit, diese besonderen wissenschaftlichen Leistungen sichtbar zu machen und angemessen zu würdigen. 

Vielfaltsensible Bilderbücher für die Grundschule

In ihrer Masterarbeit mit dem Titel „Sexuelle Bildung in der Grundschule – Entwicklung und Erprobung von Analysekriterien für die Auswahl vielfaltsensibler Bilderbücher“ widmet sich Alina Schneiderberger einer zentralen Frage schulischer Praxis: Wie können Lehrkräfte Bilderbücher auswählen, die Diversität sensibel abbilden und zugleich fachlich fundiert einsetzbar sind? Betreut wurde die Arbeit von Dr. Klarissa Schröder und Professor Dr. Daniel Scherf.

Ausgangspunkt der Arbeit war die Feststellung, dass es bereits verschiedene Auswahlhilfen gibt, diese jedoch entweder sachunterrichtliche oder literaturdidaktische Aspekte berücksichtigen. Schneiderberger leitete daraus überzeugend die Notwendigkeit eines fächerübergreifenden Kriterienrasters ab und entwickelte ein entsprechendes Analysetool.

In einem empirischen Vorgehen untersuchte sie sechs Bilderbücher anhand von 14 fundiert hergeleiteten Kriterien und prüfte zusätzlich deren Praktikabilität. Ergänzend führte sie Interviews mit Lehrkräften, um das Instrument in der schulischen Praxis zu validieren.

Prorektor Rietz zeigte sich besonders beeindruckt vom Reflexionsniveau der Arbeit und der Verbindung von Theorie und Praxis. Die Arbeit leiste nicht nur einen wissenschaftlichen Beitrag, sondern biete Lehrkräften eine konkrete Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Materialien und stärke ihre professionelle Handlungssicherheit.

Negationen verstehen lernen mit digitalen Büchern

Die zweite ausgezeichnete Masterarbeit stammt von Johanna Maria Täuber und trägt den Titel „Sätze mit Negationen verstehen mit einem Adaptable Book – Eine Untersuchung zur Handhabung und Wirksamkeit bei Vorschülerinnen mit dem Förderschwerpunkt Sprache“. Betreut wurde sie von Professorin Dr. Wilma Schönauer-Schneider und Professor Dr. Jürgen Cholewa.

Täuber greift ein sprachlich zentrales, im Alltag jedoch oft unterschätztes Thema auf: das Verstehen von negierten, also verneinten Aussagen. In ihrer Arbeit untersucht sie, wie digitale Adaptable Books – interaktive, gemeinsam mit Kindern gestaltete Bücher – den Erwerb dieses sprachlichen Verständnisses unterstützen können.

In einer methodisch anspruchsvollen Studie mit Experimental- und Kontrollgruppe kombinierte sie verschiedene Datenquellen wie Tests und Beobachtungen. Die Ergebnisse liefern vielversprechende Hinweise darauf, dass das von ihr entwickelte Adaptable Book Vorschulkinder mit Sprachentwicklungsstörungen beim Verständnis von Negationen unterstützen kann.

Rietz hob in seiner Laudatio hervor, wie überzeugend die Ergebnisse aus unterschiedlichen Datenquellen zusammengeführt wurden: Eine Masterarbeit auf diesem Niveau zu lesen, sei für ihn etwas Besonderes gewesen.

Hohe Relevanz für Forschung und Praxis

Sowohl die Arbeit von Alina Schneiderberger als auch die von Johanna Maria Täuber haben laut Rietz großes Potenzial für weiterführende Forschungsprojekte. Dies würdigt die Hochschule durch die Auszeichnung mit dem Höchstetter-Stiftungspreis für exzellente Masterarbeiten. Die PHHD unterstreicht zugleich ihren Anspruch, Forschung und Praxis eng miteinander zu verbinden.

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Text: Verena Loos
Foto: Birgitta Hohenester

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