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Polizei an Schulen sollte Ausnahme bleiben

Professorin Dr. Havva Engin im Interview bei „Brisant“: Multiprofessionelle Teams nötig, um mit Gewalt und Krisensituationen im Schulalltag umzugehen.

 

Polizeipräsenz an Schulen kann keine Dauerlösung sein, sagt Professorin Dr. Havva Engin von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Im Interview mit dem TV-Magazin „Brisant“ des Mitteldeutschen Rundfunks ordnet sie die Situation an einer Ludwigshafener Realschule ein.

Dort patrouilliert - nach drei Reizgas-Vorfällen - die Polizei nun regelmäßig auf dem Gelände, um für Sicherheit zu sorgen. Lehrkräfte der Schule hatten bereits im November in einem Brandbrief die Zustände im Schulalltag beschrieben und Hilfe angefordert. Wie das Magazin in der Sendung vom 2. Februar berichtet, gab es dort in den vergangenen zwei Jahren fast 100 Anzeigen, auch zu Fällen von Körperverletzung.

Die Polizei sei als Hilfe für Ausnahmesituationen gedacht, sagt Engin . „Aber sie ist nicht Teil des Bildungsauftrags. Wenn das zum Alltagsgeschäft wird, wird es bedenklich.“ Lehrkräfte seien dafür ausgebildet, Unterricht durchzuführen und nicht für solche Ausnahmesituationen. „Wir brauchen dringend multiprofessionelle Teams an Schulen, die genau dafür geschult sind und Expertise mitbringen. Und das nicht nur, wenn der Brandbrief geschrieben wurde und dann nur für drei Wochen.“

Link zum Beitrag – online bis Sonntag, 8. Februar: (ab ca. Minute 15:45)

Zur Person
Professorin Engin leitet das Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik ( der PHHD und forscht zu sprachlich-kultureller Diversität und Inklusion in deutschen Bildungsinstitutionen. Zu ihren Schwerpunkten gehören migrationsbezogene Mehrsprachigkeit als Ressource, inter-/transkulturelles Lehren und Lernen, der interreligiöse Dialog zwischen Islam, Christentum und Judentum sowie religiös motivierter Extremismus.

Text: Antje Karbe
Foto: Birgitta Hohenester

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