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Lernen ist mehr als Wissensvermittlung

Dr. Wilma van Staden (Maynooth University) eröffnete die BNE-Colloquiumsreihe 2026. Sie sprach über ein Verständnis von globalem Lernen als einen gemeinsamen, transformationsorientierten Prozess.

Laut Dr. van Staden braucht nachhaltige Bildung Erfahrungs- und Gestaltungsräume.

Im Rahmen der Colloquiumsreihe des Heidelberger Zentrums Bildung für nachhaltige Entwicklung lädt die Pädagogische Hochschule Heidelberg regelmäßig renommierte Expert:innen verschiedener Disziplinen ein; im Sommersemester 2026 steht die Reihe unter dem Motto "Globales Lernen - Globale Perspektiven". Den Auftakt machte Dr. Wilma van Staden von der National University of Ireland, die über "Co-Engaged Global Learning for Change in Digital Contexts" sprach; weitere Vorträge von Cathy Nzimmitbu Plato und Alicia Jimenz folgen. 

Im Zentrum des Vortrages von van Staden stand ein Verständnis von globalem Lernen als gemeinsamer, transformationsorientierter Prozess, der über reine Wissensvermittlung hinausgeht. Van Staden betonte, dass Wissen zwar weiterhin eine wichtige Grundlage sei. Zusätzlich müsse Bildung für nachhaltige Entwicklung Lernräume schaffen, in denen sich Lernende mit realen Herausforderungen, gelebten Erfahrungen, Beziehungen, Widersprüchen und konkreten Veränderungsmöglichkeiten auseinandersetzen können. 
Anhand von Change Projects und Nord-Süd-Kooperationen zeigte sie, wie Lernende an realen Nachhaltigkeitsherausforderungen arbeiten und dabei lokale Perspektiven mit globalen Fragestellungen verbinden. Dabei hob sie hervor, dass transformatives Lernen nicht nur bedeute, Nachhaltigkeitsprobleme besser zu verstehen, sondern auch die Fähigkeit fördern müsse, kritisch zu reflektieren, kollaborativ zu arbeiten und alternative Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
Digitale Lernumgebungen wurden zudem als zentrale Räume für Dialog, Aushandlung und gemeinsames Handeln hervorgehoben – insbesondere dann, wenn digitale Werkzeuge pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden und Möglichkeiten für Storytelling, Partizipation und Reflexion eröffnen. Besonders betont wurden die Implikationen für die Lehrer:innenbildung, in der solche partizipativen und reflexiven Lernprozesse stärker verankert werden sollten. Eine anschließende Diskussion bot Raum für vertiefende Fragen und Austausch.

Das BNE-Colloquium wurde von Teresa Ruckelshauß (BNE-Zentrum) moderiert, die mit Dr. van Staden bereits im Projekt “Sub-Saharan Africa Teacher Leadership for Education for Sustainable Development” () zusammengearbeitet hat. Das Projekt wird unter anderem durch die Europäische Union finanziert.

Öffentliche Vortragsreihe
Die Colloquiumsreihe des BNE-Zentrums lädt renommierte Expert:innen verschiedener Disziplinen an die Pädagogische Hochschule Heidelberg ein. Nach einem öffentlichen Vortrag im Kontext “Bildung für nachhaltige Entwicklung” gibt es jeweils die Möglichkeit zur intensiven Diskussion. Im Sommersemester 2026 steht die Reihe unter dem Motto "Globales Lernen - Globale Perspektiven". Weitere Termine: 2. Juni, "Globales lernen – der Weg zum Weltbürgertum" (Cathy Nzimmitbu Plato); 16. Juni, "Values-based education for sustainability with the Earth Charter" (Alicia Jimenz).

Weitere Informationen und Anmeldung unter und bei Koordinator Tobias Klös (BNE-Zentrum, ).

Text: Redaktion
Foto: BNE-Zentrum

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