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Was macht den Menschen aus? Und wie kann Bildung die Demokratie stärken? Professorin Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr verbindet philosophische Fragen mit gesellschaftlichen Herausforderungen.

Für Professorin Mitscherlich-Schönherr bedeutet philosophieren, neugierig zu sein, Fragen zu stellen und nach Erkenntnis zu suchen, ohne davon auszugehen, bereits im Besitz der endgültigen Wahrheit zu sein.

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg hat PD Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr zur Professorin für anthropologische Grundfragen der Bildung in interdisziplinärer Perspektive berufen. Seit Oktober 2026 lehrt und forscht sie am Institut für Philosophie und Theologie und in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Gesellschaftswissenschaften. Mit der neu geschaffenen Professur ist auch eine Neukonzeption des Moduls „Grundfragen der Bildung“ verbunden: Dort steht künftig die Frage im Fokus, wie Bildung unter den Bedingungen einer sich verändernden Gesellschaft Orientierung geben und demokratische Verantwortung stärken kann.

Für diese deutschlandweit einzigartige Professur bringt Mitscherlich-Schönherr ideale Voraussetzungen mit, da sie ihre philosophische Forschung konsequent mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen verbindet. Als ausgewiesene Expertin für den Philosophen und Soziologen Helmuth Plessner beschäftigt sich Mitscherlich-Schönherr insbesondere mit philosophischer Anthropologie und Fragen eines gelingenden Lebens. Ihre Promotion widmete sie Plessners Anthropologie; in ihrer Habilitation setzte sie sich mit der „Wirklichkeit der Liebe“ auseinander. In weiteren Arbeiten richtet sie den Blick immer wieder auf Grenzsituationen und grundlegende Fragen menschlichen Lebens – etwa auf Geburt und Sterben, menschliche Würde oder die Auswirkungen neuer Technologien auf unser Mensch-Sein.

Die Forschung von Olivia Mitscherlich-Schönherr überschreitet dabei immer wieder die Grenzen des eigenen Fachs: Die Wissenschaftlerin arbeitet im Austausch mit unterschiedlichen Disziplinen und verbindet philosophische Fragestellungen unter anderem mit Perspektiven aus Theologie, Medizin, Psychologie und Sozialwissenschaften.

Diese Offenheit prägt auch ihre Lehre: Mitscherlich-Schönherr versteht Philosophie als partizipativen Prozess der Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen des Menschseins. Den Austausch und den offenen Streit unterschiedlicher Positionen sieht sie dabei als zentralen Bestandteil philosophischer Bildung. Dass der Dialog nicht auf den Hörsaal beschränkt bleiben muss, zeigt auch die neue , die Mitscherlich-Schönherr mit betreut. Sie bringt Expert:innen wie Stephan J. Kramer (Präsident des thüringischen Amtes für Verfassungsschutz) und Stefanie Jansen (Bürgermeisterin für das Dezernat Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg) mit Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit ins Gespräch.

Der Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ist auch darüber hinaus ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Mitscherlich-Schönherr sieht öffentliches Philosophieren als Möglichkeit, wissenschaftliche Denkansätze auf gesellschaftliche Fragestellungen anzuwenden und zugleich philosophische Positionen an den Herausforderungen der Gegenwart zu überprüfen. Als freie Autorin und Rednerin schreibt und spricht sie regelmäßig für überregionale Medien und Bildungseinrichtungen.

Weitere Informationen finden Sie in Kürze beim . Mehr zu Hintergrund der Professur in der Meldung “”.

Zur Person
Olivia Mitscherlich-Schönherr studierte Philosophie und Geschichte an den Universitäten Tübingen, Paris, Bochum und Berlin. Nach ihrem Studium war sie zunächst als Sprach- und Kulturassistentin an einem Gymnasium in Frankreich tätig. 2005 wurde sie an der Universität Potsdam mit einer Arbeit über Helmuth Plessners Lebensphilosophie promoviert. Im Anschluss war Mitscherlich-Schönherr unter anderem am Swedish Collegium for Advanced Study in Uppsala und an der Universität St. Gallen wissenschaftlich tätig. Ab 2010 arbeitete sie am DFG-Graduiertenkolleg „Lebensformen und Lebenswissen“ der Universitäten Potsdam und Frankfurt (Oder). 2017 wechselte sie an die Hochschule für Philosophie München auf eine eigens für sie eingerichtete Dozentur für Philosophische Anthropologie der Grenzsituationen menschlichen Lebens. 2019 erhielt sie von der Universität Potsdam die Venia Legendi für Philosophie. Ebenda ist sie als Privatdozentin tätig, bis September 2025 hat sie die Professur für Philosophiedidaktik der Universität Vechta vertreten; am Max Weber Kolleg der Universität Erfurt ist sie zudem Fellow. Im Oktober 2026 wurde sie von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zur Professorin berufen.

Text: Verena Loos
Bild: Birgitta Hohenester

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