[red] Am Mittwoch, 29. April von 14:00 bis 16:00 Uhr geht es beim 4. Heidelberger bildungspolitischen Gespräch der PHHD um "Demokratie - Vertrauen als Auftrag?". Als Keynote-Speaker werden Bodo Ramelow MdB und Prof. Dr. med. Dr. Eva Winkler erwartet; in einem offenen Fishbowl-Format kann sich das Publikum zudem aktiv an der Diskussion beteiligen. Mit dem Heidelberger bildungspolitischen Gespräch greifen wir aktuelle Themen von hoher gesellschaftlicher sowie schulpolitischer Relevanz auf.
Wir diskutieren sie gemeinsam mit der interessierten Öffentlichkeit und namhaften Podiumsgästen und geben sowohl der Politik als auch der Praxis wegweisende Impulse mit. Dabei legen wir großen Wert auf einen offenen, konstruktiven Austausch, der unterschiedliche Erfahrungen, Positionen und Ideen miteinander ins Gespräch bringt.
Keynote-Speaker und Impulsgeber:in des 4. HbG sind Bodo Ramelow MdB (u.a. Vizepräsident des Deutschen Bundestages) und Prof. Dr. med. Dr. Eva Winkler (u.a. Camilla-und-Georg-Jellinek-Zentrum für Ethik / Universität Heidelberg). Gemeinsam mit ihnen und dem Publikum gehen wir der Frage “Demokratie - Vertrauen als Auftrag?” nach: Wir leben in einer Zeit, in der unsere Demokratie zwar viel Zustimmung findet, das Vertrauen in deren Institutionen und politische Wirksamkeit jedoch schwindet. Wie also entsteht Vertrauen, warum geht es verloren und wie kann es gestärkt werden? Wir blicken dabei besonders auf das Bildungssystem: Welchen Beitrag kann Bildung zur Stärkung demokratischen Vertrauens leisten? Wo liegen die Grenzen eines solchen Auftrags?
Im Rahmen einer offenen Fishbowl gibt es vor Ort ausreichend Zeit zur Diskussion und für Fragen aus dem Publikum. Es besteht die Möglichkeit, der Veranstaltung im Live-Stream zu folgen.
Veranstaltungsbeginn ist 14.00 Uhr in der Festhalle (Raum 028) der PH Heidelberg. Bereits um 13.30 Uhr laden wir zu einem Get-together mit einer kleinen kulinarischen Begleitung ein. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie an dem Get-together teilnehmen werden. Nach der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, diese gemeinsam ausklingen zu lassen.
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[LRK PHn] Demokratiebildung ist ein zentraler Auftrag der Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg. Vor diesem Hintergrund engagieren sich die Hochschulen nun auch im landesweiten Bündnis für Demokratie.
“Gute Bildung braucht eine starke demokratische Grundlage – Institutionen, die kritisches Denken fördern, wissenschaftliche Freiheit sichern und gesellschaftliche Vielfalt ernst nehmen”, betont Prof. Dr. Jörg-U. Keßler, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der PHn und Rektor der PH Ludwigsburg. “Zugleich ist Bildung selbst unverzichtbar für die Zukunft unserer Demokratie – denn nur durch gute Bildung können wir demokratische Werte verstehen, verteidigen und lebendig halten.”
An den PHn ist Demokratiebildung vielfältig verankert: Sie ist Gegenstand von Studienmodulen im Lehramtsstudium, spezialisierten Masterstudiengängen, Workshops, Fachtagen und Ringvorlesungen ebenso wie von Weiterbildungsangeboten, Forschungspublikationen und Wanderausstellungen. So arbeiten die PHn etwa an der Analyse und Gestaltung von Sachunterricht im Kontext der Demokratiebildung oder befassen sich mit der Rolle von Pädagogik und Sozialer Arbeit im Umgang mit Rechtsextremismus. Dabei handelt es sich nicht um Einzelinitiativen, sondern um ein strategisch verankertes Engagement in den Leitbildern und Entwicklungsstrategien der Hochschulen.
Das Bündnis für Demokratie steht für ein klares Bekenntnis zu Zusammenarbeit, Verantwortung und einer offenen, vielfältigen Gesellschaft. Die PHn bringen sich unter anderem durch Gremienarbeit, Aktionen in den sozialen Medien sowie durch die Verbreitung eigener Initiativen und Veranstaltungen ein.
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[red] Gemeinsam für eine resiliente Wissenschaft: Die PHHD wird sich aktiv in den neuen bundesweiten Prozess zur Sicherung der Wissenschaftsfreiheit einbringen und demokratische Werte durch Bildung fördern. Die Pädagogische Hochschule Heidelberg begrüßt ausdrücklich den von den Ländern gestarteten Prozess zur Stärkung der Resilienz des Wissenschaftssystems. Die Initiative wurde vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe auf die Freiheit der Wissenschaft von den Ministerinnen Petra Olschowski (Baden-Württemberg) und Manja Schüle (Brandenburg) im Auftrag der Wissenschaftsministerkonferenz angestoßen. Er wurde Mitte Februar 2026 in Mannheim erstmals öffentlich diskutiert.
Professorin Dr. Karin Vach, Rektorin der PHHD, nahm an der Auftaktveranstaltung teil und unterstützt das Vorhaben nachdrücklich: "Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich: Wissenschaftsfreiheit und demokratische Stabilität sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen gemeinsam geschützt und aktiv verteidigt werden. Angriffe auf die Freiheit von Forschung und Lehre betreffen nicht einzelne Hochschulen, sondern das Wissenschaftssystem als Ganzes. Deshalb kann die Antwort nur eine gemeinsame sein."
Resilienz entsteht laut Vach dort, wo Politik, Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen strategisch zusammenarbeiten, Verantwortlichkeiten klären und sich gegenseitig den Rücken stärken. Die Pädagogische Hochschule Heidelberg bringe dabei eine besondere Perspektive ein: Demokratiebildung und die Förderung von kritischer Urteilskraft sind zentrale Elemente ihres Profils. "Wir qualifizieren zukünftige Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte. Damit tragen wir Verantwortung weit über unseren Campus hinaus. Die Widerstandsfähigkeit des Wissenschaftssystems beginnt auch in den Klassenzimmern – dort, wo junge Menschen lernen, wissenschaftliche Erkenntnisse einzuordnen, Desinformation zu erkennen und demokratische Werte zu leben."
Die PHHD wird sich daher sowohl durch fachliche Expertise als auch durch konkrete institutionelle Beiträge an dem weiteren Prozess beteiligen: "Wir verstehen den gestarteten Prozess nicht als einmalige Diskussion, sondern als dauerhafte Aufgabe. Unsere Hochschule wird dazu beitragen, genau jene Strukturen, die Wissenschaftsfreiheit tragen, zu stärken, und das Vertrauen in eine offene, leistungsfähige und demokratisch verankerte Wissenschaft langfristig zu sichern", betont Vach.
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[hop] Der campusblog gewährt wieder authentische Einblicke ins Hochschulleben: Studierende haben mit dem Konzertmusical „Ritter Rost“ über 300 Grundschulkinder begeistert, Deutschlandstipendiatin Pia berichtet von den Vorzügen der Förderung und Alumna Christina über ihre Schulinitiative 17 & wir. Diese und weitere Themen finden sich auf
[red] Wie lassen sich komplexe Zukunftsfragen rund um Klimawandel und Nachhaltigkeit so vermitteln, dass sie nicht nur verstanden, sondern erlebt werden? Welche Rolle können Kunst, Musik und digitale Medien dabei spielen, wissenschaftliche Perspektiven zugänglich zu machen und gesellschaftliche Diskurse anzustoßen? Im Videoprojekt Kunst trifft Wissenschaft arbeiten Lehramtsstudierende aller Schulformen und Fächer gemeinsam mit dem Musikensemble
Das Ensemble Delta Real verbindet Musik, Kunst, Schauspiel, Improvisation und Live-Elektronik mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen und schafft so neue Zugänge insbesondere zu den Themen Klimawandel, Zukunft und Verantwortung.
Ergänzend zum bestehenden künstlerischen Reelformat des Ensembles auf Instagram soll im Rahmen des Projekts als Pendant ein etwas längeres wissenschaftliches Videoformat für YouTube entstehen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels will das Projekt Fragen an die Zukunft aus wissenschaftlicher Perspektive fundiert, verständlich und spannend aufbereiten und über soziale Medien einem breiten Publikum zugänglich machen.
Lehramtsstudierenden bietet das Videoprojekt einen expliziten professionsbezogenen Mehrwert. Sie erproben, wie künstlerische und mediale Zugänge genutzt werden können, um Bildung für nachhaltige Entwicklung wirksam umzusetzen. Inhaltlich begleitet durch Feedback von Dr. Nicole Aeschbach lernen sie, komplexe Themen didaktisch zu reduzieren und strukturiert zu präsentieren. Die angehenden Lehrer:innen entwerfen innovative Unterrichts- und Projektformate, die Fachwissenschaft, Fachdidaktik und ästhetische Bildung gewinnbringend verbinden. Gleichzeitig reflektieren sie ihre professionelle Rolle als zukünftige Lehrkräfte zwischen Wissensvermittlung, Moderation gesellschaftlicher Diskurse und pädagogischer Verantwortung.
Das Projekt bietet mehr als nur eine kreative Auseinandersetzung – es stärkt die professionellen Kompetenzen, die Lehramtsstudierende für eine zukunftsorientierte, kreative und gesellschaftlich relevante Bildungspraxis brauchen.
Neben dem Kick-off-Termin am 24.04. beinhaltet das Videorojekt Onlinebesprechungen und Gruppenmeetings nach Vereinbarung im Mai und Juni sowie einen ganztägigen Videodrehtag am 12. Juni.
Sämtliche Informationen zu Inhalt, Organisation, Anrechnung und Anmeldung
[ka] Eine Studie der Abteilung Alltagskultur und Gesundheit erhebt, wie Jugendliche zum Thema „Fleisch essen“ stehen. Die Daten sollen später Grundlage für Unterrichtsmaterialien und Fortbildungen sein.
Bei manchen Themen redet man sich schnell die Köpfe heiß. Gerade Gespräche über Fleisch polarisieren: In vielen Ländern ist der Genuss von Fleisch ein wesentlicher Bestandteil der Esskultur, etwa ein Kilo pro Woche nehmen die Deutschen im Schnitt zu sich. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die problematischen Seiten, beispielsweise was Tierwohl und Gesundheit betrifft oder die Klimafolgen der Tierhaltung.
Diese Debatten würden häufig emotional geführt, sagt Dr. Corinna Neuthard aus der Abteilung Alltagskultur und Gesundheit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. „Es gibt gute Argumente dafür, Fleischkonsum zu reduzieren und gleichzeitig heftige Reaktionen auf das Thema.“ Menschen fürchteten „Verbote“. Schon in ihrer Promotion beschäftigte sie sich mit dem Diskurs dazu in Sozialen Medien - als Ökotrophologin forscht sie unter anderem zu ernährungswissenschaftlichen Themen.
In einem neuen Forschungsprojekt geht sie der Thematik nun im Bildungskontext und gemeinsam mit Professorin Dr. Katja Schneider und Professorin Dr. Angela Häußler auf den Grund: Bis zum Ende des Jahres sollen junge Menschen und Lehrende aus Baden-Württemberg zu ihren Einstellungen zum Thema befragt werden. Das baden-württembergische Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz fördert das Vorhaben mit rund 50.000 Euro.
Dünne Datenlage zu Ernährungsentscheidungen
Im Schulunterricht werde das Thema Fleisch essen überwiegend kritisch betrachtet, was aber vom Essalltag der meisten Schüler:innen weit weg sei, erklärt Neuthard. „Unter Lehrkräften gibt es Unsicherheiten, wie man didaktisch mit so einem polarisierenden Thema umgehen kann.“
Was Jugendliche und junge Erwachsene wirklich über Fleischkonsum denken, dazu gibt es bislang wenig Daten. Dabei wäre gerade dies für die Entwicklung von fachdidaktischen Konzepten und entsprechender Materialien hilfreich: Was motiviert junge Menschen dazu, Fleisch zu essen oder eben nicht, und was wissen sie über Fleischproduktion? Wie hängen ihre Ernährungsentscheidungen mit Freundeskreis, Familie oder eigenen Haustieren zusammen?
In Gruppeninterviews an weiterführenden Schulen, in Vereinen und mit Auszubildenden/Studierenden soll ein möglichst breites Meinungsbild eingeholt werden. „Denn Einstellungen können sich nach Bildungs- und Berufskontext, Geschlecht oder Region unterscheiden“, sagt die Wissenschaftlerin. In Einzelinterviews wird sie zudem unter anderem engagierte Lehrkräfte und Multiplikator:innen aus der Ernährungsbildung befragen. Interessant sei, was Lehrkräfte motiviere oder eben davon abhalte, ein so polarisierendes Thema in den Unterricht zu integrieren.
Methoden für Unterrichts-Debatten
Nach einer qualitativen Auswertung sollen die Antworten als Basis für weitere Schritte zur Verfügung stehen. „Wir arbeiten bereits an einem Drittmittelantrag, um im Folgeprojekt Materialien für die Praxis entwickeln zu können.“ Es gehe darum, Lehrkräften Begleitmaterial und Methoden an die Hand zu geben, wie sich gesellschaftlich polarisierende Themen im Unterricht verankern lassen.
In Vorarbeiten wurde das Thema in den vergangenen Semestern bereits mit Studierenden in Lehrveranstaltungen diskutiert und erarbeitet. Derzeit werden die Interviews vorbereitet und Teilnehmende rekrutiert. Auch Studierende werden in die Datenerhebung und -auswertung einbezogen, derzeit läuft ein Pretest mit Studierenden der PHHD.
Auch Expert:innen will das Team einbeziehen, beispielsweise Forschende anderer Fächer, die bereits Erfahrungen zu polarisierenden Themen im Unterricht gesammelt haben, erzählt Corinna Neuthard. „Am Ende möchten wir junge Menschen befähigen, sich zu informieren und ihre eigene Entscheidung zu treffen.“
Das Projekt „Fleisch essen zwischen esskultureller Normalität und nachhaltigkeitsbezogener Normativität – Perspektiven von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Baden-Württemberg“ läuft von Dezember 2025 bis Dezember 2026 und wird vom Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg gefördert.
[ka] Bewegung sollte ein integraler Bestandteil unseres Schulunterrichts werden, sagt Prof. Dr. Jens Bucksch von der Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg unter anderem in der Rhein-Neckar-Zeitung und im Mannheimer Morgen. Der Wissenschaftler war von der Dietmar Hopp Stiftung eingeladen worden, bei einer Pressekonferenz über bewegungsorientierte Gesundheitsförderung und das neues Forschungsprojekt „Bildung bewegt“ der PHHD zu sprechen.
Denn unsere Kinder und Jugendliche bewegen sich im Alltag immer weniger. Gerade mal elf Prozent der Mädchen und 20 Prozent der Jungs seien die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 60 Minuten pro Tag in Bewegung, sagte Bucksch. Von der Zeit, die Kinder täglich im Sitzen verbringen, entfielen wiederum 60 Prozent auf die Schule.
Mit ihrem neuen Förderschwerpunkt „Bildung durch Bewegung“ will die Dietmar Hopp Stiftung mehr Dynamik in den Schulalltag bringen und stellt in den nächsten Jahren insgesamt 30 Millionen Euro für die bewegungsfreundliche Erneuerung von Schulhöfen in der Metropolregion Rhein-Neckar bereit. Isabel Hopp aus der Stifterfamilie, Stiftungsleiterin Heike Bauer und -Referentin Uta Mielisch stellten das Vorhaben im Beisein der baden-württembergischen Kultusministerin Theresa Schopper vor. Professorin Dr. Karin Vach, Rektorin der PHHD, und weitere Gäste nahmen ebenfalls an der Veranstaltung im Ludwig-Frank-Gymnasium Mannheim teil.
Der Stiftung geht es dabei nicht nur um die Gestaltung bewegungsfördernder Schulhöfe, sondern auch um einen weiterentwickelten Unterricht. Im Rahmen des Schwerpunkts erhält die PHHD Gelder für ihr Forschungsprojekt „Bildung bewegt – Mit Bewegung gute Schule gestalten“. Jens Bucksch, Dr. Robert Rupp und Team wollen hierbei Lehrkräfte für eine bewegungsaktivierende Schul- und Unterrichtsgestaltung fit machen.
Die Wissenschaftler:innen forschen bereits seit einigen Jahren zur bewegungsorientierten Gesundheitsförderung und haben ein Modell für „Bewegte Lehre“ an Hochschulen entwickelt. Nun geht es darum, Lehrkräfte der Metropolregion Rhein-Neckar systematisch mit Kompetenzen für bewegungsaktivierenden Unterricht auszustatten. Weitere Informationen folgen zum Projektstart im April 2026.
Letztlich gehe es um ein ganz neues Verständnis von Lehren und Lernen, mit dem man Bewegung als Mehrwert im Bildungsprozesses begreife, sagte Bucksch. Denn längst habe die Forschung gezeigt, dass bewegungsaktivierender Unterricht die kognitive und mentale Lernleistung verbessere. Schüler:innen hätten in entsprechenden Studien konzentrierter und wacher gelernt und seien weniger abgelenkt. „Wir wollen daran arbeiten, dass Lehrkräfte künftig ein anderes Mindset entwickeln.“
Den Artikel „Hopp-Stiftung fördert aktive Schulen in der Rhein-Neckar-Region“ (RNZ+) finden Sie auf
[ka] Wie kann Lehre an Hochschulen digital barrierefrei werden? Die Plattform des Forschungsprojekts Shuffle bietet dazu Informationen und Tools an.
Gabriel ist darauf angewiesen, das Skript einer Vorlesung frühzeitig zu erhalten. So kann er die Unterlagen während der Stunde auf seinem Laptop mit angepasster Schriftgröße verfolgen und verpasst keine Details - obwohl sein Gesichtsfeld durch einen Grünen Star stark verengt ist. Auch Hannah nutzt lieber Skripte, um Vorlesungen folgen zu können. Zusätzlich hilft ihr ein guter Blick auf das Mundbild der Dozent:innen enorm – sie lebt seit ihrer Geburt mit einer Hörbeeinträchtigung.
Gabriel und Hannah sind fiktive Personen, stehen aber für Menschen, die ihr Studium unter erschwerten Bedingungen absolvieren. Rund 16 Prozent aller Studierenden bringen Beeinträchtigungen mit, ergab die Studierendenbefragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung im Jahr 2021 – die Hochschulen selbst dürfen dazu keine Daten erheben. Die größte Gruppe (65 Prozent) ist laut Erhebung von psychischen Erkrankungen betroffen. Aber auch chronische Erkrankungen, Beeinträchtigungen des Sehens, Hörens oder der Motorik, Neurodivergenz und „Teilleistungsstörungen“ wie ADHS fordern im Studien-Alltag heraus.
Forschungsprojekt befragte 700 Studierende
Wie Lehrende dies besser im Blick behalten können, war die vergangenen Jahre Thema des Forschungsverbunds „Shuffle“ (Projekt Hochschulinitiative digitale Barrierefreiheit für Alle). Wie lässt sich digitale Barrierefreiheit an Hochschulen systematisch verbessern? Damit haben sich Forschende der Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Freiburg, der Universität Bielefeld und der Hochschule der Medien Stuttgart befasst.
Gefördert durch die Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ befragten sie rund 200 Lehrende und 700 Studierende, um den Bedarf zu erheben. In Teilprojekten entwickelte das Team dann Handlungsempfehlungen und Tools, mit denen sich eine Teilhabe aller Studierenden ohne großen Aufwand verbessern lässt. „Genau dies ist die große Befürchtung: Dass barrierefreie Lehre nur zusätzliche Arbeit macht“, sagt Dr. Barbara Bogner, Sonderpädagogin im Schwerpunkt Hören und Kommunikation und Beauftragte für Studierende mit Behinderung an der PHHD. So hätten nur rund sieben Prozent der befragten Lehrenden angegeben, ausreichend über digitale Barrierefreiheit Bescheid zu wissen.
Bogner war treibende Kraft für die Beteiligung der PHHD am Projekt. Aus Projektmitteln konnten hier zwei Mitarbeiterinnen finanziert werden. Mit der Projektleitung des Teams Heidelberg durch Prof. Dr Johannes Hennies (Schwerpunkt Hören und Kommunikation), Prof. Dr. Markus Lang und den akademischen Mitarbeiter und stellvertretenden Behindertenbeauftragten Frank Laemers (beide Schwerpunkt Pädagogik bei Blindheit und Sehbeeinträchtigung) konnte die Hochschule ihre sonderpädagogische Kompetenz einbringen. „Unsere didaktisch-pädagogische Expertise war ein wichtiges Puzzleteil für Shuffle“, sagt Markus Lang.
Wie studiert es sich mit Sehbeeinträchtigung?
Unter anderem beteiligte sich das Team der PHHD am Teilprojekt „BlindDate“, in dem Gabriel, Hannah und weitere Personas entstanden, die stellvertretend für Studierende mit Beeinträchtigungen stehen. Die Charaktere schildern auf der
„Wir wollen Lehrende für die besonderen Bedarfe sensibilisieren und zeigen, was sie für mehr Teilhabe tun können“, erklärt Frank Laemers. Die Personas wurden basierend auf Fragebogenerhebung und qualitativen Interviews und gemeinsam mit Betroffenen entwickelt, die auch selbst einzelne Videos einsprachen. „Sie sollten realistisch sein und nicht bestehende Stereotype verstärken“, sagt Lang. „Gleichzeitig war uns wichtig, dass sie partizipativ entstehen.“
Auf der Shuffle-Projektseite finden Lehrende noch mehr Anleitungen, beispielsweise zur barrierefreien Gestaltung von Veranstaltungen, Moodle-Kursen oder E-Prüfungen. Mit dem eigens entwickelten Tool „
Mit Melvin können in einem einzigen Arbeitsablauf eigene Vorträge aufgezeichnet, untertitelt und mit einer KI-Übersetzung ergänzt werden. Auch für Nutzer:innen ist das Tool flexibel einsetzbar, denn man wählt selbst, ob Untertitel, Transkript oder andere Einstellungen angezeigt werden sollen. Das mache Sinn, denn nicht alles technisch Mögliche sei auch immer didaktisch sinnvoll, erklärt Bogner. „Das Geniale an Melvin ist zudem, dass es webbasiert funktioniert und allen kostenlos zur Verfügung steht.“
In jeder Vorlesung sitzen betroffene Studierende
Im Shuffle-„Reifegradmodell“ können Hochschulen zudem eine grundsätzliche Analyse zum Stand ihrer (digitalen) Barrierefreiheit durchführen. Wichtig ist nun, dass die Angebote der Plattform auch bei Lehrenden ankommen. Shuffle wird derzeit an deutschen Hochschulen, auf Tagungen und an einzelnen Schulen beworben, unter anderem können kostenlose Poster und Postkarten der Personas weiterverteilt werden.
Mindestens einen Aha-Effekt erhoffen sich die Forschenden von ihrem Projekt: „Die Erkenntnis, dass der Umgang mit Beeinträchtigungen jeden etwas angeht“, sagt Laemers. Denn vermutlich sitzen in fast jeder Vorlesung betroffene Studierende. Auch wenn dies nicht immer sichtbar wird, wie beispielsweise bei chronischen oder psychischen Erkrankungen.
Oft genügen schon kleine Schritte, um alle Studierenden mitzunehmen, wie das Hochladen von Lernmaterial vorab, der Blick auf eine gute Tonqualität und ausreichend Pausen. Shuffle gibt dafür Hilfestellung, die Umsetzung liegt nun beim Einzelnen, wie Markus Lang sagt. „Aber wer sich die Plattform genauer anschaut, wird sehen: Barrierefreiheit ist kein Hexenwerk.“
Das Projekt
Das Projekt „Hochschulinitiative digitale Barrierefreiheit für Alle (Shuffle)“ wurde von August 2021 bis Dezember 2025 von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert. Beteiligte waren die Pädagogische Hochschule Heidelberg, die Pädagogische Hochschule Freiburg, die Universität Bielefeld und die Hochschule der Medien Stuttgart. Alle Informationen unter
[ka] Aus Satellitenbildern lässt sich vieles ablesen: Trockenschäden in Wäldern, das Wachstum einer Stadt oder das Ausmaß von Naturkatastrophen. Doch wie genau berechnen Expert:innen solche Erkenntnisse aus Erdbeobachtungsdaten? Grundlagen dazu vermittelt das Institut für Geographie und Geokommunikation (IGG) und der dort angesiedelte UNESCO Lehrstuhl für Erdbeobachtung und Geokommunikation von Welterbestätten und Biosphärenreservaten an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg seit vielen Jahren für Schulen.
Mit Förderung der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR entstanden verschiedene Tools, mit denen Schüler:innen den Umgang mit Satellitenbildern einüben können und ein Grundverständnis zu Fernerkundungsmethoden erlangen. Im neuen Forschungsprojekt „KI:EO“ kommt nun Künstliche Intelligenz zum Einsatz, um die Satellitendaten besser verstehen und Lern-Tools individuell anpassen zu können.
„Moderne Geotechnologien entwickeln sich rasant“, sagt Professor Dr. Alexander Siegmund, Leiter des Instituts und der „GIS-Station – Kompetenzzentrum für digitale Geomedien“. Weder die Ausbildung von Lehrkräften noch die technische Ausstattung der Schulen könne hier bislang Schritt halten. „Diese Lücke wollen wir schließen.“ Methoden der Fernerkundung seien im Fach Geographie in den Nationalen Bildungsstandards verankert. „Wir verstehen uns hier als Vermittler zwischen modernen Geotechnologien und den Anforderungen des Unterrichts.“
Die Abholzung des Regenwaldes berechnen
In den Projekten werden die Methoden der Fernerkundung vereinfacht, ohne das komplexe Thema zu simplifizieren. Auf der interaktiven E-Learning-Plattform „
Eigene Berechnungen können sie auf der ebenfalls öffentlichen Plattform „
In einem weiteren Projekt entstand zudem die App „BLIF-Explorer“. Damit können Schulklassen die bearbeiteten Satellitenbilder direkt im Gelände abrufen und mit der Landschaft vor Ort vergleichen. „Fernerkundung arbeitet mit Falschfarben. Eine rote Fläche in der Aufnahme kann beispielsweise einem geschädigten Wald entsprechen, der in Wirklichkeit natürlich anders aussieht“, sagt Siegmund. Solche Aspekte könnten dann „im Feld“ vermittelt werden. Die kostenlosen Lern-Tools sind mit den Lehrplänen aller Bundesländer kompatibel und werden von Schulen bundesweit genutzt.
Assistenzsystem für jedes Lernlevel
Im neu gestarteten Projekt „KI:EO - Innovative Wege der Erdbeobachtung für die Schule, Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Förderung von Fernerkundungsdaten im Unterricht“ werden Dr. Nils Schorndorf und Julian Stolz vom IGG die Plattformen weiterentwickeln und noch gezielter für Lernende zugänglich machen. Ein KI-basierter Agent soll Schüler:innen künftig in ihrem Lernfortschritt unterstützen und individuelles Feedback geben. Zudem soll das Assistenzsystem unter anderem bei der Auswertung und Interpretation von Satellitenbildern helfen. Gleichzeitig steht es Lehrkräften zur Verfügung, um die Materialien besser und maßgeschneidert an das Lernniveau ihrer Klassen anzupassen.
Die Forschenden wollen hierfür Large Language Models nutzen. Sie werden einen Anforderungskatalog nach didaktischen Gesichtspunkten erstellen, der festlegt, was die KI können muss. Die Programmierung übernimmt eine professionelle Agentur. Am Ende soll ein Chatbot als Eigenentwicklung der PHHD entstehen, erklärt Siegmund. „Unser Assistenzsystem wird dann direkt auf die Nutzung von Fernerkundungsdaten zu unterschiedlichen Themenbereichen der nachhaltigen Entwicklung wie etwa zum Klimawandel zugeschnitten sein.“
Das Projekt
„Innovative Wege der Erdbeobachtung für die Schule – Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Förderung von Fernerkundungsdaten im Unterricht (KI:EO)“ läuft bis Ende 2028. Es wird mit rund 570.000 Euro von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.
Weitere Informationen unter
Rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland kennen ihre Weiterbildungsmöglichkeiten nicht, wie eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung gezeigt hat. Weiterbildung wird zwar als wichtig eingeschätzt, Angebote bleiben aber oft ungenutzt. Die Pädagogische Hochschule bietet ihren Mitarbeitenden zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten. Die neue Internetseite „Fort- und Weiterbildungen für Beschäftigte“ informiert über interne Angebote, externe Qualifizierungsmöglichkeiten – verständlich erklärt und übersichtlich aufbereitet.
Die neue Internetseite informiert auch über das Thema Bildungszeit, auch Bildungsurlaub genannt. In Baden-Württemberg, wie in fast allen Bundesländern, gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf bezahlte Freistellung für Bildungsangebote. Weiterbildung ist kein Zusatz oben drauf, sondern ein wichtiger Teil eines guten Arbeitslebens. Manchmal beginnt Weiterbildung genau hier: mit dem Wissen, dass es sie gibt:
Text: Sebastian Stumpf
[red] Kindertageseinrichtungen sind zentrale Lernorte für Gemeinschaft, Mitbestimmung, Verantwortung und demokratisches Handeln. Die Fortbildung setzt sich mit der Bedeutung von Partizipation und Kinderrechten im pädagogischen Alltag auseinander und zeigt, wie Beteiligungsprozesse entwicklungsangemessen gestaltet werden können. Neben der Vermittlung zentraler Grundlagen der UN-Kinderrechtskonvention stehen praxisnahe Umsetzungsformen im KiTa-Alltag im Fokus. Die Teilnehmenden reflektieren ihre eigene Haltung, lernen alltagstaugliche Beteiligungsformate kennen und diskutieren Fallbeispiele aus der Praxis.
Die Fortbildung findet am 24.4. von 12:00 bis 18:00 Uhr im Transferzentrum (Bergheimer Straße 104, 69115 Heidelberg) und richtet sich an den Fachbereich Sozialwesen. Die Dozierenden sind Dr. Jeanette Roos und M.A. Alessandra Amoroso und Dr. Jörg Maywald.
Weitere Informationen zu QUASI finden Sie hier:
[red] Konflikte gehören zum pädagogischen Alltag und bieten zugleich Chancen für Entwicklung und Verständigung. Eine professionelle Gesprächs- und Konfliktkultur ist dabei zentral für ein gelingendes Miteinander in Teams, mit Eltern und mit Kindern. Die Fortbildung wird von Dr. Jeanette Roos und Dr. Steffi Sachse doziert und findet von 8:30 bis 14:30 Uhr im Transferzentrum (Bergheimer Straße 104, 69115 Heidelberg) statt.
Die Fortbildung vermittelt grundlegendes Wissen zu Voraussetzungen konstruktiver Kommunikation, unterschiedlichen Gesprächsformen sowie zu Möglichkeiten der Mediation im pädagogischen Kontext. Anhand von Praxisbeispielen werden Handlungsmöglichkeiten reflektiert und erweitert.
Weitere Informationen zu QUASI finden Sie hier:
[red] Im Rahmen der HSE-Aktivitäten zur
Beim ersten synchronen Onlinetermin am 11. Mai von 18:00 bis 20:00 Uhr lernen sich die Teilnehmenden kennen, erhalten wertvolle Informationen zur Vorbereitung auf die Selbstlernphase und werden in die begleitenden Aufgabenstellungen eingeführt. Der zweite synchrone Onlinetermin am 13. Juni bietet den Teilnehmenden Gelegenheit, sich zu ihren Erfahrungen auszutauschen und in eine vertiefende Diskussion untereinander sowie mit der Autorin einzutreten. Gemeinsam entwickeln die (angehenden) Lehrkräfte Anwendungsszenarien im Kontext der eigenen Fächer und mit Bezug zur Leitperspektive Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Der Workshop wird im Sommer 2026 in Kooperation mit der
Weitere Informationen zu Hintergrund, Anrechnung und Anmeldung unter
[LRK PHn BW] Die Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württemberg (LRK PHn BW) setzt auf Kontinuität an ihrer Spitze. Das Gremium der sechs Pädagogischen Hochschulen hat am 19. März in Stuttgart die Amtszeit des Vorstands um ein Jahr verlängert: Prof. Dr. Jörg-U. Keßler, Rektor der PH Ludwigsburg, wurde bis zum 1. Mai 2027 als Vorsitzender im Amt bestätigt, Prof.in Dr.in Karin Vach, Rektorin der PH Heidelberg, wurde als stellvertretende Vorsitzende ebenfalls wiedergewählt.
Hintergrund der Verlängerung ist der diesjährige Wechsel der Hochschulleitung an drei Pädagogischen Hochschulen – in Karlsruhe, Freiburg und Weingarten. Der LRK gehören die Rektor:innen aller sechs PHn des Landes an: Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten.
Resilienz im Hochschulsystem und Qualität der Lehrkräftebildung im Fokus
Zu den zentralen Zukunftsthemen der Pädagogischen Hochschulen zählen insbesondere die Stärkung der Resilienz des Hochschulsystems sowie verlässliche und langfristige Perspektiven für die Hochschulfinanzierung. „In einer Zeit, in der wissenschaftliche Expertise zunehmend in Frage gestellt wird und Hochschulen vermehrt Ziel antidemokratischer Angriffe werden, stehen die Pädagogischen Hochschulen für Solidarität und eine enge Zusammenarbeit aller Hochschularten“, betont LRK-Vorsitzender Jörg-U. Keßler.
Daneben steht das Bildungssystem – nicht nur in Baden-Württemberg – vor einer Vielzahl aktueller Herausforderungen. „Vorrangig sind dabei die Gewinnung von Lehrkräften und die Qualitätssicherung – insbesondere für die Sekundarstufe I“, sagt Keßler. „Mit Blick auf die komplexer werdenden Herausforderungen engagieren sich die Pädagogischen Hochschulen für eine agilere und systematischere Implementierung relevanter gesellschaftlicher Themen, wie etwa Demokratiebildung und Künstliche Intelligenz“, ergänzt die stellvertretende LRK-Vorsitzende Karin Vach.
Die lehrkräftebildenden Hochschulen des Landes haben 2025 einen Verbund für Lehrkräftebildung gegründet. Dieser verfolgt das Ziel, zentrale Fragen der Lehrkräftequalifizierung mit allen Beteiligten in einer festen ressort- und phasenübergreifenden Struktur zu klären.
Darüber hinaus treiben die Pädagogischen Hochschulen neben Forschung und Lehre den Ausbau der wissenschaftlichen Weiterbildung voran. „Unsere Hochschulen verfügen über professionelle Weiterbildungseinrichtungen und erfahrene Teams, die vielfältige Angebote und zielgruppenspezifische Formate entwickeln“, erläutert Vach, die zugleich Mitglied im Sprecher:innenrat von Südwissen ist. Gleichzeitig bestehen rechtliche Hürden, etwa bei der Gewinnung und Vergütung von hochschuleigenem Lehrpersonal sowie bei Angeboten für weniger zahlungskräftige Zielgruppen. „Hier gilt es, die rechtlichen Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Weiterbildung zu verbessern“, führt sie aus.
[ka] Die Postdocs der Graduate School an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg haben neue Sprecherinnen gewählt: Dr. Alexandra Svedkijs (Institut für Mathematik und Informatik) sowie ihre Stellvertreterinnen Dr. Corinna Neuthard (Institut für Gesellschaftswissenschaften) und Jun.-Prof.in Dr. Katja Schwemmer (Institut für Fremdsprachen) vertreten künftig die Interessen der PH-Nachwuchswissenschaftler:innen in der Postdoc-Phase. Ihre Amtszeit beträgt zwei Jahre - erstmals gibt es nun drei Sprecherinnen aus unterschiedlichen Fachbereichen.
Das Team wird zudem in enger Zusammenarbeit mit der Prorektorin für Forschung und Internationales, Prof. Dr. Marita Friesen, und der Geschäftsführerin der Graduate School, Dr. Nicole Flindt, die Strukturen für Nachwuchswissenschaftler:innen weiterentwickeln. „Gerade die Post-Doc-Phase ist entscheidend für den weiteren Karriereweg junger Forschender“, sagt Marita Friesen. „Viele stehen hier vor der Frage, wie es weitergeht – genau hier wollen wir als Hochschule gezielt Beratung und Orientierung bieten.“
Seit 2018 können in der Graduate School auch Postdocs Mitglieder werden, wie Nicole Flindt ergänzt: „Das war ein explizites Anliegen der Postdocs. Neben Beratungsangeboten können sie auch finanzielle Zuschüsse erhalten und engagieren sich beim Mentoring oder in kleinen Workshops, beispielsweise zum Disputationstraining für Promovierende in der Graduate School. Das ist ein echter Mehrwert für die Hochschule.“
Das neue Sprecherinnen-Team will nun die Arbeit der Postdocs noch sichtbarer machen und den Qualifizierungsweg gezielt unterstützen, wie es sagt, sei es bei Bewerbungen, Karriereplanung, Drittmittelakquise oder der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. „Ein zentrales Anliegen ist uns zudem, Möglichkeiten für den Austausch untereinander zu schaffen“, sagte Alexandra Svedkijs. Postdoc-Stellen seien an der PHHD sehr unterschiedlich ausgestaltet, deshalb brauche es geeignete interdisziplinäre Austausch- und Unterstützungsformate um alle zu erreichen.
Man wünsche sich eine klare Definition und Kommunikation der Postdoc-Rolle – sowohl innerhalb der Hochschule als auch gegenüber Drittmittelgebern – und einen verbesserten Zugang zu Fortbildungen, Mentoring-Angeboten und Beratungsangeboten zu Drittmittelanträgen. Um Angebote gezielt weiterzuentwickeln, will das Team systematisch die Bedarfe der Postdocs erheben.
„Ein zukunftsfähiges Umfeld für Postdocs sollte aus unserer Sicht drei zentrale Säulen vereinen“, sagte Svedkijs. „Das sind erstens transparente Strukturen und klare Orientierung, etwa bei Antragsprozessen, Förderprogrammen und Qualifizierungsangeboten. Zweitens ein aktives Netzwerk mit regelmäßigen Austauschformaten. Und drittens eine zielgerichtete Unterstützung beim Forschungsaufbau, etwa durch Reisemittel, Beratung und ergänzende Fortbildungsangebote.“
Die Sprecherinnen sind bei Anliegen unter ihren Email-Adressen oder über die Gruppe „Gremium: Postdoc-Netzwerk“ auf Stud.IP erreichbar. „Dort kommunizieren wir mit der Community und laden alle Postdocs - neue wie erfahrene - herzlich ein, sich zu beteiligen.“
[hop] Der von den PHHD-Englischprofessorinnen Jutta Rymarczyk und Katja Schwemmer herausgegebene Sammelband „LanguageS Learning: Research and Pedagogies on Bi- and Multilingualism“ widmet sich aktueller Forschung und didaktischen Ansätzen zur Förderung von Zwei- und Mehrsprachigkeit im institutionellen (Fremdsprachen-)Lernen. Vor dem Hintergrund globaler Migrationsbewegungen und der fortschreitenden Digitalisierung gehört Mehrsprachigkeit zur gelebten Realität junger Lernender.
Der Band mit Beiträgen internationaler Forscherinnen und Forscher widmet sich u.a. der Frage, wie diese lebensweltliche Mehrsprachigkeit gezielt mittels didaktischer Ansätze und Konzepte im Unterricht aufgegriffen und weiterentwickelt werden kann. Zudem wird das Potential aktueller Forschungserkenntnisse zu Bi-, Multi- und Plurilingualismus für die Lehrkräfteaus- und Weiterbildung diskutiert.
Das thematische Spektrum des Bandes reicht von Einstellungen Lehrender und Lernender im Kontext von Multilingualismus über die Implementierung und empirische Begleitung der Unterrichtsmethode CLIL (Content and Language Integrated Learning), die Berücksichtigung von Herkunftssprachen im (Fremdsprachen-)Unterricht bis hin zum Potential mehrsprachiger digitaler Lernumgebungen.
Rymarczyk, Jutta & Schwemmer, Katja (Hrsg.): LanguageS Learning: Research and Pedagogies on Bi- and Multilingualism. / SpracheN lernen: Forschung und Fachdidaktik zu Zwei- und Mehrsprachigkeit. Berlin (et al.): Peter Lang, 2025, 368 Seiten, ISBN (PDF) 9783631938935, ISBN (ePUB) 9783631938942, ISBN (Hardcover), 9783631938928,
[hop] Das von Englischdozentin Dr. Kristen Nawrotzki zusammen mit Larry Prochner herausgegebene Buch „Nature and Early Education. Global Perspectives on Outdoor Learning for Young Children“ reflektiert, wie sich die Naturbildung für Kinder im 21. Jahrhundert entwickelt. Auf empirischer Forschung basierend und mit Beispielen aus der Praxis zeigt das Buch, wie naturbasierte Ansätze Bildungspolitik, theoretische Rahmenwerke und pädagogische Praxis in der frühkindlichen Kindheit und darüber hinaus transformieren.
Basierend auf Forschungen internationaler Autor:innen aus verschiedenen Bildungseinrichtungen untersucht der Band:
- Herausforderungen für Konzepte von Kindheit, Risiko und Mensch-Natur-Interaktion, Vergangenheit und Gegenwart
- Kulturspezifische und indigene Wissenssysteme
- Lehrerausbildung und berufliche Weiterbildung
- Strategien für Familien- und Gemeinschaftsengagement
- Effektives naturbasiertes Lernen in urbanen Umgebungen
Das Buch bietet praktische Empfehlungen sowie zum Nachdenken anregende Fragen an, die sowohl für individuelle Reflexion als auch für Gruppendiskussionen gedacht sind.
Larry Prochner und Kristen Nawrotzki (Hrg.), Nature and Early Education. Global Perspectives on Outdoor Learning for Young Children, Routledge, New York, 2026, 184 Seiten,
[hop] Der gerade erschienene Jahresbericht informiert über die inhaltlichen und strukturellen Schwerpunkte der Hochschule im Berichtsjahr vom 1. Oktober 2024 bis 30. September 2025. Entwicklungen in unterschiedlichen Arbeitsbereichen sowie statistische Daten etwa zu Studierendenzahlen, Personalia, Finanzen und Forschung sind in komprimierter Form zusammengefasst. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei hochschulübergreifenden Schwerpunktthemen wie dem Identitätskernprozess, der viel Raum im Berichtsjahr eingenommen hat.
Der Bericht basiert auf der hochschulöffentlichen Präsentation von Rektorin Prof.in Dr.in Karin Vach am 16. Dezember 2025 vor den Mitgliedern des Hochschulrats, des Senats und anderen Interessierten.
Insbesondere aus Gründen der Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Arbeitszeitoptimierung hat sich die Hochschule dazu entschieden, den Jahresbericht nicht mehr als aufwändig gestaltete Printversion, sondern als schlichtes
Am Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung wird partizipativ geforscht. Bildungsfachkräfte, Forschende und Studierende planen gemeinsam Projekte und führen diese durch. Alle können gleichberechtigt ihre Perspektive und ihre jeweilige Expertise einbringen. Das Forschungsplenum trifft sich einmal pro Woche – und sucht nun wieder Verstärkung aus der Studierendenschaft. Wer mehr darüber wissen will: Sonderpädagogikstudentin Anni Burggraf hat ihre wertvollen Erfahrungen aus der Arbeit im Forschungsplenum im campusblog beschrieben.
Anni Burggraf, deren Studium nun endet, sagt: „Rückblickend war meine Zeit im Forschungsplenum eine große persönliche und fachliche Bereicherung. Mein Studium an der PH Heidelberg hat dadurch eine Tiefe bekommen, die ich so nicht erwartet hätte. Forschung wurde für mich lebendig, zugänglich und sinnhaft. Ich durfte mich einbringen, Verantwortung übernehmen und mich als vollwertiger Teil eines vielfältigen Teams erleben. Besonders berührt hat mich, wie aufmerksam im Plenum miteinander umgegangen wurde – wie selbstverständlich Bedürfnisse mitgedacht und Räume geschaffen wurden.“
Im Sommersemester 2026 trifft sich die Gruppe ab dem 13.04.2026 montags von 8.30 bis 10.00 Uhr im Senatssaal (Raum 211, Altbau). Interessierte sollten wöchentlich mindestens über ein Semester am Forschungsplenum teilnehmen. Bei Fragen oder Interesse können die Mitglieder des Forschungsplenums unter l-aw-zib-forschungsgruppe@list.ph-heidelberg.de erreicht werden.
Weitere Infos zur partizipativen Forschung am AW-ZIB finden Sie unter:
Text: AW-ZIB und Anni Burggraf
Das PHÖNIX-Förderprogramm für Frauen in der Wissenschaft ist zu Anfang des Jahres erfolgreich gestartet und mit Beginn des Sommersemesters gehen die ersten Maßnahmen in die Umsetzung. So konnten bereits 14 Hilfskräfte zur Unterstützung von Forschungsprojekten eingestellt sowie sieben Tagungs- und Forschungsaufenthalte bezuschusst werden. Zudem wurden die ersten Lehrreduktionen zugunsten der Forschungstätigkeit bewilligt, deren Umsetzung zum Wintersemester 2026/27 erfolgt.
Weitere Fördermöglichkeiten: Die Frist für die Bewerbung zur Überbrückungsfinanzierung ist der 01.06.2026. Außerdem können sich Wissenschaftlerinnen weiterhin für die Bezuschussung von Reise- und Tagungskosten bewerben. Weitere Fördermaßnahmen folgen zum Wintersemester 2026/2027.
Mit viel Tatendrang wird zudem an begleitenden Angeboten gearbeitet: Am 23.04. findet das erste Vernetzungstreffen für Frauen in der Wissenschaft statt, sowie Workshops für Wissenschaftler:innen, die die berufliche Weiterentwicklung und Karrieremöglichkeiten unterstützen. Geplant ist zudem im Sommersemester eine Veranstaltungsreihe für Studierende und interessierte Hochschulmitglieder zum Thema „Gender & Bildung“.
Bei Fragen, Beratungsbedarf oder individuellen Anliegen melden Sie sich jederzeit gerne. Ansprechpersonen sind Elisabeth Schönhals (
Text: Elisabth Schönhals
[mw] Nach mehr als fünf Jahren wirksamer Prävention und Aufklärung endet die Arbeit der Arbeitsstelle Antiziganismusprävention der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Unter dem Motto "Spuren hinterlassen – Perspektiven eröffnen" blickte das Team um
Bei der Veranstaltung in der historischen Festhalle der Hochschule sprach die Leiterin der Arbeitsstelle, Melanie Kuhn, das Kernproblem ihrer Antidiskriminierungsarbeit an: "Häufig fehlt in der Gesellschaft und in den Institutionen ein Gespür dafür, dass Antiziganismus überhaupt existiert." Als Beleg führte Kuhn den rechtsterroristischen Mordanschlag von Hanau an, bei dem neun Menschen getötet wurden und der sich am 19. Februar zum sechsten Mal jährte. Was in der medialen Berichterstattung kaum Erwähnung findet, ist die Tatsache, dass drei der Opfer der Minderheit der Sinti und Roma angehörten. "Das Schweigen ist ein Grundproblem des Antiziganismus", so Kuhn.
Wo setzt man an?
Obwohl er tief in unserer Gesellschaft verwurzelt ist, bleibt Antiziganismus eine der am wenigsten beachteten Formen des Rassismus. Antiziganismus bezeichnet eine spezifische Form des Rassismus, die sich primär gegen Sinti und Roma richtet: Die Betroffenen werden als „fremd“ markiert und erfahren strukturelle Benachteiligungen etwa bei der Wohnungssuche, in der Schule oder im Berufsleben.
Besonders häufig seien Kinder die Leidtragenden dieser Diskriminierung, wie Daniel Strauß in seinem Grußwort ausführte. Er ist Vorsitzender des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg (
Jahrelanges Engagement
Umso wichtiger war es, die Antiziganismusprävention direkt in einer Einrichtung der Lehrkräftebildung einzubinden. Die langjährige Mitarbeiterin Nadine Küßner stellte auf der Konferenz das vielfältige Engagement der Arbeitsstelle vor. So ging die Arbeitsstelle auf Initiative von Prof. i.R. Dr. Bettina Degner aus einem Teil des Transferprojekts Transfer Together (2018–2022) hervor und erstellte als erstes einen digitalen Stadtrundgang zur Geschichte der Sinti und Roma in Heidelberg, der weiterhin abrufbar ist. In den folgenden Jahren entwickelte die Arbeitsstelle u.a. eine Lehrer:innenfortbildung gemeinsam mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung, sie veranstaltete Seminare, Workshops und öffentliche Veranstaltungen, häufig im Verbund mit ihrem großen Netzwerk an Kooperationspartnern. Zuletzt war die Arbeitsstelle Teil des institutionenübergreifenden Projekts "Mediale Antiziganismen – Von der interdisziplinären Analyse zur kritischen Medienkompetenz" (MeAviA). Als Verbundsleiter des Projekts war Prof. Dr. Michael Haus (Universität Heidelberg) ebenfalls bei der Veranstaltung beteiligt und stellte mit seinen Kolleg:innen die Projektergebnisse vor.
Ein vielfältiges Programm
Bei der Abschlusskonferenz setzten sich die Teilnehmer:innen mit Antiziganismus in verschiedenen Lebensbereichen auseinander: in den Medien, in Kinder- und Jugendliteratur, im Film und in der Presseberichterstattung. Auf einem Markt der Möglichkeiten stellten regionale Akteur:innen ihre Arbeit vor, darunter der PH-Alumnus und Lehrer Bernhard Edin, der mit seiner Wanderausstellung über Vinzenz Rose kürzlich erst an der Hochschule Halt gemacht hat (
“Waffe gegen Vorurteile”
Viele Wegbegleiter:innen der Arbeitsstelle bedankten sich für das Engagement des Teams . So verglich der langjährige Bundestagsabgeordnete und ehemalige Hochschulrat der PHHD Gert Weisskirchen die Arbeit der Kolleg:innen mit einer "Waffe gegen diese grässlichen Vorurteile.“ VDSR-BW-Vorstand Strauß lobte die Entscheidung des Rektorats, eine solche Einrichtung an der eigenen Hochschule zuzulassen: “Es war die erste Einrichtung, die sich selbstkritisch mit Antiziganismus in ihrem eigenen Umfeld auseinandergesetzt hat.” Und so blickten zum Ende der Veranstaltung auch viele mit einem optimistischen Blick in die Zukunft, obwohl die Finanzierung des Landes für die Arbeitsstelle zum 31. März 2026 endet.
Auf den Punkt brachte es Strauß: “Was bleibt, ist Ihre Wirkung. Ihre Expertise. Ihr Mut, etwas Neues aufgebaut zu haben. Und die Verpflichtung, die Arbeit weiterzutragen. An neuen Orten, mit neuen Formaten.”
Die Veranstaltung wurde gefördert vom
[red] Sonderpädagog:innen der Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Ludwigsburg haben 2025 Schüler:innen und Lehrer:innen an 72 baden-württembergischen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) zur psychosozialen Gesundheit und zu ihrem Wohlbefinden befragt (
Insgesamt 14 Pilotschulen aus ganz Baden-Württemberg nahmen am Kick-off teil und setzten damit ein starkes Zeichen für die Weiterentwicklung von Schulen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung (SBBZ ESENT).
Auftakt mit klarer Zielsetzung
Zum Auftakt begrüßten Prof. Dr. Jörg-U. Keßler (PHLB) sowie Anne Kruse von der Baden-Württemberg Stiftung die Teilnehmenden. Beide betonten die besondere Bedeutung des Programms für die nachhaltige Schulentwicklung im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Der Projektstart stand ganz im Zeichen von Vernetzung, Kennenlernen und der gemeinsamen Orientierung im Programm. Schulleitungen, Lehrkräfte und insbesondere auch Schüler:innen der teilnehmenden SBBZ ESENT kamen zu einem arbeitsintensiven und zugleich vielversprechenden Auftakttag zusammen.
Bereits zu Beginn wurde deutlich, welches Potenzial in der gemeinsamen Arbeit liegt: Die Teilnehmenden nutzten den Tag intensiv, um sich kennenzulernen, erste Erfahrungen auszutauschen und Kontakte für die weitere Zusammenarbeit zu knüpfen. Verschiedene Workshops rahmten den Projektstart inhaltlich. Dort hatten die Schulen Gelegenheit, sich als Steuergruppen zusammenzufinden, sich im Programm zu orientieren und erste Themenfelder für die gemeinsame Projektarbeit zu entwickeln. Gestaltet wurden die Workshops von Prozessmoderator:innen der beWirken GmbH, vom Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung sowie vom wissenschaftlichen Projektteam der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und Heidelberg. Seitens der PHHD ist
Der gemeinsame Auftakt wurde von den Teilnehmenden am Ende des Tages durchweg positiv bewertet. In der Abschlussrunde hoben sie besonders die gelungene Mischung aus fachlichem Austausch, intensiver Vernetzung und kooperativer Zusammenarbeit auf Augenhöhe hervor - ein insgesamt motivierender Projektstart.
Gemeinsame Entwicklung schulspezifischer Ansätze
Mit dem Kick-off ist der Grundstein für die weitere Zusammenarbeit gelegt. In den kommenden Projektphasen werden die beteiligten Schulen gemeinsam mit den beteiligten Hochschulen und Partnerinstitutionen schulspezifische Ansätze zur Schulentwicklung im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung entwickeln und umsetzen.
Mehr Informationen zum Hintergrund finden Sie in der
„Ihre Art, Gesundheit an der PH Heidelberg zu denken und zu leben, hat mich fachlich wie auch persönlich sehr angesprochen.“ Mit diesem Einstieg hat sich Mag.a Eva Robl, Gesundheitsmanagerin der österreichischen Hochschule Campus Wien, bei PHeel Good gemeldet, dem Hochschulischen Gesundheitsmanagement der PHHD. Gefördert vom europäischen Erasmus-Programm war Eva Robl dann Mitte März für drei Tage an der PH Heidelberg zu Gast, um sich in intensivem Austausch mit Gesundheitsmanagerin Chiara Dold einen Eindruck von den Konzepten und Arbeitsprozessen bei PHeel Good zu machen.
Nach der Begrüßung durch Kanzlerin Stephanie Wiese-Heß startete der erste Tag im Altbau mit Rundgang und Erläuterung der vielen verhältnisorientierten Maßnahmen: Vom Ruheraum über den Außenseminarbereich “Keplerhof“ bis hin zu Tischtennisplatte und bewegungsaktivierender Seminarraum „Stehlabor“. PHeel Good legt den Schwerpunkt auf Rahmenbedingungen von Studium und Arbeit.
Am zweiten Tag erfolgte eine Neubau-Tour mit einem Austausch mit Prof. Dr. Jens Bucksch, Direktor des Heidelberger Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung. Auch Hochschulsportverantwortlicher Sebastian Stumpf nahm sich Zeit, um den Hochschulsport und dessen Kooperation mit PHeelGood vorzustellen.
Ziel des Besuchs war vor allem, mehr über den Aufbauprozess des Hochschulischen Gesundheitsmanagements, die Kommunikationsstrategie und Einbindung der Studierendenschaft zu erfahren, da die Hochschule Campus Wien sich hierbei noch im Aufbau befindet. Eva Robl erfuhr, dass PHeel Good besonders auf gelebte Partizipation und enge Zusammenarbeit mit Studierendenvertretungen setzt.
Die Angebote und Maßnahmen werden - neben den offiziellen Kanälen der Hochschule wie Website und Newsletter - auf sozialen Medien kommuniziert. Besonders wichtig ist aber der persönliche Austausch: Studierende gestalten diese medialen Auftritte aktiv mit. Mit einer Mischung aus Informationen zu aktuellen Themen und Arbeitsprozessen und jeder Menge Humor sollen Transparenz und Nahbarkeit transportiert werden.
Eva Robl berichtete, dass die Förderung der psychischen Gesundheit von Studierenden auch in Österreich ein Thema ist, für das ein großer Bedarf besteht. Dieses wird im Projekt LISTEN an der Hochschule Campus Wien adressiert: „LISTEN! steht für Living Interconnected Student Engagement“. Die Initiative baut auf drei Säulen auf: einem niederschwelligen Beratungsangebot in Form von
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) der Hochschule Campus Wien bietet ein vielfältiges Angebot, das von Kursangeboten über Ergonomieberatung bis hin zum eigenen Fitnessraum reicht. Die physiotherapeutischen Studiengänge der Hochschule ermöglichen hier nicht nur die Nutzung einer tollen Ausstattung, sondern verbinden praktische Physiotherapie-Prüfungen mit BGM-Interventionen.
Nach drei gemeinsamen Tagen an der PH Heidelberg stellten Eva Robl und Chiara Dold fest: „Uns eint die Vision einer gesundheitsfördernden Hochschule gemäß der
Beide sind sich einig: Dieser Austausch hat sehr inspiriert und bringt alle Beteiligten voran.
Text: Chiara Dold