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[mw] Mit der Eröffnung der neuen Laborräume des des Instituts für Geographie und Geokommunikation – Research Group for Earth Observation (rgeo) erhalten Studierende, Forschende und Schüler:innen neue, innovative Möglichkeiten, um sich insbesondere mit dem Klimawandel und seinen Folgen auseinanderzusetzen. Zur feierlichen Eröffnung des Kompetenzzentrums für geoökologische Raumerkundung am 9. Juli kamen Vertreter:innen der Wissenschafts-, Umwelt- und Kultusministerien Baden-Württembergs nach Heidelberg. 

Wichtige Stakeholder aus dem Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung sowie aus der Didaktik waren ebenfalls anwesend: etwa der , der , der und einigen regionalen Schulen.

Mehr als nur ein Lernort

Rektorin Prof.in Dr.in Karin Vach lobte bei ihrer Begrüßung das Geco-Lab als eine Stätte der Weiterbildung. Sie betonte außerdem seine Bedeutung für die Resilienz des Wissenschaftssystems: Die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und seinen Folgen ist insbesondere in Zeiten eines aufgeheizten politischen Klimas eine wichtige Aufgabe für die Hochschule.

„Auf unseren Baustellen wollen wir eigentlich nicht experimentieren,“ scherzte Marco Grübbel bei der Eröffnung, aber mitunter improvisieren müsse man schon. Bei der Umsetzung des Experimentierlabos sei das aber eine besondere Ausnahme. Der Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Mannheim / Heidelberg rückte in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit mit dem Team des Instituts für Geographie und Geokommunikation in den Mittelpunkt und überreichte Prof. Dr. Alexander Siegmund zum Dank symbolisch einen Bauhelm sowie eine Urkunde zum Bauleiter ehrenhalber.

Bei der anschließenden Führung durch das neue Labor konnten sich die Gäste von der modernen Ausstattung selbst ein Bild machen. Ein Vertreter der Firma Wesemann GmbH, Herr Wesemann, gab den Interessierten hierbei einen Einblick in die Technik und den besonderen Vorlauf bei der Umsetzung des Experimentierlabors, das nach modernsten Maßstäben eingerichtet wurde.

Neben dem neuen Labor in den Räumlichkeiten der Geographie wurde auch ein neues, digitales Labor eröffnet. Mit dem virtuellen Geco-Lab können Lernende mithilfe von Virtual Reality ortsunabhängig auf die Angebote des Labors zugreifen. Einige Experimente würden damit überhaupt erst zugänglich gemacht, für die etwa Schulklassen ansonsten kaum Zeit hätten, wie Dr. Christina Fiene als Koordinatorin des Geco-Labs eindrücklich darlegte.

Das Geco-Lab

Das Kompetenzzentrum für geoökologische Raumerkundung, kurz Geco-Lab, ist ein integratives Lehr-Lern-Labor. Es verbindet als forschungsorientierte Einrichtung die geographische Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung mit Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Neben Schüler:innen profitieren davon Studierende in ihrer akademischen Ausbildung sowie Lehrkräfte in Fortbildungen. Inhaltlich konzentriert sich das Labor auf die Vermittlung naturwissenschaftlich und physisch-geographischer Basiskompetenzen, wobei aktuelle gesellschafts- und umweltrelevante Themen wie der Klimawandel und die nachhaltige Klimaanpassung im Mittelpunkt stehen.

Das Besondere am Geco-Lab ist die methodisch-didaktische Verknüpfung von Gelände- und Laborarbeit mit Modellen und Experimenten sowie computergestützte Analysen und Modellierungen. Es folgt dem didaktischen Dreiklang aus „Erkennen, Erkunden, Erklären“. Unterstützt durch ein eigenes regionales Klimamessnetz können Umweltprozesse direkt im Feld erfasst und anschließend experimentell im Labor untersucht werden.


Das Foto zeigt Schülerinnen und Schüler im Hof der PHHD, die für ihr Engagement im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung geehrt wurden.

[ka] Im Rahmen des Future Festivals der Hochschule wurden Anfang Juli Heidelberger Schüler:innen für ihre Projekte im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgezeichnet. Die Kinder und Jugendlichen aus mehr als 20 Heidelberger Schulen hatten sich mit Nachhaltigkeitsthemen beispielsweise in den Bereichen Ernährung, Gesundheit oder Umwelt auseinandergesetzt. Sie führten unter anderem soziale Projekte, Naturerlebnistage oder Angebote zur Gewaltprävention durch, legten Schulgärten an oder initiierten Blutspendeaktionen.

Für ihr Engagement wurden sie von Raoul Schmidt-Lamontain, Bürgermeister für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität in Heidelberg, Umweltamtsleiterin Sabine Lachenicht und Professor Dr. Alexander Siegmund, Geschäftsführender Direktor des BNE-Zentrums der PHHD, geehrt. Die Stadt Heidelberg zeichnet bereits seit dem Schuljahr 1995/96 jährlich Heidelberger Schüler:innengruppen aus, die sich aktiv für den Klimaschutz und die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele engagieren.


Auf dem Foto ist Frau Engin in der Gruppe Diskutierender zu sehen

[velo] Professorin Dr. Havva Engin, Leiterin des Zentrums für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik, hat mit  der Frankfurter Rundschau über aktuelle Herausforderungen im deutschen Bildungssystem gesprochen. Anlass des Beitrags ist die Veröffentlichung des Nationalen Bildungsberichts „Bildung in Deutschland 2026“, der u.a. erneut auf strukturelle Problemlagen wie Bildungsungleichheiten sowie wachsende Herausforderungen bei Zuwanderung und sprachlicher Teilhabe hinweist. Der Bericht unterstreicht, dass ein erheblicher Anteil der Schüler:innen die Mindeststandards in zentralen Kompetenzbereichen nicht erreicht und zeigt auch auf, dass der Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor stark von sozialer Herkunft beeinflusst wird.

Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Professorin Engin steht insbesondere die Frage, wie Schulen mit der Situation umgehen, dass Kinder mit Einwanderungsgeschichte im Alltag häufig als Übersetzer:innen für ihre Eltern eingesetzt werden. Engin ordnet dieses Phänomen pädagogisch ein und warnt vor den langfristigen Belastungen für die betroffenen Kinder. Sie betont zudem die Notwendigkeit struktureller Unterstützung im Bildungssystem: “Wir müssen aufhören, Zuwanderung immer aus einer Negativperspektive zu betrachten. Menschen, die migrieren, sind mutig, widerstandsfähig und bringen wertvolle Kompetenzen mit. Entsprechend müssen wir sie darin stärken und ihnen Hürden beim Spracherwerb besser abnehmen."

Der vollständige Beitrag ist auf erschienen.


[hop] Der campusblog hat wieder spannende Themen gesammelt: Transfermanager Max und Fotografin Birgitta haben Emotionen auf der Abschlussfeier eingefangen, die Chemie-Masterstudentinnen Lara, Jana und Sophie berichten von einem tollen Ferienprogramm, das sie entwickelt haben, Sonderpädagogikstudent Julian erzählt, wie er mit seinem Sohn ein Auslandspraktikum in Bogota gewuppt hat und außerdem wird die vertiefte Kooperation des Kurpfälzischen Museums mit der PHHD vorgestellt. Diese und weitere Themen finden sich auf . Unter „Kontakt“ sind Infos für diejenigen aufgeführt, die einen Beitrag einreichen möchten.



Kinder mit Rucksäcken und Jacken rennen über einen Gang

[red] Lehrkräfte in Deutschland fühlen sich zunehmend durch das Verhalten ihrer Schüler:innen herausgefordert. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle „Deutsche Schulbarometer Lehrkräfte“, in dem Lehrkräfte und Schulleitungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen  befragt wurden. Die Hochschule sieht den professionellen Umgang mit verhaltensbedingten Herausforderungen im Klassenzimmer als wichtigen Bestandteil der Lehrkräftebildung und führte deshalb 2024 das Wahlmodul „Herausforderndes Verhalten im Unterricht“ ein. Angehende Lehrkräfte setzen sich hier intensiv mit konkreten Unterrichtssituationen auseinander und lernen so, Probleme zu identifizieren, besser zu verstehen und Ansatzpunkte für Veränderungen zu finden.

Wie wichtig diese Qualifikation ist, zeigen die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers: Fast die Hälfte (46 Prozent) gab dabei an, den Umgang mit dem Verhalten ihrer Schüler:innen als größte berufliche Herausforderung zu empfinden. Als problematisch wurden schwieriges Sozialverhalten, mangelnde Motivation, Gewalt aber auch mangelnde Konzentration und psychische Belastungen von Schüler:innen genannt. Der Wert lag in der Befragung 2024 bei 35 Prozent und ist somit deutlich angestiegen. Auf Platz zwei der größten Herausforderungen lag in diesem Jahr die Heterogenität der Schulklassen (34 Prozent).

Weitere Informationen im Magazin „Daktylos“ der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (, S. 28, PDF) sowie auf der Webseite: „“.

Das Deutsche Schulbarometer
Seit 2019 lässt die Robert Bosch Stiftung jährlich repräsentative Befragungen zur aktuellen Situation der Schulen in Deutschland durchführen. In der aktuellen Erhebung wurden rund 1600 Lehrkräfte und Schulleitungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen befragt. So will sie dazu beitragen, aktuelle Bedarfe zu erkennen und Empfehlungen für Entscheidungsträger:innen abzuleiten. Ebenfalls jährlich erscheint das „Deutsche Schulbarometer Schüler:innen“, in dem Kinder, Jugendliche und Erziehungsberechtigte zum psychischen und schulischen Wohlbefinden befragt werden. Mehr Informationen unter


Im Klassenzimmer über Rassismus sprechen
Das Gruppenfoto zeigt Shaireen Rasheed bei der Übergabe des Visiting-Professor-Zertifikats

[ka] „Wir“ und die „Anderen“: Wie bilden wir solche Kategorien und welche Formen von Ausgrenzungen hat dies zur Folge? Fragen zu Identität, Zugehörigkeit und Rassismus sind Forschungsthemen von Prof. Dr. Shaireen Rasheed, die an der Long Island University (New York, USA) angehende Lehrkräfte ausbildet. Im Juni lehrte sie vier Wochen als Visiting Professor an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Die Professorin für Philosophie war bereits mehrfach als Gastwissenschaftlern an der PHHD, zuletzt 2023 im Rahmen des International Fellow-Programms. 

In ihrer Forschung beschäftigt sich die Wissenschaftlerin unter anderem mit rassismuskritischer Pädagogik, Inklusion, Rechtspopulismus und interkulturellem Dialog und entwickelte hier auch eine vergleichende Perspektive zwischen Deutschland und den USA. 

Bei ihrem aktuellen Aufenthalt hielt sie an der PHHD mehrere Vorlesungen zu ihren Themen sowie ein Seminar zu „Decolonizing Education: Race, Identity, and Global Citizenship in the German Classroom“. Im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) Heidelberg sprach sie als Referentin darüber, welche Impulse eine diskriminierungssensible, bindungsnahe Erziehung geben kann.

Viel Gesprächsbedarf an Schulen

Zudem thematisierte sie im Grundlagenmodul mit Studierenden “Whiteness, Double Consciousness and Collective Memory“: Nehmen wir Rassismus in Deutschland wahr und wie gehen wir damit um? Dabei war ihr Anliegen, zunächst einmal für die Präsenz von (Alltags)rassismus und andere Perspektiven zu sensibilisieren. Dass der Begriff „Rasse“ in Deutschland seit dem Nationalsozialismus nicht mehr benutzt werde, sei verständlich, so die Wissenschaftlerin, aber erschwere, über Rassismus zu sprechen.

Gerade für Lehrkräfte sei es wichtig, wieder eine „Sprache“ für diese Themen zu finden. Denn schon das Benennen von rassistischen Denkweisen schaffe einen Diskurs-Raum – und ihre Erfahrung sei, dass es großen Gesprächsbedarf gebe, unter Lehramtsstudierenden wie auch Schüler:innen.

Viel Diskussionsbedarf habe sie auch bei ihrem Aufenthalt in Heidelberg erlebt, sagte Rasheed bei ihrem Abschlussbesuch bei Prorektorin Prof. Dr. Marita Friesen. „Die Studierenden waren dieses Jahr besonders interessiert und die Arbeit im Seminar sehr produktiv“, so ihre positive Bilanz.

Im Gespräch mit Prof. Dr. Georg Zenkert, Dekan der Fakultät II, und Henrike Schön, Leiterin des Akademischen Auslandsamts, war man sich über die Aktualität des Themas einig. Mehr denn je bräuchten angehende Lehrkräfte Strategien, um mit dem Thema Rassismus im Klassenzimmer umzugehen und Werte zu vermitteln. Auch deshalb planen die PHHD und die Long Island University, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen und künftig den Austausch Studierender zu fördern.

Zur Person
Prof. Dr. Shaireen Rasheed forscht und lehrt seit 2000 am College of Education der Long Island University und ist dort Professorin für Philosophie mit den Schwerpunkten „Race Theory, Social Justice, Cultural and Global Studies and Multiculturalism. Seit 2018 leitet sie zudem das „Doctoral Program in Interdisciplinary Approaches to Education“. Sie war als Visiting Professor an der Columbia University New York, an der Harvard University, an der Universität Salzburg, in Lissabon und Jordanien und mehrfach an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

International Fellows an der PHHD:


Das Foto zeigt den Kunsthistoriker Jörg Richter vor der Ebstorfer Weltkarte.

[ka] Vom 25. bis 28. Juni 2026 waren 14 Studierende der Pädagogischen Hochschule Heidelberg im Rahmen eines Seminars im Kloster Ebstorf zu Gast. Unter Leitung von Prof. Dr. Marco Dräger, Professor für Geschichte und ihre Didaktik, hatten sie die Aufgabe, Ideen für eine zeitgemäße Vermittlung der Ebstorfer Weltkarte zu entwickeln. Die in Ebstorf verwahrte Karte überliefert das umfangreichste Bild der Welt aus dem Mittelalter. In drei Tagen intensiver Arbeit entstanden Skizzen zu Vermittlungsformaten, die Gästen des Klosters nicht nur die Weltkarte, sondern auch das Kloster Ebstorf im Gestern und Heute generell erschließen können.

Die Förderabteilung der Klosterkammer Hannover finanzierte im Rahmen eines Drittmittelprojekts den Aufenthalt der Studierenden; aus der Abteilung Bau- und Kunstpflege der Klosterkammer übernahm Dr. Jörg Richter als Kunsthistoriker die fachliche Begleitung vor Ort. Das Kloster Ebstorf stellte Räume und Verpflegung bereit.

Zum Abschluss präsentierten die Studierenden ihre Ideen vor Äbtissin Angela Geschonke, dem Konvent des Klosters sowie vor Gästeführerinnen und Tourismusexperten. In den kommenden Monaten sollen die Ideen zur Ausführungsreife weiterentwickelt werden, so dass sie in den nächsten Jahren vor Ort realisiert werden können.
 

Informationen zum Fach Geschichte unter



Professor Thomas Knaus bei seiner Antrittsvorlesung am Rednerpult

Social-Media-Verbot in Australien, Diskussionen in ganz Europa: Sind pauschale Medienverbote wirklich ein geeigneter Weg, um junge Menschen zu schützen? Prof. Dr. Thomas Knaus, Professor für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, bezweifelt das. Vielmehr wirbt der Experte für Medienpädagogik und Bildungsinformatik für eine kritisch-reflexive und handlungsorientierte Auseinandersetzung mit Techniken und Medien sowie Diensten und Plattformen. Über seine Vorstellungen und sein damit verbundenes neues DFG-gefördertes Forschungsprojekt hat er bei seiner Antrittsvorlesung an der Hochschule im Sommersemester gesprochen.

Diese Perspektive verfolgt er auch in seinem kürzlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligten Projekt KI und Ko-Kreativität – Bildung im Spannungsfeld von Mensch und Maschine“, das generative und kommunikative KI als „Impulsgeberin“ und „Sparringspartnerin“ für kreative Lern- und Bildungsprozesse in den Blick nimmt. Dabei untersucht der Wissenschaftler grundlegende theoretische Fragen zum Verhältnis von KI, Bildung und Kreativität: Wie verändern sich Bildungs- und Lernprozesse durch generative KI, die eigene Inhalte erzeugen kann? Und unter welchen Bedingungen kann KI nicht nur Wissen reproduzieren, sondern auch kritisch-reflexive und aktiv-kreative Lernprozesse unterstützen?

Internationale Forschung zu Artificial Intelligence in Education (AIED) fokussiert bislang primär technische und organisatorische Perspektiven. KI wird hier vor allem als Instanz zur Lernleistungsmessung, für Feedback oder als Instrument zur Steuerung von Lernprozessen behandelt. „Die ebenso mögliche ko-kreative Rolle generativer und kommunikativer KI für Lehrende und Lernende wird bislang kaum thematisiert und reflektiert“, sagt der Wissenschaftler. Es fehle ein theoretisches Modell zu Ko-Kreativität. Um diese Forschungslücke zu schließen, will er ein bildungstheoretisch fundiertes Verständnis zum Verhältnis von Mensch, Maschine und Bildung entwickeln.

Seine Studie verbindet erziehungswissenschaftliche (insbesondere medienpädagogische) Perspektiven mit der kritischen Analyse der in digitalen Lernumgebungen eingeschriebenen bildungs- und lerntheoretischen Annahmen. Knaus wird zunächst das Verhältnis von menschlicher und künstlicher Kreativität und deren Bedeutung in schulischen Lernprozessen untersuchen. Darauf aufbauend wird er normative Vorstellungen von Bildung, Lernen und Kreativität in aktuellen Lernumgebungen analysieren und auch, wie sich diese in digitalen Lernumgebungen einschreiben und pädagogische Handlungsräume beschneiden.

Ein konzeptionelles Gegenmodell könne sein, KI als „Sparringpartnerin“ für kreative Exploration zu nutzen, die eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung fördert, Lernperspektiven erweitert und Lehrende in der Durchführung erfahrungs- und handlungsorientierter Unterrichtskonzepte unterstützt“, so Knaus. Dies setze voraus, Lehr- und Lernprozesse nicht technikdeterministisch, sondern bildungstheoretisch und medienpädagogisch fundiert zu gestalten. Wie dies gelingen kann, will er an beispielhaften pädagogischen Konzepten zeigen.

Verhältnis von Mensch und Maschine überdenken

Die Bekanntgabe der DFG-Förderung fiel zeitlich mit der Antrittsvorlesung des Wissenschaftlers an der PHHD zusammen. In seinem Vortrag „The Ban Society? Generative KI, globale Social-Media-Bans und das Ende der Medienbildung“ griff er Beobachtungen aus seinem Forschungssemester in Australien auf. Dieses war der Untersuchung generativer und kommunikativer KI in Bildungskontexten gewidmet, ließ ihn aber auch unmittelbar an der Dynamik des australischen Social-Media-Bans teilhaben. In seinem Vortrag analysierte Knaus die rechtlichen, technischen und pädagogischen Implikationen von Medienverboten und forderte stattdessen eine gezielte Förderung von Medienbildung in der Schule sowie in außerschulischen Bildungskontexten. (Aufgezeichneter Vortrag unter )

„Nicht die Maschine entscheidet über gute Bildung – sondern unser Bildungsbegriff entscheidet darüber, welche Rolle Maschinen darin spielen sollen“, sagte Thomas Knaus. Generative KI fordere Bildung nicht deshalb heraus, weil Maschinen plötzlich „intelligent“ seien, sondern weil wir erneut über das Verhältnis von Mensch und Maschine nachdenken sollten. „Bildung entstehe durch die aktive und kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit unserer Lebenswelt – dazu gehörten selbstverständlich auch digitale Medien und Technik sowie KI-basierte Dienste und Plattformen“, so Knaus. „Wer Bildung fördern will, sollte deshalb keine Medien und Techniken verbieten, sondern Menschen – jeden Alters – befähigen, selbstbestimmt, kritisch und kreativ mit ihnen umzugehen.“

Weitere Informationen unter und

Das Projekt
„KI und Ko-Kreativität – Bildung im Spannungsfeld von Mensch und Maschine“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und von Prof. Dr. phil. Thomas Knaus von der Abteilung Medienbildung der PHHD bearbeitet. Eine zentrale theoretische Linie des Projekts entwickelt Knaus derzeit in einer englischsprachigen Monografie, die theoretische Grundlagen und konzeptionelle Implikationen zusammenführt und die voraussichtlich bei Cambridge University Press (CUP) als Open Access-Monografie erscheinen wird. 


Das Foto zeigt Studierende in einem Seminarraum, die lernen, wie bei Taubblindheit kommuniziert wird. Sie tragen dafür Kopfhörer und eine Augenbinde.

[ka] Menschen mit Taubblindheit erleben die Welt anders. Wie mache ich mir ein Bild meiner Umgebung ohne sie zu sehen und zu hören? Und wie kann Kommunikation für mich funktionieren? „Wahrnehmung läuft dann vor allem nonverbal bzw. taktil ab, über den Tastsinn“, sagt Sonderpädagogin Emi Kamei. Noch wisse man relativ wenig darüber, wie Menschen mit angeborener Taubblindheit ihre Emotionen ausdrückten. Kamei hat gerade ihre Promotion bei Professorin Dr. Andrea Wanka begonnen, in der sie genau diese Fragen untersuchen will: Wie können wir die Emotionen und das Verhalten solcher Menschen besser verstehen?

Emi Kamei hat bereits selbst taubblinde Kinder in Tokio unterrichtet, an der nationalen Blindenschule Japans. Für ihre Ausbildung hatte sie ein „Educational Leadership Program“ an der „Perkins School for the Blind“ in Massachusetts (USA) absolviert – auch die bekannte Helen Keller besuchte diese – und an der Universität Groningen den Masterstudiengang „Communication and Deafblindness“ abgeschlossen. Nun führt ihre Doktorarbeit sie an die Pädagogische Hochschule Heidelberg: Hier wurde Dr. Andrea Wanka 2018 auf die deutschlandweit erste Professur für Taubblindenpädagogik berufen.

Jedes Kind kommuniziert individuell

Natürlich sei Kommunikation bei Taubblindheit sehr individuell, sagt Kamei. Manche Kinder entwickelten verbale Kommunikation, viele aber drückten sich durch nonverbale und taktile Kommunikation wie Körpersprache, Gesten und Zeichen aus. Dabei könne es für sie schwierig sein, mit anderen in Verbindung zu kommen und verstanden zu werden.

Das würde Kamei mit ihrer Arbeit gerne ändern. „All meine Erfahrungen haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, zu verstehen, was diese Kinder fühlen – für die Interaktion und für das Wohlbefinden der Kinder.“ Das Deutsche Taubblindenwerk in Hannover unterstützt ihre Forschung: Hier besucht sie derzeit Schulklassen, um Proband:innen für ihre Arbeit zu finden. Mit Erlaubnis der Eltern wird sie diese eine Zeit lang begleiten und näher kennenlernen.

„Um die emotionale Ausdrucksweise nachvollziehen zu können, muss ich auch die persönliche Geschichte der Kinder kennen“, erklärt sie. Dazu gehörten die Biografie - Erfahrungen mit Menschen und Umwelt, Familiensituation - aber auch die bisherige schulische und medizinische Begleitung.

Biografische und situative Hintergründe

Die Wissenschaftlerin will dafür Daten sammeln, Lehrkräfte und Familien befragen. „Ein Thema wird sein, wie diese Kinder individuell Informationen erlangen, also welche Erfahrungen sie über Sinneswahrnehmungen wie Sehen, Hören und Tasten sammeln konnten. Ein wichtiger Anteil ihres Projekts ist zudem die Analyse von Videoaufnahmen, die Interaktionen der Proband:innen festgehalten haben.

Bei alledem ist Kamei auch der persönliche Kontakt mit Schüler:innen wichtig. Sie erzählt von ihrer jüngsten Begegnung mit einem Teenager, den sie angesprochen hatte – über vorsichtige und respektvolle Berührung am Arm oder an der Hand. Nach anfänglichem Zögern fasste er Vertrauen und kommunizierte taktil mit ihr. „Das war ein besonderes und wunderbares Erlebnis, eine nonverbale Verbindung. Wir haben es genossen, ohne Worte Zeit miteinander zu verbringen und uns über den Tastsinn auszutauschen.“

Die Ergebnisse ihrer Arbeit sollen Ansätze für eine bessere emotionale Unterstützung von Menschen mit Taubblindheit liefern. Das treibt sie an, auch wenn sie ihr Forschungsthema durchaus herausfordernd findet. „Gefühle zu teilen ist wertvoll und wichtig - so können wir wirklich mit Menschen in Kontakt kommen und die gemeinsame Zeit gewinnt an Bedeutung.“

Tag der Taubblindheit am 27. Juni
Die Vereinten Nationen haben den 27. Juni offiziell als internationalen Tag für Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung ausgerufen und damit die Rechte der Betroffenen gestärkt. Die Forschung zu dieser Art der Beeinträchtigung ist in Deutschland erst im Aufbau. Die Doktorarbeit Understanding Emotions of People with Congenital Deafblindness and Underlying Reasons for their Expressions and Behaviours” von Emi Kamei soll einen Beitrag zu einem besseren Verständnis liefern. Sie wird von Prof. Dr. Andrea Wanka an der PHHD betreut und von der Doris Leibinger Stiftung gefördert. Weitere Informationen unter .



[red] Wie können künstliche und menschliche Intelligenz für gute Lehre zusammenarbeiten, wie führt man Schüler:innen systematisch und altersgerecht an Algorithmen und Datenstrukturen heran Informatiklehrkräfte aller Schulstufen und -formen, Referendar:innen sowie Studierende sind herzlich eingeladen, sich beim Heidelberger Informatiklehrkräftetag – kurz: HILT – am 24. September 2026 ganztägig über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Informatik für den Schulunterricht zu informieren und auszutauschen. 

Einen besonderen Akzent setzt die Keynote von Prof. Dr. Andreas Dengel (Institut für Didaktik der Mathematik und der Informatik, Goethe-Universität Frankfurt am Main) mit dem Titel „Die eierlegende Wollmilch-KI: Bildung über, mit und trotz Künstlicher Intelligenz“, die aktuelle Perspektiven auf Chancen, Spannungsfelder und didaktische Herausforderungen im Umgang mit KI eröffnet. Ob Augmented Intelligence, Robotik im Unterricht oder Bildungsstandards des neuen Faches Informatik und Medienbildung – Teilnehmende können sich auf inspirierende Vorträge, praxisnahe Workshops und offene Diskussionsrunden zu einem breiten Spektrum an Themen freuen, geleitet von ausgewiesenen Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis.  

Neben spannenden Einblicken in die aktuelle Forschung und praktischen Anregungen für den eigenen Informatikunterricht bietet der kooperative HILT reichlich Gelegenheit, sich zum neuen Bildungsplan und aktuellen Erfahrungen auszutauschen und mit anderen Lehrkräften, aber auch Dozierenden der Pädagogischen Hochschule und der Universität Heidelberg zu vernetzen.

Lehrkräften an Grundschulen sowie an Schulen der Sekundarstufe I und II aus Baden-Württemberg wird die Teilnahme bei entsprechender Anmeldung als zertifizierte Lehrkräftefortbildung anerkannt.

Informationen zu Anmeldung und Anerkennung sowie zu Programm und Konzeption des HILT finden sich gebündelt auf der Veranstaltungsseite der HSE unter .


Zu sehen ist ein Fenster mit einer Schrift: Demokratie lebt vom Mitmachen

[red] Im Mittelpunkt dieses Fachtags am 23. Oktober 2026 steht die Frage, wie sich Demokratiebildung auf Grundlage des gleichnamigen des Kultusministeriums Baden-Württemberg wirksam im Schulalltag verankern lässt und welche praktischen Umsetzungsmöglichkeiten hierdurch gegeben sind. Impulse und Workshops aus unterschiedlichen Bereichen der Lehrkräftebildung und Schulpraxis stellen innovative Ansätze vor und bieten Raum für Austausch über Konzepte, Herausforderungen und konkrete Erfahrungen bei der unterrichtlichen Umsetzung des Leitfadens in verschiedenen Schulformen – auch phasenübergreifend.
 

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte, Hochschulangehörige, Lehramtsstudierende sowie Beschäftigte der Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte in Baden-Württemberg. Sie ist durch das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung als zertifizierte Lehrkräftefortbildung anerkannt. Lehrkräfte aus Baden-Württemberg registrieren sich für die Veranstaltung daher neben der Anmeldung unten bitte unbedingt zusätzlich auch über LFB-Online (Veranstaltungsnummer: ).

Das ausführliche Programm findet sich unter .



Zu sehen sind die Preisträger:innen des Höchstetter Preises Lilli Schmidt (Fakultät I), Anika Greiß (Fakultät II), Romy Merkel (Fakultät III) sowie Prof. Dr. Christian Rietz

[velo] Lilli Schmitt, Anika Greiß, Marlene Seeger und Romy Merkel sind die Preisträgerinnen des Höchstetter-Stiftungspreises für das Sommersemester 2026. Mit diesem würdigen die Pädagogische Hochschule Heidelberg und die Klaus Höchstetter Stiftung jedes Semester exzellente Leistungen bei wissenschaftlichen Abschlussarbeiten im Masterstudium. Der Preis ist mit jeweils 500 Euro dotiert. Die Laudatio hielt Professor Dr. Christian Rietz, Prorektor für Studium und Lehre der Hochschule, im Rahmen der Verabschiedung der Absolvent:innen.

Innovative Ansätze für Bildung und schulische Praxis

Lilli Schmitt hat an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg den Masterstudiengang Lehramt Sonderpädagogik absolviert. In ihrer Abschlussarbeit zu Effektivität der sog. Reading-While-Listening-Methode untersucht sie, wie sich die Kombination aus Lesen und begleitendem Hören auf die Lesekompetenz von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf auswirkt. Die Arbeit verbindet eine fundierte theoretische Grundlage mit einer methodisch anspruchsvollen empirischen Untersuchung. Mit ihren Ergebnissen leistet die Arbeit von Schmidt einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung der Leseförderung und liefert wertvolle Erkenntnisse für die schulische Praxis.

Anika Greiß ist angehende Grundschullehrerin und beschäftigt sich in ihrer Masterarbeit mit der Bedeutung von Einsprachigkeit im frühen Fremdsprachenunterricht. Dabei geht Greiß insbesondere der Frage nach, wie Lehrkräfte einen weitgehend einsprachig gestalteten Fremdsprachenunterricht zum einen bewerten und darüber hinaus umsetzen. Sie überzeugt mit einer äußerst fundierten theoretischen Einordnung und einer exzellent durchgeführten Interviewstudie, mit der Greiß zeigt, welche Chancen und Herausforderungen mit einem möglichst englischsprachigen Unterricht verbunden sind. Durch den ergänzenden Vergleich mit aktuellen Erkenntnissen aus dem Französischunterricht erweitert die Arbeit zudem die Perspektive über ein einzelnes Fach hinaus. Die Ergebnisse liefern wertvolle Impulse für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften sowie für die bildungspolitische Diskussion um den frühen Fremdsprachenerwerb. 

Nachhaltige Zukunft gestalten: Gesundheit, Ernährung und Umwelt im Blick

Mit Marlene Seeger wird erstmals eine Absolventin des Masterstudiengangs Kommunale Gesundheitsförderung mit dem Höchstetter-Stiftungspreis ausgezeichnet. Sie teilt sich den Preis der Fakultät für Natur- und Gesellschaftswissenschaften mit der Sonderpädagogin Romy Merkel.

In ihrer Masterarbeit widmet sich Seeger der Frage, wie Gesundheit, Ernährung und nachhaltige Landwirtschaft gemeinsam gedacht und gestaltet werden können. Die Arbeit überzeugt durch ihr innovatives Forschungsdesign: So nutzt Seeger - ausgehend vom One-Health-Ansatz - sogenannte digitale Vision-Essays, um Auszubildende der Höheren Bundeslehranstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Salzburg/Österreich) ihre Zukunftsvorstellen beschreiben zu lassen. In ihrer Analyse identifiziert sie vier Typen mit jeweils unterschiedlichen Sichtweisen darauf, wie sich der Wandel hin zu einer Wirtschafts- und Lebensweise gestalten lässt, die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt gemeinsam berücksichtigt. Ihre Masterarbeit liefert wichtige Ansatzpunkte für Bildungsprozesse und die Entwicklung von Strategien, die verschiedene Akteur:innen auf dem Weg zu einer nachhaltigen und gesundheitsfördernden Zukunft einbeziehen.

Schulgärten als Lernorte für Inklusion und nachhaltige Entwicklung 

Gleichermaßen überzeugt hat die Arbeit von Romy Merkel, die das Potenzial von Schulgärten als Lernorte für inklusive, nachhaltige sowie gesundheitsfördernde Bildung untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gartenarbeit das Lernen, die Motivation und die Verantwortungsübernahme von Kindern fördern kann und welche Voraussetzungen Lehrkräfte für eine erfolgreiche Umsetzung benötigen. Durch die enge Verzahnung von wissenschaftlicher Forschung und praktischer Schulgartenarbeit sowie den Einsatz eines anspruchsvollen Mixed-Methods-Ansatzes gewinnt die Arbeit differenzierte Erkenntnisse über Lernprozesse und pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse liefern wertvolle Impulse für die schulische Praxis und zeigen, wie Schulgärten zu lebendigen Lernorten werden können, an denen fachliches Lernen, Nachhaltigkeit und Inklusion miteinander verbunden werden. 

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg sowie die Klaus Höchstetter Stiftung gratulieren Lilli Schmidt, Anika Greiß, Marlene Seeger und Romy Merkel herzlich zu der Auszeichnung. Sie wünschen den Absolventinnen für ihren weiteren Weg alles Gute.

Weitere Informationen unter


Das Gruppenfoto zeigt Prof. Dr. Alexander Siegmund bei der Auszeichnung mitProf. Dr. María Angélica Fellenberg Plaza, Vizepräsidentin Forschung der UC, und Prof. Dr. Ignacio Sánchez Díaz, ehemaliger Präsident der UC.

[ka] Für erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit ausgezeichnet: Prof. Dr. Alexander Siegmund ist von der Pontificia Universidad Católica de Chile (UC) für die langjährige Kooperation geehrt worden. Seit mehr als 15 Jahren arbeiten der Geograph und die Research Group for Earth Observation (rgeo) des Instituts für Geographie und Geokommunikation an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit Forschenden der UC zusammen. In dieser Zeit wurden im Bereich geographischen Umwelt- und Klimaforschung zahlreiche gemeinsame Projekte und Publikationen umgesetzt, insbesondere zu Nebelökosystemen und Klimaphänomenen in der Atacama-Wüste.

Forschende beider Einrichtungen absolvierten dazu regelmäßige Gastaufenthalte in Deutschland und Chile. Zudem ist die UC ist ein langfristiger strategischer Partner im Rahmen des UNESCO-Chairs für Erdbeobachtung und Geokommunikation von Welterbestätten und Biosphärenreservaten, durch den an der PHHD der Einsatz moderner Methoden der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung sowie die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gefördert werden.

Die UC ehrte Siegmund, Inhaber des UNESCO-Chairs und Direktor des BNE-Zentrums der PHHD, anlässlich der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Atacama Desert Centers. Die Feier fand im Beisein der Vizepräsidentin für Forschung, María Angélica Fellenberg Plaza, und der renommierten Nebelforscherin Prof. Pilar Cereceda statt. Als Vertreter der anwesenden Forschenden aus aller Welt hob Siegmund in einem Grußwort unter dem Titel „People, Purpose and Pleasure“ die Relevanz internationaler Forschungskooperationen hervor.

Eine weitere Würdigung ist die Aufnahme Alexander Siegmunds als „Kernmitglied“ in das Heidelberg Center for Environment (HCR ) der Universität Heidelberg, das im Rahmen der Exzellenzinitiative neu aufgestellt wurde. Die Mitglieder sollen die wissenschaftliche Einrichtung als Forschungsinkubator im Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung voranbringen.


Kontinuität in der Gleichstellung
Porträt von Frauke Janz

[velo] Dr. Frauke Janz wurde für eine weitere Legislaturperiode als Gleichstellungsbeauftragte der Pädagogischen Hochschule Heidelberg gewählt. Auch ihre Stellvertreterinnen, die Professorinnen Dr. Stefanie Köb, Dr. Hannah Sauerborn und Dr. Angela Häußler, bleiben im Amt. Die jeweiligen Amtszeiten beginnen im Juli 2026 und enden am 30. Juni 2028. Ebenfalls unverändert zum Team gehören Dr. Wolfgang Schultz und Elisabeth Schönhals. Mit der Wiederwahl setzt die PHHD ihren kontinuierlichen Einsatz für Chancengleichheit, Vielfalt und eine diskriminierungskritische Hochschulkultur fort.

Professorin Dr. Karin Vach, Rektorin der PHHD, würdigte die Arbeit des Teams: „Ich danke Dr. Frauke Janz und ihren Kolleg:innen herzlich für ihren kontinuierlichen Einsatz mit dem sie Gleichstellung an unserer Hochschule nachhaltig voranbringen. Insbesondere die erfolgreiche Einwerbung des Professorinnenprogramms 2030 ist ein großer Erfolg und zeigt, dass unser Gleichstellungskonzept auch über die Hochschule hinaus überzeugt. Die damit verbundenen Mittel eröffnen uns die Möglichkeit, Wissenschaftlerinnen in allen Karrierephasen gezielt zu unterstützen, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und langfristig Strukturen in der Wissenschaft zu verändern.“

Zwischenbilanz einer starken Amtszeit

Gerade an einer Pädagogischen Hochschule ist Gleichstellung laut Rektorin Vach von besonderer Bedeutung: „Wir bilden zukünftige Lehrkräfte aus und gestalten damit gesellschaftliche Entwicklungen mit. Vielfalt, Gleichstellung und die Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensrealitäten sind deshalb zentrale Grundlagen unserer Arbeit.“ Wie maßgeblich das Team um Frauke Janz dabei ist, zeigt ein Blick in die vergangenen Jahre, in denen zahlreiche Maßnahmen umgesetzt und weiterentwickelt wurden. So liegt der Frauenanteil bei den Professuren der PHHD inzwischen deutlich über dem Bundesniveau: Ende 2025 waren 51 Prozent der unbefristeten Professuren an der Hochschule mit Frauen besetzt; bundesweit lag der Frauenanteil hingegen bei 30 Prozent.

Mit dem 2023 eingeführten Mentoring-Programm für Wissenschaftlerinnen wurde zudem ein gezieltes Förderangebot etabliert, das jährlich bis zu drei Mentoring-Beziehungen ermöglicht. Weitere Schwerpunkte der bisherigen Arbeit waren der Ausbau von Fortbildungs- und Beratungsangeboten für Studierende, die hochschulweite Vernetzung der Ansprechpersonen sowie die Entwicklung einer Satzung und eines Leitfadens zum Umgang mit sexualisierter Gewalt. Derzeit wird außerdem ein Schutzkonzept für Minderjährige im Kontext von Praxisseminaren, Exkursionen und Praktika finalisiert.

PHÖNIX als zentraler Baustein der Zukunftsstrategie

Für die kommende Amtszeit steht die weitere strategische Verankerung von Gleichstellung und Diversität im Fokus. Ziel bleibt eine mindestens paritätische Besetzung der Professuren: Im Rahmen der Struktur- und Entwicklungsplanung strebt die Hochschule insgesamt einen Frauenanteil von 54 Prozent an und setzt dabei insbesondere auf die gezielte Förderung von Wissenschaftlerinnen in allen Bereichen, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind.

Eine zentrale Rolle spielt hierbei das Programm „PHÖNIX - Förderung von Frauen in der Wissenschaft“, das durch die eingeworbenen Mittel des Professorinnenprogramms 2030 umgesetzt werden kann. Durch finanzielle, strukturelle und begleitende Maßnahmen unterstützt das Programm die nachhaltige Karriereentwicklung von Frauen in der Wissenschaft und trägt dazu bei, ihre Sichtbarkeit in wissenschaftlichen Positionen systematisch zu erhöhen.

Text: Verena Loos
Bilder: Birgitta Hohenester


Prof. Dr. Bernward Lange ist gestorben
Ein Porträt von Berward Lange in schwarz-weiß

[red] Prof. Dr. Bernward Lange ist am 26. Juni 2026 gestorben. Er übernahm an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg über viele Jahre hinweg Verantwortung - unter anderem als Prorektor für Forschung und Internationalität. Lange studierte zunächst Grundschullehramt sowie Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Schulpädagogik an der damaligen Pädagogischen Hochschule Aachen. Die Promotion erfolgte 1982 an der RWTH Aachen mit einer Dissertation über die Entwicklung von Schulangst und Selbstkonzept. 

Nach Stationen an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg hatte Lange seit 1995 eine Professur für Schulpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit dem Schwerpunkt Grundschulpädagogik inne. 

Er war über viele Jahre Mitglied des Vorstandes der damaligen Fakultät für Erziehungs- und Sozialwissenschaften der PHHD sowie von 2004 bis 2006 Direktor des Instituts für Erziehungswissenschaft. Am 01.10.2013 trat Professor Lange das Amt als Prorektor für Forschung und Internationalität an. In den vier Semestern seiner Amtszeit bemühte er sich um die Profilierung der PH Heidelberg als forschungsstarke und international sichtbare Hochschule. Professor Langes Arbeitsschwerpunkte waren empirische Unterrichtsforschung, vor allem im Bereich der Lernprozesse, und Erlebnispädagogik. Nach seiner Emeritierung 2017 widmete er sich vornehmlich historischen Themen außerhalb der Erziehungswissenschaft.

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg und insbesondere das Institut für Erziehungswissenschaft bleiben Professor Lange in ehrendem Gedenken verbunden!


Kunstprofessor Dr. Walter Schiementz ist gestorben

[red] Die Hochschule trauert um Walter Schiementz. Der Kunstprofessor prägte mit Leidenschaft und künstlerischer Kompetenz viele Studierende. Am 25.6.2026 verstarb er in Rastatt, wo auch die Trauerfeier stattgefunden hat. Geboren 1934, studierte er ab 1955 Bildende Kunst und Deutsch an der PH Freiburg, später freie Kunst an der Kunstakademie Karlsruhe. Nach einer Unterrichtstätigkeit an Schulen war er ab 1970 Dozent im Fach Kunst an der der PH Karlsruhe. 1984 promovierte er in Kunstpädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt, nahm danach den Ruf an die PHHD an, wo er bis zu seiner Emeritierung 1997 wirkte. Im Ruhestand war Walter Schiementz künstlerisch aktiv im kulturellen Leben Rastatts, seinem Wohnort. Die Hochschule bewahrt ihm ein dankbares Andenken.



[red] Im Jahr 2025 hat der Stifterverband 12 Projekte mit der Hochschulperle des Monats ausgezeichnet, die Forschung und Innovation verbinden, um sie überregional sichtbar zu machen und andere Hochschulen zu inspirieren. In der aktuellen Publikation „Kollaborativ forschen – Innovation mit Unternehmen gestalten“ wurden die „Erfolgsbeispiele der Hochschulperlen 2025“ nun zusammengetragen. Dort wird auch ein langjähriges Projekt der Pädagogischen Hochschule mit dem Unternehmen Roche im Bereich der betrieblichen Fortbildung vorgestellt, das im August 2025 Hochschulperle des Monats war. Die online-Publikation kann unter diesem Link gelesen werden: .


[red] Im Zentrum des Projekts Begabungsförderung – Schulentwicklung – Transfer (BeST) (2020–2024), das von PHHD-Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Corinna Maulbetsch und ihren Karlsruher Kolleginnen Dr. Mirjam Maier-Röseler und Prof. Dr. Gabriele Weigand durchgeführt wurde und aus dem der vorgestellte Band entstanden ist, steht zum einen die Frage, wie sich eine „begabende“ Schulkultur nachhaltig gestalten lässt. Zum anderen wird untersucht, wie sich daraus abgeleitete Impulse der Begabungs- und Begabtenförderung wirksam in andere schulische Kontexte transferieren lassen. 

Aufbauend auf dem Projekt Karg Campus Schule Bayern (KCSB) (2014–2017) untersucht BeST, welche kulturellen, strukturellen und professionellen Entwicklungsprozesse in acht Gymnasien mit Hochbegabtenförderung – den sogenannten Kompetenzzentren für Begabtenförderung (KompeZBF) – angestoßen und verstetigt wurden. Dabei wird Schulentwicklung nicht als technische Reform, sondern als kultureller Wandel verstanden, der auf personorientierte Bildungsprozesse, pädagogische Haltungen und gemeinschaftlich getragene Werte zielt. Darüber hinaus werden die Transferaktivitäten der KompeZBF im Sinne von Professionalisierungs- und Austauschformaten für Kolleg*innen umliegender Gymnasien in den Blick genommen. Transfer wird nicht als Kaskade, sondern als dialogischer Prozess betrachtet; als Begegnung, in der etwas Neues entstehen kann. Der Arbeit in BeST liegt ein dynamisches, inklusives und personorientiertes Begabungsverständnis zugrunde, das Begabungsförderung als Recht aller Kinder und Jugendlichen begreift. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte über einen partizipativen, reflexiven Forschungsansatz. Damit liefert BeST wichtige empirische Befunde und praxisrelevante Erkenntnisse über den Transfer von Impulsen zur Begabungs- und Begabtenförderung sowie den Verlauf schulischer Gestaltungsprozesse hin zu einer begabenden Schule, die auf Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe und die Stärkung individueller Potenziale aller Lernenden zielt.

Prof. Dr. Corinna Maulbetsch ist an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg als Geschäftsführerin am Institut für Erziehungswissenschaft für die Organisation des Lehrangebotes verantwortlich. Ihr Arbeitsschwerpunkt in der Hochschullehre liegt in der Begleitung und Professionalisierung von Lehramtsstudierenden in Schulpraxisphasen. Sie forscht zu den Themen Unterrichts- und Schulentwicklung im Kontext von Begabungs- und Begabtenförderung.

Maier-Röseler, Mirjam; Maulbetsch, Corinna; Weigand, Gabriele: Schulen gestalten: Begabungen fördern – Erfahrungen teilen – Transfer initiieren. Befunde und Impulse aus dem Projekt Begabungsförderung, Schulentwicklung und Transfer (BeST). Frankfurt am Main: Karg-Stiftung 2025, 90 S. - URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-344918 - DOI: .



[red] Wie gelingt Demokratiebildung, die alle einbezieht? In dem inklusiven Seminar „Teilhabe und Demokratie“ im Sommersemester 2026, vom Annelie-Wellensiek-Zentrum für inklusive Bildung initiiert, setzten sich Studierende, Bildungsfachkräfte und Lehrende gemeinsam mit Fragen demokratischer Teilhabe auseinander. Durch barrierearme Hochschuldidaktik, vielfältige Perspektiven und praxisnahe Projekte entstand ein innovatives Lehrformat, das Theorie und Praxis verbindet und zeigt, wie Demokratiebildung inklusiv gestaltet werden kann.

„Was bedeutet Demokratie für mich?“ – mit dieser persönlichen Frage starteten die Teilnehmer:innen in das inklusive Seminar „Teilhabe und Demokratie“. Sie bildete den Ausgangspunkt für gemeinsame Gespräche, Reflexionen und die Auseinandersetzung mit Demokratiebildung und Teilhabe.

Das Team der Dozierenden, bestehend aus Karin Terfloth, Noemi Heister, Sarah Maier sowie Thorsten Lihl und Helmuth Pflantzer, gestaltete die Sitzungen des Seminars in festen Lerngruppen. Über die ersten sechs Wochen hinweg wuchs so eine vertraute Zusammenarbeit. Die Gruppen boten Raum, eigene Gedanken einzubringen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und gemeinsam an den Zielen des Seminars zu arbeiten.

Schon in den vergangenen Semestern wurden inklusive Seminare mit heterogenen Lerngruppen von Studierenden und Bildungsfachkräften angeboten. Neu in diesem Semester war neben der Teilnahme aller Bildungsfachkräfte auch die Beteiligung der Qualifizierungsteilnehmerinnen des Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung (AW-ZIB). Zudem übernahmen Thorsten Lihl und Helmuth Pflanzer, beide Bildungsfachkräfte am AW-ZIB, gemeinsam mit akademischen Lehrenden aus dem AW-ZIB eine neue Rolle: die der Dozierenden. Für sie bedeutete das einen Perspektivwechsel. Während sie sonst im Tandem mit einer weiteren Bildungsfachkraft Bildungsangebote gestalten und dabei ihre Erfahrungsberichte in den Mittelpunkt stellen, arbeiteten sie diesmal stärker an der theoretischen Konzeption des Seminars mit. „Da haben wir erstmal etwas Zeit gebraucht da reinzuwachsen!“, so Pflantzer. Terfloth merkte an: „Wir haben viel Zeit und Energie in eine gemeinsame Vorbereitungszeit gesteckt, um zu erproben, wie Bildungsfachkräfte ihre Expertise noch auf anderen Wegen in die Hochschullehre einbringen können.“

Das Seminar verbindet Theorie und Praxis: Eine intensive Auseinandersetzung mit der Entwicklung von Grundgesetz, Menschenrechtsbewegungen und dem Demokratiebegriff bildeten den Anfang. Teilhabe an gesellschaftlichen (Bildungs-)prozessen stellte einen weiteren Schwerpunkt dar. Besonders interessiert diskutiert wurden Umgangsweisen von Lehrpersonen in der Schule zu Fragen des Rechtsextremismus und des Demokratieverständnisses. 

In einem Projektteil entwickeln die Studierenden entweder Angebote für Jugendliche der Klassenstufen 8 bis 10, die im Rahmen der „Langen Nacht der Demokratie“ am 2. Oktober 2026 an der PH Heidelberg umgesetzt werden sollen, oder unterstützen ein inklusives Projekt der Johannes-Diakonie Mosbach. Dort werden am 9. Oktober inklusive Lotsen-Tandems geschult. Die Teilnehmenden übertragen ihre gemeinsam erarbeiteten Inhalte in Kleingruppen in konkrete Impulse für Jugendliche und Erwachsene.

Nach einer Aktivierung in der ersten Sitzung war klar, was die Teilnehmendengruppe erwartet: eine barrierearme Hochschuldidaktik, gemeinsame Lernanlässe und zahlreiche Beispiele für Demokratiebildung mit Blick auf den späteren Wirkungsort Schule.

Eine zentrale Grundlage für die Gestaltung der Angebote zur Demokratiebildung und Teilhabe bildete das Konzept des Universal Design for Learning (UDL). Die Teilnehmenden setzten sich intensiv damit auseinander, wie Barrieren in Bildungsangeboten frühzeitig erkannt und durch bewusste Entscheidungen hinsichtlich Materialien, Methoden und Lernzugängen reduziert werden können.

„Nicht alle lernen auf die gleiche Weise – dieser Gedanke prägt die innovative didaktische Ausrichtung des Seminars“, so Heister: Unterschiedliche Zugänge werden von Anfang an mitgedacht und Teilhabe wird zum Ausgangspunkt der Planung.

Eine Neuerung in diesem Semester waren auch erweiterte Prüfungsformate. Die Studierenden konnten Demokratiebildung als Schwerpunktthema in die Erstfachprüfung im Master oder in die Fallarbeit für die zweite Fachrichtung im Master einbringen. Für die Fallarbeit im Modul SFG 06 konnte ein spezifisches Fallbeispiel konzipiert werden. Damit erhielt das inklusive Seminar nicht nur eine professionsbezogene, sondern auch eine prüfungsrelevante Bedeutung.



Gruppenbild mit PHHD-Rektorin Karin Vach und dem Direktor des Kurpfälzischen Museums Frieder Hepp

[velo] Die Pädagogische Hochschule Heidelberg und das arbeiten künftig noch enger zusammen: Rektorin Prof. Dr. Karin Vach und Museumsdirektor Prof. Dr. Frieder Hepp haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der die gemeinsame Arbeit in Lehre, Forschung und Museumspädagogik langfristig stärkt. Das Ziel ist, Studierenden einen praxisnahen Zugang zu historischen und kulturellen Quellen zu ermöglichen und mehr junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen für Museen als außerschulische Lern- und Erfahrungsorte zu gewinnen.

Kinder und Jugendliche lassen sich Geschichte heute vielfach von ihrem Handy erklären. Doch wissen sie, was ein echtes historisches Zeugnis ist? Wie sich die Größe eines Gemäldes auf die Wahrnehmung auswirkt oder welche handwerkliche Kunst in einem steinzeitlichen Beil steckt? Spektakuläre Funde aus dem Neuenheimer Feld berichten im Kurpfälzischen Museum vom Schicksal der Menschen im unteren Neckarraum vor zweitausend Jahren. In den barocken Räumen des Palais Morass wird Heidelbergs große Zeit als Residenzstadt der Kurfürsten von der Pfalz lebendig. Porträts, Skulpturen, Stadtansichten und historische Zeugnisse zeichnen die Entwicklung der Stadt zum Wissenschaftsstandort anschaulich nach.

Direktor Frieder Hepp bezeichnet das pädagogische Potenzial des Museums als essenziell: „Hier begegnen junge Menschen Originalen, lernen historische Quellen einzuordnen und stärken ihre Urteilskraft. Gerade in einer von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz geprägten Welt gewinnt diese Kompetenz zunehmende Bedeutung. Die Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule ist deswegen besonders wertvoll und willkommen.“ Dem stimmt die Rektorin der PHHD, Karin Vach, zu und ergänzt: „Mit der Kooperationsvereinbarung besiegeln wir eine langjährig gewachsene, strategische Partnerschaft, die Forschung nahbar macht, gesellschaftliches Vertrauen stärkt und auch unser Wissenschaftssystem krisenfest verankert.“

Geschichte zum Anfassen

Bezogen auf die zukünftige Kooperation, die didaktische sowie wissenschaftliche Kompetenzen der mit den Sammlungen, Ausstellungen und Vermittlungsangeboten des Kurpfälzischen Museums verbindet, sagt Vach: „Das Kurpfälzische Museum ist ein wunderbarer Ort, an dem Geschichte und Kultur lebendig werden und junge Menschen entdecken können, wie Vergangenheit ihre Gegenwart und Zukunft prägt. Unsere Studierenden werden diese Erfahrungen später als Lehrkräfte in ihre Schulen tragen und vielen Kindern sowie Jugendlichen – insbesondere der Sekundarstufe – den Zugang zu kultureller Bildung eröffnen. Genau darin liegt das besondere Potenzial dieser Kooperation: Professor Dr. Manfred Seidenfuss und sein Team schaffen gemeinsam mit Professor Dr. Frieder Hepp und erfahrenen Museumspädagog:innen Bildungswege, die weit über unsere Hochschule und das Kurpfälzische Museum hinaus wirken.“

So können Lehrende und Studierende künftig verstärkt die Möglichkeiten des Museums etwa für Lehrveranstaltungen oder im Rahmen ihrer Praktika als außerschulischen Lernort nutzen. Durch die Arbeit mit Originalobjekten und musealen Vermittlungsformaten erhalten sie Einblicke in die praktische Umsetzung historischer Bildung. Das Kurpfälzische Museum bringt wiederum seine Expertise in die Hochschullehre ein, indem bspw. Museumspädagog:innen innovative Veranstaltungen im Fach Geschichte der PHHD anbieten.

Von der Kooperation profitieren Studierende aller Lehrämter. Erreicht werden angehende Lehrkräfte für Grundschule, Sekundarstufe I und Sonderpädagogik sowie – durch die Zusammenarbeit der PHHD mit der Universität Heidelberg – auch Studierende des gymnasialen Lehramts. Sie lernen das Kurpfälzische Museum bereits während ihres Studiums als außerschulischen Lernort kennen und können diese Erfahrungen später in ihre Arbeit mit Schulklassen einbringen. So trägt die Partnerschaft dazu bei, langfristig möglichst vielen Kindern und Jugendlichen Zugänge zu Geschichte, Kunst und Kultur zu eröffnen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf der gemeinsamen Weiterentwicklung von Bildungsangeboten. Die Partner wollen museumspädagogische Konzepte und geschichtsdidaktische Ansätze auf theoretischer, praktischer und empirischer Ebene untersuchen und weiterentwickeln. Perspektivisch können auch begleitende Forschungsprojekte neue Erkenntnisse darüber liefern, wie historische und ästhetische Bildung erfolgreich gestaltet werden kann.


Die Grundschüler:innen stimmen im Rahmen des Kinderparlamentes vom grünen und roten Karten ab. Aufgenommen wurde das Foto in der Festehalle der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

[velo] Wie sollte Schule aussehen? Braucht es Schuluniformen, Klimageräte in den Klassenräumen oder sogar einen Dönerladen auf dem Schulgelände? Über diese und viele weitere Fragen haben rund 200 Grundschüler:innen aus der Metropolregion Rhein-Neckar am 9. Juli an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg diskutiert und abgestimmt. Beim Abschluss des Pilotprojekts "Kinderparlamente" erlebten die Kinder in Anwesenheit von Andreas Deuschle MdL, Staatssekretär im Ministerium für Kultus Baden-Württemberg, Demokratie nicht als Unterrichtsthema, sondern als gelebte Praxis.

An der Abschlussveranstaltung nahmen Dritt- und Viertklässler aus drei Startchancen-Grundschulen gemeinsam mit ihren Lehrkräften teil. Organisiert und moderiert wurde das Kinderparlament maßgeblich von Politikstudierenden der PHHD, die zuvor unter Leitung von Dr. Christian Mühleis (Institut für Gesellschaftswissenschaften) als Demokratiebegleiter geschult worden waren. Im Plenum stimmten die Kinder unter anderem über verschiedene Vorschläge zur Gestaltung ihres Schulalltags ab. An Posterstationen diskutierten sie weitere Themen und beteiligten sich beispielsweise mit Klebepunkten oder eigenen Notizen an Abstimmungen – etwa darüber, wann der Schultag beginnen sollte oder welche Orte sie an ihrer Schule besonders schätzen. Die vorbereiteten Gesprächs- und Abstimmungsformate boten den Kindern vielfältige Möglichkeiten, ihre Perspektiven einzubringen und die Meinungen anderer kennenzulernen.

"Genau so lernt man Demokratie"

Staatssekretär Deuschle zeigte sich sowohl von den Kindern als auch den Studierenden beeindruckt: "Demokratiebildung kann nicht früh genug beginnen. Das Kinderparlament hat eindrucksvoll gezeigt, mit wie viel Engagement, Offenheit und Verantwortungsbewusstsein sich schon Grundschülerinnen und Grundschüler mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen. Es hat mich sehr beeindruckt, wie selbstbewusst die Kinder ihre Positionen vertreten, unterschiedliche Meinungen diskutiert und dabei immer auch nach tragfähigen Lösungen gesucht haben. Genau so lernt man Demokratie: indem man sich einbringt und erlebt, dass die eigene Stimme zählt. Mein herzlicher Dank gilt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, die dieses Projekt mit großem Engagement entwickelt und die Schülerinnen und Schüler hervorragend auf diesen Tag vorbereitet hat."

Erkenntnisse für die Schule von morgen 

Das Kinderparlament bildete den vorläufigen Abschluss des gleichnamigen Forschungsprojekts der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Seit Beginn des Sommersemesters hatten geschulte Studierende das Format in insgesamt 18 Klassen an Startchancen-Grundschulen der Region durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, Demokratiebildung bereits in der Grundschule als erfahrungsorientierten Prozess zu gestalten. Die Kinder setzen sich dabei mit Fragen auseinander, die ihre Lebenswelt betreffen, lernen unterschiedliche Perspektiven kennen und erfahren, wie demokratische Entscheidungsprozesse funktionieren. Das Projekt wurde von Dr. Christian Mühleis und Prof. Dr. Stine Albers (Institut für Sachunterricht) in Kooperation mit dem Ministerium für Kultus Baden-Württemberg durchgeführt. Die Ergebnisse der Pilotphase werden wissenschaftlich ausgewertet und sollen dazu beitragen, Konzepte demokratischer Beteiligung im Grundschulbereich weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen unter .


[muhm] Am 10. Juni waren Lehramtsstudierende und weitere Interessierte vom Fach Sprecherziehung zum Vortrag mit dem Titel „Hörst du mir zu?“ eingeladen, wobei ein besonderes Augenmerk auf der Förderung des Zuhörens im Unterricht lag. Zu Gast war die auf Sprechwissenschaft und Sprecherziehung spezialisierte Expertin Kirstin Gerau, die zudem selbst als Lehrkraft tätig ist und somit aus eigener Erfahrung berichten konnte. Kirstin Gerau informierte zunächst genauer über unterschiedliche Modelle des Zuhörens und die auditive Verarbeitung und führte zudem einige praktische Übungen vor, die das Auditorium einbanden.

Den Einstieg bildete ein Koordinations- und Zuhörspiel: Die Teilnehmenden standen im Kreis und gaben mehrere Gegenstände parallel weiter. Dabei mussten sie sich Namen und Handlungsaufträge merken und diese an andere Personen weitergeben. Die Übung förderte die Fähigkeit zum aktiven Zuhören und die Aufmerksamkeit für gleichzeitig stattfindende Abläufe.

Im Anschluss ging Kirstin Gerau auf die auditive Verarbeitung ein, welche im Vergleich zum Hören als rein physiologischer Prozess, auf den man keinen Einfluss hat, durchaus trainierbar ist. Kirsten Gerau stellte außerdem mehrere aktuelle didaktische Modelle vor, darunter das SOI-Modell nach Margarete Imhof, und erläuterte, dass Zuhören eine kognitive und soziale Leistung ist. Sie betonte, dass einzelne Teile des Zuhörens als Fähigkeiten geübt werden können, diese aber schließlich auch als Ganzes im Gespräch geübt und gekonnt werden müssen. Zum besseren Verständnis wurde hierzu der Vergleich mit den einzelnen Übungen beim Fußballtraining und dem gemeinsamen Ausführen der Fähigkeiten im Fußballspiel angeführt. 

Das Thema des Zuhörens in Gesprächssituationen wurde anhand eines Modells nach Bertram Thiel vertieft. Hierbei ist der erste Schritt die Sensomotorische Interaktion (SMI), bei der ein Kind einen Satz spricht und das andere Kind diesen anschließend möglichst genau und mit Blickkontakt wiedergeben soll. Ein drittes Kind überwacht die Richtigkeit der Wiedergabe. In den nächsten beiden Stufen, Konzentrierter Dialog 1 (KD 1) und Konzentrierter Dialog 2 (KD 2), werden die Aufgaben erweitert und trainieren weitere Kompetenzen des Zuhörens in Gesprächen. Für den eigenen Unterricht ist es interessant zu wissen, dass die Phasen dieses Modells individuell angepasst und ausgestaltet, sowie an aktuelle Unterrichtsthemen angeknüpft werden können.

Schlussendlich lässt sich sagen: Das Thema Zuhören im Unterricht ist zentral. Es bildet nicht nur die Grundlage für Lernen, Beziehungen und Klassenführung, sondern verdeutlicht auch den Zusammenhang zwischen Zuhören, Sprachbildung und Lernerfolg. Im Zuge dieses Vortrags soll die Wichtigkeit des Themas betont und die Aufmerksamkeit dafür angeregt werden.



Das Foto zeigt den Haupteingang des Altbaus der PH Heidelberg.

Vortrag zur Langen Nacht der Demokratie in BW "Demokratie – checkst du?" am 02.10.: