[velo] An der Pädagogischen Hochschule Heidelberg freuen sich erneut 21 Studierende über ein Deutschlandstipendium. Für die Vergabe sind nicht nur hervorragende fachliche Leistungen sowie persönliche Umstände der Studierenden ausschlaggebend, sondern auch ihr soziales Engagement. Bei der feierlichen Vergabe im November 2025 kamen Förderer sowie Stipendiat:innen zusammen; das Grußwort hielt Professor Dr. Karl-Heinz Dammer, Prorektor für Studium, Lehre und Internationalisierung a.D.
Laut Dammer, der als Mitglied des Kuratoriums der Klaus Höchstetter Stiftung sieben der 21 Stipendien überreichte, bewerben sich jährlich bis zu 70 Studierende um ein Deutschlandstipendium. Die Auswahlkommission habe daher, so der ehemalige Prorektor, die Qual der Wahl, da trotz der hohen Ansprüche die meisten der Bewerber:innen eines Stipendiums würdig wären. Bei der Lektüre der Unterlagen sei er immer wieder beeindruckt vom Ausmaß und der Vielfalt des Engagements, das die Studierenden sowohl inner- als auch außerhalb der Hochschule zeigten.
Fünf Stipendiengeber:innen haben die feierliche Veranstaltung vor Ort begleitet und ihre Stipendiat:innen persönlich ausgezeichnet. Für die Vektor Stiftung hatte Ulrike Diehl die Auszeichnungen überreicht. Für die Sparkasse Heidelberg war Markus Fissl mit dabei, für die Dr. Rainer Wild Stiftung Dr. Silke Lichtenstein und Corinna Neuthard. Vom ZONTA Club haben sich Präsidentin Monika Mölders-Felgenhauer sowie die Vorsitzende des Freundeskreises Christiane Held gemeinsam mit Mareike Martini und Steffen Ritter mit den Absolvent:innen über die Auszeichnung gefreut; die Familie Schweinhardt Stiftung hatte ihre Glückwünsche übermittelt.
Dammer dankte den Förderern für deren jahrelanges Engagement und das damit verbundene Vertrauen in die Studierenden der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Mit ihrem Einsatz investierten sie nicht nur in die Zukunft der Studierenden. Sie unterstützen, so Dammer, zudem die Metropolregion Rhein-Neckar, indem sie angehende Fach- und Führungskräfte frühzeitig und zum beiderseitigen Vorteil mit Unternehmen vernetzen. Die Förderer tragen somit dazu bei, dass das Wissen, das an der Hochschule generiert wird, in die Gesellschaft hineinwirkt.
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[ka] Die Pädagogische Hochschule Heidelberg hat eine Strategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) & Nachhaltigkeit verabschiedet. Der Senat stimmte dem ambitionierten Konzept „B:NE-Strategie – Zukunft nachhaltig gestalten“ zu, mit dem BNE und nachhaltige Entwicklung integrativ in allen zentralen Bereichen und Prozessen der PHHD verankert werden soll.
Dem war ein intensiver und partizipativer Erarbeitungsprozess vorausgegangen, an dem die zuständige Senatskommission, das BNE-Zentrum und alle Statusgruppen der Hochschule beteiligt waren. Ziel sei die „Pädagogische Hochschule als Modellhochschule für nachhaltige Entwicklung 2030“ zu entwickeln, sagte Prof. Dr. Alexander Siegmund, ehemaliger Prorektor für Nachhaltigkeit und geschäftsführender Direktor des Heidelberger Zentrums Bildung für nachhaltige Entwicklung. „Langfristig wollen wir hier als bundesweiter Vorreiter für die Verknüpfung von BNE und nachhaltiger Entwicklung fungieren.“
Die B:NE-Strategie orientiert sich inhaltlich an der UN-Agenda 2023 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals - SDG) sowie an entsprechenden Rahmenwerken zu BNE und Nachhaltigkeit der UNESCO und Deutschlands. „Bei der Bildung für nachhaltige Entwicklung geht es nicht allein um Bildungsprozesse im Bereich des Klimaschutzes und der Biodiversität“, sagte Rektorin Prof.in Dr.in Karin Vach. „Die PHHD vermittelt hierzu Wissen und Handlungskompetenzen, die zukunftsfähiges Denken und Handeln fördern. So werden wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung bei der Qualifizierung künftiger Multiplikator:innen im Bildungsbereich gerecht.“
BNE in Studium und Forschung
BNE soll dazu als integraler Bestandteil aller Studiengänge an der PHHD umgesetzt werden. Über ein bisheriges Wahlpflichtmodul hinaus sollen dazu mittelfristig alle Studierenden Grundkenntnisse in der BNE erwerben und diese in vertieften Lehrangeboten individuell erweitern können. Angedacht sind zudem neue Lehrformate wie Realexperimente, Service Learning und Tandem-Vorlesungen mit externen Partner:innen, damit Nachhaltigkeit nicht nur gelernt, sondern gemeinsam gestaltet werden kann. Allen Lehrenden sollen hierzu Weiterbildungen angeboten werden.
In der Forschung sollen in Projekten wo immer möglich die Nachhaltigkeitsziele mitgedacht und Erkenntnisse aus diesem Bereich durch Transfer in die Gesellschaft getragen werden. Für die Umsetzung ethischer Standards und eine ressourcenschonende Organisation von Tagungen wird in einem partizipativen Verfahren ein eigener Leitfaden entstehen.
Nachhaltigkeit im Alltag leben
Im Sinne eines gesamtinstitutionellen Ansatzes (Whole Institution Approach) soll nachhaltige Entwicklung gemäß der neuen B:NE-Strategie als Querschnittsthema in allen Bereichen der Hochschule – von Forschung, Lehre und Transfer, bis Betrieb und Governance – konsequent mitgedacht und umgesetzt werden. Die institutionellen Prozesse der Hochschule werden dazu unter Nachhaltigkeitskriterien geprüft, damit Nachhaltigkeit auch im Campusbetrieb gelebt und erlebt wird: Das Konzept sieht eine verstärkte nachhaltige Ausrichtung von Beschaffung, Abfallmanagement oder Mobilität an der Hochschule vor. Maßnahmen zur Einsparung von Energie oder der Ausbau von Photovoltaikanlagen sollen langfristig zu einem klimaneutralen Campus beitragen. Hierbei wird auch eine geeignete und der besonderen Selbstverpflichtung der Hochschule angemessene Zertifizierung angestrebt.
„Die PHHD versteht sich als treibende Kraft, um im Rahmen einer gesellschaftlichen Transformation Bildung für nachhaltige Entwicklung und Prozesse einer nachhaltigen Entwicklung systematisch miteinander zu verknüpfen“, sagte Siegmund. Das BNE-Zentrum koordiniert und begleitet den B:NE-Prozess an der Hochschule. Das Zentrum wurde 2018 gegründet, seit 2021 berät zudem die Senatskommission BNE & Nachhaltigkeit die Hochschule bei Fragen und Maßnahmen auf dem Weg zu einer Modellhochschule für nachhaltige Entwicklung.
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[velo] Die Pädagogische Hochschule Heidelberg hat in der vergangenen Woche Professorin Dr. Portia Williams vom Teachers College der Columbia University (New York) begrüßt, die zu Besuch an der Universität Heidelberg und der Heidelberg School of Education (HSE) war. Für das Gespräch mit der PHHD folgte die Vice Provost for Academic Planning and Global Affairs der Einladung von Professorin Dr. Marita Friesen, die seit Oktober Prorektorin für Forschung und Internationales an der PHHD ist.
Für Friesen war es der erste internationale Besuch in ihrer neuen Funktion und zugleich ein besonders bedeutsamer, da sie sowohl Prorektorin der PHHD als auch geschäftsführende Direktorin der Heidelberg School of Education ist. Die HSE setzt sich als gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Universität und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg für Kooperation und Stärkung der Lehrkräftebildung in Studium, Forschung und Transfer ein. Durch ihre Doppelrolle war es Friesen möglich, sowohl eine direkte Brücke zwischen den beiden Hochschulen zu schlagen als auch den transatlantischen Austausch voranzubringen. Der Austausch macht zudem deutlich, dass die PHHD mit ihrem bildungswissenschaftlichen Profil und ihren innovativen Konzepten in der Lehrerbildung eine attraktive Partnerin im globalen Dialog ist.
Im Gespräch mit Professorin Williams, an dem auch Dr. Christiane Wienand (HSE-Geschäftsführerin seitens der Universität) und Dr. Lina Pranaitytė, die bei der HSE im Bereich Future Literacies arbeitet, teilnahmen, wurden Perspektiven ausgelotet, wie die Zusammenarbeit mit dem Teachers College künftig vertieft werden kann. Beide Seiten betonten dabei das große Potenzial der internationalen Zusammenarbeit. "Ich danke Professorin Williams für den wertvollen Austausch, der vor allem das Lernen zukünftiger Lehrkräfte im Bereich der Future Literacies stärken soll. Die wechselseitigen Impulse können sowohl unsere Arbeit an der PHHD stärken als auch neue gemeinsame Perspektiven eröffnen", so Friesen abschließend.
[ka] Kindertagesstätten haben einen Bildungsauftrag. Worauf es dabei ankommt, legt der „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in Kindertageseinrichtungen“ fest. 2025 hat das Kultusministerium Baden-Württemberg eine überarbeitete Version des Leitfadens vorgestellt, der in einem partizipativen Prozess entstand. Von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg waren daran Prof.in Dr. Jeanette Roos, Prof.in Dr. Steffi Sachse, Prof.in Dr. Katja Schneider beteiligt – unter anderem gemeinsam mit Akteur:innen aus der frühkindlichen Bildung, Eltern, Verbänden und weiteren Wissenschaftler:innen.
Um die Ziele des weiterentwickelten Plans flächendeckend zu verankern, werden Fortbildungen und Informationsformate für pädagogische Fachkräfte angeboten, ab 2029 gelten sie dann verbindlich für Einrichtungen. In den Mittelpunkt haben die Autor:innen die Bedürfnisse des Kindes gestellt: Wie erfährt es die Welt und was braucht es? Acht Bildungs- und Entwicklungsfelder sind miteinander verknüpft und bilden gemeinsam mit den Grundbedürfnissen von Kindern die Grundlage für pädagogische Arbeit. Gleichzeitig wird der Plan dynamisch an gesellschaftliche Entwicklungen angepasst. Als vier Leitprinzipien sind künftig die Themen Kinderschutz und Kinderrechte, Inklusion, Partizipation und Bildung für nachhaltige Entwicklung als Querschnittsthemen im Plan verankert.
Zudem wurden als neue Bildungs- und Entwicklungsfelder die Ästhetische Bildung - Bildung vermittelt durch Künste - sowie die Medienbildung aufgenommen. Diese fokussiert auf mediale Zugänge zur Welt. Es soll künftig Aufgabe der pädagogischen Einrichtungen sein, Kinder dabei zu unterstützen, ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit Medien zu bearbeiten und zu reflektieren.
Um die durchaus ehrgeizigen Ziele des Orientierungsplans umzusetzen, brauche es starke Partner, waren sich Rektorin Prof.in Dr. Karin Vach und Bildungsbürgermeisterin Stefanie Jansen einig. Bei einem Treffen sprachen sie über die aktuelle Fassung des Orientierungsplans und das Thema frühkindliche Bildung. Die PHHD und die Stadt Heidelberg wollen ihre Zusammenarbeit in diesem Bereich vertiefen.
Wichtige Themen sind hier auch das grundsätzliche Einüben von Sozial- und Alltagskompetenzen, die Fähigkeit zur Selbstregulation in sozialen Situationen und eine Vorbereitung auf das Thema Demokratiebildung, die so früh wie möglich ansetzen soll. „Die Pädagogische Hochschule Heidelberg ist bereit, ihre Expertise im Bereich frühkindliche Bildung auch in der Praxis einzubringen“, sagte Karin Vach. „Umso mehr freuen wir uns, dass wir eine so engagierte Bürgermeisterin wie Stefanie Jansen als Ansprechpartnerin haben, der eine umfassende und fundierte frühkindliche Bildung ein echtes Anliegen ist.“
Der
[hop] Im campusblog gibt es wieder neue spannende Geschichten aus der Hochschule: Sonderpädagogikstudentin Mia berichtet vom Vernetzungstreffen, das sie für Studierende organisiert, die als erste in ihrer Familie studieren. Chiara ist begeistert vom Spieletreff „PHriends“, der Studierende spielerisch zusammenbringt. Ein anderer Beitrag begleitet die Exkursion eines Biologieseminars in einen Sexshop, um neue Formen sexueller Bildung auszuloten. Diese und weitere Themen gibt es auf
[red] Auslandspraktika im Lehramt sind erwünscht! Die an der Pädagogischen Hochschule verpflichtenden Praktika wie das Orientierungspraktikum (OSP) oder der Integrierte Semesterpraktikum (ISP) können in vielen Ländern der Erde absolviert werden. Praktika führen Studierende neuerdings auch nach China, Japan und Usbekistan. Wichtig ist eine frühzeitige Planung und Anmeldung: Zwei Infoveranstaltungen per Zoom vom Zentrum für schulpraktische Studien (ZfS) finden jeweils immer in der ersten Vorlesungswoche und gegen Vorlesungsende statt.
Das Orientierungspraktikum (OSP) kann an allen Deutschen Auslandsschulen absolviert werden oder, sofern Studierende bereits Lehrerfahrung im deutschen Schulsystem haben, auch an einer beliebigen Ortsschule im Ausland. Das Integrierte Semesterpraktikum (ISP) findet ein ganzes Semester an einer Kooperationsschule in Südamerika statt. Weitere Praktika, zum Beispiel das Berufsfeldpraktikum, können individuell im Ausland gesucht und flexibel im Studienverlauf (B.A./M.Ed.) geplant werden. Die ZfS-Praktikumsprogramme China und Usbekistan bieten einmalige Erfahrungen in einer Kleingruppe.
Weitere Informationen zu den Terminen, Finanzierung und Anmeldung finden sich
[ka] Traumatische Erlebnisse, ein unsicheres Zuhause, viele Schulwechsel: In Klassen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung (ESENT) bringen Schüler:innen starke psychosoziale Belastungen mit. Zudem haben sie ein Verhalten entwickelt, mit dem sie anecken - in Regelschulen, in der Gesellschaft und gelegentlich auch mit dem Gesetz.
Aber wie geht es diesen Kindern und Jugendlichen wirklich, und wie könnten sie noch besser auf ihrem Weg begleitet werden? Sonderpädagog:innen der Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Ludwigsburg haben sich nun systematisch an dieses Thema gemacht: Zwischen Januar und Juli 2025 befragten sie Schüler:innen und Lehrer:innen an 72 baden-württembergischen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) zur psychosozialen Gesundheit und zu ihrem Wohlbefinden. Die Ergebnisse der Studie "Epidemiologische Informationen im Schwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung" (kurz EpIE) sind jetzt ausgewertet.
„Vorher gab es keine belastbaren Datengrundlage für Baden-Württemberg und keine direkte Befragung von Schüler:innen in diesem Förderschwerpunkt“, sagt Studienleiter
Gebeutelte Schüler:innen
So leben die befragten Schüler:innen in deutlich problematischeren Umständen und weniger gesund als der Bevölkerungsdurchschnitt. Sie zeigen häufig psychische Auffälligkeiten und posttraumatische Stresssymptome. Gut die Hälfte gibt an, regelmäßig Medikamente einzunehmen, fast ein Drittel war bereits stationär in der Psychiatrie untergebracht. Die Teilnehmer:innen (79 Prozent männlich) neigen zu einer „problematischen“ Internetnutzung und rauchen häufiger als der Durchschnitt. 27 Prozent haben bereits vier oder mehr Schulen besucht, 30 Prozent sind in Konflikt mit dem Strafgesetz geraten.
Auch schätzten sie ihre soziale Integration negativer ein als Altersgenoss:innen aus allgemeinbildenden Schulen und erlebten sich als wesentlich weniger selbstwirksam. Ihre Zukunftsängste hingegen – sei es im Hinblick auf Kriege, Corona oder Klimaveränderungen - sind nicht stärker ausgeprägt als bei Referenzgruppen. Auch beim „Wohlbefinden in der Schule“ stellte das Team keine Unterschiede fest: Scheinbar fühlen sich auch Schüler:innen im Förderschwerpunkt ESENT überwiegend wohl an ihrer Schule.
Möglicherweise sei diese eine Art „Anker“, folgert das Forschungsteam. „Insgesamt bestätigen die Ergebnisse, wie schwer diese Kinder und Jugendlichen belastet sind“, sagt Schwarzer. Der Bedarf für Förderung in der emotionalen und sozialen Entwicklung wachse seit 30 Jahren kontinuierlich, hier gebe es gesamtgesellschaftlichen Handlungsbedarf.
Motivierte Lehrkräfte
Die befragten Lehrkräfte (65 Prozent Frauen) im Förderschwerpunkt haben einen herausfordernden Schulalltag: Mehr als die Hälfte erlebt verbale Übergriffe und rund 42 Prozent berichten von körperlichen Übergriffen durch Schüler:innen. Auch waren sie vergleichsweise häufiger (ca. 40 Prozent) von emotionaler Erschöpfung und gesundheitlichen Belastungssymptomen (ca. 26 Prozent) betroffen. Dennoch ist ihre Einschätzung positiv: Im Schnitt empfanden diese Lehrkräfte sich als selbstwirksamer als Kolleg:innen an allgemeinbildenden Schulen und 92 Prozent bekräftigten, zufrieden mit ihrer Berufswahl zu sein.
„Damit geht es den Lehrkräften besser als wir erwartet hatten“, sagt Schwarzer. „Wir können froh über diese motivierten Lehrer:innen sein und sollten alles tun, um diese Schulen gut finanziell und personell auszustatten.“
Grundlage für Folgemaßnahmen
Die Ergebnisse sind Grundlage für Maßnahmen sein, mit denen emotionale und soziale Kompetenzen dieser Schüler:innen gezielter gefördert werden können. Für die Umsetzung stellt die Baden-Württemberg Stiftung finanzielle Mittel im Programm "wESENTlich SBBZ" bereit (siehe
Die BW Stiftung stellt die Ergebnisse und Ausschreibung für Schulen am 27.11.25 bei einer digitalen Veranstaltung vor:
[ka] Sabrina Geyer hat sich bewusst für ihren Weg entschieden: Die promovierte Sprachdidaktikerin lehrt und forscht an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Parallel entwickelt sie ihre Habilitation zum Thema Grammatikförderung und Grammatikunterricht im Kontext von Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache. Eine ganz normale wissenschaftliche Karriere, die gleichzeitig für eine Besonderheit der Pädagogischen Hochschulen steht: das ansonsten Universitäten vorbehaltene Recht, Forschende zu habilitieren, also eine „Lehrbefugnis“ für eine Professur zu erteilen.
Mit diesem Recht ausgestattet wurden sie 2005 – im November vor 20 Jahren erließ die PHHD ihre neue Habilitationsordnung. Die Verleihung des „uneingeschränkten Habilitationsrechts“ sei quasi einem Ritterschlag gleichgekommen, sagt Prof. Dr. Marita Friesen, Prorektorin für Forschung der PHHD. „Das war ein wichtiger Schritt für die Pädagogischen Hochschulen.“ Schon seit 1995 besaßen sie das „eingeschränkte Habilitationsrecht“, in Kooperation mit einer Universität.
Diese Variante hatte Baden-Württemberg festgelegt, als es sich als einziges Bundesland entschied, die Lehrkräftebildung nicht komplett in die Universitäten zu integrieren. Stattdessen hielt das Land an den eigenständigen Hochschulen fest – eine Entscheidung, um die es heute von anderen Bundesländern beneidet wird, wie man hört. Den Pädagogischen Hochschulen sprach es damals „den gleichen wissenschaftlichen Charakter in Forschung und Lehre“ zu wie Universitäten, inklusive Promotionsrecht und (vorerst eingeschränktem) Habilitationsrecht.
Ressource „Mehrsprachigkeit“
Auch an der PHHD haben promovierte Wissenschaftler:innen somit die Möglichkeit, sich durch eine Habilitation für eine Professur zu qualifizieren. Es ist nicht unbedingt die Masse, die diesen Weg einschlägt – mindestens sechs Jahre dauert das Verfassen einer Habilitationsarbeit, die meist nebenberuflich entsteht. Geyer hat sich für eine zweite Variante entschieden, die kumulative Habilitation, bei der mehrere Publikationen zusammen eingereicht werden.
Ihr Forschungsthema brennt der Bildungspolitik auf den Nägeln: Wie ermöglichen wir Kindern, die Deutsch nicht als Muttersprache erlernt haben, schulischen Erfolg in unserem System? „Mein Hauptforschungsinteresse liegt darin, wie man gerechte Chancen schafft, damit Schüler:innen unabhängig von ihren sprachlichen Ausgangsbedingungen erfolgreich am Deutschunterricht teilhaben können“, sagt sie. Inklusiver Deutschunterricht müsste die sprachlichen Voraussetzungen aller Kinder berücksichtigen, auch wenn diese Deutsch als Zweitsprache sprechen. In der Schule sei er häufig an einer monolingualen Norm ausgerichtet, die faktisch so nicht existiert. „Ich erforsche, an welchen Stellschrauben wir in der Grammatikdidaktik drehen können, damit alle Kinder ihre Ressourcen ausschöpfen können.“
Von „Ressourcen“ spricht die Wissenschaftlerin bewusst. „Mehrsprachige Kinder bringen viele Kompetenzen mit, nur lernen sie vielleicht erst seit vier Jahren Deutsch, und nicht seit acht Jahren, wie ihre einsprachigen Altersgenoss:innen.“ Es brauche den Wechsel von der problem- zur kompetenzorientierten Perspektive in Schulen, so ihr Plädoyer. Diese Haltung nahm sie vor allem aus ihrer Promotionszeit bei der Frankfurter Spracherwerbsforscherin Petra Schulz mit.
Forschen für die Schulen
Begonnen hatte Geyer ihren Berufsweg in Rheinland-Pfalz, wo sie Lehramt für Grund- und Hauptschulen studierte und unterrichtete. „Ich übernahm eine Sprachfördergruppe und merkte, dass mir wissenschaftlich fundierte Konzepte fehlten, um Kinder effektiv in ihren sprachlichen Fähigkeiten zu stärken.“ Sie entschied sich im Anschluss an ihr Lehramtsstudium für den Master-Studiengang „Deutsch als Fremdsprache“ in Mainz und entdeckte als Doktorandin an der Uni Frankfurt ihre Leidenschaft für Forschung – für sie als erste Akademikerin in der Familie eine ganz neue Welt.
Die systematische Herangehensweise und die Gewinnung neuer Erkenntnisse auf einer empirischen Grundlage, das mache ihr Spaß, erzählt sie. „Das Schönste ist, Wissen zu generieren, das Schulen weiterbringt. Die enge Verzahnung von Forschung und Praxis ermöglicht wissenschaftliche Erkenntnisse mit hoher Wirkung – das motiviert mich besonders.“ Gerade im Bereich des Spracherwerbs seien Lehrkräfte auf wissenschaftliche Erkenntnisse angewiesen, an denen sie sich orientieren könnten.
Geyer entschied sich für eine Promotion zur kindlichen Sprachförderung und war an der Goethe-Universität Frankfurt und am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in verschiedenen Forschungsprojekten tätig, bevor sie 2022 als Akademische Rätin an die PHHD kam. Hier lehrt sie in den Bereichen Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik des Deutschen. Seit ihrer Frankfurter Zeit bietet sie regelmäßig Lehrkräfte-Fortbildungen zum Spracherwerb, Sprachdiagnostik und Sprachförderung an und auch ihre Forschungsinteressen verfolgt sie weiter, vor allem zu Grammatikerwerb und Grammatikunterricht unter mehrsprachigen Bedingungen.
In Kürze soll aus den veröffentlichten Artikeln die fertige Habilitation entstehen – das braucht allerdings Zeit und will mit Lehrtätigkeit und Familie unter einen Hut gebracht werden. Dank verlässlicher Strukturen im beruflichen und privaten Umfeld könne sie Forschung und Lehre meist gut verbinden, sagt sie. Doch leider ist auch ihre Erfahrung, dass Wissenschaftsstrukturen wenig auf Eltern ausgerichtet sind, die nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen. „Man muss wirklich gut organisiert sein. Und es ist ein großer organisatorischer Aufwand, zu mehrtägigen Konferenzen zu fahren, solange die Kinder klein sind.“
Eine wissenschaftliche Karriere findet sie dennoch reizvoll. „Eine Professur bietet noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Zeit für Forschung.“ Im Sommer konnte sie eine W3-Professur an der PH Weingarten vertreten. Die Berufungsverfahren seien anspruchsvoll, aber ihre bisherigen Erfahrungen bestärkten sie darin, den Weg weiterzugehen.
Juniorprofessur als Alternative
Langer Vorlauf und unsichere Aussichten auf eine Berufung: Viele junge Forschende wählen lieber den Weg der Juniorprofessur, der seit 2004 möglich ist. Zwar sind die Anforderungen hoch, um eine Juniorprofessur-Stelle zu erhalten und nach drei Jahren positiv evaluiert zu werden. Dann aber hat man die Chance auf eine Professur ohne klassische Habilitation – auf „Tenure Track“-Juniorprofessuren wird man sogar direkt auf eine W2- oder W3-Stelle übernommen.
Diese Alternative habe die Bildungspolitik geschaffen, um das deutsche Wissenschaftssystem international anschlussfähig zu machen, sagt Dr. Nicole Flindt, Leiterin des Forschungsreferats der PHHD. In anderen Ländern sei der tradierte Weg der Habilitation eher unüblich. „Zudem macht es die Pädagogischen Hochschulen noch interessanter für Kooperationen. Letztlich ist die Habilitation aber auch in Deutschland nur noch ein Weg zur Professur unter mehreren.“
Sabrina Geyer will ihre Habilitation dennoch durchziehen. „Ich liebe meine Arbeit und würde ohnehin forschen, das ist meine Leidenschaft.“ Sie kann sich gut vorstellen, dies auch weiterhin an einer Pädagogischen Hochschule zu tun. „Mir gefällt der Stellenwert, den Lehrer:innenbildung an der PHHD hat. Das Interesse und Engagement aller Beteiligten, Lehrkräfte gut auszubilden, ist hier sehr hoch“, sagt sie. „Ich bin überzeugt, dass PH-Absolvent:innen bei ihrem Berufsstart fachlich fit und didaktisch gut aufgestellt sind.“
Mehr Informationen zum Thema wissenschaftliche Karriere unter
Während des Vortrags „Dismantling the Master’s School: Interrogating racism, ableism, linguicism and settler colonial logics in language education“ setzte Dr. Cioè-Peña sich kritisch mit den Logiken von Rassismus, Ableismus, Linguizismus (Diskriminierung aufgrund von Sprache) und Siedlerkolonialismus im Bereich der Sprachbildung auseinander. Obwohl der Schwerpunkt ihrer Präsentation auf dem US-amerikanischen Schulsystem lag, zeigte sie wiederholt auf, dass die beschriebenen Dynamiken auch auf deutsche Schulen übertragbar sind.
Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen sprachlicher Standardisierung, also der Festlegung, welche Sprachformen als „korrekt“ gelten. Solche Normen orientieren sich meist an den Vorstellungen gesellschaftlich mächtiger Gruppen und beeinflussen maßgeblich, wie Schüler: innen bewertet werden. Dr. Cioè-Peña zeigte die enge Verbindung zwischen kolonialer Geschichte und heutiger sprachlicher Legitimität. Am
Für Lehrkräfte ergeben sich daraus wichtige Aufgaben: Sie sollten kritisch hinterfragen, wer Sprachstandards festlegt und welche Botschaften der Unterricht über den Wert sprachlicher Vielfalt vermittelt. Ein zentraler Gedanke des Vortrags war, dass Sprache den Menschen gehört, sich ständig wandelt und keine Institution ist. Statt Abweichungen zu sanktionieren, sollten Lehrkräfte einen Raum für unterschiedliche sprachliche Ausdrucksweisen schaffen und den authentischen Sprachgebrauch ihrer Schüler:innen wertschätzen.
Im Rahmen ihres Besuchs nahm Professorin Cioè-Peña einen Podcast auf. Darin werden die im Vortrag erläuterten Ideen mit Blick auf praktischen Implikationen für den diversitätssensiblen Unterricht vertieft. Der Podcast ist auf die
Text: Simone Berger, Mira Eck, Daniel Khosravi, Leah Kuck
[mw] Das System hinter der Brailleschrift ist so einfach wie genial: In einer Zelle (bestehend aus sechs Punkten) sind erhabene Punkte angeordnet. Das ermöglicht insgesamt 64 unterschiedliche Kombinationen, die mit den Fingerspitzen ertastet werden können. Buchstaben, Zahlen und Zeichen werden so dargestellt.
Die Zukunft der Brailleschrift
So ermöglicht die Brailleschrift zwar Teilhabe, steht aber gleichzeitig in Konkurrenz zu komfortablen Assistenzsystemen, wie sie Smartphones oder Tablets mittlerweile standardmäßig anbieten. In einigen Ländern wie etwa in Frankreich und den USA ist schon länger der Trend zu beobachten, dass die Nutzung der Brailleschrift zurückgeht.
Die Zukunft der Brailleschrift treibt Lang an, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, sie aus der Nische zu holen: „Sie gehört in die Mitte der Gesellschaft!“ Und das konnte Lang auch mit einer Studie belegen. Im Rahmen von
Die Studie hat gezeigt, dass Braille im deutschsprachigen Raum von assistiven Technologien nicht zurückgedrängt wird. Zwar nutzt die jüngste Altersgruppe tendenziell etwas weniger Brailleschrift, aber grundsätzlich gewinnt eher beides – Braille und Assistenzsysteme – an Bedeutung: „Braille und Hören von Texten wird in Kombination genutzt.“
Das ganze Gespräch im Podcast
Mehr über die heutige Bedeutung der Brailleschrift, über Lese- und Rechtschreibkompetenzen und auch die persönliche Motivation von Markus Lang, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, hören Sie in der neuesten Episode des Bildungsplausch:
[red] Konstruktiver Dialog und wirksames Feedback dienen der gezielten Lernförderung. Dabei gilt: Erfolgreiches Feedback ist keine Frage der Quantität, sondern der Qualität.
Die Qualität von lernprozessbegleitenden Gesprächen in einer Schule hängt von den Gesprächskompetenzen der Beteiligten ab. Wirksames Feedback ist im Bildungsprozess von großer Bedeutung, da es den Lernenden hilft, ihre Leistung zu verbessern und ihr Wissen zu erweitern.
Die Veranstaltung ist von 16:00 bis 17:30 Uhr für Lehrkräfte, Schulleitungen, Lehrkräfte aller Schularten sowie Lehrende an Hochschulen via Zoom.
Indem sie konstruktives Feedback erhalten, können die Schüler:innen ihre Stärken und Schwächen erkennen und daran arbeiten, sie zu verbessern. Wirksames Feedback kann auch dazu beitragen, dass Schüler:innen motiviert bleiben und ihr volles Potenzial ausschöpfen. Das pädagogische Personal sowie die Schüler:innen sollten sich im Rahmen einer wertschätzenden Feedbackkultur schulen. Alle sollten lernen wirksam Feedback zu geben und anzunehmen.
Wir werden am 27. Januar folgende Themen besprechen:
• Aspekte aus der Wissenschaft
• Besonderheiten im schulischen Kontext
• Der Weg zur wirksamen Feedbackkultur
• Kinder auf konstruktive Kritik vorbereiten
• Sicheren Raum für Feedback zu schaffen
• Notwendige Kompetenzen entwickeln und trainieren
Die Anmeldung erfolgt über
[red] Der kostenlose "Workshop LEGO® SERIOUS PLAY®" richtet sich an Interessierte jeden Alters, aller Karrierestufen und aller Branchen. Der Workshop ist begrenzt auf 18 Plätze (davon 9 reserviert für Mitglieder PH Heidelberg), Externe sind herzlich willkommen. Die Veranstaltung findet von 11:00 bis 12:30 Uhr im Transferzentrum ( Bergheimer Straße 104 69115 Heidelberg) statt. Eine Anmeldung ist über
Von der Spielzeugkiste in die Arbeitswelt: Mit der Methode LEGO® SERIOUS PLAY® nehmt ihr im Handumdrehen neue Perspektiven ein und entwickelt kreative Lösungen für eure Projekte. Im 90-minütigen Crashkurs lernt ihr die Grundlagen der Innovationsmethode LEGO® SERIOUS PLAY® und wendet sie in einfachen Übungen direkt an. Und ja, das heißt: Ihr wühlt in Spielzeugkisten, baut eigene Modelle und sprecht miteinander über das Bauen. Das macht nicht nur eine Menge Spaß und sorgt für reichlich Teambuilding, im besten Fall nehmt ihr außerdem eine Menge für eure Arbeit mit.
[red] Die Fachtagung findet anlässlich des fünfjährigen Bestehens des berufsbegleitenden Weiterbildungslehrgangs „Extremismus und Radikalisierung“ statt. Ziel der Veranstaltung ist es, Fachkräfte aus unterschiedlichen pädagogischen Handlungsfeldern zusammen zu bringen, um sie in ihrem professionellen Umgang mit jungen Menschen im Kontext von Radikalisierung und Extremismus zu sensibilisieren und zu stärken.
Diese findet von 14:00 bis 19:00 Uhr in der Aula (Raum 011 - Keplerstraße 87 69120 Heidelberg) statt.
Extremistische Strömungen sind in den vergangenen Jahren im öffentlichen Raum, in sozialen Medien und zunehmend auch in Bildungseinrichtungen sichtbarer geworden. Pädagogische Fachkräfte stehen dabei vor der Herausforderung, demokratiefeindliche Äußerungen, Provokationen oder verändertes Verhalten junger Menschen einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren. Gerade wenn religiöse, politische oder identitätsbezogene Aspekte berührt sind, erfordert dies fachliche Sicherheit, Reflexionsfähigkeit und ein hohes Maß an Sensibilität. Der Fachtag greift diese Herausforderungen auf und setzt den Fokus auf die Stärkung von Handlungskompetenz, fachlichem Wissen und interdisziplinärer Vernetzung.
Die Teilnehmenden der Fachtagung erhalten fachliche Impulse aus den Bereichen (Sozial-)Pädagogik, politische Bildung, Staatsschutz, Opferschutz und Kriminologie. Den inhaltlichen Höhepunkt bildet die Keynote von Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner, einem renommierten Kriminologen, der wissenschaftlich fundierte Perspektiven auf Extremismus und Radikalisierung eröffnet und praxisnahe Impulse für die (Bildungs-)Arbeit mit jungen Menschen gibt. Im Anschluss an die Keynote vertiefen fachliche Inputs, ein moderiertes Expert:innen-Gespräch sowie verschiedene thematische Foren zentrale Fragestellungen der Präventions- und Bildungsarbeit. Diese bieten Raum für Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung zwischen den beteiligten Professionen und Institutionen.
Der Fachtag knüpft inhaltlich an den berufsbegleitenden Weiterbildungslehrgang „
Die Anmeldung erfolgt über die
[red] How do emotions shape what and how we learn? In a time when education is being asked to address uncertainty, rapid change, and increasing diversity, it is vital to understand the role of emotions in learning. This interactive two-hour workshop explores the meaning and potential of emotions in education, challenging the idea that emotions and rational thinking are separate or even opposed. Drawing on anthropological and philosophical insights and recent research, we will investigate how emotions guide attention, influence memory, and shape judgement, often determining what counts as meaningful learning. The workshop on 5th February will take place between 4:30 pm and 6:30 pm in the Heidelberg School of Education (Voßstraße 2 69115 Heidelberg).
Instead of relying on a lecture, this session invites teacher education students of all school types to actively engage in experiential activities, collaborative discussions, and guided reflections. Together, we will explore how recognising emotions as central to learning opens possibilities for more inclusive, responsive, and transformative education. Participants will leave with a deeper understanding of the interplay between feeling and thinking, as well as practical ideas for integrating emotional awareness into their own teaching, research, and professional practice.
Dr phil Eunice Yin Yung Chiu completed her doctorate in Education at Heidelberg University in 2025, with a dissertation on teachers’ emotional experiences and transformative learning during the COVID-19 pandemic. Her research focuses on the intersections of phenomenology, emotional reflexivity, and educational transformation. She has previously worked on research projects at universities in Hong Kong and Germany, and has taught and designed courses on transformative learning. She began her academic career studying cultural anthropology, archaeology and policy studies. Her most recent publications and conference contributions address the role of emotions in learning, teaching, and social change.
The workshop will be held in English about Rethinking the Place of Feelings in Education. While it primarily addresses teacher education students of all school types, interested students from other disciplines are also welcome to participate. Please register with Eunice Chiu (yychiu.eunice@gmail.com) by 29 January, 2026.
The workshop is financed by quality assurance funds from the teacher training working group (AK Lehramt) at Heidelberg University.
[red] How can education open the door to meaningful transformation? In today’s world we are repeatedly confronted with challenges that call on us to rethink what we believe we know and how we act. This workshop invites teacher education students of all school types as well as lecturers to explore what it means to experience transformative learning and to reflect on the conditions that make such change possible. Together we will imagine how educational environments can be re-envisioned to nurture transformation as an ongoing process, equipping learners to respond creatively and responsibly to an unpredictable future. The workshop on 10th February will take place between 4:30 pm and 6:30 pm in the Heidelberg School of Education (Voßstraße 2 69115 Heidelberg).
This workshop is highly participatory and designed as a shared journey of discovery rather than a lecture. Through structured activities, collective reflection, and open discussion, participants will have the chance to examine their own learning journeys in the light of current global challenges and to reflect on moments that have shifted their ways of thinking.
Dr phil Eunice Yin Yung Chiu completed her doctorate in Education at Heidelberg University in 2025, with a dissertation on teachers’ emotional experiences and transformative learning during the COVID-19 pandemic. Her research focuses on the intersections of phenomenology, emotional reflexivity, and educational transformation. She has previously worked on research projects at universities in Hong Kong and Germany, and has taught and designed courses on transformative learning. She began her academic career studying cultural anthropology, archaeology and policy studies. Her most recent publications and conference contributions address the role of emotions in learning, teaching, and social change.
The workshop will be held in English about Experiencing Perspective Shift. Teacher education students of all school types as well as lecturers are warmly invited to participate. Please register with Eunice Chiu (yychiu.eunice@gmail.com) by 3rd February, 2026.
The workshop is financed by quality assurance funds from the teacher training working group (AK Lehramt) at Heidelberg University.
[red] Mit vielen Gästen wurde die Jahresausstellung des Fachs Kunst am 5. Dezember im Neubau-Kunstfoyer der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eröffnet. Bis zum 24. Januar 2026 wird die vielfältige Präsentation gezeigt, an der sich 33 Studierende beteiligten. Ein besonderer Höhepunkt der Vernissage war die Vergabe des Kunst-Förderpreises. Mit dem mit 1.000 Euro dotierten Preis wird seit 2011 jedes Jahr eine künstlerische Arbeit ausgezeichnet, die durch ihre besondere Qualität überzeugt. Gestiftet wird der Preis von der Kunststiftung Rainer Wild. Den diesjährigen Preis erhielt die Studentin Lisa Hangel für ihre fotografische Werkserie „Off Beat / On Display“. Urkunde und Blumen überreichte Annika Kouris, kuratorische Mitarbeiterin der Kunststiftung.
Ein besonderer Höhepunkt der Vernissage war die Vergabe des Kunst-Förderpreises. Mit dem mit 1.000 Euro dotierten Preis wird seit 2011 jedes Jahr eine künstlerische Arbeit ausgezeichnet, die durch ihre besondere Qualität überzeugt. Gestiftet wird der Preis von Beginn an von der Kunststiftung Rainer Wild. Den diesjährigen Förderpreis erhielt die Studentin Lisa Hangel für ihre fotografische Werkserie „Off Beat / On Display“. Urkunde und Blumen überreichte Annika Kouris, kuratorische Mitarbeiterin der Kunststiftung.
Dr. Kristina Hoge, Galeristin aus Heidelberg, Katharina Andes, interdisziplinäre Künstlerin, Søren Grammel, Direktor des Heidelberger Kunstvereins, Prof. Dr. Henry Keazor, Sprecher des Instituts für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg und Prof. Mario Urlaß von der Pädagogischen Hochschule stellten in diesem Jahr die Jury. Viele hochklassige Arbeiten waren eingereicht worden; die Wahl fiel dann auf Lisa Hangels fotografische Werkserie „Off Beat / On Display“ (2025). Das mehrteilige Werk ist im Rahmen des interdisziplinären Seminars „Tier-Mensch-Übergänge bei Franz Kafka“ entstanden. Deutschprofessor Dr. Hans Lösener und Mario Urlaß haben gemeinsam mit Studierenden literarische, sprachliche und künstlerische Zugänge Zum Autor in Projektform erarbeitet.
Die Jury überzeugte die unkonventionelle Art der fotografischen Selbstinszenierung, der humorvolle Eigensinn und die gestalterische Qualität, mit der Lisa Hangel ihre Arbeit realisierte. Die Studentin hatte sich, ausgehend von einem Text Kafkas, als „Äffin“ in den öffentlichen Raum Heidelbergs begeben und eine provozierende, doppelbödige und spielerische Fotoserie von Selbstporträts entwickelt.
In seiner Eröffnungsrede würdigte Prof. Urlaß die herausragende Leistung der Studentin und übermittelte die Glückwünsche des Fachs Kunst. Auch die anderen Arbeiten, die nicht zum Zuge gekommen sind, überzeugen durch hohe künstlerische und inhaltliche Qualität. Bis Ende Januar kann man zu den üblichen Öffnungszeiten der Hochschule die Ausstellung besuchen und sich selbst davon überzeugen.
[velo] Das Projekt “Heidelberger SchriftEXPRESS – alle einsteigen!” unter Leitung von Dr. Christina Bär (Institut für deutsche Sprache und Literatur) wurde im Rahmen des Wettbewerbs “Miteinander Heidelberg“ ausgezeichnet. Der von der Bürgerstiftung Heidelberg und der Rhein-Neckar-Zeitung ausgelobte Preis würdigt Projekte, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Heidelberg stärken und konkrete Beiträge zu Teilhabe und demokratischer Bildung leisten. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 10.000 Euro wird auf die fünf von der Jury ausgewählten Projekte verteilt.
Mit dem Heidelberger SchriftEXPRESS! setzt Bär an einer zentralen Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe an: dem erfolgreichen Lesen- und Schreibenlernen. Die Idee hinter dem Projekt kommt von Professorin Dr. Daniela Merklinger (Universität Erfurt), mit der Deutschdozentin Bär eng zusammen arbeitet. Gemeinsames Ziel ist es, Erstklässler:innen frühzeitig zu fördern, Lehrkräfte im Schulalltag zu entlasten und zugleich Studierende des Lehramts Grundschule praxisnah zu professionalisieren. Damit verbindet das Projekt auch in Heidelberg Bildungsgerechtigkeit, soziale Verantwortung und eine nachhaltige Stärkung der Lehrer:innenbildung.
Verantwortung der Hochschule für die Region
Als regional fest verankerte Hochschule mit einem klaren gesellschaftlichen Auftrag übernimmt die PHHD Verantwortung für Bildung, Teilhabe und Zusammenhalt in der Region. Dieser Mehrwert wird durch den Heidelberger SchriftEXPRESS unmittelbar sichtbar: Im Sommersemester 2026 werden Studierende Erstklässler:innen durch gezielte schrift- und literaturbezogene Lernangebote – etwa zu Lesen, Schreiben und sprachlicher Bewusstheit – unterstützen. Die Studierenden selbst werden ihre Praxiserfahrungen im Seminar theoriebezogen reflektieren.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Erfahrung, dass die Lernvoraussetzungen von Kindern sehr heterogen sind und Bildungserfolg weiterhin stark vom familiären Hintergrund abhängt. Der Heidelberger SchriftEXPRESS reagiert darauf, indem Lehrkräfte durch die Studierenden im pädagogischen Alltag entlastet werden und so Freiräume für individuelle Förderung der Schüler:innen entstehen sollen. Für die Metropolregion Rhein-Neckar bedeutet das Projekt einen konkreten Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe – und damit zu einer starken, demokratischen (Stadt-)Gesellschaft.
Herzlichen Glückwunsch
Die Pädagogische Hochschule Heidelberg gratuliert dem Projekt und insbesondere Dr. Christina Bär zu dieser besonderen Auszeichnung! Mit dem Heidelberger SchriftEXPRESS wird sichtbar, wie die Hochschule ihre wissenschaftliche Expertise und ihre Verantwortung für die Region in konkretes gesellschaftliches Handeln übersetzt.
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[ka] Prof. Dr. phil. Carl Bossard ist im Wintersemester 2025/2026 Gastprofessor an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Der Schweizer Bildungsexperte und Gründungsdirektor der Pädagogischen Hochschule Zug bot im Rahmen des Fellowships ein Seminar zur pädagogischen Bedeutung der Lehrperson an. Im Rahmen öffentlicher Vorlesungen sprach er zudem unter anderem darüber, was unseren Unterricht bildungswirksam macht. Die PHHD vergibt im Rahmen ihrer Internationalisierungsstrategie regelmäßig Stipendien für internationale Fellows. Während ihres Gastaufenthalts in Heidelberg bringen diese mit ihrer Expertise neue Sichtweisen und Impulse in die Lehre ein.
Carl Bossard engagiert sich seit vielen Jahren für die Schul- und Bildungspolitik und eine Schule, die allen Schüler:innen gerecht wird. Das Schweizer Bildungssystem kennt er aus eigener Berufserfahrung: Sein Berufsweg begann als Lehrer für Geschichte und Sport in der Sekundarstufe. Er war als Seminarlehrer tätig und Dozent sowie Beauftragter für Lehrer:innen-Weiterbildungen an der Zentralschweizer Reallehrerbildung Luzern. Zusätzlich machte er berufsbegleitend den Abschluss als Gymnasiallehrer und promovierte an der Universität Bern.
Von 1988 bis 1996 war Bossard der erste weltliche Rektor der Kantonalen Mittelschule Nidwalden, von 1997 bis 2001 Direktor der Kantonschule Luzern. 2001 war er der Gründungsrektor der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz Zug. Heute ist er weiterhin Referent und Schulberater und publiziert zu pädagogischen, bildungspolitischen und schulgeschichtlichen Fragen.
In seinen Publikationen spricht er sich dafür aus, Schulen inhaltlich und strukturell zu vereinfachen, von unnötiger Bürokratie zu befreien und wieder stärker das Kerngeschäft der Lehrer:in ins Zentrum zu stellen. Für ein „bildungswirksames Lernen“ sollte sich Schule aus seiner Sicht nicht nur an gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen ausrichten, sondern in erster Linie an menschlichen Bedürfnissen und der Entwicklung von Kindern.
Weitere Informationen zum Fellowship unter
[hop] Das Buch „Bring mir bloß keinen Deutschen nach Hause!“ erzählt faszinierende Geschichten von deutsch-französischen Familien in der Nachkriegszeit in einer spannenden historischen Studie. Es basiert auf Zeitzeugenberichten über eine Zeit, in der der Umgang mit einem Vertreter des Erbfeindes schwierig war und vielfach feindselig betrachtet wurde. Dr. Sylvie Méron-Minuth ist Professorin im Fach Französisch an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Dr. Christian Minuth war viele Jahre Professor an der Hochschule und ist nun im Ruhestand.
Bring mir bloß keinen Deutschen nach Hause, Sylvie Méron-Minuth und Christian Minuth, Wiesbaden-Heidelberg 2024, 184 Seiten, ISBN 978-3-658-44176-0, DOI:
[AW-ZIB] Anfang November 2025 ist am Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung (AW-ZIB) ein neuer Qualifizierungsjahrgang gestartet. Mehmet Can Friedel, Maya Silva, Cedric Rüter und Lilly Lorenz haben ihre Qualifizierung zur Bildungsfachkraft aufgenommen und beginnen damit ein neues Kapitel ihres beruflichen Weges an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Mit viel Neugier, Motivation und eigenen Erfahrungen bringen sie neue Perspektiven in das Team des AW-ZIB ein.
Mit dem Start des neuen Jahrgangs wurde auch die Qualifizierungskonzeption weiterentwickelt. Ziel ist es, die Ausbildung noch stärker an den Bedürfnissen der Teilnehmenden auszurichten und Theorie, Praxis und persönliche Entwicklung eng miteinander zu verzahnen. Eine besondere Rolle spielen dabei erstmals Anna Neff und Thilo Krahnke, beide selbst Bildungsfachkräfte am AW-ZIB, die als Co-Lehrende an der Durchführung der neuen Qualifizierung beteiligt sind und ihre eigenen Erfahrungen als Absolvent:innen einer Qualifizierung und erfahrene Bildungsfachkräfte mit den Teilnehmenden teilen können.
Die ersten Wochen der Qualifizierung waren geprägt vom Ankommen an der Hochschule, dem Kennenlernen des Teams und der neuen Arbeitsumgebung. Für die Teilnehmenden bedeutete dies viele neue Eindrücke: neue Abläufe, neue Fachbegriffe, neue Erwartungen – aber auch erste Erfolgserlebnisse. „Es war ganz viel Neues und manches war auch ein bisschen kompliziert. Insgesamt war ich in der ersten Woche ziemlich aufgeregt, weil alles so neu war“, beschreibt Cedric Rüter den Start.
Inhaltlich standen früh Themen wie Partizipation, Rollenverständnis und Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, dass Lernen Zeit braucht – und dass Unsicherheiten dazugehören. Gleichzeitig wird das AW-ZIB von Beginn an als unterstützender und wertschätzender Lernort erlebt. Ein zentrales Anliegen der Teilnehmenden ist es, Inklusion aktiv mitzugestalten und weiterzugeben. Sie möchten Studierende für einen respektvollen Umgang sensibilisieren und eigene Erfahrungen in die Lehre einbringen. Maya Silva formuliert das so: „Ich möchte den Studierenden beibringen, wie man mit Menschen mit Behinderung umgeht, weil viele Menschen damit noch Schwierigkeiten haben. Das möchte ich verändern.“
Neben Motivation und Vorfreude gehören auch Sorgen und Herausforderungen zum Start der Qualifizierung – etwa im Hinblick auf Prüfungen, neue Verantwortlichkeiten oder den Umgang mit gesellschaftlichen Zuschreibungen. Umso wichtiger ist die enge Begleitung durch das Team des AW-ZIB. Buddys, Co-Lehrende und Kolleg:innen stehen den Teilnehmenden unterstützend zur Seite.
Nach dem ersten Monat ziehen alle Beteiligten eine positive Bilanz. Das Vertrauen im Team wächst, erste Routinen entstehen und das Ankommen an der PH gelingt zunehmend. Lilly Lorenz bringt ihre Erfahrung so auf den Punkt: „Ich fühle mich hier sicher, ernstgenommen und wohl. Ich hatte sehr viel Vorfreude – aber jetzt ist meine Freude noch größer, weil ich Teil des Teams bin.“
[ka] Die politische „Krippe am Fluss“ wirft die Heilige Familie mitten ins Weltgeschehen: Donald Trump, Carola Rackete, Martin Luther und Papageno in einem Raum – das ist nur in der Heidelberger Jesuitenkirche möglich. Jedes Jahr zur Adventszeit tummeln sich hier auf wenigen Quadratmetern biblisch-historische Figuren und Menschen, die aktuell Geschichte schreiben: Die „Krippe am Fluss“ bringt sie seit 25 Jahren zusammen, in immer wieder neuer Besetzung. Theologie-Studierende haben sich an diesem Projekt beteiligt – und zudem im Institut für Theologie eine eigene „Exodus-Krippe“ nach dem Heidelberger Vorbild erbaut.
Ein Stall-Idyll ist nicht in Sicht. Stattdessen wird die Heilige Familie mitten ins Weltgeschehen geworfen. Umgeben von ca. 60 Zentimeter großen Figuren, die ikonisch für religiöse und politische Aussagen stehen, globale Probleme und Krisen abbilden. Sie sollen aufrütteln und doch Hoffnung vermitteln, wünscht sich Initiator Hermann Bunse. Er begann im Jahr 2000 als Gefängnisseelsorger, mit Strafgefangenen aus dem Gefängnis „Fauler Pelz“ an der etwas anderen Krippe zu arbeiten.
Studierende entwickeln Infomaterial
Heute wird der Aufbau vom „Freundeskreis Krippe am Fluss“ und Künstler:innen gestaltet. Geschätzt 40.000 Besucher:innen kommen jedes Jahr, um das Ergebnis zu besichtigen, von Grundschulklassen bis zu internationalen Besuchergruppen. Die Reaktionen reichen von Faszination bis zu starker Irritation, auch wenn die Kritik über die Jahre leiser geworden sei, sagt Bunse. Die Krippe am Fluss ist inzwischen ein Langzeitprojekt, das sich dynamisch weiterentwickelt und an dem auch die Pädagogische Hochschule Heidelberg beteiligt ist.
Dr. Regine Oberle vom Institut für katholische Theologie der PHHD war es, die vor einigen Jahren ihr Potenzial für Lehre und Forschung entdeckte. Ihre Theologie-Studierenden waren begeistert und beteiligten sich unter anderem 2024 mit an Auf- und Abbau. Dabei entstanden Filme zum Projekt, eine Masterarbeit sowie eine Projektgruppe, die Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte entwickelte. Texte und Audios (darunter ein Interview mit Ideengeber Bunse) sind über einen QR-Code verfügbar und werden „gerne und häufig abgerufen“, wie Oberle erzählt.
Die „Angst“ kriecht immer voraus
Tatsächlich können Infomaterial oder eine von Hermann Bunses Führungen hilfreich sein, die vielen Details wahrzunehmen. Neben Figuren aus der Bibel wie Adam und Eva oder Noah werden bekannte Persönlichkeiten wie Mutter Theresa, Nelson Mandela oder Greta Thunberg gezeigt. Neu dazugekommen sind Margot Friedländer und Elon Musk, der sich nahtlos neben Putin und Trump einreiht. Zu finden sind bekannte Heidelberger genauso wie Menschen vom Rande der Gesellschaft - und auch Verstörendes, wie die vielen ertrunkenen Geflüchteten im Mittelmeer.
Als metaphorische Figur kriecht die schwarze „Angst“ mit und der lange Flüchtlingsstrom scheint aus der Krippe herauszuwandern. „Wir haben uns überlegt, die Geburt diesmal in einer anderen Kirchenecke stattfinden zu lassen“, erzählt Bunse, also weitab vom zentralen Geschehen. Überhaupt ist die Krippe schräg wie nie: Die Kulisse aus Heidelberger Gassen steht in diesem Jahr kreuz und quer, die Friedenstauben sind hinter Draht in den Beichtstuhl gesperrt und die zerbrochene Brücke muss mit Schwimmfässern überbrückt werden. Über allem thront der Verkündigungsengel mit einem „Nobelpreis für Egomanen“.
Neue Krippe im Institut für Theologie
„Gott kommt hier in die Welt, wie sie eben ist“, sagt Regine Oberle. Und fügt bedauernd hinzu: „Im letzten Jahr dachten wir, dass es 2025 wieder mehr Frieden gibt.“ Bevor sie in diesem Jahr ihren Ruhestand antrat, legte sie das Projekt ihrem Kollegen Professor Dr. Dr. Herbert Stettberger ans Herz. Auch er ist fasziniert von der Krippe und ihrem „interkulturellem wie interreligiösem Charakter“, wie der Theologe sagt, und ließ sich mit seinen Studierenden inspirieren: Sein Seminar baute eine eigene „Exodus-Krippe“, die im Institut aufgestellt wurde.
Seminarthema sei das Buch Exodus über den Auszug der Israeliten aus Ägypten, erzählt er. In einer etwas kleiner dimensionierten Krippe aus Pappmaché haben seine Studierenden dies mit heutigem Geschehen verbunden. Die Krippe soll einen Brückenschlag zwischen Judentum und Christentum bilden. Im Fokus stehen die Geburt Mose und Jesu. Das verstockte Herz des ägyptischen Pharao und die Plagen werden mit der Verstocktheit und deren schlimmen Folgen angesichts von Kriegen und Unterdrückung sowie der Klimakrise heute in Verbindung gebracht. Im Vertrauen auf Gott sowie mit Entschlusskraft und Mut ist Rettung in Sicht. Das Feuer im Dornbusch und die Geburt Jesu sollen zeigen, dass Gott die Menschen und die Welt nicht im Stich lässt.
Mit Blick auf die Schieflage der Kulissen in der Jesuitenkirche, drängt sich die Frage auf: Ist unsere Welt unrettbar? So will Bunse das nicht verstanden wissen, die Chance auf einen Neuanfang sieht er inbegriffen. „Es geht darum, neue Perspektiven zu eröffnen.“ Die Krippenmacher halten auch nach 25 Jahren an ihrem Leitspruch „Mach’s wie Gott, werde Mensch“ fest. Die Clownfigur überreicht eine Rose als Zeichen der Liebe. Und Bunse hat die Krippe um zwei Spiegel ergänzt: Blicken Besucher:innen hinein, sehen sie sich selbst vor dem Schriftzug „Ich bin die Hoffnung“.
Link zu den Unterrichtsmaterialien:
[ka] Sie stellen in Sekundenschnelle Infos zusammen, schreiben uns Texte oder geben praktische Ratschläge: Der Austausch mit Chatbots ist zunehmend Teil unseres Lebens. Rund 800 Millionen Menschen weltweit nutzen bereits ChatGPT, die bekannteste Plattform für generative künstliche Intelligenz. Auch wenn wir es noch nicht gemerkt haben: Wir befinden uns längst in einem Kulturwandel.
Was die wachsende Präsenz generativer KI für Forschung und Lehre an einer Hochschule bedeutet, darüber sprachen Mitte Dezember Dr. Thomas Renkert von der Heidelberg School of Education und Max Klein von der Stabsstelle Digitale Transformation der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Die Veranstaltung „KI in der Hochschullehre: Einsatz-Szenarien von bwGPT “ war Auftakt für eine Vortragsreihe der PHHD zum Thema KI, die sich an Lehrende, Forschende und auch Studierende richtet. Prof. Dr. Christian Rietz, Prorektor für Studium, Lehre und Digitalisierung, und sein Team wollen damit ein Forum für den Austausch rund um KI in der Lehrer:innenbildung und Forschung in diesem Bereich etablieren.
Unbegleiteter Kulturwandel
Aufklärung zum Thema tut not, nicht nur an der PHHD. Dieser Kulturwandel finde derzeit unstrukturiert, unreflektiert und nahezu ohne wissenschaftliche Begleitung oder (politische) Regulierung statt, sagte Renkert. Dabei nutzen zwei von drei Deutschen bereits generative KI im Beruf. Und laut der
Gleichzeitig würden die Menschen mit ihren Sorgen alleingelassen: In der
Wie also kann eine Hochschule mit dieser Entwicklung umgehen? Künstliche Intelligenz könne die Lehre in vieler Hinsicht bereichern, sagte Max Klein. Allerdings bringe die Technologie allein nicht unbedingt mehr Expertise. Vielmehr brauche es zuerst (fachliches) Vorwissen, um KI-Tools dann als Ergänzung zu nutzen. „Aus der Interaktion von Mensch und KI entsteht so neues Wissen, durch eine Art Co-Design.“
Datenschutzkonforme Plattform für die Lehre
Eigens für Baden-Württembergs Hochschulen programmiert wurde die Plattform bwGPT (alias AskAlma). Unter Federführung des KIT Karlsruhe und der Hochschule Aalen (Inzwischen als privatwirtschaftliches Startup Kersta bzw. AskAlma ausgegründet) entstand ein datenschutzrechtlich abgesicherter Chatbot für Lehre und Forschung, der auf ChatGPT zurückgreift. Hiermit können Lehrende einen „Kursassistenten“ als didaktisches Tool für ihren Moodle-Kurs generieren, wie Renkert demonstrierte.
Dieser kann Studierenden helfen, sich im Kurs zurechtzufinden, Fragen zu Prüfungsformaten beantworten oder auch als Übung eine Klassenzimmer-Situation mit verschiedenen Schüler:innentypen simulieren. Notwendig sind allerdings gute Prompts: Die Seminarleiter:innen müssen vorab definieren, in welchem Rahmen Assistenten agieren sollen. Alternativ kann für die Lehre auch
Dass die Technik allein nicht ausreiche, waren sich die Referenten und Publikum einig: Man befinde sich noch in einem experimentellen Prozess und brauche mehr empirische Erfahrung, sagte Renkert. Ziel müsse sein, „Studierende als Stakeholder in diesem Transformationsprozess anzusprechen“ und mit ihnen den Einsatz von KI zu testen, reflektieren und auch kritisch zu hinterfragen.
Von einer KI als öffentliches Gut als Alternative zu kommerziellen Chatbots, sind wir derzeit noch weit entfernt. Umso größer sei die Verantwortung der Pädagogischen Hochschulen, angehende Lehrkräfte auf die Situation in Schulen vorzubereiten und KI-mündig zu machen, so das Fazit. „Wenn dies nicht an Hochschulen geschieht, wo dann?“
Informationen zur nächsten Veranstaltung der Reihe „Impulse zum KI-Einsatz in Lehre und Forschung“ unter
[velo] Die Aula der Pädagogischen Hochschule Heidelberg war bis auf den aller letzten Platz gefüllt, als Prof. Dr. med. Ingo B. Autenrieth Anfang Dezember 2025 zum Thema "You'll never walk alone - was wir vom Mikrobiom lernen können" sprach. Für den international renommierten Wissenschaftler war es ein ungewöhnlicher Ort für einen Vortrag: Zum ersten Mal sprach er an einer bildungswissenschaftlichen Hochschule. So hob er bereits zu Beginn hervor, dass Lehrkräfte entscheidend dafür seien, wie zukünftige Generationen mit Wissen, wissenschaftlichem Denken und gesellschaftlicher Verantwortung umgehen.
Autenrieth, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Digitale und Molekulare Mikrobiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, gab in seinem Vortrag zunächst einen umfassenden Einblick in ein Forschungsfeld, das die Medizin tiefgreifend verändert hat: das menschliche Mikrobiom. Er erläuterte, dass Milliarden Mikroorganismen den menschlichen Körper besiedeln und dabei Gesundheit, Stoffwechsel und letztlich unser Verhalten beeinflussen. Obwohl die Forschung in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht habe, sei nach wie vor nur ein Bruchteil dieses komplexen Organismus bekannt – wobei bereits diese ersten Erkenntnisse das traditionelle Bild vom menschlichen Körper grundlegend geändert hätten, so Autenrieth.
Wissenschaft, Verantwortung und die Rolle der Lehrkräfte
Im zweiten Teil seiner Ausführungen lenkte der Mikrobiom-Pionier den Blick auf die gesellschaftliche Bedeutung von Forschung und Wissenschaftskommunikation. Er betonte, dass Wissenschaft, Medien, Politik und Bildungseinrichtungen eng zusammenarbeiten müssten, um wissenschaftliche Erkenntnisse verlässlich und verständlich zu vermitteln. Lehrkräften käme dabei eine Schlüsselrolle zu, da sie junge Menschen dafür sensibilisierten, Informationen einzuordnen und mit Unsicherheiten umzugehen.
Als zentrale Prinzipien eines reflektierten Bildungsprozesses hob Autenrieth hervor, dass Komplexität anerkannt und Ambiguität ausgehalten werden müssten. Entscheidend sei die Bereitschaft, Fragen zu stellen, Wissen kritisch zu prüfen und unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Neugier und Verantwortungsbewusstsein bezeichnete er als Grundhaltungen, die sowohl für Lehrende als auch für Lernende unverzichtbar seien. Unsicherheit, so erläuterte Autenrieth weiter, sei nicht als Defizit zu verstehen, sondern als Motor für Lernen, Weiterentwicklung und urteilsfähiges Handeln. Sein Vortrag machte außerdem deutlich, wie eng biologische Grundlagenforschung, gesellschaftliche Verantwortung und Bildung miteinander verknüpft sind. Und warum wir, wie er betonte, im Kleinen wie im Großen nie allein unterwegs sind.
Teil einer lebendigen Vortragsreihe
Die Veranstaltung war Teil einer neuen Vortragsreihe des Rektorats, mit der die PHHD den Austausch zwischen Hochschule, Wissenschaft und Stadtgesellschaft intensiviert. Eröffnet hatte die Reihe Prof. Dr. Armin von Bogdandy, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, mit einem Vortrag über den Beitrag von Schulen zur Bildung einer europäischen Gesellschaft. Weitere Veranstaltungen mit renommierten Wissenschaftler:innen sowie Persönlichkeiten aus Heidelberg sind laut Rektorin Prof. Dr. Karin Vach bereits in Planung.
[red] Die Pädagogische Hochschule Heidelberg war am 21. und 22. November 2025 Gastgeberin für die Jahrestagung der Kommission „Pädagogik und Humanistische Psychologie“ der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) in Kooperation mit und Förderung durch die Fakultät Erziehungs- und Sozialwissenschaften der PH Heidelberg. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Pädagogik der Anwesenden? Körper – Bildung –Begegnung in Zeiten komplexen gesellschaftlichen Wandels". Prof.in Dr. Ulrike Graf (PH Heidelberg), Prof. in Dr. Telse Iwers (Universität Hamburg), Prof. Dr. Thomas Schübel (IU München) und Dr. Katja Staudinger (PH Heidelberg) leiteten die Tagung.
Mit der Veranstaltung leistet die PHHD einen wichtigen Beitrag zur erziehungswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Frage, wie Bildung in ihrer leiblichen, also körperliche, geistige und soziale Dimensionen integrierenden Dimension, neu gedacht werden kann – vor allem unter den rasanten gesellschaftlichen Veränderungsprozessen, wie sie unter anderen durch die Digitalisierung ausgelöst werden. An zwei Tagen diskutierten 50 Teilnehmende (Deutschland, Österreich, Schweiz) aus Wissenschaft, insbesondere der Lehrkräftebildung, und weiteren pädagogischen Kontexten bis hin zu Praxisfeldern: Wie lässt sich Körperlichkeit und Leiblichkeit unter den Bedingungen insbesondere der Digitalität neu denken – von der Schulpädagogik bis zur Sozialpädagogik?
Prof.in Dr. Veronika Magyar-Haas (Universität Fribourg, Schweiz) eröffnete die Tagung mit einem Vortrag über „Scham und Schönheit der Begegnung“, in dem sie das Ungewisse und das Potenzial zwischenmenschlicher Nähe reflektierte. Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs (Universität Heidelberg, Karl-Jaspers-Professur) sprach am zweiten Tag über „Verkörperung in der Pädagogik. Leibliche Präsenz – Lehren und Lernen in Beziehung“. Mit seinem Vortrag erschloss er die Relevanz „leiblicher Verkörperung“ von der frühkindlichen Entwicklung des Menschen her für pädagogische Prozesse in Bildungskontexten.
Insgesamt standen 21 weitere Beiträge und eine Postersession auf dem Programm, auch aus dem AW-ZIB und dem Projekt CORPUS der PHHD. Die Inhalte deckten von bildungstheoretischen über didaktische bis hin zu forschungsmethodologischen und handlungsmethodischen Themen eine vielfältige Bandbreite ab, wie sie typisch für die Humanistische Pädagogik ist, die in ihrer Perspektive auf das Pädagogische Wert darauf legt, wissenschaftliche, professionelle und gesellschaftliche Aspekte zu berücksichtigen .
Die Tagung zeigte, dass Humanistische Pädagogik Antworten auf aktuelle Herausforderungen formulieren kann, indem sie Erziehungswissenschaft interdisziplinär in Bezug setzt, gesellschaftlich reflektiert und Impulse für professionelles Handeln entwickelt. Der geplante Tagungsband in der Schriftenreihe „Humanistische Pädagogik und Psychologie“ im Klinkhardt-Verlag (i.V. für 2027) wird diese Impulse weitertragen und für pädagogische Forschung, Lehre und Praxis bereitstellen.
Weitere Informationen unter
[red] Vom 5. bis 7. November 2025 trafen sich die Teilnehmenden des Movetia-Projekts ExPiTE3 in Zug, um Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Kooperation zwischen Pädagogischen Hochschulen und Schulen zu reflektieren. Offenheit und gegenseitiges Vertrauen erwiesen sich dabei als zentrale Faktoren. Von Seiten der PH Heidelberg koordiniert Dr. Isolde Rehm das Projekt. Fünf Ausbildungsberater:innen von ISP-Kooperationsschulen der Hochschule nahmen am Projekttreffen teil.
Am ersten Tag des dreitägigen Projekttreffens hospitierten Praxislehrpersonen und Hochschulmitarbeitende aus den Niederlanden und Deutschland bei Tandempartner:innen in der Schweiz. Sie erhielten Einblicke in die Begleitung von Studierenden und der Förderung von Professionalisierungsprozessen.
Am zweiten Tag begrüßte Prorektor Prof. Dr. Clemens Diesbergen die Gruppe. Im Mittelpunkt stand die im Projekt entwickelte Vision «We are all Teacher Educators!». In Workshops tauschten sich die Teilnehmenden über ihre im Projekt gemachten Erfahrungen aus und identifizierten Bedürfnisse verschiedener Akteure. Sie diskutierten Fragestellungen rund um die in Kooperation mit den Schulen stattfindende berufspraktische Ausbildung und entwickelten Ideen für mögliche Anschlussprojekte an ExPiTE3. Auch die Rektorin, Prof. Dr. Esther Kamm, beteiligte sich in mehreren Programmpunkten aktiv am Austausch.
Erkenntnisse für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung
Gute Kooperation gelingt, wenn Hochschule und Schule einander kennen. Es braucht ein echtes Verständnis für den jeweils anderen Lernort. So entstehen wechselseitige Bezüge und ein systematischer Kompetenzaufbau wird möglich. Im Austausch mit den beteiligten ausländischen Schulen wird auch deutlich, wie wichtig zusätzliche lokale Ansprechpersonen an den Schulen sein können. Diese beraten und unterstützen Praxislehrpersonen bei individuellen Anliegen. Weiter zeigt sich: Wer in der Ausbildung von Lehrpersonen mitwirkt, trägt Verantwortung für die Befähigung von Studierenden, Schüler:innen auf eine sich stetig wandelnde Welt vorzubereiten. Dies setzt voraus, dass sich alle Beteiligten als Lernende verstehen.
Ausblick im Projekt ExPiTE3
Die Projektverantwortlichen Dr. Sabina Staub und Patrick Pfeuffer konsolidieren derzeit gemeinsam mit den Teilnehmenden der Partnerhochschulen die gewonnenen Erkenntnisse zu Empfehlungen und Entwicklungsfeldern. Das Projekt läuft bis Juli 2026 und endet mit einem Online-Schlusstreffen. Geplant ist, das entstandene Netzwerk für die Fortbildung von Praxislehrpersonen zu nutzen.
Text: PH Zug/Sabina Staub
[red] Internationaler Besuch an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg: Vertreter:innen aus Hochschulen in Usbekistan und der Türkei waren bei der Tagung "Mehrsprachigkeit von Anfang an: Aktuelle Perspektiven auf den kindlichen Erwerb des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache" zu Gast. Die Veranstaltung war der offizielle Schlusspunkt einer mehrjährigen germanistischen Institutspartnerschaft der PHHD mit Hochschulen dieser Länder. Die dabei gewachsenen Netzwerke werden über das Projektende hinaus bestehen bleiben.
Seit sechs Jahren kooperieren das Institut für deutsche Sprache und Literatur der PHHD und die Abteilungen für Deutsch als Fremdsprache der Marmara Universität Istanbul, der Staatlichen Pädagogischen Hochschule Chirchik, der Hochschule für Fremdsprachen in Samarkand und der Weltsprachenuniversität in Taschkent in einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderten, germanistischen Institutspartnerschaft miteinander. In den vergangenen drei Jahren arbeiteten die Institute gemeinsam intensiv zum Einsatz multimodaler Medien wie Bilderbüchern und Graphic Novels im Unterricht des Deutschen als Erst-, Zweit- und Fremdsprache. Eine Reihe gemeinsamer Formate – darunter eine hybride Ringvorlesung, diverse Workshops, ein gemeinsames Blockseminar, DaZ-Praktika im Ausland sowie Lehr- und Studienaufenthalte – gaben die Möglichkeit zu fachlichem Austausch, interkulturellen Begegnungen und dem Wachsen persönlicher Kontakte.
Die Zusammenarbeit wurde immer wieder durch das Weltgeschehen überschattet: So fiel ein Großteil der Projektlaufzeit mit der Corona-Pandemie zusammen und im Februar 2023 erschütterte ein schweres Erdbeben den Südosten der Türkei sowie Syrien und verursachte unvorstellbare Zerstörung. Mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine musste die Partnerschaft mit einem Institut in Russland eingestellt werden. Mit der an der PHHD ausgerichteten Tagung "Mehrsprachigkeit von Anfang an" ging somit eine intensive Phase der Zusammenarbeit zu Ende.
Die Tagung vereinte Perspektiven zur frühen Mehrsprachigkeit des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache aus der Sicht von Bildungspolitik, Erst- und Zweitspracherwerbsforschung sowie Sprachdidaktik und Mehrsprachigkeitsforschung. Sie wurde durch Beiträge von Wissenschaftler:innen der teilnehmenden Institute sowie renommierter Gastredner:innen wie Prof. Dr. Havva Engin, Prof. Dr. Petra Schulz, Prof. Dr. Anja Wildemann und Dr. Erkan Gürsöy bereichert. Der feierliche Rahmen bot nicht nur Gelegenheit zu angeregten Diskussionen und intensivem fachlichen Austausch, sondern ermöglichte es auch, gemeinsam Erfolge zu reflektieren sowie Ideen und Perspektiven für die künftige Zusammenarbeit zu eröffnen.