[red] Wie gelingt Klimaschutz an Hochschulen? Mit dem Ziel einer netto-treibhausgasneutralen Landesverwaltung bis 2030 hat sich Baden-Württemberg einen ambitionierten Rahmen gesetzt. Auch die Hochschulen des Landes stellen sich dieser Aufgabe mit Nachdruck. Eine zentrale Rolle spielt dabei der regelmäßige Austausch der Klimaschutzmanager:innen der Hochschulen: In einem landesweiten Netzwerk arbeiten sie eng zusammen, um Erfahrungen zu bündeln, voneinander zu lernen und gemeinsam wirksame Lösungen zu entwickeln. Unterstützt werden sie durch den „Klimaplän“ sowie Praxishilfen wie „Best of 20 Klimaschutzmaßnahmen“ und „20 Quick Wins“. Diese Instrumente bieten Orientierung und helfen, Emissionen sowie langfristig Energiekosten zu senken.
Die Hochschulen in Baden-Württemberg befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Entwicklung ihrer Klimaschutzkonzepte – eine Vielfalt, die sich als großer Vorteil erweist. Der intensive Austausch ermöglicht es den Klimaschutzmanager:innen, voneinander zu lernen, wirksame Maßnahmen zu identifizieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Neben digitalen Formaten ist der persönliche Dialog zentral: Bei einem Treffen an der Hochschule für Technik Stuttgart tauschten sich rund 25 Teilnehmende zu Treibhausgasbilanzierung, prioritären Maßnahmen und praktischen Umsetzungsfragen aus. Deutlich wurde, dass Kooperation tragfähigere Lösungen hervorbringt, als sie einzelne Hochschulen allein entwickeln könnten – besonders im Umgang mit organisatorischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Auch in Heidelberg wird an einem umfassenden Klimaschutzkonzept gearbeitet. Ziel ist ein klarer Pfad zur Netto-Treibhausgasneutralität bis 2030. Dafür werden Emissionen analysiert, Einsparpotenziale identifiziert und Maßnahmen in Bereichen wie Energie, Mobilität und Gebäudemanagement entwickelt. Neben dem Klimaschutz stehen Vorteile wie stabile Betriebskosten, bessere Arbeits‑ und Studienbedingungen sowie eine höhere Resilienz im Fokus.
[velo] Die Pädagogische Hochschule Heidelberg fördert mit zwei neuen Fellowships die Erprobung innovativer Prüfungsformate für die Hochschullehre in Zeiten generativer KI – also Technologie, die Muster aus bestehenden Daten erlernt und diese nutzt, um eigene Medien zu erzeugen. Ausgezeichnet wurden ein Konzept von Ulrike Fessler und Professorin Dr. Karin Terfloth aus der Sonderpädagogik sowie eines von Jun.-Prof. Dr. Priska Sprenger aus der Mathematik. Mit dem Fellowship-Programm "Prüfen neu denken" unterstützt die Hochschule die Entwicklung kompetenzorientierter Prüfungsformate, die berufliche Handlungskompetenzen stärken und zugleich neue Antworten auf die Herausforderungen generativer künstlicher Intelligenz geben.
"Generative KI verändert die Art und Weise, wie Wissen erarbeitet und dargestellt wird", erklärt Professor Dr. Christian Rietz, der als Prorektor der PHHD sowohl die Bereiche Studium und Lehre als auch Digitalisierung verantwortet. Rietz weiter: "Damit werden auch klassische Prüfungsformate vor neue Herausforderungen gestellt. Als Folge müssen gerade wir als bildungswissenschaftliche Hochschule uns fragen, welche Kompetenzen zum Beispiel traditionelle Hausarbeiten oder Klausuren tatsächlich messen und wie Prüfungen künftig gestaltet werden können, um Lernen sinnvoll zu fördern. Mit dem Fellowship-Programm möchten wir unsere Lehrenden dabei unterstützen, neue Wege des Prüfens zu entwickeln, praktisch zu erproben und hochschulweit diskutierbar zu machen."
Sonderpädagogik: Theorie, Praxis und KI-Reflexion verbinden
Ein Fellowship geht an Ulrike Fessler und Professorin Dr. Karin Terfloth (Institut für Sonderpädagogik). Im Zentrum ihres Konzepts steht ein bereits etabliertes, fallbasiertes Prüfungsformat im Modul "Sonderpädagogischer Dienst / Kooperation / Inklusive Bildungsangebote": Studierende bearbeiten reale Fälle aus der inklusiven Schulpraxis und verknüpfen dabei Perspektiven aus Inklusion und Diversität, Beratung sowie inklusiver Didaktik. Die Prüfungsleistung erfolgt als kooperative mündliche Gruppenprüfung, in der Fallanalysen präsentiert, diskutiert und reflektiert werden. Das Format stärkt die Verbindung von Theorie und Praxis sowie die professionelle Analyse komplexer Handlungssituationen.
Im Rahmen des Fellowships wird dieses Prüfungsformat gezielt weiterentwickelt und digital gestützt ausgebaut. Dabei sollen die Materialien in einem zentralen digitalen Raum zugänglich gemacht werden, um Transparenz und nachhaltige Nutzung zu erhöhen. Auch der Umgang mit generativer KI wird im Rahmen der Weiterentwicklung aufgegriffen: Studierende sollen KI-gestützte Werkzeuge zum Beispiel bewusst nutzen können, um Perspektiven verschiedener Beteiligter sichtbar zu machen oder mögliche Ursachen, Dynamiken und Handlungsoptionen im jeweiligen Fall zu strukturieren. Die Bewertung bleibt jedoch auf die eigenständige fachliche Einordnung, Begründung und Reflexion der Ergebnisse ausgerichtet.
Mathematik: Prüfungen als Teil professioneller Handlungskompetenz
Ein weiteres Fellowship wird an Jun.-Prof. Dr. Priska Sprenger (Abteilung Mathematik) vergeben. Im Mittelpunkt steht das Seminar "Diagnose und Förderung", in dem ein semesterbegleitendes Prüfungsformat entwickelt und erprobt wird, das klassische Klausuren teilweise ersetzt.
Das Seminar ist als Flipped-Classroom-Setting angelegt: Studierende bereiten Inhalte eigenständig vor, während die Präsenzzeit für Anwendung, Diskussion und Reflexion genutzt wird. Darauf aufbauend erbringen sie ihre Prüfungsleistung über mehrere praxisnahe, aufeinander bezogene Aufgaben im Semesterverlauf, die typische Anforderungen des Lehrer:innenberufs abbilden – darunter Diagnose- und Beobachtungssituationen, Feedbackprozesse sowie die Entwicklung von Förderansätzen für heterogene Lerngruppen. Ein zentrales Element des Konzepts ist das formative Peer-Assessment, in dem Studierende anhand transparenter Kriterien ihren Kommiliton:innen strukturiertes Feedback geben und zugleich ihre eigene Beurteilungs- und Rückmeldekompetenz weiterentwickeln.
Sprenger bezieht die generative KI reflektiert in das Lehr- und Prüfungsdesign ein: Diese kann unterstützend für Ideenentwicklung und Materialarbeit genutzt werden, zugleich werden ihre Möglichkeiten und Grenzen kritisch analysiert. Die eigentlichen Kompetenznachweise bleiben in interaktiven, präsenzgebundenen und nicht delegierbaren Prüfungssituationen verankert.
Impulse für die Lehre
"Die von den nun ausgezeichneten Fellows entwickelten Prüfungsformate verbinden praxisnahe Aufgabenstellungen, kontinuierliche Leistungsnachweise und reflektierte Lernprozesse mit digitalen und modular aufgebauten Strukturen. Beide Projekte sind so angelegt, dass ihre Ansätze auch über die jeweiligen Fachkontexte hinaus nutzbar werden. Sie liefern somit wichtige Impulse für die hochschulweite Diskussion über zeitgemäßes Prüfen und besitzen Vorbildcharakter für die Weiterentwicklung kompetenzorientierter Prüfungsformate in der Hochschullehre", so Rietz.
Das Format von Fessler und Terfloth verbindet zum Beispiel Anknüpfungspunkte für fallbasierte und theoriegeleitete Prüfungsformate mit starkem Praxisbezug, während das Konzept von Sprenger Modelle für semesterbegleitende Kompetenzbewertung, formative Peer-Feedback-Prozesse und performative Prüfungssettings erprobt. Beide Vorhaben schaffen damit konkrete Beispiele dafür, wie Prüfungen unter den Bedingungen generativer KI weiterentwickelt werden können, ohne den Fokus auf eigenständige fachliche Urteilsbildung und professionelle Handlungskompetenz zu verlieren.
Neue Ausschreibung
Die PHHD schreibt für das Wintersemester 2026/2027 erneut Fellowships "Prüfen neu denken" aus. Lehrende der Pädagogischen Hochschule Heidelberg können sich noch bis zum 15. Juli 2026 bewerben.
Weitere Informationen dazu finden Sie unter
www.ph-heidelberg.de/fellowship-pruefung
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Text: Verena Loos
Bilder: Hohenester bzw. AW-ZIB / PHHD
[ka] Wie lernen Kinder Demokratie? Mehr noch als das Wissen über Regeln oder Institutionen hilft das eigene Erleben und Mitgestalten. Genau dies will das Forschungsprojekt „Kinderparlamente“ ermöglichen: In dem Pilotprojekt testet die Hochschule erstmals in Grundschulen ein Format, in dem Dritt- und Viertklässler:innen demokratische Prinzipien selbst erfahren können. „Wir verstehen Demokratiebildung nicht als abstraktes Unterrichtsthema, sondern als gemeinsame Praxis: Kinder können hier erleben, dass ihre Perspektiven zählen und dass demokratisches Handeln im Alltag beginnt“, sagt Projektleiter Dr. Christian Mühleis. Das Projekt findet in Kooperation und mit finanzieller Unterstützung des Kultusministeriums Baden-Württemberg statt.
PHHD-Studierende, die als „Demokratiebegleiter:innen“ geschult wurden, führen das Format diesen Sommer an vier Startchancen-Grundschulen in der Region durch. In insgesamt 18 Schulklassen leiten sie ein strukturiertes Gesprächsforum an, das - anders als etwa ein Klassenrat - übergreifende Themen behandelt: Die Grundschüler:innen diskutieren in Lerngruppen unter anderem über Bildschirmzeiten und Mediennutzung, Kinderrechte oder die Frage, was faire Regeln ausmacht.
Ausgehend von konkreten eigenen Erfahrungen können sie so gemeinsam demokratische Prinzipien und gesellschaftliche Fragen entwickeln. Die Kinder erlebten, was es bedeute, demokratische Entscheidungen zu treffen, und lernten, verschiedene Sichtweisen zu akzeptieren, sagt Mühleis. „Die Klassen sollen auch erfahren, zu welchen Ergebnissen die anderen Kinderparlamente‘ gekommen sind.“
Der Politikwissenschaftler und sein Team bereiten die Sitzungen mit den Studierenden vor und nach, führen Begleitinterviews und werden das Projekt am Ende evaluieren. Die Abschlussveranstaltung findet an der Pädagogischen Hochschule statt: Im Juli treffen sich die teilnehmenden Klassen hier, um schulübergreifend ein Thema zu diskutieren. Auch das Kultusministerium wird dabei sein – die Kinder sollen an diesem Tag direkt von der Politik gehört werden.
Die derzeitige Projektphase sieht Mühleis noch als Erprobung: „Es ist wichtig, sowohl die Kinder als auch die Lehrkräfte zu hören, am Ende muss das Format gut kompatibel mit dem Schulalltag sein.“ Denkbar seien Folgestudien, was es für eine dauerhafte Implementierung der Kinderparlamente brauche und wie sich die Erfahrung auf die politische Kompetenz von Kindern auswirke, sagt Mühleis. „Insgesamt sollen die Ergebnisse dazu beitragen, Konzepte demokratischer Beteiligung im Grundschulbereich weiterzuentwickeln – insbesondere auch mit Blick auf inklusive Bildungssettings.“
Das Projekt
Das Pilotprojekt „Kinderparlamente an Startchancen-Grundschulen in der Region Heidelberg“ testet in Grundschulklassen die Einführung eines strukturierten und inklusiven Kinderparlaments. Das Gesprächsforum soll einen Erfahrungsraum für Grundrechte, Toleranz und Beteiligung bieten und damit einen neuen Ansatz der Demokratiebildung. Es wird von Dr. Christian Mühleis (Institut für Politikwissenschaft, PHHD) und Prof. Dr. Stine Albers (Institut für Sachunterricht, PHHD) in Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg durchgeführt. Weitere Informationen unter
[hop] Der campusblog gewährt wieder authentische Einblicke ins Hochschulleben: Masterstudentin Ulla berichtet über ihr regionales Gesundheitsprojekt, Sachunterrichtsstudentin Anna erzählt, wie „echte“ Tiere den Unterricht bereichern können und Campusreporter Moritz blickt auf das beeindruckende Stück „Verbrennungen“ zurück, das die Theatergruppe inszeniert hat. Diese und weitere Themen finden sich auf
[red] Am 17. Juni informierten sich über 200 Lehramtsstudierende bei der Veranstaltung „Ab ins Ref!“ zum Übergang vom Studium in den Vorbereitungsdienst. Die hohe Beteiligung zeigte erneut, wie groß der Informationsbedarf rund um den Einstieg in den Lehrkraftberuf ist. Die von der Stabsstelle Orientierung und Beratung im Studium in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Schulpraktische Studien organisierte Veranstaltung bot ein kompaktes und praxisnahes Programm. Informiert wurde zu zentralen Themen des Referendariats, darunter Organisation des Vorbereitungsdienstes, Betriebspraktikum, Verbeamtung, Besoldung, Versicherung, Beihilfe sowie die amtsärztliche Untersuchung.
Neben einem Fachvortrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe präsentierten sich die Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte (Grundschule, Sekundarstufe I und Sonderpädagogik) aus Bad Mergentheim, Mannheim und Heidelberg. Dabei erhielten die Studierenden wertvolle Einblicke in die Ausbildungspraxis und die jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort. Zum Abschluss bot eine offene Sprechstunde im Student Service Center Gelegenheit, individuelle Fragen direkt mit Ansprechpartner:innen aus Studienbüro, Prüfungsamt und Studienberatung zu besprechen.
Mit „Ab ins Ref!“ leistet die Hochschule auch in diesem Jahr einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung und unterstützt angehende Lehrkräfte gezielt beim Übergang vom Studium in die schulische Praxis. Die nächste Veranstaltung ist bereits für den 16. Juni 2027 geplant.
Progress Nights in der Bibliothek
Alle Studierenden sind eingeladen: Am 15., 21., und 23. Juli kann in der Zentralbibliothek bis Mitternacht eine Nachtschicht für die Klausurvorbereitung oder zum erfolgreichen Verfassen von Haus- und Abschlussarbeiten eingelegt werden. Mit Kaffee und einer guten Arbeitsatmosphäre sollte der Schreib-Flow nicht auf sich warten lassen. Das Studentische Gesundheitsmanagement PHeel Good kümmert sich um Pausen mit Wohlfühlfaktor. Bei gutem Wetter kann mit den ausleihbaren Picknickdecken auch draußen gearbeitet werden.
Starke Impulse für die frühe mathematische Bildung
[Sprenger] „Das war eine ganz besondere Konferenz“, so die Rückmeldung von vielen Teilnehmenden der 7. internationalen POEM-Konferenz an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg am 28. und 29. Mai 2026. Unter dem Titel “A Mathematics Education Perspective on Early Mathematics Learning between the Poles of Instruction and Construction” kamen internationale Wissenschaftler:innen zusammen, um aktuelle Fragen der frühen mathematischen Bildung zu diskutieren – vom Kindergarten bis zur zweiten Klasse. Die Tagung, die von Juniorprofessorin Dr. Priska Sprenger verantwortet wurde, bot damit eine wichtige Plattform für den Austausch über Forschung, Theorie und Praxis in einem Bildungsbereich, der für die Entwicklung von Kindern von zentraler Bedeutung ist.
Die Konferenz war geprägt von einer sehr offenen, produktiven und kollegialen Atmosphäre. In den Keynotes, Paper Sessions und Diskussionen kamen unterschiedliche fachliche Perspektiven zum Tragen, unter anderem die empirische Bildungsforschung, die Fachdidaktik, die Kognitionspsychologie und die Pädagogik der frühen Kindheit. Gerade diese interdisziplinäre Zusammensetzung machte den wissenschaftlichen Austausch besonders gewinnbringend. Auch die beiden Hauptvorträge von Prof. Dr. Esther Brunner und Prof. Dr. Korbinian Möller setzten wichtige Impulse für die weiteren Diskussionen.
Besonders wertvoll waren zudem die Gespräche in den Kaffeepausen und beim Social Dinner. Dort wurden neue Kontakte geknüpft und bestehende Netzwerke vertieft. Themen und Ergebnisse dieses informellen Austauschs waren unter anderem Vernetzungstreffen zwischen verschiedenen Fachdisziplinen, die Anbahnung internationaler Kooperationen, der Austausch über Forschungsmethoden in der frühen Kindheit sowie die Beratung laufender Forschungsprojekte von Promovierenden durch anwesende Expert:innen.
Darüber hinaus hat die Tagung wichtige Impulse für die weitere wissenschaftliche Arbeit gesetzt. Im Nachgang zur Konferenz haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Beiträge für eine Open-Access-Publikation im Springer Verlag einzureichen. Die eingereichten Texte durchlaufen ein Peer-Review-Verfahren, bevor der Tagungsband veröffentlicht wird. So wirkt die POEM-Konferenz über die Veranstaltung hinaus weiter und trägt dazu bei, aktuelle Forschungsergebnisse international sichtbar zu machen.
Mit der Ausrichtung der POEM-Konferenz konnte die PH Heidelberg ihre internationale Sichtbarkeit im Bereich der frühen mathematischen Bildung weiter stärken. Gleichzeitig hat die Tagung wichtige Impulse für Forschung, Nachwuchsförderung und Lehrkräftebildung gesetzt. Ein besonderer Dank gilt dem Rektorat der Pädagogischen Hochschule Heidelberg für die Unterstützung durch die Bereitstellung der Räume und der Infrastruktur.
[ka] Der erste Apfelbaum blühte dieses Jahr im Oberrhein nahe des Südschwarzwald. Schon am 19. März sichteten SWR-Hörer:innen bzw. -Zuschauer:innen geöffnete Knospen. „Das liegt eigentlich noch im kalendarischen Winter, das hatten wir bisher so noch nie“, sagt Wissenschaftsredakteur Uwe Gradwohl. Seit 20 Jahren sammelt der Südwestrundfunk Daten zur Apfelblüte, ein Forschungsteam des Instituts für Geographie und Geokommunikation der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wertet aus – und verfolgt fast „live“, wie sich Jahreszeiten verändern.
Verwundert ist Uwe Gradwohl darüber allerdings nicht, genauso wenig wie Prof. Dr. Alexander Siegmund: Seit die SWR-Wissenschaftsredaktion und Geographen der Pädagogischen Hochschule Heidelberg gemeinsam die Entwicklung der Apfelblüte erfassen, schiebt sie sich stetig weiter nach vorne. 6 Tage pro Jahrzehnt sind es seit Beginn der „Apfelblütenaktion“ im Jahr 2006. Anders gesagt: Die Bäume blühen heute durchschnittlich rund 12 Tage früher als vor 20 Jahren.
In der Regel beginnt die Apfelblüte im Südwesten Deutschlands und zieht pro Tag etwa 40 Kilometer Richtung Nordosten. Ab Mai breitet sie sich auch in den Hochlagen der Alpen und in Skandinavien aus. Auch das ging in die Datensammlung ein, denn längst reicht die „Fan-Gemeinde“ der Apfelblütenaktion über Deutschlands Grenzen. Unter den rund 4000 Meldungen jährlich kommen auch Apfelblüten-Sichtungen aus Schweden, Österreich, der Schweiz, Spanien und sogar Portugal. „Der nördlichste Baum stand in Finnland“, erzählt Siegmund, „er blühte Mitte Juni im Garten eines deutschen Auswanderers.“
Geographie visualisiert Blühzeiten
Zusammengetragen werden die Sichtungen von Freiwilligen, jeder kann am Citizen Science-Projekt teilnehmen: In ein Online-Formular auf der SWR-Website werden unter anderem Datum, Standort, Apfelsorte und der Entwicklungsstand der Blüte eingetragen und optimalerweise ein Beweisfoto hochgeladen. Verarbeitet werden die Daten bislang vom Team der „Research Group for Earth Observation (rgeo)” am Institut für Geographie und Geokommunikation der PHHD. Nachdem das rgeo-Team über viele Jahre die Methodik zur Datenvisualisierung entwickelt und umgesetzt hat, erfolgt nun der Transfer in die SWR-Wissenschaftsredaktion – diese wertet die Daten auf Basis der von der PHHD geleisteten Pionierarbeit künftig selbst aus.
„Wir haben in den vergangenen Jahren täglich Daten bearbeitet, auch am Wochenende“, erzählt Dana Graulich. Ihr Kollege Julian Stolz zeigt, wie diese formatiert und in ein Geographisches Informationssystem (GIS) eingespeist werden. So erhalten sie einen „Raumbezug“ und die Verbreitung der Apfelblüte als Kennzeichen des Frühlings-Einzugs lässt sich auf einer Deutschlandkarte visualisieren. Gelbe Flächen stehen für eine frühe Sichtung, je dunkler das Grün, desto später die Blüte.
Die SWR-Redaktion wiederum berichtet regelmäßig dazu, unter anderem auch im „Wetter vor Acht“ und den Wetternachrichten der Tagesthemen, und macht die Ergebnisse öffentlich zugänglich. Auf der SWR-Seite der „Apfelblütenaktion“ wird der Trend der frühen Blüte mit Grafiken sichtbar. Die Beobachtungen decken sich mit der jährlichen Erfassung durch den Deutschen Wetterdienst und auch mit allgemeinen Erkenntnissen zur Verschiebung der Jahreszeiten.
Welche Folgen hat die Verschiebung?
Man habe Apfelbäume für die Aktion ausgewählt, weil sie weit verbreitet seien, sagt Siegmund. „Zudem gilt die Apfelblüte in der Phänologie, der Wissenschaft von jährlich wiederkehrenden beobachtbaren Vorgängen in der Natur, als Beginn des Vollfrühlings.“ Dass sie nun früher auftrete klinge erstmal unproblematisch, so der Geograph. „Aber wenn damit die ganze Vegetation früher voranschreitet, kann das weitgreifende Folgen haben.“
So lässt sich beispielsweise schwer abschätzen, ob die Verschiebung auch das Gleichgewicht zwischen bestimmten Bestäuber-Insekten und „ihren“ Pflanzen beeinflusst. Oder wie stark Obstblüten frühjahrstypischen Kälteeinbrüchen ausgesetzt sind, wenn sie durch den Klimawandel im Durchschnitt früher blühen. Erfrieren sie, wird das für die Obstbauern zum Problem: „Vor einigen Jahren musste das Bodenseegebiet wegen des Ernteausfalls zum Katastrophengebiet erklärt werden“, erzählt Siegmund. „So konnte das Land die Bauern finanziell unterstützen.“
Den Umweltforschern Julian Stolz und Nils Schorndorf fallen noch einige (Forschungs)fragen ein, die sich mit dem Datenschatz bearbeiten ließen, der hier zusammengetragen wurde – immerhin rund 30.000 Datenpunkte. Das sei richtig wertvoll, „ein Traum für einen Wissenschaftler“, sagt Stolz. „Damit könnte man sich noch intensiv beschäftigen.“
Interessant könnte beispielsweise sein, ob die Verschiebung mit der Grünlandtemperatur korreliert, einem Wert aus der Agrarmeteorologie, der Aufschluss darüber gibt, wann Wälder grün werden und die Feldarbeit beginnen kann. Oder ob sich der letzte Frost mit der gleichen Geschwindigkeit nach vorne verschiebt wie der Beginn der Blüte. Und welche Zukunftsprognosen lassen sich aus den Beobachtungen für die Apfelbäume ableiten?
In dem Thema steckt noch einiges, ist sich auch Institutsleiter Siegmund sicher. „Wir werden weiter dazu forschen und dazu sicher auch weiter mit dem SWR kooperieren.“
Das Projekt
Die „Apfelblütenaktion“ wurde von 2006 bis 2026 gemeinsam von der Research Group for Earth Observation (rgeo) des Instituts für Geographie und Geokommunikation an der PHHD und dem Südwestdeutschen Rundfunk (SWR) durchgeführt. In dem Citizen Science-Projekt melden Freiwillige über ein Online-Formular blühende Apfelbäume. Die daraus erarbeiteten Karten und Grafiken geben Aufschluss über den Witterungsverlauf in Deutschland und zeigen erste Trends auf, die mit den Mustern des Klimawandels übereinstimmen zu scheinen.
Alle Daten zur Apfelblütenaktion 2026:
[ka] Künstliche Intelligenz kann den Physik-Unterricht bereichern, wenn sie gezielt und strukturiert eingesetzt wird. Prof. Dr. Patrik Vogt von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg war an der Entwicklung eines didaktischen Konzepts beteiligt, das generative KI in physikalische Lernprozesse einbettet. Gleichzeitig stärkt es die Eigenaktivität der Schüler:innen und trainiert den kritischen Umgang mit KI. Das Lernmodell AIRIS (AI-Augmented Inquiry with Responsible, Informed Self-Regulation) wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jochen Kuhn und Dr. Stefan Küchemann von der LMU München sowie David Rakestraw vom Lawrence Livermore National Laboratory (Kalifornien, USA) entwickelt und im Fachmagazin Physik Journal publiziert.
Generative KI im Unterricht birgt Chancen wie Herausforderungen: Kommt sie zu früh oder zu häufig ins Spiel, kann sie kritisches Denken und Gedächtnisbildung beeinträchtigen. Gezielt eingesetzt, könne sie sich jedoch positiv auf die Lernleistung auswirken, sagt Patrik Vogt, Professor für Physik und ihre Didaktik an der PHHD. Die Forscher basierten ihren Ansatz deshalb auf aktuellen Erkenntnissen der Lehr-Lern-Forschung und dem Konzept des „Forschenden Lernens“: Lernende entwickeln eigene Fragen, führen Experimente durch und reflektieren ihre Ergebnisse.
Auch bei AIRIS sind Schüler:innen gefordert, ihr Vorgehen zu planen, KI bewusst einzusetzen und kritisch zu hinterfragen, bevor sie am Ende ihre Schlussfolgerungen ziehen. Man verfolge den Ansatz einer „menschenzentrierten KI-Unterstützung“, sagt Vogt, bei der KI nicht Entscheidungen abnehme, sondern Lernprozesse transparent und nachvollziehbar unterstütze.
Experimente mit dem Smartphone
Dabei nutzen Schüler:innen die Sensoren ihrer eigenen Smartphones als mobile „Mini-Labore“, um beispielsweise physikalische Parameter zu bestimmen, akustische Signale zu messen oder Bewegungsuntersuchungen durchzuführen. Etwa in einem Fahrstuhl-Experiment im Londoner Wolkenkratzer „Shard“, bei dem während der Abwärtsfahrt von der 34. Etage per Smartphone die Beschleunigung als Funktion der Zeit aufgezeichnet wird.
In Phase 1 des AIRIS-Konzepts (kognitive Aktivierung) setzen sich die Schüler:innen zuerst damit auseinander, welche Bewegungsphasen zu erwarten sind und wie sich dies in Diagrammen darstellen lässt. In Phase 2 (Inquiry - Untersuchung) bereiten sie die KI mit entsprechenden Prompts auf das Experiment vor und lassen dann die Geschwindigkeit messen und darstellen. In Phase 3 (Reflexion) interpretieren sie schließlich die Daten: Die Ergebnisse sollen mit den eigenen Vorstellungen verglichen, auf physikalische Plausibilität überprüft und bei Bedarf präzisiert oder korrigiert werden.
Menschenzentrierte Anwendung von KI
Werde generative KI so strukturiert im Unterricht genutzt, eröffne sie didaktische Chancen, sagen die Autoren. „Schüler:innen lernen unter anderem, die Annahmen von KI-Antworten zu reflektieren und bewusst zwischen eigener Leistung und KI-Unterstützung zu unterscheiden.“ KI-Nutzung, die hingegen nur konsumiere ohne eigene Überlegungen anzustellen, könne zu kognitiver Passivität führen.
„Ein zukunftsfähiger Physikunterricht erfordert nicht nur fachspezifisches Wissen, sondern auch KI-Kompetenzen von Lernenden wie Lehrkräften“, so Vogt. Voraussetzung sei, dass Lehrkräfte mit den entsprechenden didaktischen Kompetenzen und grundlegendem Wissen über die Funktionsweise und Grenzen generativer Modelle ausgestattet seien. Unabdingbar sei auch ein Bewusstsein für Risiken im Umgang mit KI: Mögliche Fehlinformationen, algorithmische Verzerrungen und vor allem ethische Fragen, was den Datenschutz betreffe. „Wesentliches Merkmal einer menschenzentrierten Integration von KI ist, die Datensouveränität zu sichern. Gerade bei Kindern und Jugendlichen müssen Lehrkräfte wissen, welche Daten erhoben und gespeichert werden und ob es datensparsamere Alternativen gibt.“
Das Konzept wollen die Forscher nun mit empirischen Studien im Unterricht überprüfen und langfristig auch auf andere MINT-Fächer übertragen.
[ka] Dolmetschende übersetzen nicht nur in eine andere Sprache, sie tragen auch Verantwortung: Wer zwischen zwei Parteien dolmetscht, ist die Schnittstelle für Dialog genauso wie für potenzielle Missverständnisse. Was braucht es für einen bewussten, professionellen Umgang mit dieser Verantwortung? Themen wie diese beschäftigen auch die Disziplin des Gebärdensprachdolmetschens. Prof. Dr. Uta Benner, Professorin für Gebärdendolmetschen an der PHHD, lädt deshalb zu einer Tagung ein, bei der die künftige Entwicklung der Disziplin diskutiert wird - gemeinsam mit Prof. Dr. Okan Kubus, Studiengangsleitung Gebärdensprachdolmetschen der Hochschule Magdeburg-Stendal.
Die VolkswagenStiftung fördert die Veranstaltung Ende Juli im Rahmen ihres Formats „Scoping Workshop“: Bei solchen „Arbeitstreffen“ nehmen Wissenschaftler:innen eine Standortbestimmung für ihr Fachgebiet vor und erarbeiten Zukunftsperspektiven. Die Profession des Gebärdensprachdolmetschens sei nun in diese Phase gekommen, findet Benner.
Seit 2002 ist die Deutsche Gebärdensprache (DGS) in Deutschland anerkannt, auch besteht seitdem ein rechtlicher Anspruch auf kommunikative Teilhabe durch Dolmetschende. „Studiengänge wurden eingerichtet, es ist eine Struktur entstanden und der Berufsstand hat sich stark professionalisiert“, sagt die Wissenschaftlerin. Doch dabei sei ein Spannungsfeld entstanden zwischen der berufspolitischen Verantwortung der Dolmetschenden und Empowerment-Bewegungen innerhalb der Gebärdensprachgemeinschaften. Zudem komme es auf verschiedenen Ebenen zu struktureller Benachteiligung und Ungleichheiten: Dolmetschende haben aus sprachlichen und organisatorischen Gründen wie auch durch ihre Dolmetschkompetenz eine machtvolle Position.
Und so treffen sich in Hannover, im Tagungszentrum der Stiftung, internationale Forschende wie Vertreter:innen der Gebärdensprachgemeinschaften, um „Kritische Ansätze im Bereich Gebärdensprachdolmetschen“ zu erarbeiten. Mit der Methode „Appreciative Inquiry“ (wertschätzendes Erkunden) sollen Impulse gesammelt werden, die den Beruf im Sinne aller Beteiligten weiterentwickeln - das Ganze übrigens durchgehend in DGS und International Sign (IS), mit Verdolmetschung zwischen den Sprachen.
Themen sind unter anderem die Schwachstellen und Potenziale des Gebärdensprachdolmetschens, der Umgang mit Machtverhältnissen, das kritische Hinterfragen des bisherigen Ausbildungssystems und der Bezug zu den Communities. Am Ende soll ein Positionspapier erarbeitet werden, das Gebärdensprachgemeinschaften und der Scientific Community, aber auch Akteur:innen aus Wissenschaftspolitik und -förderung zur Verfügung steht, wie Benner sagt. „Es wird in Form eines Videos in Gebärdensprachen erscheinen, aber selbstverständlich mit Übersetzung in Schriftsprache.“
Das Projekt
Mit dem Förderformat „Scoping Workshops“ möchte die VolkswagenStiftung zur Reflexion und Weiterentwicklung von Forschungsgebieten und -communities beitragen. Der Workshop „Kritische Ansätze im Bereich Gebärdensprachdolmetschen“ findet vom 29. -31. Juli 2026 in Hannover statt, neben der bereitgestellten Infrastruktur werden Reise- und Sachmittelkosten gefördert.
Mehr zum Bachelor Gebärdensprachdolmetschen unter
[hop] Vernetzen, lernen, forschen – LinkedIn ist die professionelle Visitenkarte im digitalen Raum, und das gilt mittlerweile auch für Hochschulen, die Wissenschaft und die Verwaltung. 18 Millionen Menschen nutzen das soziale Netzwerk, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, um Kontakte zu knüpfen und um sich auf beruflicher Ebene auszutauschen. Im 90-minütigen Online-Crashkurs am 10. Juli von 14 bis 15:30 Uhr lernen Sie die Grundfunktionen von LinkedIn kennen und bekommen ein Gefühl für das soziale Netzwerk.
Ein spezieller Fokus liegt aber auch in Ihrem Profil auf LinkedIn: Sie erhalten praxisnahe Tipps, um zeitsparend und professionell Ihr eigenes LinkedIn-Profil mit einer klaren Message anzulegen.
Der Online-Workshop findet online via Zoom statt und wird von Transfermanager Max Wetterauer durchgeführt. Herzlich eingeladen sind nicht nur Mitarbeitende und Studierende der PH Heidelberg, sondern auch alle Interessierten! Der Workshop ist auf 20 Teilnehmende begrenzt. Eine Anmeldung ist notwendig: Hier geht es zum Anmeldelink (bitte verlinken:
[red] Schon zum zweiten Mal war eine Schüler:innen- und Lehrkräftegruppe der Deutschen Schule Quito zu Gast an der Hochschule. Als langjährige Kooperationsschule des Zentrums für schulpraktische Studien (ZfS) bietet sie Studierenden herausragende Möglichkeiten, ihre schulpraktischen Kompetenzen in einem interkulturellen Umfeld weiterzuentwickeln. Ein besonderes Highlight für die 23 Schüler:innen war das herzliche Wiedersehen mit ehemaligen ISP-Studierenden, die erst im Februar 2026 ihr Semesterpraktikum an der Deutschen Schule Quito absolviert hatten.
Während ihres Besuchs erhielten die Gäste Einblick in Studium und Hochschulleben: Sie besuchten eine Vorlesung im Fach Deutsch, schauten Studierenden im Chemiepraktikum über die Schulter und lernten die neuen Labore im C-Bau kennen. Die Schüler:innen waren begeistert von den vielfältigen Studienmöglichkeiten und den praxisnahen Einblicken in das Studium an der PH Heidelberg. Schulleiter Gerd Obermayer zeigte sich zudem von der modernen Ausstattung der Labore beeindruckt. Beim gemeinsamen Mittagessen in der Mensa bot sich Gelegenheit zum persönlichen Austausch zwischen den Gästen, Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule.
Im Austausch mit Prorektorin Marita Friesen und der Leitung des ZfS wurden Perspektiven für die Weiterentwicklung der langjährigen Kooperation erörtert. Dabei standen insbesondere Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit auf fachdidaktischer Ebene sowie neue Ansätze für die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften aus Ecuador im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurden Perspektiven für Studierende des Lehramts Sonderpädagogik ausgelotet, da die Deutsche Schule Quito einen zunehmenden Bedarf in der sonderpädagogischen Förderung ihrer Schüler:innen sieht. Auch für das kommende Jahr wurde ein Besuch wieder fest vereinbart.
[velo] Der Hochschulrat der Pädagogischen Hochschule Heidelberg hat Dr. Jens Foell als neues Mitglied gewonnen. Das Gremium begleitet die PHHD in strategischen Grundsatzfragen, berät das Rektorat bei der Weiterentwicklung des Hochschulprofils und übernimmt eine wichtige Aufsichtsfunktion an der Schnittstelle zwischen Hochschule, Wissenschaft und Gesellschaft.
Der promovierte Neuropsychologe Foell bringt hierfür eine breit gefächerte wissenschaftliche und kommunikative Expertise mit. Er absolvierte sein Psychologiestudium an der Universität Tübingen sowie an der University of Massachusetts. Seine Promotion erfolgte am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, wo er sich intensiv mit dem Zusammenhang von Gehirn und Erleben beschäftigte.
Als Postdoc war Foell sowohl in Deutschland als auch in den USA tätig. Seit 2020 arbeitet er ausschließlich in der Wissenschaftskommunikation und ist Teil des maiLab-Teams bei ZDFneo. Darüber hinaus ist er als Sachbuchautor, Kolumnist für „ZDFheute“, Podcaster, TEDx-Speaker sowie als Redakteur und Drehbuchautor aktiv. Sein Sachbuch „Foellig nerdiges Wissen“ erreichte die Bestsellerliste des Spiegel. Zudem ist er als freier Dozent für die NaWik gGmbH tätig, die vom Karlsruher Institut für Technologie und der Klaus Tschira Stiftung getragen wird. Für seine Arbeiten im Rahmen der Wissenschaftssendung „maiLab“ bzw. „Maithink X“ wurde er zudem 2026 als Teil des Teams mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.
Mit dieser Kombination aus wissenschaftlicher Forschung, Medienerfahrung und ausgeprägter Vermittlungskompetenz ergänzt Dr. Jens Foell den Hochschulrat der PHHD um eine Perspektive, die insbesondere die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und gesellschaftlicher Wirkung stärkt. Sein Credo dabei: „Wissenschaft, die nicht klar vermittelt und gelehrt wird, arbeitet an der Gesellschaft vorbei.“
Auch bei den internen Mitgliedern gab es personelle Veränderungen: Neu im Hochschulrat sind Dr. Carolyn Blume, Professorin am Institut für Fremdsprachen, sowie Dr. Melanie Kuhn, Professorin am Institut für Erziehungswissenschaft. Sie folgen auf Dr. Marita Friesen, Prorektorin sowie Professorin am Institut für Mathematik und Informatik, und Mario Urlass, Professor am Institut für Kunst, Musik und Medien. Die studentische Perspektive wird zukünftig durch Ann-Cathrin Müller vertreten; sie folgt auf Marlene Hummel.
Weitere Informationen finden Sie unter
[hop] Seit im Jahr 2023 der Gesundheitsnotstand der Coronapandemie offiziell beendet wurde und auch in Deutschland die letzten Pandemiemaßnahmen ausgelaufen sind, scheint die Maske aus dem Alltag verschwunden zu sein. Doch was bleibt, ist mehr als nur die Erinnerung an ein Stück Stoff. Es bleibt ein Fallbeispiel, das mitten hinein führt in ein Spannungsfeld von Politik, Technik und Gesellschaft. Dieses Buch von PH-Politikwissenschaftler Dr. Christian Mühleis lädt dazu ein, Masken als politisches Werkzeug zu verstehen.
Das Buch, das in der Reihe „Diskurs Bildung“ in der Schriftenreihe der Pädagogischen Hochschule Heidelberg als Band 68 erschienen ist, legt die Ungewissheitsbedingungen von Politik offen. Es wirbt am Beispiel der Coronamaske dafür, dass gesellschaftliche Auseinandersetzungen über Ansprüche und Widersprüche an politischen Entscheidungen Teil unserer Demokratie sind und nicht ihr Problem darstellen.
Christian Mühleis: Die Maske als Werkzeug. Zur soziotechnischen Politik der Coronapandemie in Schule und Gesellschaft, 2026, 194 Seiten, 30 Euro, ISBN 978-3-86809-213-4.
[red] Philipp Hill ist neuer Geschäftsführer des Annelie-Wellensiek-Zentrums für Inklusive Bildung (AW-ZIB) der Hochschule. Er ist Teil des Leitungsteams zusammen mit den Professorinnen Dr. Vera Heyl und Dr. Karin Terfloth. Als neuer Geschäftsführer liegt sein Fokus in der Entwicklung inklusiver Strukturen innerhalb des Teams. Auch Öffentlichkeitsarbeit sowie Budgetverantwortung für das Zentrum liegen im Aufgabenbereich des Geschäftsführers.
Das AW-ZIB begrüßt mit Philipp Hill einen erfahrenen Inklusionsberater. Er ergänzt das Zentrum insbesondere durch seine Expertise in der inklusiven Team- und Organisationsentwicklung.
Nach seinem Studium der Bildungswissenschaft mit Schwerpunkt Organisationsentwicklung war er zuletzt als Referent für kommunale und politische Bildung aktiv. Dort setzte er partizipative Methoden der Bildungsarbeit um, die auch für das AW-ZIB eine wichtige Rolle spielen. Ein Kernthema ist die strategische Umsetzung von Barrierefreiheit. So entwickelte er mit dem heiSKILLS Kompetenz- und Sprachenzentrum der Universität Heidelberg einen frei verfügbaren Onlinekurs mit Impulsen für die barrierefreie Hochschullehre.
Durch sein Engagement als Sprecher der AG Inklusion des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement ist er zudem bundesweit mit Akteuren aus Zivilgesellschaft und Politik vernetzt.
Seine Erfahrungen als Inklusionsberater und engagierter Mensch mit Sehbehinderung bringt er ab Juni 2026 in das Team des AW-ZIB ein. Als persönlichen Anstoß für die Arbeit als Geschäftsführer am AW-ZIB betont Philipp Hill: „Das inklusive Miteinander am Zentrum lebt davon, dass sich alle Mitarbeitenden mit ihren eigenen Fähigkeiten einbringen. Indem wir einander unterstützen und ergänzen können wir mehr erreichen. Mit einer klaren Sprache möchte ich diese intensive Zusammenarbeit fortführen. Inklusive Bildung bedeutet für mich miteinander und voneinander lernen. Es geht nicht nur darum, die „richtigen“ Antworten zu kennen, sondern darum, gute Fragen zu stellen und neugierig zu bleiben. Ich möchte neugierig machen auf ein inklusives Miteinander hier an der Hochschule und überall. Damit Inklusion noch selbstverständlicher wird.“
Im Rahmen des BNE-Colloquiums stellte Silke Bell vom BNE-Zentrum Heidelberg am 12. Mai den Orientierungsrahmen Globale Entwicklung vor. Er ist ein zentrales Dokument zur Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) unter globaler Perspektive im schulischen Kontext. Im Mittelpunkt stand insbesondere die im vergangenen Jahr erschienene dritte Auflage des Orientierungsrahmens, die ihren Fokus auf die gymnasiale Oberstufe richtet.
Vorgestellt wurden die verschiedenen Funktionen des Orientierungsrahmens – als Orientierung für Unterrichtsgestaltung, Grundlage für Lehrpläne und Schulbücher sowie als Impulsgeber für die Entwicklung pädagogischer Materialien und Fortbildungsangebote.
Silke Bell führte dazu aus: “Für die Neuauflage von 2025 wurden in einem umfangreichen, breit partizipativ angelegten Arbeitsprozess für alle Unterrichtsfächer der gymnasialen Oberstufe Themenvorschläge und Praxisbeiträge erarbeitet sowie die allgemeinen Kapitel grundlegend neu verfasst. Durch die Perspektivenvielfalt und vielfältige Expertise der beteiligten Akteur:innen aus Fachwissenschaften und -didaktiken, der Schulpraxis und der Zivilgesellschaft zeigt der Orientierungsrahmen, wie breit schulische BNE und die Berücksichtigung einer globalen Perspektive auch im Fachunterricht gedacht und gelebt werden kann.”
Neben einer Einführung in den Aufbau des Orientierungsrahmens wurden zentrale Inhalte diskutiert: das Leitbild nachhaltiger Entwicklung, die Lebensrealität heutiger Lernender, das Zusammenspiel von Digitalisierung und BNE sowie das zugrunde liegende Kompetenzmodell. Auch die Fachkapitel mit ihren Themenvorschlägen, Unterrichtsskizzen und konkreten Unterrichtsbeispielen wurden näher betrachtet. Hierfür erarbeiteten sich die Teilnehmenden jeweils in Teilgruppen einen Abschnitt ihrer Wahl.
Durch gemeinsame Arbeitsphasen erhielten die Teilnehmenden zudem Einblicke, wie BNE aus globaler Perspektive in Schulentwicklung und Fachunterricht integriert werden kann. Die Veranstaltung bot damit nicht nur eine Einführung in den Orientierungsrahmen, sondern zugleich Raum für einen kritischen Austausch und praktische Auseinandersetzung mit seinen Anwendungsmöglichkeiten.
[velo] Wie vielfältig die Natur direkt vor unserer Haustür ist, zeigt ein aktueller Beitrag des SWR über den Ökogarten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Anlass war der landesweite Tag der Artenvielfalt, den der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg ins Leben gerufen hat, um für Biodiversität und Artenkenntnis zu sensibilisieren. Im mehrfach ausgezeichneten Ökogarten lernen Schüler:innen, Studierende und Bürger:innen, heimische Pflanzen und ihre Bedeutung für Insekten und andere Tiere neu zu entdecken.
Der außerschulische Lernort verbindet Naturschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung und praxisnahes Lernen auf besondere Weise. Zu den Gästen der Veranstaltung am Sonntag, 14. Juni 2026 zählten Theresia Bauer, Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg a.D. und Schirmherrin des Tags der Artenvielfalt 2026, sowie Raoul Schmidt-Lamontain, Heidelbergs Bürgermeister für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität.
Wer den Ökogarten selbst erleben möchte, hatte dazu am
[red] Vom 15. bis 17. Juni 2026 fand die 9. Doktorierendentagung der Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Luzern im Seminar-Hotel Rigi in Weggis statt. Insgesamt wirkten 32 Personen mit, davon zehn Professor:innen, 17 Doktorierende, fünf Postdoktorierende/Workshopleitende. Die Tagung hat sich für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Betreuungspersonen der beteiligten Hochschulen als wichtiger Anlass etabliert.
Seit 2018 richten die beiden Hochschulen jährlich eine Doktorierendentagung aus, organisiert von Andrea Maria Schmid und Priska Aregger unter der Leitung von Prof. Dr. Dorothee Brovelli, Prof. Dr. Markus Wilhelm und Prof. Dr. Stefanie Rinaldi (PH Luzern) sowie Prof. Dr. Markus Rehm und Prof. Dr. Hendrik Lohse-Bossenz (PH Heidelberg bzw. Universität Greifswald).
Auch in diesem Jahr bot die dreitägige Beratungskonferenz in Weggis einen inspirierenden Rahmen für einen intensiven wissenschaftlichen Austausch zwischen Nachwuchsforschenden und erfahrenen Expert:innen unterschiedlicher Disziplinen. Die Teilnehmenden – von Doktorierenden am Beginn ihrer Promotion bis hin zu Forschenden in fortgeschrittenen Promotionsphasen – präsentierten ihre empirischen Forschungsprojekte in einem interdisziplinären Umfeld und diskutierten diese. Im Mittelpunkt standen dabei der fachliche Austausch sowie eine fundierte methodische Beratung.
Ergänzt wurde die Veranstaltung durch ein vielseitiges Angebot an Workshops und individuellen Beratungsmöglichkeiten zu qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden, überfachlichen Forschungskompetenzen sowie Fragen der wissenschaftlichen Laufbahnplanung. Dadurch entstand ein Raum mit akademischen und sozialen Aspekten, der sowohl vertiefte fachliche Diskussionen als auch die methodische Weiterentwicklung der Teilnehmenden förderte.
„Bei der Planung der Doktorierendentagung legen wir Wert darauf, ein ausgewogenes Programm zu gestalten, das Vorträge, Beratungen und den informellen Austausch miteinander verbindet“, sagten Priska Aregger und Andrea M. Schmid von der Geschäftsstelle Forschung und Entwicklung der PH Luzern. „Neben der fachlichen Diskussion schaffen wir bewusst Zeit und Raum für Begegnungen, spontane Gespräche und die Vernetzung der Teilnehmenden. Gerade diese Kombination aus wissenschaftlicher Vertiefung und kollegialem Miteinander macht die besondere Atmosphäre der Tagung aus. Unser Ziel ist es, ein von gegenseitigem Lernen geprägtes Umfeld zu schaffen, in dem sich Nachwuchsforschende – mit Unterstützung von Professor:innen und Postdoktorierenden – fachlich wie persönlich weiterentwickeln können.“
Die Tagung richtet sich an alle Doktorierenden der PH Luzern sowie an Nachwuchsforschende des Graduiertenkollegs EFFORT (Empirisch-Fachdidaktische Forschung & Transfer: Heidelberg–Luzern) der PHHD und ihre Betreuungspersonen. Sie hat sich als Instrument der Nachwuchsförderung etabliert und trägt wesentlich zur Qualitätssicherung sowie zur nationalen und internationalen Vernetzung in der bildungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Forschung bei.
„Die Förderung des akademischen Nachwuchses ist ein zentrales strategisches Anliegen der PH Luzern und ein wichtiger Baustein für die stetige Weiterentwicklung unserer berufsfeldbezogenen Bildungsforschung", sagte Prof. Dr. Dorothee Brovelli, Prorektorin Forschung und Entwicklung der PH Luzern. „Die enge Zusammenarbeit mit der PHHD im Rahmen des Graduiertenkollegs EFFORT schafft ein international vernetztes Forschungsumfeld, das den wissenschaftlichen Austausch über institutionelle und nationale Grenzen hinweg stärkt. Formate wie die Doktorierendentagung bieten Nachwuchsforschenden wertvolle Möglichkeiten, ihre Projekte zu diskutieren, methodische Kompetenzen weiterzuentwickeln und wissenschaftliche Netzwerke aufzubauen. Die finanzielle Unterstützung durch swissuniversities im Rahmen der projektgebundenen Beiträge (PgB) leistete dabei einen entscheidenden Beitrag, um attraktive und qualitativ hochwertige Promotionsbedingungen zu gewährleisten. Sie ermöglichte es, innovative Förderangebote langfristig zu etablieren und die internationale Kooperation weiter auszubauen.“
Graduiertenkolleg EFFORT
Das strukturierte, binationale Graduiertenkolleg EFFORT der PH Luzern und PH Heidelberg wird im Gebiet der Fachdidaktik Natur, Mensch, Gesellschaft durch das Programm Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (2025–2028) „TP2: Kooperationen zwischen Schweizer Fach- und Pädagogischen Hochschulen und promotionsberechtigte Hochschulen in der Schweiz und im Ausland im Bereich des Doktorats“ der projektgebundenen Beiträge (PgB) von swissuniversities gefördert.
[red] Ein Löschflugzeug, ein Biberdamm und sauberes Trinkwasser haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Für etwa 130 Kinder aus 15 Kitas schon. Sie erforschten in den vergangenen Monaten, wie Wasser unsere Welt prägt und entwickelten eigene Erfindungen rund ums Wasser. Die Ergebnisse präsentierten sie beim Kindergartenwettbewerb der Forscherstation, einem engen langjährigen Kooperationspartner der PHHD, im Rahmen von Explore Science Mannheim.
Wasserräder drehten sich, selbstgebaute Filteranlagen reinigten Regenwasser, Wassertransportwege wurden erschlossen und Wassertürme untersucht. Mit viel Ausdauer und Neugierde haben die Kinder aus drei Bundesländern das Wettbewerbsthema „Wasser: Quelle der Ideen und Erfindungen“ erforscht. Ausgangspunkt waren dabei oft ganz konkrete Fragen: Woher kommt unser Trinkwasser? Wie lässt sich Regenwasser reinigen? Wie fließt Wasser und wo versickert es? Was schwimmt im Wasser? Und lässt sich Wasser eigentlich mit anderen Flüssigkeiten mischen? Die Kinder gingen ihren Beobachtungen, Fragen und Vermutungen durch eigenes Ausprobieren nach und fanden ihre ganz eigenen Antworten.
„Am meisten beeindruckt hat mich, dass hinter jedem Projekt eine Kinderfrage stand“, sagt Ingrid Dreier von der Forscherstation. „Die Kinder haben nicht nur Fragen gestellt, sondern selbst nach Antworten gesucht.“ Auch Maike Baumann, die den Wettbewerb verantwortet, sieht darin die besondere Stärke der Projekte: „Kinder merken sehr genau, ob Erwachsene ihnen wirklich zuhören. In den Wettbewerbsprojekten sieht man, was passiert, wenn das gelingt: Aus Neugierde wird eine Frage und daraus ein wochenlanges Ausprobieren und Tüfteln. Das ist für mich gelebte Partizipation.“
Die prämierten Einrichtungen überzeugten durch genau diese authentische Herangehensweise und den hohen Grad an Eigenbeteiligung der Kinder. Der 1. Platz ging an das Kinderhaus Sentapark, Mannheim, für die Wassermaschine mit Wasserrädern, die Lampe mit Wasserradantrieb, den Flaschentaucher und das Flüssigkeiten-Nicht-Misch-Gerät. Die Kinder erkundeten Erfindungen rund ums Wasser von der Schleuse bis zur Dampfmaschine und vereinten gleich mehrere Entdeckungen in ihrem Ausstellungsstück.
Der 2. Platz ging an die Espira Kinderbetreuung, Heidelberg, für den „Wasseraufzug“. Ausgehend vom sinnlichen Erforschen von Wasser und seinen Eigenschaften fragten die „Forscherameisen“, ob Wasser Dinge bewegen kann, und bauten ihren eigenen Wasseraufzug.
Auf den 3. Platz hat es die Kindertagesstätte Albertino, Jockgrim, mit dem Wasserrad mit Luftdruck geschafft. Die Kinder bauten Wasserräder und Wasserbahnen, testeten ihre Erfindungen am Bach und dokumentierten das Projekt, indem jedes Kind seine Ideen und Beobachtungen selbst einsprach.
Weitere ausgezeichnete Projekte waren Staudämme aus Milchkartons, ein Löschflugzeug und ein ausgeklügeltes Rohrleitungsmodell.
Annelie Beller, Fachliche Leiterin der Forscherstation, hebt die Bedeutung der Projekte hervor: „Frühe naturwissenschaftliche Bildung beginnt nicht mit Antworten, sondern mit Fragen, und Wasser stellt Kindern von selbst unendlich viele davon. Die diesjährigen Einreichungen zeigen eindrucksvoll, wie gut es gelingen kann, diese Neugier aufzugreifen und in echte Forschungsprozesse zu verwandeln: mit Offenheit, Kreativität und dem aufrichtigen Interesse der Fachkräfte an dem, was Kinder bewegt.“
Der Wettbewerb ist Teil der MINT-Erlebnistage Explore Science, die jedes Jahr von der Klaus Tschira Stiftung im Mannheimer Herzogenriedpark veranstaltet werden. 2026 feiert ExploreScience sein 20-jähriges Jubiläum. Seit 2006 weckt die Veranstaltungsreihe bei Kindern und Jugendlichen Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT).
Die ausgezeichneten Einrichtungen freuen sich über Preisgelder zwischen 100 und 500 Euro. Darüber hinaus erhalten alle teilnehmenden Kitas Forschermaterial, mit dem sie gemeinsam mit den Kindern weiter in die Welt der Naturwissenschaften eintauchen können.
Hintergrund: Über die Forscherstation
Die Forscherstation, Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung gGmbH mit Sitz in Heidelberg, wird von der Klaus Tschira Stiftung getragen. Ihr Ziel ist es, pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus Krippe, Kita und Grundschule für Naturwissenschaften zu begeistern und zu befähigen, damit sie gemeinsam mit Kindern die Welt entdecken. Dafür setzt die Forscherstation auf berufsbegleitende Fortbildungen, die Bereitstellung geeigneter Experimentierideen, praxisbezogene Forschung sowie die Qualifizierung wissenschaftlichen Nachwuchses. Dabei arbeitet die Forscherstation eng mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zusammen. Mehr Informationen, auch zum diesjährigen Thema, und das aktuelle Programm finden Sie unter www.forscherstation.de