| EN
news_on!


Prorektorin Prof. Dr. Marita Friesen im Gespräch

[ka]  Seit Oktober als Prorektorin im Amt: Prof. Dr. Marita Friesen spricht über ihre neuen Aufgaben und darüber, was die Ressorts Forschung und Internationales attraktiv macht. 
Wenn Sie auf Ihre ersten Monate als Prorektorin für Forschung und Internationales im Amt zurückblicken – was hat Sie überrascht?
Marita Friesen: Die vielfältigen Aufgaben eines Rektorats. Selbst als Professorin hat man wenig Einblick, wie viele Entscheidungen und Prozesse hier zusammenlaufen. Den Blick „hinter die Kulissen“ finde ich faszinierend und erkenntnisreich.

Und welches Thema haben Sie als Erstes angepackt?
Man bringt idealistische Vorstellungen mit, wofür man sich einsetzen möchte. Und dann bekommt man erstmal eine Mappe mit To Do’s, in die man sich einfinden muss – ich bin ja nicht von Null gestartet, sondern habe laufende Geschäfte übernommen. Ein Thema war beispielsweise gerade die Überarbeitung der Promotionsordnung. Auch stehen unter anderem die Weiterentwicklung der Forschungsbewertung und des Forschung-Datenmanagements an.

Veränderungen sind oft nicht so einfach und schnell umzusetzen, wie es von außen wirkt. Umso mehr schätze ich die Zusammenarbeit mit dem tollen Rektoratsteam und den Teams in meinen Ressorts Forschung und Internationales, beides wunderbare Ressorts für mich.

Inwiefern liegen Ihnen gerade diese beiden Ressorts?
Die Forschung im internationalen Kontext ist mir vertraut, die Mathematik-Didaktik ist sehr international aufgestellt. Ich arbeite in entsprechenden Gremien mit und leite beispielsweise in der Europäischen Forschungsgemeinschaft die Arbeitsgruppe „Teacher Education and Professional Development“, genau unser Thema an der PHHD. Als Prorektorin für Internationales und Forschung finde ich es sehr wichtig, auch im Amt selbst weiter zu forschen und internationale Netzwerke zu leben, sonst bleibt alles graue Theorie.

Lassen Sie uns einen Blick auf den Bereich „Forschung“ werfen: Wo sehen Sie hier noch Entwicklungspotenzial?
Es ist mir wichtig, dass wir den „Forschungsservice“ der PHHD weiter ausbauen. Vom Early Career Researcher bis zur Professur: Wir brauchen für jede Karrierestufe einer akademischen Laufbahn spezifische Beratungs- und Unterstützungsangebote. Das beginnt mit Workshops für Masteranden und Promovierende und geht bis zur Drittmittel-Beratung für Professor:innen.

Die Hochschule bietet hier bereits einiges an, beispielsweise finanzielle Förderungen für Tagungen und Konferenzen, das oder die Maßnahmen der - hier schätze ich sehr die Erfahrung von Nicole Flindt und ihrem Team. Dennoch gehen uns gerade an den Übergängen Leute verloren, sei es beim Einstieg in die Promotion oder von der wichtigen Post-Doc-Phase bis zur Professur. Das möchten wir verbessern und auch noch mehr an unseren Schnittstellen in die Verwaltung arbeiten. Forschende sollen feste Ansprechpartner:innen haben, wenn sie bestimmte Informationen benötigen.

Insgesamt wünsche ich mir mehr Aufmerksamkeit für unsere Forschung. Pädagogische Hochschulen identifizieren sich leichter mit Lehre oder Theorie-Praxis-Schnittstellen als mit exzellenter Forschung – dabei bringen doch gerade sie die Forschung in den Fachdidaktiken, die Unterrichts- und Lehrerbildungsforschung nach vorne. Es darf noch sichtbarer werden, wie viel Expertise die PHHD hier zu bieten hat.

Wie soll sich der Bereich „Internationalisierung“ nach Ihrer Amtszeit verändert haben?
Wir sind an der Hochschule gut aufgestellt, Henrike Schön und ihr Team vom haben über viele Jahre sehr gute Arbeit geleistet. Doch man weiß, dass beispielsweise gerade Lehramtsstudierende zögerlicher ins Ausland gehen als andere Studierende. Ich sehe es als unsere Aufgabe, hier immer wieder die Vorteile eines Auslandsaufenthalts aufzuzeigen. 
Möglichst viele Lehramtsstudierende sollten Auslandserfahrung sammeln – für ihre persönliche Entwicklung und als künftige Lehrkräfte und Multiplikator:innen. Sie gewinnen dabei Offenheit, Toleranz, einen Blick für Vielfalt und können das über viele Jahre weitergeben. Umgekehrt wünsche ich mir, dass unsere internationalen Gäste noch stärker in das akademische Leben vor Ort eingebunden sind und internationale Studierende mehr mit unseren Studierenden zusammenkommen.

Mein Ziel ist, Internationales und Forschung systematischer zu verbinden: Wir haben viele internationale Forschungsprojekte und die Kolleg:innen pflegen internationale Netzwerke. Die Idee ist, dies gezielt zu strategischen Hochschulpartnerschaften auszubauen, mit Austausch auf verschiedenen Ebenen.

Sie sind Professorin, Prorektorin, geschäftsführende Direktorin der HSE und unter anderem 2. Vorsitzende der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik – wie kriegen Sie Ihre unterschiedlichen Funktionen unter einen Hut?
Den Balance-Akt lernt man über die Jahre, das hat sich ja langsam aufgebaut. Es erfordert Koordination, ergibt aber auch tolle Synergieeffekte. Durch die vielfältigen Einblicke lernt man, wie Prozesse funktionieren, wo sich Ansprechpersonen finden oder wie man Netzwerke schafft, und kann dies dann wieder in die verschiedenen Bereiche zurückspielen. Ich finde es bereichernd, mit vielen Menschen und Gremien in Kontakt zu kommen. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass an allen Stellen, an denen ich tätig bin, traumhafte Teams arbeiten, das mache ich auf keinen Fall alleine.

Auch im Rektorat sind Sie in ein Team eingebunden – wie darf man sich die Zusammenarbeit vorstellen und was ist Ihnen dabei wichtig?
Wir sind ständig in Kontakt. Als „kollegiales“ Rektorat arbeiten wir ressortübergreifend zusammen an Themen und beraten vieles gemeinsam – für das höhere Ziel, die Hochschule voranzubringen. Ich schätze diese gegenseitige Unterstützung sehr. Wichtig finde ich Transparenz und gute Kommunikationsprozesse. Wir treffen viele Entscheidungen, da müssen die betroffenen Personen und Abteilungen im Haus gut eingebunden sein. Es ist unsere Verantwortung, Entscheidungen gut zu begründen und zu kommunizieren.

Bei welchen Herausforderungen im Prorektorinnen-Amt ist die Mathematikerin in Ihnen hilfreich?
Situationen schnell zu erfassen und zu analysieren, Wichtiges zu priorisieren und Probleme zu lösen, das ist auch der Kern der Mathematik. Im Alltag läuft es ja nicht lehrbuchmäßig ab, sondern man trifft immer wieder Einzelfall-Entscheidungen und muss die Konsequenzen abschätzen. Aber Fallunterscheidungen sind in der Mathematik auch wichtig – insofern ist das alles hilfreich (lacht).

Was machen Sie, wenn Sie den Kopf mal richtig frei kriegen wollen?
Ich gehe gerne raus in die Natur, aber das Wichtigste ist für mich Lesen. Ich kann keinen Tag verbringen, ohne ein Buch in die Hand zu nehmen und brauche die „Geschichten“ zum Abschalten: Zuletzt habe ich „Liebe in Zeiten des Hasses“ von Florian Illies sehr geschätzt. Meine Lieblingsbücher lese ich immer mehrfach. Insbesondere die deutschen und englischen Klassiker, oder auch Krimiklassiker von Agatha Christie und Arthur Conan Doyle.

In Anlehnung an das Interviewformat einer bekannten Wochenzeitung: Und sonst so?
Wir sollten uns nicht im täglichen Klein-Klein verlieren, sondern das große Ganze im Blick behalten, wofür wir an der PH Heidelberg angetreten sind, nämlich für gute Bildung.

Wir leben in Umbruchzeiten, und was wir täglich in den Nachrichten sehen, beschäftigt auch Schüler:innen und alle, die in der Bildung tätig sind. Deshalb müssen wir Lehrkräfte so ausbilden, dass sie gestärkt in die Gesellschaft und ihren Berufsalltag gehen. Wir sind gefordert, Querschnittskompetenzen (sogenannte Future Literacies) wie Demokratiebildung, kritische Medienbildung oder Bildung für Nachhaltige Entwicklung noch stärker zu implementieren. Als Hochschule brauchen wir eine klare Haltung und sollten gleichzeitig einen Diskussionsraum bieten: Wo, wenn nicht an einer Hochschule, sollen gesellschaftliche Fragen mit jungen Menschen besprochen, verhandelt und diskutiert werden.

Zur Person
Marita Friesen studierte Mathematik, Geographie und Englisch für das Realschul-Lehramt an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sowie „Modern Language and Area Studies“ an der University of Northumbria at Newcastle upon Tyne. Zusätzlich schloss sie in ihren Fächern den Magisterstudiengang Fachdidaktik an der PHHD ab. Sie unterrichtete acht Jahre an der Realschule Boxberg. Promoviert wurde sie an der PH Ludwigsburg und ab 2019 war sie als Juniorprofessorin an der PH Freiburg tätig. 

2022 wurde sie auf die heiEDUCATION-Professur für Didaktik im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich an der PHHD und der Heidelberg School of Education (HSE) berufen. Seit April 2024 leitet sie die HSE als Geschäftsführende Direktorin seitens der PHHD und im Oktober 2025 wurde sie zur gewählt.


Hannah Muth (links) und Chiara Dold

[red] Wissenschaftler:innen stehen vor vielfältigen Herausforderungen und bewegen sich im Spannungsfeld von Forschung, Lehre und akademischer Selbstverwaltung. Ein starker Leistungs- und Wettbewerbsdruck, hohe Arbeitslast und oft unsichere Perspektiven können zu Stresserleben und Erschöpfung führen – oder sogar dazu, das Wissenschaftssystem zu verlassen. Dabei nehmen gerade Professor:innen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung einer gesunden Hochschule ein, denn sie prägen stark institutionelle Strukturen, Arbeitskultur und Entscheidungsprozesse mit.

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg will nun mit einem Forschungsprojekt Belastungen im Hochschulalltag identifizieren und ihnen entgegenwirken: In „PHeelGood@Science“ wird partizipativ erarbeitet, was für mehr Gesundheit und Arbeitszufriedenheit an der PHHD getan werden kann. Eine gesundheitsförderliche Hochschule wünschen sich die Initiator:innen des Projekts, mit einer Kultur, in der alle Hochschulangehörigen aufeinander achten und gegenseitig positiven Einfluss ausüben.

Chiara Dold (Hochschulisches Gesundheitsmanagement), Prof. Dr. Katja Schneider und Prof. Dr. Jens Bucksch (Direktorium des Heidelberger Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung, HD:ZPG) sowie Koordinatorin Hannah Muth sehen großes Potenzial darin, gezielt wissenschaftliche Mitarbeiter:innen und Professor:innen in den Fokus zu nehmen. Beide Gruppen hätten nicht nur Einfluss auf ihr eigenes Wohlbefinden, sondern auch auf die Arbeits- und Studienbedingungen von Promovierenden, Verwaltungsbeschäftigten und Studierenden, begründet Jens Bucksch. Katja Schneider ist überzeugt: „Diese zentralen Akteur:innen gesundheitsförderlich zu stärken, kann nachhaltig das psychosoziale Klima und die Zusammenarbeit im gesamten Hochschulalltag verbessern.“

Alle, die sich beteiligen möchten, sind von Beginn an in den Prozess eingebunden. In einer Forschungsgemeinschaft legen die Beteiligten Fragestellungen und Methodik fest. Sie entwickeln aus den Ergebnissen zielgerichtete Lösungsstrategien und konkrete, realisierbare Maßnahmen, deren Umsetzung von PHeelGood koordiniert wird. Dies könnte beispielsweise die Optimierung von Routinen im Hochschulalltag betreffen, etwa die Frage, wie viel Stress durch administrative Abläufe entsteht und ob gemeinsam Vereinfachungen erarbeitet werden können.

Fachlich wird der Prozess von Prof. Dr. Petra Wihofszky und ihrer Mitarbeiterin Verena Hoppe von der Hochschule Esslingen begleitet. Die Wissenschaftlerin gelte als ausgewiesene Expertin für partizipative Gesundheitsforschung, sagt Chiara Dold. „Als externe Begleiterin stellt sie eine unvoreingenommene Erhebung sicher und schafft Raum und Sicherheit für ko-kreative Prozesse.“ So soll es möglich werden, passgenaue und praxisnahe Maßnahmen zur Gesundheitsförderung auszuarbeiten. Projektkoordinatorin Hannah Muth lädt zum Mitmachen ein: „PHeelGood@Science lebt von Beteiligung. Ich freue mich, wenn Professor:innen und wissenschaftliche Mitarbeitende sich bei mir melden, um den Forschungs- und Entwicklungsprozess aktiv mitzugestalten.“

Das Projekt
PHeelGood@Science ist im Januar 2026 als zweijähriges Projekt gestartet und wird von der Techniker Krankenkasse gefördert. Erfolgreich eingeworben wurde es von Chiara Dold aus dem Hochschulischen Gesundheitsmanagement PHeelGood. Das Projekt ist beim Heidelberger Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung verortet, das von Prof. Dr. Jens Bucksch (Prävention und Gesundheitsförderung) und Prof. Dr. Katja Schneider (Alltagskultur und Gesundheit) geleitet wird. Ansprechpartnerin ist Koordinatorin Hannah Muth.


Zu sehen sind Schüler:innen von hinten auf dem Pausenhof

[red] Wie kann Demokratiebildung im Schulalltag wirksam gestaltet werden? Welche neuen Perspektiven liefern aktuelle Forschung und Praxis für die Lehrer:innenbildung? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer offenen, dialogorientierten Book-Release-Veranstaltung am 5. Mai um 18:00 Uhr im Innenhof des Altbaus der Pädagogischen Hochschule.

Im Kalenderjahr 2026 erscheinen in der Schriftenreihe der PHHD drei neue Publikationen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Demokratiebildung befassen: 

  • Der Sammelband The Shift towards Maturity. Mündigkeit/Myndighed in the Context of (Teacher) Education (hrsg. von Dennis Dietz, Matthias Heil und Stine Kaplan Jørgensen) beleuchtet Mündigkeit als zentrales Konzept der Lehrkräftebildung im Kontext aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen.
  • Christian Mühleis’ Monografie Die Maske als Werkzeug nimmt die Coronapandemie zum Anlass, demokratische Aushandlungsprozesse unter Bedingungen von Unsicherheit zu analysieren.
  • Der Band Demokratiebildung – Internationale Perspektiven aus Schule und Hochschule (hrsg. von Karl-Heinz Dammer und Henrike Schön) versammelt Beiträge aus Forschung und Praxis und eröffnet vergleichende Einblicke in globale Ansätze demokratischer Bildung. 

Als Vertreter:innen der jeweiligen Buchprojekte stellen Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, Dr. Matthias Heil und Dr. Christian Mühleis zentrale Gedanken ihrer Arbeiten vor. In einem von Dr. Daniel Vetter moderierten Podiumsgespräch diskutieren sie anschließend über aktuelle Herausforderungen, Chancen und Impulse für demokratisches Lernen in Schule und Lehrer:innenbildung.

Die Veranstaltung verbindet kurze Einblicke in neue Publikationen mit einer offenen Gesprächsatmosphäre. Studierende, Lehramtsanwärter:innen, Lehrkräfte, Hochschulangehörige und weitere Interessierte sind eingeladen, mitzudiskutieren, Fragen einzubringen und neue Anregungen für die eigene Bildungs- und Unterrichtspraxis mitzunehmen.

Die Teilnehmenden erhalten einen kompakten Einblick in aktuelle Debatten der Demokratiebildung, Impulse für Schule und Unterricht sowie die Gelegenheit zum persönlichen Austausch in entspannter Atmosphäre.

Die Veranstaltung wird ausgebracht vom Beirat der Schriftenreihe „" der PHHD und unterstützt von der Heidelberg School of Education. Bei schlechtem Wetter findet sie im Seminarraum 123 statt.


Das Foto zeigt eine Bühne vor der viele Kinder sitzen.

[velo] Die Pädagogische Hochschule Heidelberg und der Rhein-Neckar-Kreis bauen ihre Zusammenarbeit im Bereich kulturelle Bildung weiter aus. Ein erstes sichtbares Ergebnis dieser erweiterten Kooperation war eine Lesung an der Carl-Theodor-Schule in Schwetzingen. Vor rund 150 Schüler:innen stellte die Illustratorin Michèle Fischels ihre preisgekrönte Graphic Novel "Outline" vor. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Karin Vach, Professorin für Deutsche Sprache und Literatur sowie Rektorin der Pädagogischen Hochschule Heidelberg; ermöglicht hatte die Lesung der Landkreis. 

Das Gespräch zwischen Fischels und Vach markierte den Auftakt für eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von RNK und PHHD, die darauf abzielt, Autor:innen direkt in die Schulen der Region zu bringen. Ziel ist es, den Schüler:innen neue Perspektiven zu eröffnen, unterschiedliche Lebenswege sichtbar zu machen und Raum zu schaffen, sich mit eigenen Fragen auseinanderzusetzen. 

Im Zentrum der aktuellen Lesung stand zum einen das Buch selbst: "Outline", das 2024 mit dem Luchs des Jahres ausgezeichnet wurde, beschäftigt sich mit dem letzten Schuljahr vor dem Abitur. Es geht um Aufbruchsstimmung und Orientierungslosigkeit. Um Beziehungen und Freundschaften. Und die große Frage: Wie geht es eigentlich nach der Schule weiter? 
Illustratorin Fischels sprach zudem offen über ihre eigene Schulzeit und darüber, wie eine Lehrerin sie entscheidend ermutigte, ihren künstlerischen Weg weiterzugehen. Gerade dieser Moment zeigte, warum entsprechende Formate für Schüler:innen wichtig sind: Geschichten – seien sie fiktiv oder autobiographisch – können Orientierung bieten, ohne einfache Antworten zu liefern.

Am Ende blieb eine Veranstaltung, die weniger klassische Lesung war als vielmehr ein Gespräch über Kunst, Entscheidungen und das Erwachsenwerden. Und die junge Menschen dazu ermutigte, ihren eigenen Weg – auch jenseits geradliniger Lebensläufe – selbstbewusst zu gestalten. Die PHHD und der RNK planen daher bereits die nächste Lesungen.


Zu sehen ist eine Person, die auf dem Innenhof der PH Heidelberg einen Flyer des Festival Contre Le Racisme in die Kamera hält.

[red]  Der campusblog gewährt wieder authentische Einblicke ins Hochschulleben und den Schulalltag: Alumnus Jan, der als Schulsozialarbeiter tätig ist, berichtet, wie Kinderschutz an Schulen umgesetzt werden kann. Gesundheitsmanagerin Chiara informiert über das „festival contre le rassisme“, das auch an der PHHD stattfindet. Diese und weitere Themen finden sich auf . Unter „Kontakt“ sind Infos für diejenigen aufgeführt, die einen Beitrag einreichen möchten. 




Das Foto zeigt zwei Personen, welche an einem Tisch gegenüber sitzen.

Das Student Service Center (SSC) ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen und Anliegen rund ums Studium an der PH Heidelberg. Die geschulten studentischen Mitarbeiter:innen beantworten individuelle Fragen und leiten bei Bedarf an die zuständigen Fachabteilungen wie das Studienbüro oder Prüfungsamt weiter. Im SSC können Abschlussarbeiten angemeldet, eingereicht und nach der Begutachtung abgeholt werden. Hier befindet sich auch das Fundbüro. Das SSC ist im Altbau, Erdgeschoss, Raum 012a (Keplerstraße 87).

Öffnungszeiten im Sommersemester 2026

  • SSC: Mo.-Do. 10:00–14:00 Uhr, Fr. 10:00–12:00 Uhr
  • Telefonische Auskunft unter 06221/477-555: Mo.–Do. 8:00–15:00 Uhr, Fr. 8:00–12:00 Uhr
  • Weitere Informationen zum Serviceangebot finden Sie unter

Offene Sprechstunden im SSC vor Ort:

  • NEU im SoSe 2026: Sprechstunde für Studierende mit Beeinträchtigungen: Mi. 10:00–12:00 Uhr
  • Die Tutorin der Beauftragten für die Belange von Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen Frau Hempel steht Studierenden aller Studiengänge für individuelle Fragen zur Verfügung. Es ist keine Voranmeldung erforderlich.
  • Sprechstunde zum Thema Stipendien & Studienfinanzierung: Mi. 12:00–14:00 Uhr
    Die Mitarbeiter:innen des SSC stehen den Studierenden der aller Studiengänge für individuelle Fragen rund um die Studienfinanzierung (Stipendien, BAFöG, HiWi-Jobs) zur Verfügung. Es ist keine Voranmeldung erforderlich.
  • Gemeinsame Sprechstunde des Prüfungsamtes und Studienbüros: Di. 10:00–12:30 Uhr
    Beratung zur Studienplanung und zum Prüfungswesen, ohne Anmeldung.
  • Vertiefende Sprechstunde der Zentralen Studienberatung: Mo. 10:00–13:30 Uhr und Di. 12:30–14:00 Uhr
    Offene Sprechstunde zu Studium, Bewerbung und Zulassungsvoraussetzungen, ohne Anmeldung. Weitere individuelle Termine (Mi. 14:00–16:00 Uhr) können telefonisch unter 06221/477-555 vereinbart werden.
  • Sprechstunde des Akademischen Auslandsamtes: Do. 10:00–12:00 Uhr
    Informationen zu Praktika und Studienaufenthalten im Ausland. Das Akademische Auslandsamt berät Studierende aller Studiengänge zu Fragen internationaler Studien- und Praktikumsmöglichkeiten. Ohne Anmeldung.
  • Sprechstunde des Zentrums für schulpraktische Studien: Fr. 11:00–12:00 Uhr
    Beratung zu schulpraktischen Fragen in lehramtsbezogenen Studiengängen, ohne Anmeldung.
  • Beratung für ein erfolgreiches Studium
    Individuelle Strategien für den Studienerfolg – bei Bedarf mit Verweis auf passende Angebote innerhalb und außerhalb der Hochschule. Anmeldung per E-Mail: Dr. Dalibor Cesak ().
  • Karriereberatung für PH-Studierende
    Termine: 21.5., 11.6., 25.6., 09.7., 23.7.2026, jeweils von 14:00–16:00 Uhr im SSC
    Stehen Sie kurz vor dem Abschluss und haben Fragen zu Karriereplanung und Arbeitsmarkt? Die Agentur für Arbeit bietet Ihnen Beratung direkt im SSC an. Ohne Anmeldung.

Text: Dalibor Cesak


Zwei Männer laufen im Flur der Pädagogischen Hochschule

Die Heidelberger Lehr:werkstatt bietet Lehramtsstudierenden die einzigartige Möglichkeit, ein ganzes Schuljahr lang im Tandem mit einer erfahrenen Lehrkraft aktiv den Schulalltag mitzugestalten – unter realen schulischen Bedingungen. In enger Zusammenarbeit lernen die Studierenden nicht nur, Unterricht zu beobachten, sondern auch selbst zu planen, zu erproben und kontinuierlich zu reflektieren. Ab dem Wintersemester 2026/2027 können PH-Studierende die Lehr:werkstatt als Alternative zum OSP und BFP wählen.

Auch für die beteiligten Lehrkräfte eröffnet das Tandem zusätzliche Freiräume: Gemeinsame Planung, der Austausch unterschiedlicher Perspektiven und Team-Teaching ermöglichen es, neue Methoden auszuprobieren und den Unterricht flexibel weiterzuentwickeln.

Die Lehr:werker:innen sammeln wertvolle Praxiserfahrungen und können sich mit ihren eigenen Ideen und Fragen im individuellen Tempo auf ihre spätere Berufspraxis vorbereiten. Lehr:werkmentor:innen und ihre Schulen erhalten engagierte Unterstützung von motivierten Studierenden. Gleichzeitig entsteht ein lebendiger Austausch zwischen Hochschule und Schule, der Theorie und Praxis enger miteinander verknüpft.

Die Heidelberger Lehr:werkstatt wird bereits seit mehreren Durchgängen für Studierende im Lehramt Gymnasium mit großem Erfolg durchgeführt. Für PH-Studierende im Sekundar-Lehramt wird die Lehr:werkstatt NEU ab dem Wintersemester 2026/27 angeboten und kann eine Alternative zum OSP und BFP darstellen (Plätze begrenzt). Zur Umsetzung der Lehr:werkstatt kooperiert die Heidelberg School of Education (HSE) mit dem Zentrum für schulpraktische Studien (ZfS). Diese Zusammenarbeit stärkt das gemeinsame Ziel, angehende Lehrkräfte praxisnah und im Dialog mit erfahrenen Lehrpersonen auf ihren Beruf vorzubereiten und neue Wege in der schulpraktischen Ausbildung zu ermöglichen. Interessierte PH-Studierende melden sich beim ZfS (prak-sek@ph-heidelberg.de).

Spannende Einblicke in die Lehrwerkstatt sind zu finden in dem Podcast "Tafelrunde" der HSE () und den Blog Fokus Lehrerbildung der HSE ().

Text: Isolde Rehm


Das Foto zeigt einen Drucker mit einer Hand.

[hop] In dieser Zoom-Infoveranstaltung am 11. Mai von 16:15 bis 17:45 Uhr werden studentische Hilfskräfte über arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen, ihre Rechte und Pflichten informiert. Dazu zählen die Themen Arbeitsvertrag, Lohn, Befristung, Urlaub, Krankheit und Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Es wird auch Zeit für Austausch geben. Hier der Link zur Veranstaltung von der GEW: .


Das Foto zeigt Modelle von Geschlechtsorganen.

[red] Schule ist und bleibt für Kinder und Jugendliche weiterhin einer der wichtigsten Lernorte zu sexueller Bildung. Das Seminar am 12./13. sowie 19./20. Juni gibt Impulse für die Entwicklung einer professionellen Grundhaltung der Studierenden zu Sexualität sowie sexueller Bildung. Es stellt zudem das Empowerment von Kindern und Jugendlichen zu Themen der sexuellen Selbstbestimmung in den Mittelpunkt. Dozentin Kaya Schilling ist Sexual-, Theater- und Sonderpädagogin.

Eine Teilnehmerin sagt zu dem Seminar: „Das Seminar war für mich sehr hilfreich und ich kann es nur weiterempfehlen. Angesichts der Relevanz der Thematik für den Schulalltag war der Besuch der Veranstaltung für meine Professionalisierung als zukünftige Lehrkraft wertvoll.“

Das Seminar findet am Freitag, 12. Juni und am Samstag, 13.06. Juni sowie am Freitag, 19. Juni und Samstag, 20. Juni statt. Die Zeiten sind freitags von 14:15 Uhr bis 19:15 Uhr und samstags von 10:00 bis 17:00 Uhr.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Studierenden der PH Heidelberg. Die Anmeldung erfolgt via StudIP.




Zu sehen sind Materialien zur Erkennung von Taubblindheit

[ka] Wie sich die Welt wohl anfühlt, wenn wir sie weder sehen noch hören können? Menschen mit Taubblindheit müssen sich ohne diese beiden wichtigen Sinne orientieren – etwa 10.000 leben in Deutschland mit dieser Art Beeinträchtigung, wird geschätzt. Genaue Zahlen zu Taubblindheit gibt es nicht, bislang existieren nicht einmal einheitliche Diagnoseverfahren, um die komplexe Beeinträchtigung festzustellen.

„Taubblindheit bedeutet nicht nur eingeschränkten Zugang zu Sehen und Hören. Sie verändert grundlegend, wie Menschen ihre Umwelt wahrnehmen, Bedeutungen bilden und sich mitteilen“, sagt Professorin Dr. Andrea Wanka von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (PHHD). Die Sonderpädagogin wurde 2018 Deutschlands erste Professorin für Taubblinden-/Hörsehbehindertenpädagogik und hat das Erweiterungsstudienfach für die Hochschule aufgebaut – ein bislang einzigartiges Angebot in Deutschland.

Sie bildet angehende Sonderpädagog:innen für die Arbeit mit betroffenen Menschen aus, forscht und berät auch Familien und Einrichtungen. Dabei stellt sie immer wieder fest, dass oft nicht erkannt wird, wenn taubblindheitsspezifische Unterstützung nötig ist. Ohne Diagnose gibt es wiederum keine passgenaue Beratung und Begleitung – und dies bei Menschen, die ohnehin oft isoliert leben und wenig wahrgenommen werden. In Folge blieben Entwicklungschancen und Bildungspotenziale unerkannt, sagt die Wissenschaftlerin.

Ein anderer Zugang zur Welt

Mit einem neuen Forschungsprojekt wollen Andrea Wanka, Amadea Hofstötter und ihre Kooperationspartner:innen nun die diagnostische Situation nachhaltig verbessern. „SinnVoll lernen“ wird von der Doris Leibinger Stiftung und der Stiftung taubblind unterstützt und hat sich vorgenommen eine „zentrale Versorgungslücke“ zu schließen. Das dreijährige Vorhaben baut auf langjährigen Vorarbeiten zum Screening von Hörsehbeeinträchtigungen und zur Kommunikation mit Betroffenen auf.

Denn Menschen mit Taubblindheit haben andere mentale Vorstellungen von der Welt und andere Kommunikationsformen, wie die Wissenschaftlerin erklärt. Sie verständigen sich oft über den Tastsinn, beispielsweise durch ganzkörperliche Gesten oder im konventionellen Bereich das Buchstabieren in die Handfläche (Lormen) oder taktile Gebärdensprachen, also das Fühlen von Gebärden.

Für ihre Umwelt sind sie schwerer „zu lesen“, schnell können Bedürfnisse und Kompetenzen missverstanden werden. Auch viele klassische Tests aus der Diagnose-Praxis funktionieren nicht, weil sie visuelle oder auditive Zugänge voraussetzen. Betroffene Kinder und Erwachsene wurden deshalb beispielsweise oft diagnostisch dem Autismus-Spektrum zugeordnet, obwohl ihr Thema der eingeschränkte Zugang zu Sinnesinformationen ist.

Ein Netzwerk für Diagnostik und Förderung

Ein Ziel des neuen Projekts ist deshalb ein standardisiertes Screeningverfahren für Taubblindheit / Hörsehbehinderung, das flächendeckend in Deutschland eingesetzt werden kann. Dafür entwickelt das PHHD-Team ein Screeningtool weiter, das es im Forschungsprojekt IKI-TAU (Identifizierung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung) etablierte. Einrichtungen bundesweit sollen mit „IKI-Tau-Koffern“ ausgestattet und Fachkräfte geschult werden.

Mit den standardisierten Testmaterialien könnten Expert:innen künftig frühzeitig Taubblindheit erkennen und dokumentieren. Um Forschung und Praxis gut zu verzahnen, kooperiert das Team eng mit spezialisierten Einrichtungen und der „Arbeitsgemeinschaft der Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung“ (AGTB). Langfristig könnte ein bundesweites Netzwerk spezialisierter Diagnostikzentren für Menschen mit Taubblindheit entstehen, so die Vision.

Ein verbessertes Screening und eine bessere Diagnostik werden auch fundierte Zahlen zu den betroffenen Menschen liefern, denn noch geht Wanka hier von einer großen Dunkelziffer aus. Familien wie  Fachkräfte könnten so besser beraten und begleitet werden. Zudem werde es so einfacher, gesellschaftlich und politisch dafür zu sensibilisieren, was für Folgen unerkannte Sinnesbeeinträchtigungen hätten, sagt Andrea Wanka.

Als weitere Projektziele stellt sie sich die Entwicklung von praxisnahen Leitlinien für Screening, Diagnostik und Förderung vor, die Anerkennung von TB/HS als eigenen sonderpädagogischen Förderschwerpunkt und auch die Stärkung von Forschung und Lehre in diesem Bereich. Letztlich geht es aber immer wieder um Bildungsgerechtigkeit: Kinder und Jugendliche mit Taubblindheit sollen eine echte Chance bekommen, sich zu entwickeln und ihre Potenziale zu entfalten. „Denn jedes Kind und somit auch diese Kinder haben ein Grundrecht auf Teilhabe, an Bildung wie auch an unserer Gesellschaft.“

Das Projekt
„SinnVoll lernen – Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Taubblindheit / Hörsehbehinderung verbessern“ ist im Januar 2026 als dreijähriges Projekt gestartet. Es wird von der Doris Leibinger Stiftung und der Stiftung taubblind gefördert. Die Pädagogische Hochschule Heidelberg (Prof. Dr. Andrea Wanka) kooperiert hier mit dem Oberlinhaus Potsdam, der Deutschen Blindenstudienansttalt e.V. (BLISTA) in Marburg, der Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn, der Bezirksregierung Köln und weiteren Partner:innen.


Zu sehen ist Elisabeth Schönhals im Podcast-Studio der PH Heidelberg.

[mw] Wenn es um die paritätische Besetzung unserer Professuren geht, steht die PH Heidelberg ziemlich gut da. Und trotzdem: Auf dem wissenschaftlichen Karriereweg vom Studium bis zur Professur verringert sich der Anteil von Frauen signifikant. Über die Gründe und Maßnahmen dagegen spricht Elisabeth Schönhals in der neuesten Folge des Forschungspodcasts Bildungsplausch. Sie arbeitet im Gleichstellungsbüro der Hochschule und betreut ein .

Im Gespräch betont Schönhals, dass es bei Gleichstellung nicht darum gehe, die Geschlechter gegeneinander auszuspielen. Vielmehr stehe eine ausgewogene Repräsentanz im Vordergrund. Und hier gibt es noch einiges zu tun, denn wegen der vielerorts prekären Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft wählen besonders Frauen häufig einen anderen Karriereweg: „In diese Phase fällt dann meist auch die Lebensphase der Familiengründung“, sagt Schönhals. „Und das ist gesellschaftlich immer noch ungleich verteilt, sodass Frauen die meiste Care- und Sorgearbeit tragen.“

Die Zahlen machen diesen Trend greifbar: So nimmt der Frauenanteil in den höheren akademischen Karrierestufen stetig ab. Bei diesem Phänomen spricht man daher von einer leaky pipeline (dt. undichte Leitung). Das Förderprogramm PHÖNIX möchte dem etwas entgegensetzen.

Im Podcast spricht Elisabeth Schönhals über die verschiedenen Maßnahmenpakete von PHÖNIX: „Wir unterscheiden erstens zwischen den finanziellen, unterstützenden Maßnahmen, zweitens den begleitenden Maßnahmen und – drittens – den Kulturwandel, den wir in der Hochschule erreichen wollen.“

Hören Sie das gesamte Gespräch im Forschungspodcast Bildungsplausch unter und überall, wo es Podcasts gibt.


Zu sehen ist ein Junge von hinten an einem Geländer in einem Schulgebäude stehend

[ka] Immer häufiger wird bei Kindern Autismus diagnostiziert. Die Zahl der Schüler:innen aus dem Autismus-Spektrum sei in den vergangenen 20 Jahren gestiegen, in Deutschland wie auch international, sagt Prof. Dr. Stefanie Köb von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Mittlerweile sei dies auch im Unterrichts-Alltag wahrnehmbar, wie Schulen berichteten. Dieser Thematik will die Sonderpädagogin in einer neuen Studie auf den Grund gehen, zusammen mit ihrem Kollegen Dr. Robert Vrban.

Am Ende des zweijährigen Projekts soll eine fundierte Datengrundlage für Baden-Württemberg vorliegen – bislang gibt es kaum belastbare Daten dazu. Das Forschungsteam wird dabei Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) aller Förderschwerpunkte in den Blick nehmen. Ein Drittel aller Autismus-Diagnosen sei mit dem Zusatz „kognitive Beeinträchtigung“ verbunden, so Köb. Allerdings gebe es nicht nur an den SBBZ Gent (Geistige Entwicklung) Schüler:innen mit der Diagnose Autismus-Spektrum, sondern auch in allen anderen Fachrichtungen. „Für den schulischen Kontext ist die Kombination Autismus-Spektrum und besonderer Förderbedarf relevant, weil sie spezifische pädagogische Anforderungen mit sich bringt“, so Vrban.

In einer quantitativen Analyse werden die Forschenden erstmals systematisch erfassen, wie viele Schüler:innen im Autismus-Spektrum an SBBZ in Baden-Württemberg lernen. Um mögliche Entwicklungen sichtbar zu machen, werden diese Zahlen mit Daten aus den Schuljahren 2020/21 und 2025/26 verglichen. Im zweiten Projektteil geht es dann darum, welche Konsequenzen sich daraus für die schulische Praxis ergeben. Dafür wird das Team Interviews mit Lehrkräften verschiedener Fachrichtungen führen. „Wir wollen verstehen, welche pädagogischen Herausforderungen sie im Unterricht erleben und welche Strategien sich in der Praxis bewährt haben“, sagt Stefanie Köb.

So kann es beispielsweise hilfreich sein, für diese Schüler:innen klar strukturierte Lernumgebungen und verlässliche Routinen anzubieten oder die Kommunikationsformen individuell anzupassen. „Es zeichnet sich bereits ab, dass Schulen hier mehr Unterstützung brauchen, sei es durch Fortbildungen für Lehrkräfte oder mit didaktischen Materialien.“ Gerade für künftige Aus- und Fortbildungsangebote wolle man so eine fundierte Grundlage schaffen.

Warum die Anzahl der Diagnose überhaupt steigt, wird in der Wissenschaft diskutiert. „Ein Teil dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Autismus heute häufiger erkannt wird als früher“, sagt Köb. „Wir haben heute bessere diagnostische Verfahren.“ Die diagnostischen Kriterien seien erweitert worden und insgesamt seien die Medizin wie auch Bildungseinrichtungen stärker sensibilisiert. „Gleichzeitig fehlen für viele Bildungssysteme – und eben auch für Baden-Württemberg – noch genaue schulbezogene Daten, die diese Entwicklung genauer abbilden.“

Das Projekt
Die Studie zu „Schülerinnen und Schülern im Autismus Spektrum an Sonder- und Förderschulen“ (SIMAS) ist im Januar gestartet. Bis Ende 2028 erhebt sie systematisch die Anzahl der betroffenen Schüler:innen an den SBBZ Baden-Württembergs. Das Forschungsprojekt wird von der Stiftung Irene gefördert.


Das Foto zeigt Hände auf einer Laptoptastatur.

[red] Die Hochschulbibliothek bietet Ihnen Zugriff auf die Recherchedatenbank Education Abstracts. Eine Datenbank für alle Teilbereiche der Erziehungswissenschaften und Bildungsforschung. Diese enthält mehr als 1.850 Fachzeitschriften aus dem anglo-amerikanischen Raum, Europa und Asien. Sie stellt Indexierungen und Abstracts der Zeitschriften bereit, teilweise sind aber auch Volltexte verfügbar. In Education Abstracts können Sie thematisch nach Zeitschriftenartikeln suchen. Verschiedene Suchoptionen, wie Schlagwörter, erleichtern die Recherche und Filter ermöglichen eine gezielte Eingrenzung der Suchergebnisse. Zur Datenbank:  

Der Zugriff auf die Datenbank wird durch die Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Universität Erlangen-Nürnberg im Rahmen des Fachinformationsdienstes (FID) Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung ermöglicht. Der Zugriff ist vom 01.01.2026 bis zum 31.12.2026 möglich.




Das Foto zeigt zwei Kinder von hinten im Innenhof des Altbaus der PH HD.

[red] Rassismus im Klassenzimmer zeigt sich selten laut. Er steckt in einem übersehenen Kind bei der Gruppenarbeit, in einem unkommentierten Witz, in Schulbüchern, die manche Geschichten erzählen und andere nicht — und manchmal in unseren eigenen blinden Flecken. Dieser Workshop am 11.5. um 12:15 Uhr im Senatssaal (Raum 211) im Altbau der PH Heidelberg findet im Rahmen des Festival contre le racisme 2026 statt.

Der Workshop lädt angehende Lehrer:innen ein, genauer hinzuschauen - auf Strukturen, auf Kinder, und auf die eigene Praxis:

  • Wie erkenne ich Rassismus unter Kindern — und wie reagiere ich?
  • Welche Botschaften stecken in Lehrmaterialien und Schulbüchern?
  • Wer kommt in meinem Unterricht wirklich vor — und wer nicht?
  • Wie beeinflusst mein eigenes Verhalten, wer sich in meiner Klasse zugehörig fühlt?

Der Workshop verbindet kurze Inputs mit praktischen Übungen und persönlicher Reflexion. Ihr geht mit konkreten Werkzeugen nach Hause — und mit einem ersten Schritt, den ihr sofort umsetzen könnt. Eine ist notwendig; es stehen 25 Plätze zur Verfügung. 


Das Foto zeigt den Roboter Navel auf dem Fußboden.

[red] In diesem Online-Vortrag am 19.5. um 16:00 Uhr wird erörtert, wie Chatbots - konkret z. B. ChatGPT - Empathie überzeugend simulieren können und warum dies für (soziales) Lernen, Kommunikation und gesellschaftlichen Zusammenhalt von zentraler Bedeutung sein kann. Anhand aktueller Studien und Beispiele humanoider Roboter wird eruiert und diskutiert, ob bzw. inwiefern künstliche Empathie bildungsrelevant und prosozial bedeutsam ist. Der Vortrag lädt dazu ein, Chancen und Grenzen dieser Entwicklung kritisch zu reflektieren und neu über Bildung, insbesondere auch (inter-)religiöse Bildung im Zeitalter der KI nachzudenken. Weitere Informationen finden Sie
 


Das Foto zeigt eine Person, welche an einer Tafel schreibt.

[red] Was bedeutet es, gesellschaftlich relevante Herausforderungen wie Klimawandel, globale Ungleichheit oder Ressourcenverteilung im Unterricht pädagogisch fundiert zu thematisieren? Im Zentrum des Präsenzworkshops am 30.5. um 10:00 Uhr im HSE Digital Teaching and Learning Lab steht mit dem Konzept des Globalen Lernens ein Bildungsansatz, der Lernende dazu anregen will, komplexe globale Zusammenhänge zu erkennen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, ethisch zu bewerten und balancierte Haltungen zu entwickeln.

Der Workshop richtet sich an Lehramtsstudierende und Lehrkräfte aller Fächer und Schulformen, die sich mit der Frage auseinandersetzen möchten, wie Bildung auf gesellschaftliche Transformationen reagieren kann. 

Im Workshop führen wir in die Grundlagen des Globalen Lernens ein. Anhand konkreter Beispiele und methodischer Impulse diskutieren wir Prinzipien wie Multiperspektivität, Kontroversität und Zukunftsbezug. Gemeinsam reflektieren wir, welche Chancen und Herausforderungen sich für die eigene Unterrichtspraxis ergeben können. In der anschließenden Selbstlerneinheit setzen sich die Teilnehmenden anhand vielfältiger theoretischer und praktischer Anregungen auf Basis des eigens für den Workshop entwickelten Lernmaterials vertiefend mit unterschiedlichen Aspekten des Globalen Lernens auseinander.

Weitere Informationen zu Dozent:innen, Anrechnung und Anmeldung unter .


Das Foto zeigt zwei Kinder an einen Baum gelehnt.

[red] In diesem Präsenzworkshop mit Sprecherzieherin Kirstin Gerau am 10. Juni von 18:00 bis 19:30 Uhr in A 306 (Neubau) geht es darum, wie Zuhören in Gesprächssituationen ab Klasse 1 gefördert werden kann. Es wird erarbeitet, welche Unterschiede zwischen Hören, auditiver Wahrnehmung und Verarbeitung, Zuhören und Hörverstehen bestehen. Danach wird es speziell um das Zuhören im Kontext von mündlicher Kommunikation (v. a. Gespräche) gehen. 

In der Veranstaltung vom Fach Sprecherziehung wird außerdem aufgezeigt, welche Konzepte zur Zuhörförderung es aktuell gibt. Abschließend werden Zuhörübungen in Anlehnung an das Dialogische Lernen nach B. Thiel durchgeführt und gemeinsam weitere Möglichkeiten zur Anpassung an den Unterricht besprochen.

Weitere Auskünfte erteilt Andrea Brunner:




Ausschnitt des Buchcovers

[red] Zentrale Ausgangslage einer bedarfsgerechten Gestaltung von Unterricht und Förderplanung ist eine differenzierte Diagnostik. Die PHHD-Sonderpädagoginnen Dr. Frauke Janz und Prof. Dr. Stefanie Köb erläutern deren Grundlagen sowie vielfältige Fragen der Anwendung. Sie geben Hinweise zu diagnostischen Methoden und zu deren Umsetzung im sonderpädagogischen Schwerpunkt Geistige Entwicklung (SGE). 

Die einzelnen Kapitel behandeln unter Einbezug aktueller Verfahren die Themenbereiche Kognition, Deutsch, Mathematik, Sprache und Kommunikation, Auffälligkeiten im Verhalten und in der sozial-emotionalen Entwicklung, Diagnostik bei komplexer Behinderung sowie berufsbezogene Kompetenzen im Übergang Schule-Beruf jeweils theoretisch fundiert und praxisnah. 

Akademische Oberrätin Dr. Frauke Janz und Prof. Dr. Stefanie Köb arbeiten am Institut für Sonderpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Frauke Janz und Stefanie Köb: Diagnostik und Förderplanung. Sonderpädagogischer Schwerpunkt Geistige Entwicklung, Reihe: Schule und Unterricht bei intellektueller Beeinträchtigung, Kohlhammer 2026, 274 Seiten, 978-3-17-042144-8 (E-ISBN), 978-3-17-042143-1 (Print-ISBN),  




Das Foto zeigt eine Person von der Seite in einem Gespräch.

Im Blockseminar „Freizeit in sonderpädagogischen Handlungsfeldern“ stand die Freizeitgestaltung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung im Mittelpunkt. Die Studierenden setzten sich mit unterschiedlichen Handlungsfeldern auseinander: Etwa mit Freizeitangeboten im ambulanten Wohnen, in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Behindertenhilfe sowie mit der Förderung von Freizeitkompetenzen als Aufgabe von Lehrkräften. Cedric Rüter, Qualifizierungsteilnehmer zu Bildungsfachkraft am Annelie-Wellensiek-Zentrum für inklusive Bildung (AW-ZIB), berichtete von eigenen Erfahrungen.

Am ersten Blockwochenende des Seminars, das Noëmi Heister, Teilhabemanagerin am AW-ZIB, im Wintersemester 2025/2026 angeboten hatte, betrachteten die Studierenden das Thema Freizeit aus empirischer Perspektive. Dabei wurde deutlich, dass die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung in vielen Bereichen weiterhin eingeschränkt sind. Um diese empirischen Erkenntnisse mit gelebter Erfahrung zu verbinden, brachte Cedric Rüter, Teilnehmer der Qualifizierung zur Bildungsfachkraft am AW-ZIB, seine Perspektive ein und sprach über Faktoren, die eine inklusive Freizeit ermöglichen oder erschweren. 

Mehr erfahren:

Für Cedric Rüter war es ein besonderer Moment, da es sein erstes Bildungsangebot war, das er selbst mitgestaltete. Entsprechend groß war die Spannung, aber auch die Motivation. In dem Bildungsangebot berichtete der Qualifizierungsteilnehmer von seinen eigenen Erfahrungen. Er sprach über Freizeitangebote im Wohnkontext, über die Rolle von Freizeitassistenz und über die Bedeutung von Selbstbestimmung in der Freizeitgestaltung. Dabei wurde deutlich, wie stark Teilhabefaktoren – etwa Assistenz, finanzielle Möglichkeiten und Barrierefreiheit – beeinflussen, welche Freizeitaktivitäten tatsächlich möglich sind. 

Während des Seminars entstand schnell eine offene Gesprächsatmosphäre. Die Studierenden stellten Fragen und beteiligten sich aktiv am Austausch. Das empfand Cedric Rüter als große Unterstützung: „Die Studierenden haben auch Fragen gestellt, das war auch toll für mich und hat mir geholfen, weil ich dadurch leichter sprechen konnte. Beispielsweise haben sie auch viel zu meinem Wohnort gefragt.“

Eindrücke aus dem Seminar

Bei den Studierenden hinterließ das Bildungsangebot einen nachhaltigen Eindruck. Charlotte Nibbenhagen, teilnehmende Studentin, berichtet: „Es war total wertvoll, dass Herr Rüter seine Erfahrungen ehrlich und offen mit uns geteilt hat und wir durch seinen Besuch im Seminar eine Experten-Perspektive auf den Bereich Freizeit kennenlernen konnten.“

Eine weitere Studentin ergänzt: „Beim Erzählen über seine Erfahrungen im Bereich Freizeit habe ich Herrn Rüter als einen offenen, empathischen und freundlich lächelnden jungen Mann erlebt. Sein Interesse und Begeisterung für seine Hobbys wie Musik und Tennis spielen waren bei ihm deutlich zu spüren. Man merkte, dass er etwas, was seinem Interesse entspricht, gefunden hatte, was nicht immer so einfach für Menschen mit einer Beeinträchtigung ist. Es war schön zu hören, dass er positive Erfahrungen bei der Suche und auch bei der Teilnahme an diesen Aktivitäten machen konnte. Was ich noch heraushören konnte, so würde er noch an anderen Aktivitäten teilnehmen. Leider sind da einige Barrieren auf dem Weg, die noch zu bewältigen sind.“

Ausblick

Das Seminar zeigte, wie bereichernd die Verbindung von wissenschaftlichen Perspektiven und Erfahrungswissen sein kann. Cedric Rüters Beitrag ermöglichte den Studierenden einen direkten Einblick in persönliche Erfahrungen mit Freizeitgestaltung und machte zugleich deutlich, welche Barrieren der gleichberechtigten Teilhabe weiterhin im Weg stehen. Für Cedric Rüter war dieses erste Bildungsangebot ein wichtiger Schritt. Damit hat er nicht nur seine eigene Perspektive eingebracht, sondern auch einen Lernraum für alle Beteiligten eröffnet.

Text: AW-ZIB


Ausschnitt des Flyers

Der „Zappelphilipp“, die „Pferdemädchen“. Jungs tragen blau und Mädchen mögen rosa. Sätze wie diese reproduzieren Geschlechterzuschreibungen und Klischees im familiären Kontext, in den sozialen Medien und vor allem auch im Klassenzimmer. Gleichzeitig werden Fragen rund um Geschlecht und Bildung intensiv diskutiert. Antifeministische und queerfeindliche Positionen gewinnen an Zustimmung unter Jugendlichen und stellen pädagogische Fachkräfte vor neue Herausforderungen. Dabei zeigt sich: Das Merkmal Geschlecht ist wirkmächtig im Bildungssystem und beeinflusst Lernprozesse, Erwartungen und Bildungswege von Kindern.

Genau hier setzt die Veranstaltungsreihe „Gender.Macht.Bildung“ an: Sie zielt darauf ab, Geschlechtersensibilität zu fördern, die Reflexion eigener Haltungen anzuregen und geschlechtergerechtes Handeln als Teil pädagogischer Professionalität zu stärken.

Den Auftakt macht am 20.05.2026 der Online-Workshop von Katharina Debus: „Vielfalt stärken. Haltung zeigen“. Dabei werden Ziele und Ansätze geschlechterreflektierter Pädagogik vermittelt und deren Bedeutung für die schulische Praxis diskutiert. Außerdem werden Interventionen und präventive Maßnahmen im Umgang mit Antifeminismus und Queerfeindlichkeit beleuchtet.

Anmeldung zu den Veranstaltungen sowie weitere Infos:

Die Veranstaltung ist eine Maßnahme des PHÖNIX-Förderprogramms zur Unterstützung des Kulturwandels hin zu einer diversitäts- und geschlechtergerechten Hochschule.




Zu sehen ist die Gruppe um den polnischen Wissenschaftler

[red] Die Abteilung Geschichte hatte im April 2026 Dr. Przemysław Łukasik von der Universität der Kommission für Nationale Bildung (ehemals Pädagogische Hochschule) in Krakau (Polen) zu Gast. Bei einem Vortrag an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg präsentierte der polnische Wissenschaftler die bisherigen Ergebnisse eines internationalen Forschungsprojekts. In diesem untersucht er die Wahrnehmung des Russland-Ukraine-Krieges als Krisensituation in europäischer Perspektive am Beispiel der Länder Georgien, Polen und Italien. An den Vortrag, der im Beisein der Prorektorin für Forschung und Internationales Prof. Dr. Marita Friesen stattfand, schloss sich eine intensive Diskussion an.

Die Abteilungen für Geschichte der polnischen Universität und der PHHD verbindet seit vielen Jahren eine fruchtbare Zusammenarbeit. 2012 bis 2020 wurde eine trilaterale Kooperation vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert, an der die PHHD, der Universität Opole, später auch die Pädagogischen Hochschule Krakau in Polen und der Palacký-Universität im tschechischen Olomouc beteiligt waren. Darin arbeiteten die Partner-Institutionen die gemeinsame Historie der Länder auf.




Das Foto zeigt den Haupteingang des Altbaus der PH Heidelberg.

Podiumsdiskussion am 7.5.: Darf ich das sagen?:  

Ausstellung vom 13.5. bis 1.6.: 'Verbotene' Bücher lesen?: