Die sechs Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg richten ihre wissenschaftliche Weiterbildung künftig noch enger strategisch aus.
Pädagogische Hochschulen in Baden-Württemberg richten Wissenschaftliche Weiterbildung gemeinsam strategisch aus
Forschungsbasierte Weiterbildung ist eine wichtige Voraussetzung für die Innovationsfähigkeit unseres Landes. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass das Landeshochschulgesetz die baden-württembergischen Hochschulen in § 31 verpflichtet, wissenschaftliche Weiterbildung für Berufserfahrene anzubieten. Soweit die Theorie. Die Umsetzung steht allerdings - vor allem im Bildungsbereich - vor ganz besonderen Herausforderungen:
In Baden-Württemberg gibt es zum Beispiel keine Fortbildungspflicht für Lehrkräfte. Und die strategische Einbindung der lehrkräftebildenden Hochschulen in die Lehrkräftefortbildung ist aufgrund übergreifender Ressortzuständigkeit alles andere als selbstverständlich. Auch reicht ein bloßer Paragraf im Landeshochschulgesetz nicht, um all die rechtlichen Hürden zu überwinden, die es Hochschulen enorm erschweren, Weiterbildung mit eigenem Personal und zu erschwinglichen Konditionen anzubieten.
Die Motivation, diese Schwierigkeiten mit allen Beteiligten zu überwinden, ist bei den Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg höher denn je. Das wurde beim jährlichen Gipfeltreffen der Weiterbildung der sechs PHn am 22.6.2026 an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg erneut deutlich. Dort standen neben eher operativen Themen wie der gemeinsamen Vermarktung es neuen PH-übergreifenden Kontaktstudienangebots „Zukunftskompetenzen – die Welt von morgen mitgestalten“, das zum Wintersemester starten wird, vor allem strategische Themen auf der Tagesordnung.
Wie kann eine gemeinsame strategische Planung und partnerschaftliche Umsetzung von forschungsbasierten Weiterbildungsangeboten für Lehrkräften mit den beteiligten Ministerien effektiv in die Wege geleitet werden? Und wie können die PHen ihren Prioritäten für die Veränderung der der rechtlichen Rahmenbedingungen besser Nachdruck verleihen? Dazu wurde u.a. beschlossen, ein eigenes Gremium der an den sechs Pädagogischen Hochschulen für Weiterbildung verantwortlichen Rektoratsmitglieder ins Leben zu rufen, um den Austausch auf Rektoratsebene und eine bessere Anbindung der Weiterbildungsthemen an die LRK zu erreichen.
Darüber hinaus sollen die Anliegen in die Zusammenarbeit mit den anderen Hochschularten im Rahmen der Landesgruppe der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) und unter dem Dach von SÜDWISSEN eingebracht und dadurch verstärkt werden. Denn: Es ist an der Zeit, mit dem politisch gewünschten Einbringen der Weiterbildungsexpertise der Hochschulen endlich deutlich weiterzukommen!Auch darüber sind sich alle Anwesenden einig.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Kolleg:innen der PH Ludwigsburg; die bei dem heißem Wetter und hitzigen Diskussionen liebevoll für Erfrischung gesorgt haben.