Über das Projekt

Hintergrund

In Deutschland hat jeder Mensch das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Bei der Frage, wie die Teilhabe älterer Menschen mit und ohne Behinderung gelingen kann, wird in der öffentlichen Diskussion häufig auf den Einsatz neuer Technologien wie Sprachassistenzen – zum Beispiel von Amazon (Alexa) oder Apple (Siri) – oder auch die automatisierte Erkennung von Emotionen (Affective Computing) verwiesen.

Wissenschaftliche Studien, die die Auswirkungen dieser Systeme auf die Lebensqualität und Teilhabe bei älteren Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen untersuchen, gibt es bislang jedoch kaum.

Ein Team von Gerontologen, Sonderpädagogen, Psychologen und Soziologen der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Universität Heidelberg will nun erstmals den Einsatz entsprechender Systeme im Alltag älterer Personen wissenschaftlich untersuchen: "Denkbar ist zum Beispiel, dass KI-basierte Systeme zum Beispiel Menschen mit abnehmender Sehfähigkeit dadurch entlasten, dass Texte automatisch vorgelesen werden. Denkbar ist jedoch auch, dass neue Technologien alternde Menschen belasten, wenn sie zum Beispiel die Anwendung erst erlernen müssen", so die Forschenden.

Vorgehen

Im ersten Teil des Projekts wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst die persönlichen Erfahrungen, Interessen und Bedürfnisse älterer Menschen mit und ohne Behinderung sowie der Angehörigen und ggf. Betreuenden bzw. Pflegenden in Bezug auf KI-basierte Systeme erfassen und analysieren. Dadurch können Rahmenbedingungen und Anwendungsfelder der Systeme bei älteren Menschen besser abgeschätzt werden.

In vierwöchigen Feldstudien sollen dann die alltäglichen verbalen wie mimischen Interaktionen älterer Menschen mit einer KI-gestützten Sprachassistenz untersucht werden. Hierbei wollen sich die Forschenden auf Nutzungsschwierigkeiten und die Zusammenhänge zwischen persönlichen und umweltbezogenen Faktoren konzentrieren.

Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist zum einen in wissenschaftlichen Publikationen geplant und soll darüber hinaus ab Ende 2023 der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Förderung

Das Projekt wird für drei Jahre von der Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Forschungsprogramms "Verantwortliche Künstliche Intelligenz" gefördert.

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