Garten der Vielfalt - offizielles Projekt der Erhaltung der Biodiversität

Biodiversität von Blütenpflanzen und Insekten
Klatschmohn, Feinstrahl u.a. Blütenpflanzen bieten Insekten Nahrungsgrundlagen
Vielfalt im Garten - ökologisch wertvoll und ästhetisch ansprechend

Seit 25 Jahren wird das Gelände am Klausenpfad Heidelberg als Aktions- und Modellgelände zur Umweltbildung genutzt. Die Fläche von 5800 m² wurde der Hochschule von dem Land Baden-Württemberg bzw. einem kirchlichen Träger zur Pacht überlassen.

Seit seinem Bestehen werden im Ökogarten Bildungsanliegen verfolgt, die von einer Vernetzung ökologischer Fragen mit sozialen Aspekten menschlichen Handelns ausgehen. Der Ökogarten Heidelberg beteiligt sich seit Jahren am Prozess der Agenda 21 in Heidelberg. Er ist Mitglied des Rundes Tisches BNE Heidelberg, der sich im Rahmen der internationalen Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung formierte, sowie überregionaler Arbeitskreise, die sich für BNE engagieren. Der Ökogarten Heidelberg engagiert sich in besonderem Maße für die Erhaltung der Biodiversität. Modernes Artenwissen ist letztlich Kompetenz zur Gestaltung von Biotopen. Dies kann im Ökogarten geübt werden.

Verantwortliche

Das Gelände und die darauf stattfindenden Projektaktivitäten wurden bis 1999 im Rahmen verschiedener Forschungsvorhaben betreut. 1999 gelang es, eine langfristige Lösung zu etablieren. Anprechpartnerinnen sind Frau Prof. Dr. Lissy Jäkel (Leiterin des Gartens, Fakultät III, Dozentin im Fach Biologie) und Frau Dipl. Ing. agr. Barbara Dresel (Akademische Rätin in der Fakultät III, Fach Biologie) sowie Frau Dr. Ulrike Kiehne.

Der Garten bietet eine breite Vielfalt unterschiedlicher Biotope und sozialer Begegnungsräume mit Lernmöglichkeiten zur Gestaltung und Nutzung der belebten Umwelt durch uns Menschen. Waldartige Areale im hinteren schattigen Teil des Gartens ermöglichen das Erleben des jahreszeitlichen Wandels von dem Erblühen der Frühjahrsgeophyten bis zum schattigen Blätterdach im Sommer. In diesem Bereich wurde ein Sinnespfad installiert, der allerdings einer jährlichen Erneuerung bedarf. Wirtschaftlich genutzte Flächen wechseln sich ab mit Erholungsräumen oder Experimentierflächen. Honigbienen und Blütenpflanzen gehören ebenso zum Konzept der Vielfalt wie ein "Grünes Klassenzimmer" und ein Lehmbackofen, Kompostplätze, eine Streuobstwiese, Kräuterbeete oder kleine Teiche.

Die Verantwortlichen für den Garten betrachten es als ihre Aufgaben:

  • zu zeigen, wie Landschaftsgestaltung im städtischen Bereich funktionieren kann,
  • übergreifende Ansätze zu entwickeln, wie Gestaltungskompetenz nachhaltig gebildet werden kann,
  • Projektveranstaltungen für Studierende anzubieten, die Inhalte der Studienordnungen umsetzen,
  • ein Modellgelände für die Erprobung praktischer Umweltbildung mit Schülerinnen und Schülern bereitzustellen,
  • die Zusammenarbeit mit der Heidelberger Öffentlichkeit zu pflegen (z. B. mit Schulen, Heidelberger Kleingärtnern, der Stadtverwaltung und dem Agendabüro),
  • einen Lernort im Freien für Studierende verschiedener Fächer anzubieten (z.B. Erziehungswissenschaft, Sachunterricht, Biologie, Technik, Politikwissenschaft, Kunst u.a.), wo in angenehmer emotionaler Atmosphäre gelernt oder auch entspannt werden kann.

Diese Ziele ordnen sich ein in den Prozess der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Wir orientieren uns dabei an dem Modell der Gestaltungskompetenz nach Rost und De Haan. Gestaltungskompetenz meint die Fähigkeit und Bereitschaft, in einem komplexen System mit verschiedenen Handlungsmöglichkeiten solche auszuwählen, die das System in möglichst nachhaltiger Richtung verändern. Wir beziehen Gestaltungskompetenz auch auf den Umgang mit dem eigenen Körper, also auf Gesundheitsbildung.

Passgenaue Bildungsprogramme im Ökogarten

Streuobstwiesensaft
Erst werden die Äpfel zerkleinert, dann wird der Saft ausgepresst.

Die engagierten Tutorinnen und Tutoren passen das Bildungsprogramm jeweils an die Erfordernisse der Schulklassen an. Sie machen dabei selbst wertvolle Erfahrungen zur Gestaltung von Lernprozessen mit Schulklassen außerhalb des Schulgebäudes, die im Team mit den Dozentinnen gemeinsam geplant und später reflektiert werden. Erkundungen in Kleingruppen, das Aushandeln des weiteren Vorgehens sowie Dokumentationen des Erkannten im Forscherbuch der Kinder wechseln einander ab. Für jede Schulklasse wird ein passendes „Forscherbuch“ gestaltet, welches die Lehrerinnen im weiteren Unterricht aufgreifen.

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