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Hochschulpolitik

Empfehlungen zur Umsetzung des DigitalPakts Schule in Baden-Württemberg

Symbolbild PHHD

[LRK-PH] Mit dem DigitalPakt Schule wollen Bund und Länder für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technologie sorgen. Diese sollen in die Lage versetzt werden, ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag im digitalen Zeitalter besser zu erfüllen und Schülerinnen bzw. Schüler auf das Leben in einer von Digitalisierung geprägten Welt vorzubereiten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt hierzu bis 2024 insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung; die Länder bringen zusätzlich einen finanziellen Eigenanteil ein. Wie diese Mittel sinnvoll in Baden-Württemberg eingesetzt werden können, darüber haben Anfang Mai 2019 über 30 Expertinnen und Experten aus Schule, Wissenschaft, Bildung, Politik und Gesellschaft in Heidelberg beraten. Ihre Empfehlungen wurden in dem Papier "Von der digitalen Infrastruktur zu Bildungsinnovationen in einer digitalen Welt" zusammengefasst und nun der Landespolitik überreicht.

Professor Dr. Hans-Werner Huneke, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs, begrüßt den DigitalPakt Schule ausdrücklich, hätten die Länder doch nun die Chance, alle Schulen zukunftsfähig aufzustellen. Gleichwohl sei es entscheidend, nicht einfach Technik anzuschaffen, sondern diese auch pädagogisch-didaktisch sinnvoll einzusetzen, so Huneke. "Die Weiterentwicklung von Schule im digitalen Zeitalter ist ein komplexer Prozess. Für einen zielführenden Einsatz der nun zur Verfügung stehenden Mittel braucht es den gemeinsamen Einsatz von Expertinnen und Experten nicht nur aus Schulen und Wissenschaft. Es freut mich daher sehr, dass wir im Mai 2019 auch mit Fachleuten aus Bildung, Politik und Gesellschaft über den DigitalPakt Schule beraten konnten. Die so entstandenen Empfehlungen geben wichtige Impulse, wie Schülerinnen und Schüler bzw. (angehende) Lehrkräfte bestmöglich von dem DigitalPakt Schule profitieren können", erklärt der Rektor der Pädagogischen Hochschule Heidelberg weiter.

Die nun veröffentlichen Empfehlungen enthalten fünf Ziele, wie Schule in einer von Digitalisierung geprägten Gesellschaft aus Sicht der Expertinnen und Experten gestaltet werden soll, sowie Empfehlungen, wie diese Ziele erreicht werden können:

  • Bezüglich des Prozesses des schulischen Wandels fordern die Expertinnen und Experten ein abgestimmtes Handeln der verschiedenen Akteure sowie eine gemeinsame Übernahme der Verantwortung. Hierfür braucht es eine integrierte Strategie, standardisierte Angebote sowie zentrale Unterstützungssysteme und Begleitmaßnahmen.
  • Jede Schule muss über moderne Lernräume bzw. IT-Infrastruktur verfügen. Die Expertengruppe fordert daher eine Breitbandanbindung an das Internet, den flächendeckenden Ausbau der LAN- bzw. WLAN-Abdeckung sowie die Ausstattung von Klassenzimmern mit flexiblen Präsentationsmöglichkeiten.
  • Schulen sollen bei dem zielführenden Einsatz digitaler Lernumgebungen, Medien und Werkzeuge sowie bei der Administration der Endgeräte unterstützt werden. Auf Landesebene soll ein Angebot entstehen, um bestehende Lernmedien und digitale Dienste prüfen zu lassen und um die Auslieferung und Bereitstellung von Medien plattformunabhängig gewährleisten zu können.
  • Lehrkräfte erhalten das fachliche, technologische und didaktische Wissen, um Schülerinnen und Schüler bei dem Erwerb von Kompetenzen für den Umgang mit digitalen Technologien bestmöglich begleiten zu können. Die Expertinnen und Experten fordern, dass digitale Medien und Medienbildung fester Bestandteil der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften wird und dass diese zeitliche Freiräume erhalten, sich über Best-Practice Beispiele auszutauschen und Netzwerke zu bilden.
  • Die Lehrpläne bereiten die Schülerinnen und Schüler stärker und systematischer auf die sich durch Digitalisierungsprozesse verändernden Anforderungen vor. Hierzu sollen bereits in der Grundschule erste Erfahrungen mit digitalen Medien ermöglicht und ab der Sekundarstufe allgemeine Fragen der Medienbildung bzw. der Informatik erörtert werden; die Expertengruppe empfiehlt hierzu sowohl ein eigenes Fach als auch die Integration der Thematik in Fächer wie beispielsweise Deutsch oder Mathematik.

Das ausführliche Papier "Von der digitalen Infrastruktur zu Bildungsinnovationen in einer digitalen Welt" wurde der Landespolitik zur Verfügung gestellt. Man stehe jederzeit für Gespräche zum Thema zur Verfügung, betont Huneke: "Die Digitalisierung durchdringt unsere Gesellschaft, unsere Schulen, unsere Arbeitswelt. Digitale Kompetenz ist deshalb von entscheidender Bedeutung und wir müssen unsere Lehrkräfte dazu qualifizieren, diese Kompetenz zu vermitteln und digitale Medien selbst kompetent zu nutzen. Dies kann nur gemeinsam gelingen!"

Weitere Informationen und insbesondere das Empfehlungspapier "Von der digitalen Infrastruktur zu Bildungsinnovationen in einer digitalen Welt" finden Sie unter www.ph-heidelberg.de/digitalisierung.

Eine gemeinsame Erklärung der Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs.

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