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Auszeichnung

Bund und UNESCO zeichnen Geographen für Nachhaltigkeit aus

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) haben die Abteilung Geographie - Research Group for Earth Observation Abteilung Geographie der Pädagogischen Hochschule Heidelberg als ausgezeichneten Lernort für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) prämiert. Die Abteilung erhält die Auszeichnung insbesondere für die vorbildliche Verankerung der BNE in ihrem Leitbild. Der Staatssekretär Christian Luft und die DUK-Präsidentin Professorin Dr. Maria Böhmer überreichten die Urkunde am 20. November 2019 stellvertretend an Alina Kuthe sowie weitere Akademische Mitarbeiterinnen der Abteilung Geographie. Neben der Geographie wurde auch der Ökogarten der Hochschule ausgezeichnet (s. Meldung).

Die Abteilung Geographie der Pädagogischen Hochschule Heidelberg habe die Bildung für nachhaltige Entwicklung vorbildhaft in ihrem Leitbild verankert, heißt es in der Begründung der Jury: "Bildung für nachhaltige Entwicklung ist Querschnittsthema in Forschung und Lehre des Lernortes und wird durch seine gute Vernetzung auch über die Hochschule hinaus vorbildhaft weitergetragen."

Der Rektor der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Professor Dr. Hans-Werner Huneke, gratulierte der Abteilung Geographie zu der Auszeichnung: "Die BNE gilt als Schlüsselfaktor, um weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und in den Grenzen der ökologischen Belastbarkeit des Systems Erde zu gestalten. Mit der Gründung des Heidelberger Zentrums Bildung für nachhaltige Entwicklung im vergangenen Jahr haben wir uns auch strukturell zu dieser Verantwortung bekannt. Die Abteilung Geographie trägt nicht nur das BNE-Zentrum maßgeblich mit, sondern setzt sich auch darüber hinaus vorbildlich für die Umsetzung der BNE ein. Dass die Abteilung nun vom BMBF und der Deutschen UNESCO-Kommission als Lernort ausgezeichnet wird, der BNE besonders gelungen verankert, freut mich außerordentlich."

"Die Förderung nachhaltiger Entwicklung ist das Ziel, Bildung stellt hierfür den zentralen Schlüssel zum langfristigen Erhalt unseres Lebensraums dar", erklärt Professor Dr. Alexander Siegmund, Leiter der Abteilung Geographie und Inhaber des dortigen UNESCO-Lehrstuhls für Erdbeobachtung und Geokommunikation von Welterbestätten und Biosphärenreservaten. Siegmund, der zurzeit Studien in der Atacama-Wüste Chiles durchführt, weiter: "Wer versteht, wie sich das eigene Handeln auf zukünftige Generationen bzw. auf das Leben in anderen Weltregionen auswirken kann, ist eher bereit sein Verhalten zu ändern. Und wir alle müssen unsere Verhaltensweisen ändern, um die vielfachen Umweltprobleme weltweit - wie die Folgen des Klimawandels - in den Griff zu bekommen."

Die Abteilung Geographie setzt daher auf ein breitgefächertes Angebot, das sich nicht nur an Studierende, sondern auch an Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Organisationen wie UNESCO-Welterbestätten und die breite Öffentlichkeit richtet. So werden hier zum einen zukünftige Lehrkräfte zu sogenannten "BNE-Agents" ausgebildet und dadurch Nachhaltigkeit dauerhaft im Bildungswesen verankert. In der Abteilung ist zudem der einzige UNESCO-Lehrstuhl in Baden-Württemberg angesiedelt, der den Einsatz moderner Methoden der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung fördert. Die GIS-Station im Kontext digitaler Geomedien und das Geco-Lab für geoökologische Raumanalysen sind als Kompetenzzentren und Lehr-Lern-Labore Anlaufstationen unter anderem für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende und Studierende. Sie alle können sich hier zudem über die aktuellen Forschungsarbeiten der Heidelberger Geographen erkundigen, die zum Beispiel die Klimafolgen und nachhaltige Anpassungsstrategien in der Metropolregion Rhein-Neckar untersuchen und vermitteln.

Die Abteilung hat 2018 zudem ihr eigenes Umweltmanagement überprüft: "Wir haben viele Projekte, bei denen wir über Nachhaltigkeit sprechen und lehren. Da ist es gut, wenn wir uns dazu auch einmal selbst auf den Prüfstand stellen", berichtet Siegmund. "Um eine nachhaltige, das heißt ökologisch, ökonomisch und sozial verantwortliche, Arbeitsweise unser Abteilung zu ermöglichen, haben wir in Folge unter anderem unsere Laborsicherheit erhöht und die Materialwirtschaft optimiert." Die Erfahrungen aus dem Projekt haben die Wissenschaftler in Handlungsempfehlungen übertragen, die wiederum von anderen Organisationen genutzt werden können.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ph-heidelberg.de/geographie.

Hintergrund
Seit 2016 zeichnen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission im Rahmen der nationalen Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung einmal im Jahr Bildungsinitiativen aus. Die Auswahl trifft eine Jury bestehend aus Mitgliedern der Nationalen Plattform BNE sowie Vertretern des BMBF, der Freien Universität Berlin und der DUK. Neben Lerninhalt, Methoden und Lernprozessen richten die ausgezeichneten Akteure ihr gesamtes Handeln auf BNE aus. Sie orientieren auch die eigene Bewirtschaftung an Prinzipien der Nachhaltigkeit. Somit tragen sie dazu bei, BNE strukturell in der deutschen Bildungslandschaft zu verankern.

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