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Forschung

Projekt will Lehrkräfte besser auf differenzierten MINT-Unterricht vorbereiten

Unter der Leitung von Professor Dr. Armin Baur und Dr. Susanne Rohrmann, Abteilung Biologie, ist an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg das Projekt "Differentiation in Inquiry-based Learning (Focus Experimentation)" (DifferentiatInq) gestartet. Gemeinsam mit Partnern von Universitäten und Schulen aus Finnland, Zypern, Österreich und Deutschland wollen die Heidelberger Forscherinnen und Forscher ein Differenzierungskonzept zur Förderung prozeduraler Kompetenzen in der naturwissenschaftlichen Grundbildung entwickeln. Ziel ist es, Lehrkräfte bestmöglich auf den naturwissenschaftlichen Unterricht in heterogenen Klassen vorzubereiten. Gefördert wird das Vorhaben für drei Jahre über Erasmus+, dem EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport.

Die europäischen Bildungssysteme müssen heute Bildungsangebote für eine zunehmend heterogene Schülerschaft bieten. Dabei entsteht Heterogenität zum Beispiel durch die Unterschiede im Geschlecht oder in den familiären Hintergründen der Schülerinnen und Schüler; dazu kommen unter anderem Veränderungen im Schulsystem, Migration oder die Inklusion. "In der Pädagogik ist das Potenzial heterogener Lerngruppen unumstritten - insbesondere für schwächere Schülerinnen und Schüler, aber auch für leistungsstarke Kinder", erklärt Baur. Heterogene Lerngruppen stellen jedoch besondere Ansprüche an die Lehrkräfte, die ihren Unterricht an die jeweiligen Bedarfe und Bedürfnisse anpassen müssen.

Die Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern muss hierauf reagieren und die Lehrkräfte auf das Unterrichten in heterogenen Klassen vorbereiten. Das nun gestartete DifferentiatInq-Projekt hat genau das für den naturwissenschaftlichen Unterricht zum Ziel: Erkenntnismethoden - wie etwa das Experimentieren - sind laut den Forscherinnen und Forschern in der naturwissenschaftlichen Grundbildung von großer Bedeutung. Während es für das Erlernen von inhaltlichen Kompetenzen bereits entsprechende Differenzierungskonzepte gibt, fehlen diese bislang für prozedurale Kompetenzen. Den Lehrkräften steht demnach kein fundiertes Konzept zur Verfügung, wie sie Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen Kompetenzen zum naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinn vermitteln können.

Um ein entsprechendes Differenzierungsmodell zur Förderung prozeduraler Kompetenzen (Schwerpunkt Experimentieren) zu entwickeln, bringen die Projektpartner ihre unterschiedlichen Expertisen ein. Sie wollen dabei zunächst die konkreten Bedarfe in der Schulpraxis identifizieren und führen hierzu nationale Analysen durch, deren Ergebnisse in einer transnationalen Analyse zusammengeführt werden. Das darauf aufbauende Differenzierungskonzept soll bis Ende 2022 publiziert werden und Praxisbeispiele sowie Lehr-Lern-Materialien zur Verdeutlichung enthalten. Durch die internationale Zusammensetzung der Forschungsgruppe soll die Anwendbarkeit in verschiedenen europäischen Ländern ermöglicht werden. Das Buch wollen die Projektpartner zudem als Grundlage zur Planung und Durchführung von Seminaren und Lehrkräftefortbildung nutzen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ph-heidelberg.de/biologie.

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