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Presse & Kommunikation

Forschung

Vorhaben erfasst sprachliche Bildung und Förderung in hessischen Kitas

Das Symbolbild zeigt eine junge Frau mit einer Weltkugel in der Hand vor einer Gruppe von Kindern. Foto: clipdealer

Eine Aufgabe von Kindertagessstätten ist die sprachliche Bildung und Förderung von Kindern. Wie die Kitas diesen Bildungsauftrag konzeptionell umsetzen, obliegt jedoch dem jeweiligen Träger. Ein neues Projekt unter Leitung von Professorin Dr. Steffi Sachse (Institut für Psychologie) will die unterschiedlichen Konzepte in Hessen nun erstmals systematisch erfassen. Übergeordnetes Ziel ist es, eine empirische Grundlage zur Weiterentwicklung der sprachlichen Bildung und Förderung in Hessen zu erhalten. Das Projekt "Landkarte sprachlicher Bildung und Förderung in Hessen" wird im Auftrag des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und in Zusammenarbeit mit Professorin Dr. Franziska Egert (Katholische Stiftungshochschule München) durchgeführt. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2023 vorliegen.

Sprache gilt als Schlüssel zu Bildung und Teilhabe an der Gesellschaft. Um die Chancen aller Kinder auf Bildung- und Schulerfolg zu erhöhen, gehört die sprachliche Bildung und Förderung zu den wesentlichen Aufgaben von Kindertagessstätten. "Ähnlich divers wie die Kinder, die eine Kita besuchen, sind auch die Unterstützungsangebote zum Thema Sprache", erklärt Professorin Sachse. So setzen einige Einrichtungen laut der Entwicklungspsychologin auf bestehende Konzepte und Materialien, andere haben eigene Ansätze entwickelt. Je nach Region können die Kitas zudem auf unterschiedliche Unterstützungssysteme wie zum Beispiel Frühförderstellen der Kommunen zurückgreifen.

Die unterschiedlichen sprachlichen Konzepte und Unterstützungsangebote werden in Hessen bislang nicht strukturiert erfasst. Das hessische Ministerium für Soziales und Integration hat nun ein Forscherteam unter Leitung von Professorin Sachse beauftragt, die unterschiedlichen Herangehensweisen zu identifizieren und zu systematisieren.
Hierzu wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst die Leitungen von Kindertagesstätten online befragen: "Uns interessiert zum Beispiel, welche Ansätze und Konzepte zur Sprachförderung derzeit in den Kindertagesstätten unter welchen Bedingungen umgesetzt werden. Wir wollen außerdem die allgemeinen Rahmenbedingungen erfassen, also beispielsweise wie die Kitas mit Fachstellen oder Schulen vernetzt sind oder welche Weiterbildungsmöglichkeiten vorhanden sind", so Sachse. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen in einer trägerübergreifenden "Landkarte" erfasst werden, die einen Überblick über praktizierte Sprachbildungsansätze und Fördermaßnahmen in Hessen gibt.
Diese Übersicht dient ferner als Grundlage für die zweite Projektphase, in der Best-Practice-Beispiele identifiziert und Qualitätsaspekte in den Fokus gestellt werden sollen. Hierzu wollen die Forscherinnen und Forscher voraussichtlich im Frühjahr 2021 ausgewählte Kindertagesstätte besuchen und so vor Ort tiefergehende Einsichten in die sprachlichen Bildungs- und Förderungsprozesse und Gelingensbedingungen erhalten.

Die gesammelten Daten sollen die hessische Landesregierung dabei unterstützen, auf wissenschaftlicher Basis sinnvolle Strategien zur Weiterentwicklung der sprachlichen Bildung und Förderung zu entwickeln. Sie können den Trägern von Kindertagesstätten zudem eine Übersicht geben, wie die sprachliche Bildung und Förderung von Kindern effektiv gestaltet werden kann.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ph-heidelberg.de/sachse-steffi.

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