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Presse & Kommunikation

Forschung

Projekt zu sexualisierter Gewalt im Internet gegen Jugendliche mit Hörbehinderung

Das Symbolbild zeigt vorne ein Handy auf dem Boden. Im Hintergrund sieht man unscharf eine Person sitzen, die die Arme eng um ihre Beine schlingt. Copyright: Adobe Stock.

Ein neues Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg untersucht erstmals sexualisierte Gewalt im digitalen Raum gegen Kinder und Jugendliche mit Hörbehinderung. Im Anschluss sollen Präventions- und Fortbildungsangebote zum Schutz dieser Zielgruppe entwickelt werden. Die Leitung des Vorhabens "Digitaler Schutz vor sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Hörbehinderung" (DigGaH) hat Junior-Professorin Dr. Laura Avemarie vom Institut für Sonderpädagogik inne. Gefördert wird das Projekt von 2021 bis 2025 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Studien zeigen, dass junge Menschen das Internet nahezu täglich nutzen; bis zu 40 Prozent berichten dabei von ungewollten, sexuellen Onlineerfahrungen. Überdurchschnittlich häufig im Internet aktiv sind - so lassen erste Studienergebnisse vermuten - Kinder und Jugendliche mit Hörbehinderung. Gleichwohl liegen bislang keine Erkenntnisse zu den Erfahrungen dieser Personengruppe mit sexualisierter Gewalt im digitalen Raum vor; vorhandene Studien zur Betroffenheit im real-physischen Raum belegen jedoch eine überdurchschnittlich hohe Betroffenheit von sexualisierter Gewalt.

Junior-Professorin Dr. Laura Avemarie will daher gemeinsam mit Dr. Katharina Urbann, Dr. Malte Schott und Simon Tenbrink erstmals sexualisierte Gewalt im digitalen Raum gegen Kinder und Jugendliche mit Hörbehinderung empirisch untersuchen. Hierzu sollen gebärdensprachlich bzw. lautsprachlich kommunizierende Schüler:innen zwischen 12 und 17 Jahren mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation befragt werden. Die Wissenschaftler:innen erhoffen sich so Erkenntnisse zur Betroffenheit, zu den Erscheinungsformen und den Risikofaktoren von sexualisierter Gewalt in der digitalen Welt zu erlangen.

Auf Grundlage der Ergebnisse soll ein Präventionsangebot entwickelt und in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung online angeboten werden. "Wir planen, die bestehende Website 'Trau dich', auf der junge Menschen Hilfe bei sexuellen Übergriffen finden, zu erweitern. Unser Angebot soll nicht nur dem Anspruch nach sprachlicher Barrierefreiheit, sondern auch auf inhaltlicher Ebene den spezifischen Bedarfen von Kindern und Jugendlichen mit Hörbehinderung gerecht werden", sagt Avemarie.

Um Lehrkräfte darin zu professionalisieren, junge Menschen mit Hörbehinderung vor sexualisierter Gewalt zu schützen, wollen die Wissenschaftler:innen ferner ein evidenzbasiertes Fortbildungsprogramm konzipieren. "Hier arbeiten wir mit dem Zentrum für inklusive Bildung und Beratung in Dortmund zusammen. Ziel ist es, dass interessierten Fachkräften nach Abschluss des Forschungsprojektes ein spezifisches Fortbildungsprogramm deutschlandweit zur Verfügung steht", berichtet Avemarie abschließend.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ph-heidelberg.de/DigGaH.

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