Presse & Kommunikation

Forschung und Entwicklung

29.01.2018

Moderne Technik soll Menschen mit schwerer Behinderung unterstützen

Unter der Leitung von Professor Dr. Peter Zentel und Dr. Teresa Sansour (Institut für Sonderpädagogik) ist im Januar 2018 an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg das Projekt "Insension" gestartet. Gemeinsam mit Partnern aus Polen, Spanien und Slowenien erproben und evaluieren die Heidelberger Forschenden die Nutzung von computerbasierten Informations- und Kommunikationstechnologien für Menschen mit schwerer Behinderung, die nicht über Lautsprache kommunizieren. Gefördert wird das Vorhaben für drei Jahre über Horizont 2020, dem Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation.

"Menschen mit schwerer Behinderung kommunizieren häufig nicht-symbolisch, also beispielsweise über bestimmte Körperbewegungen oder Laute. Technische Hilfsmittel, die die Kommunikation zwischen Menschen mit und ohne Behinderung eigentlich unterstützen sollen, setzen jedoch in der Regel ein Symbolverständnis voraus und helfen damit in dieser speziellen Kommunikationssituation nicht weiter", erklären Zentel und Sansour. Die auch von Deutschland ratifizierte Behindertenrechtskonvention besagt jedoch, dass sämtliche Menschen mit Behinderungen das Recht auf vollen Zugang zur Umwelt, zu Gesundheit und Bildung sowie zu Information und Kommunikation haben, damit sie alle Menschenrechte und Grundfreiheiten voll genießen können. "Zurzeit ist dies für Menschen mit schwerer Behinderung jedoch nicht uneingeschränkt möglich. Wir wollen uns daher die moderne Technik zu Nutzen machen und erforschen, wie innovative technische Verfahren, die kein Symbolverständnis voraussetzen, eingesetzt werden können, um das Leben von Menschen mit schwerer Behinderung zu erleichtern", so die Heidelberger Forschenden.

Das internationale Team, dem Personen aus Wissenschaft und Praxis angehören, will demzufolge ein computerbasiertes, lernendes System entwickeln, das die natürlichen Kommunikationsformen der Menschen mit schwerer Behinderung automatisch erfasst und betreuenden Kräften sowie Angehörigen Unterstützung im Verstehen von Bedürfnissen bietet. Erprobt werden deshalb laut Zentel und Sansour Verfahren zum Erfassen physiologischer Parameter, zum Beispiel durch den Einsatz von Infrarotkameras zur Gesichtserkennung bzw. zum Überwachen der Körpertemperatur oder auch Pulsmesser. Die Technologie soll bei Menschen mit schwerer Behinderung in verschiedenen Lebenssituationen zum Einsatz kommen, also beispielsweise der Frühförderung oder in den Bereichen Schule, Arbeit und Wohnen.

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