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Internationalisierung

04.07.2018

Neues Zentrum will Lehrkräften interkulturelle Kompetenzen vermitteln

(c) Pädagogische Hochschule Heidelberg

Das deutsche Bildungssystem steht vor sich verändernden Anforderungen. So müssen heute beispielsweise Bildungsangebote für eine zunehmend heterogene und sich global öffnende Bevölkerung geboten werden. Lehrkräfte brauchen hierfür insbesondere interkulturelle Kompetenzen, die sie bereits während ihres Studiums strukturiert und forschungsbasiert erwerben können. Als bildungswissenschaftliche Hochschule hat die PH Heidelberg entsprechend reagiert und am 4. Juli 2018 das Center for International Teacher Education eröffnet. Dessen Aufgabe ist die Koordination, Initiierung und Umsetzung von Maßnahmen zur Strategie und Entwicklung der Internationalisierung an der Heidelberger Hochschule.

"Für uns beginnt eine international ausgerichtete Lehrerbildung damit, dass man lernt, seine Studienfächer, die bildungswissenschaftliche Forschung und die institutionelle Seite von Bildungssystemen auch aus ungewohnten Perspektiven kennenzulernen", meint Professor Dr. Hans-Werner Huneke, der als Rektor für den Bereich Internationalisierung verantwortlich zeichnet. "Die Studierenden sollen Gelegenheit haben, solche Erfahrungen zu machen und sie zu reflektieren. Das ist eine unverzichtbare Voraussetzung dafür, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in eine von Globalisierung geprägte Welt zu begleiten. Dazu gehört eine zunehmend heterogene Zusammensetzung der Schülerschaft, die einen angemessen Umgang auch mit kulturellen Unterschieden erfordert. Den Lehrkräften kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu und als bildungswissenschaftliche Hochschule ist es unsere Aufgabe, sie hierfür bestmöglich zu qualifizieren." Damit zukünftige Lehrerinnen und Lehrer die entsprechenden Kompetenzen bereits im Studium strukturiert und forschungsbasiert erwerben können, hat die Pädagogische Hochschule Heidelberg daher das Center for International Teacher Education (CITE) gegründet.

Henrike Schön, die das CITE leitet, erklärt: "Unser Ziel ist zum einen die Etablierung von Auslandsfenstern in allen Studiengängen, um den Weg ins Ausland zu erleichtern. Den Studierenden, die nicht ins Ausland gehen können oder wollen, bieten wir über internationale Gastprofessuren bzw. unser Fellowship-Programm die Möglichkeit, daheim interkulturelle Kompetenzen zu erwerben." Um die Heidelberger Hochschule für ausländische Studierende attraktiver zu machen, soll zudem das englischsprachige Lehrangebot ausgebaut werden: "Für unsere internationale Anschlussfähigkeit ist dieser Schritt unabdingbar", so Schön. "Nur so werden wir Kontakte zu Hochschulen im skandinavischen Raum, aber auch in Kanada oder Australien halten und für Studierende und Lehrende noch intensiver als bislang nutzbar machen können."

Das Zentrum bringt überdies das Zertifikat "Global Citizen" aus. Dieses greift die Überlegungen der besonderen Rolle der Lehrkräfte auf und unterstützt Studierende, die im Ausland studiert oder ein Praktikum absolviert haben und sich zudem beispielsweise im Bereich der Internationalisierung der Hochschule engagieren. "Mit dem Zertifikat wollen wir insbesondere die internationalen Leistungen, die im regulären Curriculum nicht anrechenbar sind, anerkennen und vergeben daher studienbegleitend 15 bis 30 Leistungspunkte", sagt Anja Bast-Schneider (CITE-Geschäftsführerin).

Im Bereich der Forschung erhebt CITE zurzeit den Stand von Projekten mit internationalem Bezug. Langfristig will das Zentrum Synergien schaffen und beispielsweise Forschende aus der eigenen Hochschule mit Forschenden aus dem Ausland für gemeinsame Vorgaben zusammenbringen. "Wir wollen primär die zahlreichen Aktivitäten sichtbar machen und die Auseinandersetzung mit anderen Perspektiven und Forschungsansätzen fördern", so CITE-Leiterin Schön. Davon erhofft sich die Hochschule auch wichtige Impulse für die Lehrerbildung, kann die verwendete englischsprachige Literatur doch zum Beispiel direkt in die Lehrveranstaltungen einfließen und somit die internationale Berufsfähigkeit der Studierenden steigern.

Huneke abschließend: "Die Eröffnung des Center for International Teacher Edcuation ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Hochschule, die Lehrerinnen und Lehrer dazu befähigt, kulturelle Unterschiede zu erkennen, auch die eigene akademische und berufliche Welt aus neuen Perspektiven zu sehen, auf Herausforderungen angemessen zu reagieren und erfolgreiche Bildungsverläufe für alle Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen."

Weitere Informationen finden Sie unter www.ph-heidelberg.de/cite.

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