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01.10.2018

Erste Stiftungsprofessur baut sonderpädagogisches Hochschulprofil aus

Dr. Andrea Wanka wird zum 1. Oktober 2018 von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg auf die Stiftungsprofessur für Taubblinden-/ Hörsehbehindertenpädagogik berufen. In den nächsten drei Jahren wird Wanka am Institut für Sonderpädagogik insbesondere in den Studiengängen für das Lehramt Sonderpädagogik lehren und das Lehrangebot im Bereich Taubblinden-/Hörsehbehindertenpädagogik aufbauen. Neben ihrer Lehrtätigkeit wird sie zudem Forschungsvorhaben auf eben diesem Gebiet entwickeln und durchführen. Die Einrichtung der W2-Professur wird durch eine Förderung der Friede Springer Stiftung mit Sitz in Berlin möglich; für die Pädagogische Hochschule Heidelberg ist es die erste Stiftungsprofessur seit ihrer Gründung.

Kinder und Jugendliche, die taubblind oder hörsehbehindert sind, haben spezifische Unterstützungs- und Bildungsbedürfnisse. Im deutschsprachigen Raum fehlt es jedoch bislang an qualifizierten Lehrkräften für die Arbeit mit dieser Zielgruppe. Mit der Stiftungsprofessur für Taubblinden-/Hörsehbehindertenpädagogik will die Pädagogische Hochschule Heidelberg mit Unterstützung durch die Friede Springer Stiftung ihr ausgeprägtes sonderpädagogisches Profil erweitern: Zukünftige Lehrkräfte sollen verstärkt auch auf die Arbeit mit taubblinden oder hörsehbehinderten Kindern und Jugendlichen vorbereitet werden sowie die wissenschaftliche Auseinandersetzung in diesem Feld neue Impulse erhalten.

Mit Dr. Wanka konnte eine ausgewiesene Expertin im Bereich Taubblinden-/Hörsehbehindertenpädagogik für die Stiftungsprofessur gewonnen werden. Ihre äußerst umfangreiche Publikations- und Vortragstätigkeit belegt, dass sie sich mit höchstem Engagement der Verbesserung der pädagogischen Begleitung von Kindern mit dualer Sinnesbehinderung widmet. Wanka verfügt zudem über ein umfangreiches nationales wie internationales Netzwerk und ist Mitglied in einer Vielzahl von fachspezifischen Gesellschaften und Gremien.

"Mein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf geburtstaubblinden Menschen und hier auf der Verbesserung der Kommunikation im Rahmen der frühkindlichen und schulischen Förderung. Während meiner praktischen Tätigkeit konnte ich meinen Fokus erweitern und beziehe nun auch Erwachsene mit einer Taubblindheit oder Hörsehbehinderung in meine akademischen Tätigkeiten ein", so Wanka. "Im Rahmen der Stiftungsprofessur werde ich mich insbesondere mit Methoden der Identifikation von dualer Sinnesbehinderung im Kontext komplexer Behinderungen und der Weiterentwicklung von Assessment-Verfahren sowie die videogestützte Analyse von Kommunikationsprozessen bei Personen mit diesen sehr besonderen Unterstützungsbedürfnissen beschäftigen."

Zur Person
Andrea Wanka studierte an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Lehramt an Sonderschulen mit der Fachrichtung Blinden- und Gehörlosenpädagogik und absolvierte im Anschluss ebenda den Erweiterungsstudiengang Sonderpädagogische Frühförderung. 2011 wurde Wanka an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit einer Arbeit über die Diversität des frühen Dialogs hörsehbehinderter Säuglinge und Kleinkinder mit CHARGE-Syndrom promoviert. 2012 wechselte sie an die Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn und war zudem als Lehrkraft im sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum Sehen tätig. Für ihre Arbeit wurde sie 2015 mit dem erstmals vergebenen Deafblind International Young Professional Leadership Award des Taubblinden-Weltverbandes Deafblind International ausgezeichnet. 2018 folgt sie dem Ruf auf eine W2-Stiftungsprofessur an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

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