Presse & Kommunikation

Sportpädagogik meets Sportwissenschaft

Eine beispielhafte Kooperation zwischen der Uni Heidelberg und der PH Heidelberg. Praxishandbuch an den Förderer, Herrn Dr. h.c. Lautenschläger, übergeben.

Dank "Schwimmfix" können mittlerweile über 90 Prozent...

... der Heidelberger Grundschulkinder (Klasse 2 bis Klasse 4) schwimmen.

Dr. h.c. Manfred Lautenschläger initiierte das Projekt "Schwimmfix" im Jahr 2005 und unterstützt seither das innovative Konzept. Ziel ist es, dass in Heidelberg alle Kinder nach der zweiten Klasse "in einer Schwimmart sicher schwimmen" können sollen – wie vom Bildungsplan des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport gefordert. An dem Entwicklungs- und Forschungsprojekt zum Anfängerschulschwimmen sind neben der Manfred-Lautenschläger-Stiftung das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg, die Abteilung Sportwissenschaft/Sportpädagogik der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sowie alle Heidelberger Grundschulen beteiligt. Die Erfahrungen aus dem Projekt "Schwimmfix" wurden jetzt in einem Praxishandbuch veröffentlicht, das diese Woche an Herrn Dr. h.c. Lautenschläger übergeben wurde.

"Wir wollen mit unserem Buch darauf aufmerksam machen, dass bessere Verhältnisse im Schwimmunterricht dann erreicht werden, wenn neben einem effektiveren Lehrer-Schüler-Verhältnis, dem Bestand einer zuverlässigen Wasserfläche und einem ausreichenden Zeitbudget auch die Vermittlungs­problematik des Anfängerschwimmens in den Blick genommen wird", erklärt Dr. Sabine Hafner, die das Projekt an der PH Heidelberg betreut.
Die Leser dieses Buches erhalten von Sportwissenschaftlern und erfahrenen Schwimmpraktikern didaktische Tipps zur Planung des Schwimmunterrichts an Grundschulen und Vorschläge für eine pädagogisch orientierte, effiziente und differenzierte Unterrichtsorganisation. Das Buch behandelt den Problem- und Gegenstandsbereich Anfängerschwimmen. Es soll ausgebildete Sportlehrer an Primar- und weiterführenden Sekundarschulen, die Nichtschwimmer unterrichten, bei ihren Unterrichtsschritten begleiten.

In allen Bundesländern wird in den Bildungsplänen der Grundschulen der Anspruch auf das "Schwimmen lernen" formuliert. Aus den unterschiedlichsten Gründen erleiden viele Schulen mit dem in ihren Bildungsplänen verwalteten Ansprüchen auf "Schwimmen lernen für alle Grundschülerinnen und Grundschüler" jedoch wortwörtlich Schiffbruch.
Eine Studie mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Klassenstufen aus über 1.150 Grundschulen, die 2009 vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und dem Kultusministeriums durchgeführt wurde, zeigte dies deutlich: Trotz einer administrativen Verfügung konnten 2009 in Baden-Württemberg rund 54 Prozent der Grundschulkinder in Klasse 2 und etwa 31 Prozent der Grundschulkinder in Klasse 4 "nur wenige Züge schwimmen" oder "gar nicht schwimmen".
Die Einbindung des Schwimmunterrichts in den Schulalltag, verbunden mit dem Wunsch nach entsprechenden Lernerfolgen für die Schüler, gelingt nur eingeschränkt. Gründe hierfür liegen überwiegend in der Diskrepanz zwischen den ungünstigen Organisationsstrukturen für Schwimmunterricht an Schulen und den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler. Die Realität des Schulalltages ist oftmals die Ursache für das Scheitern der Schwimm­anfängerausbildung an Grundschulen.

Genau hier setzt "Schwimmfix" an: Mit der Anfängerschwimmmethodik betraute Sportstudierende der Universität Heidelberg sowie der PH Heidelberg bieten in allen 2. Klassen der Heidelberger Grundschulen, ein bis zwei Mal pro Woche Zusatzschwimmen an. Pro Lehrerassistent erlernen so vier bis sechs Schwimmanfänger über einen Zeitraum von sechs Wochen das Schwimmen. Logistische Herausforderungen wie der Kontakt mit den Schulen und den Sportlehrkräften, die Sicherung der regelmäßigen Teilnahme, die Betreuung bei der An- und Abreise und die Beaufsichtigung der Schülerinnen und Schüler im Schwimmbad werden von zuverlässigen und kompetenten Sportstudierenden übernommen.

Mittlerweile wird das "Schwimmfix"-Konzept dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Manfred Lautenschläger-Stiftung an allen Heidelberger Grundschulen realisiert. Waren im Schuljahr 2005/2006 noch 30 bis 60 Prozent der Heidelberger Grundschüler Nichtschwimmer, können im Jahr 2010 über 90 Prozent der Grundschulkinder (Klasse 2 bis Klasse 4) schwimmen – Tendenz steigend. Innerhalb von fünf Jahren haben somit etwa 1.000 Schüler durch das "Schwimmfix"-Projekt schwimmen gelernt.

 

Fragen zum "Schwimmfix"-Projekt beantwortet Ihnen gerne:
Dr. Sabine Hafner
Sportwissenschaft/Sportpädagogik
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Tel.: +49 6221 477-601
E-Mail: hafner1(at)ph-heidelberg.de

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