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Presse & Kommunikation

Ideenhaus für interkulturelle Bildung

Ein von Studierenden entwickeltes inklusives Konzept wird Realität.

Unter der Leitung von Professorin Dr. Jeanette Roos (Institut für Psychologie) haben Studierende des Master-Studiengangs Bildungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ein Konzept erstellt, nachdem Kinder aus verschiedenen Kulturen über die Musik leichten Zugang zueinander finden und lernen, schon im Kleinkind- und Vorschulalter inklusives Miteinander zu leben. Das in Heidelberg einzigartige Projekt wurde bereits 2014/2015 entwickelt und soll nun in dem "Ideenhaus für interkulturelle Bildung" umgesetzt werden, das die Evangelische Kirche in Heidelberg gemeinsam mit der Internationalen Bauausstellung Heidelberg in dem Stadtteil Emmertsgrund plant. In dem Gebäude soll es für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen auch die Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule geben. Der Gemeinderat der Stadt Heidelberg hat dem Bau des Ideenhauses Ende Juli zugestimmt.

Die Hochschulleitung begrüßt das Engagement von Professorin Roos sowie der Studierenden: "Wir sind auf die wissenschaftliche Qualifizierung und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften im gesamten Spektrum der Bildungsberufe spezialisiert", sagt Rektor Professor Dr. Hans-Werner Huneke. "Gleichzeitig generieren unserer Forscherinnen und Forscher konkrete Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Probleme." Das von den Studierenden entwickelte Konzept verbinde diese Leitgedanken auf vorbildliche Art und Weise, so der Rektor.

Das Konzept sieht vor, mit Fertigstellung des neuen Gebäudes den bisher zweigruppigen Kindergarten um eine Krippengruppe zu erweitern und zu einer interkulturellen Kindertagesstätte mit Musikschwerpunkt auszubauen. "Musik ist Bestandteil des sozialen Zusammenlebens jeder Kultur", erklärt Roos. "Ziel einer 'Musik-Kita' ist es daher, Strukturen und Anlässe zu schaffen, in denen Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Kulturen regelmäßig gemeinsam musizieren und darüber voneinander sowie miteinander lernen." Darüber hinaus können laut der Psychologin lokale Organisationen aller Art in die Arbeit einbezogen werden: "Musik als Bildungsinhalt in verschiedenen Bildungsfeldern bedeutet, dass auch unterschiedlichstes kulturelles Können und Wissen vermittelt wird", erörtert Roos. "Außerdem wird musikalische Fähigkeitspotenzial entfaltet und damit die Möglichkeit, dieses Potenzial als lebenslange Ressourcen zu nutzen." Gerade in einem Stadtteil mit vielen verschiedenen Nationen und einem großen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund sei dies eine wunderbare Perspektive.

In dem "Ideenhaus für interkulturelle Bildung" soll auch eine Bildungsstätte zur Fort- und Weiterbildung im Bereich der Frühkindlichen und Elementarbildung unter wissenschaftlicher Begleitung der Pädagogischen Hochschule eingerichtet werden. "Zahlreiche Veränderungen in der Bildungslandschaft, die in starkem Maße auch Krippen und Kindergärten tangieren, bringen neue und anspruchsvolle Herausforderungen und Aufgaben für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen mit sich", weiß Roos. Der Qualifizierungsbedarf sei groß, Fort- und Weiterbildung mit angemessener Qualität gefragt, allemal in einem Gebiet wie dem Rhein-Neckar-Raum, wo die Dichte an Kindertageseinrichtungen hoch ist. "Eine solche Fort- und Weiterbildungseinrichtung könnte den Emmertsgrund ebenfalls bereichern, außerdem würde das nahe Bürgerhaus ideale Räumlichkeiten für Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen bieten", so Roos.

Mit Blick auf die Nachhaltigkeit des Projektes ist vorgesehen, Erkenntnisse aus Forschung und Lehre direkt in die Bildungsarbeit der benachbarten Kindertagesstätten einfließen zu lassen und Studierenden der Hochschule vor Ort Gelegenheit zu vielfältigen Praxiserfahrungen zu ermöglichen. "Auch das ist ein wichtiges Profilmerkmal unserer Hochschule: Unsere Studierenden werden gleichermaßen wissenschaftlich fundiert wie praxisbezogen ausgebildet und lernen so, im Bewusstsein der Verantwortung für sich selbst und andere zu handeln", erklärt Huneke abschließend.

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