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Presse & Kommunikation

Inklusiver Sportunterricht

Ein Forschungsprojekt will individuelle Praxisanleitungen entwickeln.

Das Land Baden-Württemberg hat im Juli 2015 eine Änderung des Schulgesetzes mit dem Ziel verabschiedet, allen Schülerinnen und Schülern gleiche Bildungschancen zu ermöglichen. Seitdem können Eltern von Kindern mit Behinderung wählen, ob ihr Kind eine allgemeine Schule oder ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum besucht. Die gestiegene Heterogenität stellt jedoch gerade den schulischen Sportunterricht vor große Herausforderungen: Gelten Sport und Sportunterricht zwar prinzipiell als integrationsfreundlich, ergeben sich angesichts körperlicher und motorischer Anforderungen jedoch auch exkludierende Effekte. Eine aktuelle Studie von Neumann (2016) verdeutlicht diese Ambivalenz in den Antworten und Stellungnahmen von Sportlehrkräften auf die Frage nach ihren Erwartungen und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit sonderpädagogischen Lehrkräften im Sportunterricht.

Ein Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, das im Juli 2016 in Kooperation mit der Unfallkasse Baden-Württemberg gestartet ist, will vor diesem Hintergrund fallbezogene Praxishilfen liefern: "Allgemeine Anleitungen und Prinzipien für einen sogenannten 'inklusiven Sport und Sportunterricht' liegen bereits vor", erklärt Professor Dr. Peter Neumann (Abteilung Sportwissenschaft / Sportpädagogik), der das Projekt leitet. "Doch praxisbezogene Beispiele, die sich dezidiert mit der didaktisch-methodischen Aufbereitung und Gestaltung eines gemeinsamen Sportunterrichts beschäftigen und dabei auf die verschiedenen Arten und Grade der Behinderung eingehen, sind noch Mangelware."

Neumann untersucht daher unter Mitarbeit von Carina Große an verschiedenen Grund- und Gemeinschaftsschulen der Metropolregion Rhein-Neckar unterschiedliche Formen und Fälle von Inklusion im Sportunterricht. "Dabei gilt es, sowohl die jeweilige Besonderheit des Einzelfalls zu beschreiben und dieser gerecht zu werden als auch zu prüfen, ob und inwieweit für diesen Fall bereits in der Praxis bewährte Lösungsvorschläge vorliegen", so der Professor für Sportpädagogik. Ziel des Projektes ist es, alltägliche sowie lehrreiche Beispiele und damit individuelle Praxisanleitungen für den gemeinsamen Sportunterricht zu liefern. Die Ergebnisse sollen Anfang 2018 vorliegen.

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