Presse & Kommunikation

"Bildung bitte!" (5/6): Gefahren der Digitalisierung

17.01.2019

Ein Vortrag von JProfessorin Lindenberg über Internet- und Computerspielabhängigkeit

An der Pädagogischen Hochschule Heidelberg startet im Wintersemester 2018/2019 die Veranstaltungsreihe "Bildung bitte!" für all diejenigen, die selbst lehren (werden) oder sich dafür interessieren, wie an Schule und Hochschule gelehrt wird. Die Veranstaltungsreihe wird von der Professional School der Hochschule organisiert und zeichnet sich durch Praxisnähe und direkte Umsetzbarkeit aus. Die Teilnehmenden erwarten keine klassischen Lehrvorträge, sondern sie erfahren Lehre und Lernen unter Einsatz digitaler Möglichkeiten "am eigenen Leib".

Den Auftakt bilden im Herbst 2018 sechs Veranstaltungen zum Themenkomplex "Digitalisierung für Schule und Hochschule": Lehrende der Pädagogischen Hochschule stellen vor, wie (Hoch-)Schullehre in einer digitalen Welt aussehen kann, welche Instrumente sich für sie persönlich und in ihren fachdidaktischen Kontexten bewährt haben und welche besonderen Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten in der Lehre damit verbunden sind.

Den Vortrag am Donnerstag, 17. Januar 2019 hält Junior-Professorin Katajun Lindenberg (Institut für Psychologie): Neben dem Potenzial der Digitalisierung weisen klinische Studien zunehmend auf ihre Gefahren für junge Menschen hin. Die Computerspielabhängigkeit ist eine neue Diagnose für eine psychische Erkrankung, die 2018 in das Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (ICD-11) aufgenommen wurde. Auch weitere sogenannte Verhaltenssüchte, die digital ausgeübt werden (z.B. soziale Netzwerke, Pornografie, Shopping) und psychisches Leiden in wichtigen Lebensbereichen verursachen (z.B. auf individueller, familiärer, sozialer, schulischer, beruflicher Ebene) sind im Fokus der Therapie und Prävention.
PROTECT ist ein Trainingsprogramm, das betroffenen Kindern und Jugendlichen Strategien vermittelt, um digitale Anwendungen kontrolliert zu nutzen und suchtartigem Verhalten vorzubeugen, das sich durch Kontrollverlust (in Bezug auf Beginn, Frequenz, Intensität, Dauer, Beendigung, Kontext der Nutzung), Dominanz über andere Lebensbereiche und Interessen sowie die Fortsetzung trotz negativer Konsequenzen auszeichnet. In dieser Veranstaltung werden Präventions- und Interventionsmethoden für verschiedene Settings (Schule, Hochschule, Familie, klinische Institutionen) vorgestellt und diskutiert.

Die Veranstaltung beginnt um 16.00 Uhr; Veranstaltungsort ist die Aula im Altbau der Hochschule (Keplerstraße 87, D-69120 Heidelberg). Eine Anmeldung unter www.ph-heidelberg.de/bildungbitte ist nicht notwendig, erleichtert aber die Planung.