Prekarisierung

Auf dieser Unterseite möchten wir uns mit einem Thema auseinandersetzen, das immer mehr Nachwuchswissenschaftler*innen betrifft und dem wir uns deshalb als Promovierendenkonvent besonders widmen wollen.

Preka... Was?

Lehraufträge - Befristete Verträge - Generation Praktikum - Verlängerungsantrag - usw.
Mit dem Begriff 'Prekarisierung' wird die um sich greifende Verunsicherung der Lebensverhältnisse - vor allem im Bereich der Erwerbsarbeit - bezeichnet. Dieses Phänomen betrifft bei Weitem nicht nur diejenigen Menschen, denen der Zugang zu 'höherer Bildung' verstellt bleibt. Die Unsicherheit ist längst in der akademischen Welt angekommen, auch wenn die Betroffenen hier häufig noch über Möglichkeiten der Kompensation verfügen und ihre Situation so auch durchaus als Bereicherung erfahren können.

Unsere Anliegen

Zu unserer Aufgabe gehört für uns nicht nur die kritische Begleitung der Qualifizierungsangebote für die Doktorand*innen der PH Heidelberg, sondern auch die Thematisierung der Möglichkeiten zur Sicherung des Lebensunterhaltes während einer Promotion. Die Promotion ist kein Privatvergnügen! Wir sehen es als eine wichtige Aufgabe der Hochschule an, angemessene Verdienstmöglichkeiten für die Doktorand*innen anzubieten. Diese dürfen nicht abhängig sein vom Geschlecht,  der sozialen oder kulturellen Herkunft oder möglichen Behinderungen von Promovierenden.
Aber wir verstehen Prekarisierung nicht nur als ein Phänomen, das die Verdienstmöglichkeiten der Nachwuchswissenschaftler*innen betrifft. Vielmehr sehen wir auch eine enge Verknüpfung zwischen der Stellensituation von Promovierenden und der Marginalisierung der Mitbestimmung von Nachwuchswissenschaftler*innen. Auch diese ist als prekär zu verstehen (siehe Thema: Mitsprache).

Informationen zum Thema

Prekarisierung und Hochschule

- Die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft hat eine "Empfehlung guter Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen von Wissenschaftler*innen in Qualifikationsphasen" veröffentlicht. Die Stellungnahme ist hier zu lesen.

- Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Initiativen, die bessere (Arbeits-)Bedingungen für wissenschaftliche Mitarbeiter fordern. Weitere Informationen und einen entsprechenden Forderungskatalog finden sie hier.

- Auf dem Blog 'Prekäres Wissen' finden sich vielfätige Hinweise und Veranstaltungsankündigungen zum Thema.

- Informationen zu politischem Engagement gegen die Prekarisierung im Wissenschaftsbereich in Frankreich und einen Katalog von Forderungen finden Sie hier.

- An der Goethe Universität Frankfurt a.M. hat sich 2016 eine Gewerkschaft gegründet (unter_bau), die sich explizit den Themen Prekarisierung und Mitbestimmung widmet. Jede Menge Informationen gibt es auf der Homepage der Gewerkschaft.

- Im Mai 2015 fand in Frankfurt a.M. eine wissenschaftliche Tagung der Heinrich Böll Stiftung Hessen unter dem Titel "Frei, flexibel, prekär. Arbeit zwischen Selbstbestimmung und Unsicherheit" statt. Ein Beitrag widmete sich explizit der Prekarisierung der Wissenschaft. Dieser Vortrag wurde aufgezeichnet. Der Beitrag kann hier angesehen werden.

Lesestoff?

An dieser Stelle möchten wir auf einige Texte und Arbeiten verweisen, die sich mit dem Thema 'Prekarisierung und Hochschule' beschäftigen.

Kessl, Fabian; Schmidt, Katja (2016): Hamsterrad (Erziehungs-)Wissenschaft: prekär und beschleunigt? Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften. 27. Jahrgang. Opladen u.a.: Barbara Budrich. http://www.dgfe.de/fileadmin/OrdnerRedakteure/Zeitschrift_Erziehungswissenschaft/EW_53.pdf

Nadine Sander (2012): Das akademische Prekariat. Leben zwischen Frist und Plan. Konstanz: UVK.