Institut für PsychologieJuniorprofessur für Entwicklungspsychologie

PROTECT als indiziertes Präventionsprogramm in Schulen

Jugendliche mit Internet- oder Computerspielabhängigkeit nehmen oft keine professionelle Hilfe in Anspruch. Deshalb sind Schulen ein besonders wichtiges Setting für die Prävention, weil sie einen niederschwelligen Zugang bieten.

Das Trainingsprogramm PROTECT ("Professioneller Umgang mit technischen Medien") beruht auf diesen Annahmen und wurde als Präventionsprogramm für SchülerInnen ab der 7. Klasse konzipiert.

In einer randomisiert-kontrollierten Studie wurde die schützende Wirksamkeit durch PROTECT untersucht. Dabei nahmen 34 weiterführende Schulen in der Metropolregion teil. Die Studie wurde durch die Dietmar Hopp Stiftung gefördert.

Vor Beginn der Studie führten wir ein Screeningverfahren durch, in dem (unter Verwendung eines verschlüsselten Identifikationssystems, d.h. pseudonymisiert) erfasst wurde, welche SchülerInnen ein riskantes Medienverhalten zeigten und daher von PROTECT profitieren könnten. Diese konnten in Kleingruppen (6-10 SchülerInnen) am PROTECT-Training teilnehmen. Das PROTECT-Training wurde aufbauend auf aktuellen Forschungsbefunden zur Prävention und Behandlung von Internetsucht bei Jugendlichen entwickelt und bezieht sich auf die Problembereiche (1) Langeweile und motivationale Probleme, (2) Prokrastination und Leistungsangst, (3) Unsicherheit im Sozialkontakt und (4) dysfunktionale Affektregulation. Problematische Verhaltensweisen und Denkmuster auf diesen Ebenen werden durch verhaltenstherapeutische Techniken bearbeitet und modifiziert, insbesondere durch (1) Psychoedukation, (2) kognitive Methoden, (3) Problemlösefertigkeiten und (4) Emotionsregulationstechniken. Die Ergebnisse der Wirksamkeitsstudie zeigen eine signifikante Reduktion der Symptome einer riskanten Internet- und Computerspielnutzung über den Zeitraum von 12 Monaten.

Aufbauend auf den Studienergebnissen bieten wir Workshops und Informationsabende in verschiedenen Formaten zu PROTECT an. Unsere Schülerworkshops richten sich direkt an Kinder- und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Außerdem bieten wir Workshops für LehrerInnen und andere pädagogische und psychologische Fachkräfte als Weiterbildungen an, um sie zu einer selbstständigen Durchführung von PROTECT zu befähigen.

Für Eltern bieten wir Informationsabende zum Thema an, damit sie das Phänomen besser einordnen und ihren Kindern Hilfe leisten können. Wenn Sie Interesse an der Durchführung eines Workshops in Ihrer Schule haben, können Sie sich hier über unser Angebot informieren.

Bei Interesse können Sie uns gerne kontaktieren.

Ihre Ansprechpartner:
Jun.-Prof. Dr. Katajun Lindenberg
Sophie Kindt, M.Sc. Psychologie
Carolin Szàsz-Janocha

Kooperationspartner:
Hopp Foundation

Den Flyer zur Studie finden sie als PDF-Dokument hier.